{"id":52641,"date":"2026-02-11T10:48:37","date_gmt":"2026-02-11T09:48:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20013-260\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:39","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:39","slug":"20013-260","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20013-260\/","title":{"rendered":"StSP Chemikalienbewertung: Proteininteraktionen in der Signalkaskade des Arylhydrokarbonrezeptors unter Schadstoffeinfluss w\u00e4hrend der Embryonalentwicklung des Zebrab\u00e4rblings (Danio rerio)"},"content":{"rendered":"<p>StSP Chemikalienbewertung: Proteininteraktionen in der Signalkaskade des Arylhydrokarbonrezeptors im<\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren hat sich bez\u00fcglich Versuchen an Wirbeltieren zur Chemikalienbewertung aufgrund ethischer Bedenken ein deutlicher Wandel vollzogen. Dies spiegelt sich auch insbesondere in der europ\u00e4ischen Gesetzgebung wider. So wird in Artikel 4 der EU-Direktive 2010\/63\/EU zum Schutz von Versuchstieren gefordert, Tierversuche zu reduzieren, zu pr\u00e4zisieren und schlie\u00dflich durch Alternativen zu ersetzen. Des Weiteren verlangt die aktuelle europ\u00e4ische Verordnung zur Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals (REACh) explizit die Entwicklung alternativer Testverfahren f\u00fcr die Bewertung der von Stoffen ausgehende Gefahren. In Deutschland ersetzt seit 2005 der Fischembryotest (FET; DIN 38415-T6) den akuten Toxizit\u00e4tstest mit adulten Fischen in der Abwasserbewertung. Dar\u00fcber hinaus wurde der FET in einer ISO verankert (ISO 18055, 2007). In verschiedenen Studien konnte au\u00dferdem gezeigt werden, dass eine hohe Korrelation zwischen dem akuten Fischtoxizit\u00e4tstest und dem FET besteht, sodass im April dieses Jahres die Arbeitsgruppe der nationalen Koordinatoren des OECD-Pr\u00fcfrichtlinienausschusses die Annahme des Fischembryotests als OECD Guideline No. 236 zur Testung von Chemikalien beschloss.<br \/>Im vom Institut f\u00fcr Umweltforschung der RWTH Aachen geleiteten und koordinierten BMBF Ver-bundprojekt DanTox wurden verschiedene, spezifische, eukaryotische Testverfahren entwickelt, um das \u00f6kotoxikologische Sch\u00e4digungspotenzial belasteter Sedimente zu untersuchen sowie molekulares und physiologisches Grundlagenwissen \u00fcber die Mechanismen der Schadwirkung in Embryonen des Zebrab\u00e4rblings zu erlangen. Ein Schwerpunkt des Verbundprojekts war die Untersuchung des Fremdstoffmetabolismus mit Hilfe Arylhydrokarbon-Rezeptor-(AhR)vermittelter Effekte, sowie Ver\u00e4nderungen im Genexpressionsmuster, die durch Umweltproben und ausgew\u00e4hlte Chemikalien mit toxischer Wirkung verursacht werden. Einer der wichtigsten Befunde war, das nach Belastung mit Sedimenten und Schadstoffen eine zeitliche Diskrepanz der AhR-vermittelten Aktivit\u00e4t auf genetischer und enzymatischer Ebene vorliegt, die durch den gegenw\u00e4rtigen, wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht erkl\u00e4rt werden kann. Allerdings sind die Relevanz und Verl\u00e4sslichkeit des FET nur dann gesichert, wenn \u00fcber sichtbare, ph\u00e4notypische Ver\u00e4nderungen hinaus die molekularen Signalwege im Detail verstanden sind. Daher ist das genaue Verst\u00e4ndnis des Fremdstoffmetabolismus in den fr\u00fchen Stadien des Embryos des Zebrab\u00e4rblings, das im hier beantragten Dissertationsvorhaben untersucht werden soll, von h\u00f6chster Bedeutung, um das wissenschaftliche Fundament der Chemikalientestung mittels Danio rerio zu st\u00e4rken.<br \/>Dieses Ziel soll durch die Testung von f\u00fcnf Klassen der Emerging Pollutants erreicht werden. Embryonen des Zebrab\u00e4rbling sollen gegen\u00fcber Vertretern aus den Gruppen der Flammschutzmittel, polybromierten Biphenyle, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe und Dioxine \u00fcber verschiedene Zeitspannen exponiert werden. Ihr mode of action wird anschlie\u00dfend anhand der bekannten Molek\u00fcle, die an der Signalkaskade des Arylhydrokarbonrezeptors beteiligt sind, auf transkriptioneller und auf Proteinebene analysiert werden. Zus\u00e4tzlich werden die Auswirkungen auf die Aktivit\u00e4t der Cytochrome P450, die am Schadstoffmetabolismus und u. U. an der Aktivierung vom Schadpotential einer Umweltchemikalie beteiligt sind, untersucht.<br \/>Dar\u00fcber hinaus wird das beantragte Projekt durch Kooperationspartner an der Technischen Hoch-schule Wildau und der University of Saskatchewan mit Expertise und Analysen zu Transkriptom und Proteom unterst\u00fctzt.<br \/>So kann ein wichtiger Beitrag zum Verst\u00e4ndnis der Signalwege geschaffen werden, die durch Chemikalieneinwirkung hervorgerufen werden. Deshlab passt das hier vorgestellte Promotionsvorhaben besonders gut in den Stipendienschwerpunkt der integrierten Chemikalienbewertung.<br \/>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>StSP Chemikalienbewertung: Proteininteraktionen in der Signalkaskade des Arylhydrokarbonrezeptors im In den vergangenen Jahren hat sich bez\u00fcglich Versuchen an Wirbeltieren zur Chemikalienbewertung aufgrund ethischer Bedenken ein deutlicher Wandel vollzogen. Dies spiegelt sich auch insbesondere in der europ\u00e4ischen Gesetzgebung wider. 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