{"id":52637,"date":"2026-02-11T10:48:37","date_gmt":"2026-02-11T09:48:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20013-264\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:39","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:39","slug":"20013-264","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20013-264\/","title":{"rendered":"Direkte und indirekte Effekte von eingeschleppten Parasiten auf heimische Miesmuscheln. Eine interdisziplin\u00e4re Fallstudie am Beispiel der Wirt-Parasit-Interaktion zwischen Mytilicola intestinalis und Mytilus edulis."},"content":{"rendered":"<p>Direkte und indirekte Effekte von eingeschleppten Parasiten auf heimische Miesmuscheln<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Im Rahmen des Dissertationsvorhabens sollen in einer interdisziplin\u00e4ren Analyse die direkten und indirekten Effekte von eingeschleppten Parasiten auf heimische Miesmuschelpopulationen untersucht werden. Parasiten kommt eine zentrale Stellung im Gef\u00fcge von Artengemeinschaften zu. Sie sind innerhalb von Lebensgemeinschaften zahlenm\u00e4\u00dfig dominierend und beeinflussen ma\u00dfgeblich die biologischen Interaktionen zwischen den Arten. Zudem stellen sie als potentielle Krankheitserreger eine Gefahr f\u00fcr Wirtspopulationen dar. Parasiten sind daher wichtige Schl\u00fcsselelemente in \u00d6kosystemen und f\u00fcr die Dynamik ganzer Lebensgemeinschaften sowie f\u00fcr die Anpassung von Arten an ver\u00e4nderte Umweltbedingungen und den Erhalt der Biodiversit\u00e4t wesentlich. Die geplanten Untersuchungen des Dissertationsvorhabens sind vor dem Hintergrund k\u00fcnftig zu erwartender Bedrohungen mariner Systeme durch invasive Parasitenarten auf heimische Wirtspopulationen zu sehen. Es ist zu erwarten, dass die Ergebnisse wichtige Erkenntnisse zu den parasitisch gesteuerten Interaktionen sowie der Krankheitsanf\u00e4lligkeit von Wirtspopulationen liefern werden. Diese Erkenntnisse haben somit eine erhebliche Bedeutung f\u00fcr die Einsch\u00e4tzung zuk\u00fcnftig zu erwartender Umweltszenarien sensibler Naturr\u00e4ume.<br \/>Parasitismus beschreibt eine interspezifische Wechselwirkung zwischen Organismen, die dem Parasiten nutzt, w\u00e4hrend sie dem Wirt schadet. Dieser Schaden setzt sich aus den direkten und indirekten Effekten des Parasiten auf den Wirt zusammen. Vor allem die indirekten Effekte, welche einen wesentlichen Einfluss auf Populationsdynamiken haben k\u00f6nnen, wurden bisher nur wenig erforscht. Deshalb sollen die vielf\u00e4ltigen Effekte des Wirt-Parasit-Systems im geplanten Dissertationsvorhaben anhand experimenteller Untersuchungen analysiert werden. Das Wissen um die zugrunde liegenden Mechanismen im Parasit-Wirt-System ist f\u00fcr eine naturschutzfachliche Bewertung von \u00d6kosystemen essentiell, da ein vollst\u00e4ndiges Bild des Umweltzustandes nur unter Einbezug dieser Daten erhalten werden kann. Als Fallbeispiel f\u00fcr die im Dissertationsvorhaben geplanten Untersuchungen wird der invasive parasitische Copepode Mytilicola intestinalis (Steuer, 1902) herangezogen, der die heimische Miesmuschel Mytilus edulis (Linnaeus, 1758) als Wirt nutzt. M. intestinalis hat einen direkten Lebenszyklus, dadurch k\u00f6nnen beim Wirt hervorgerufene Ver\u00e4nderungen mittels experimenteller Untersuchungen direkt mit dem Auftreten des Parasiten in Verbindung gebracht werden. Der Ruderfu\u00dfkrebs M. intestinalis eignet sich methodisch deshalb einzigartig um Parasit-Wirt-Interaktionen zu untersuchen.<br \/>F\u00fcr die geplanten Untersuchungen im Labor sowie im Feld werden verschiedene physiologische, \u00f6kologische und molekularbiologische Methoden herangezogen. Im Detail werden Pr\u00e4dationsexperimente mit der Strandkrabbe Carcinus maenas und dem Seestern Asterias rubens auf gesunde und von M. intestinalis infizierte Muscheln durchgef\u00fchrt. Zudem werden anhand von pathogenen Bakterien Vibrio spp. Untersuchungen zu Sekund\u00e4rinfektionen bei Muscheln ausgef\u00fchrt, wenn diese mit M. intestinalis befallen sind. Ein m\u00f6glicher Klimawandel wird auch die Lebensgemeinschaften von \u00d6kosystemen ver\u00e4ndern. In diesem Zusammenhang sind Erkenntnisse aus Wirt-Parasit-Untersuchungen eine essentielle Datengrundlage f\u00fcr Monitoringprogramme, um daraus ableitend nachhaltige Naturschutzma\u00dfnahmen durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Die Ergebnisse der Untersuchungen des Dissertationsvorhabens anhand der ausgew\u00e4hlten Arten M. intestinalis und M. edulis sind (wie vorl\u00e4ufige Ergebnisse zeigen) mit hoher Wahrscheinlichkeit auf andere Arten \u00fcbertragbar. Derartige Forschungsstudien dienen damit nicht nur als Entscheidungsgrundlage f\u00fcr Umwelt entlastende Ma\u00dfnahmen, sondern sind auch die Basis f\u00fcr ad\u00e4quate L\u00f6sungen von Umweltproblemen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Direkte und indirekte Effekte von eingeschleppten Parasiten auf heimische Miesmuscheln Im Rahmen des Dissertationsvorhabens sollen in einer interdisziplin\u00e4ren Analyse die direkten und indirekten Effekte von eingeschleppten Parasiten auf heimische Miesmuschelpopulationen untersucht werden. Parasiten kommt eine zentrale Stellung im Gef\u00fcge von Artengemeinschaften zu. 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