{"id":52637,"date":"2026-10-23T12:50:13","date_gmt":"2026-10-23T10:50:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20013-264\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:17","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:17","slug":"20013-264","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20013-264\/","title":{"rendered":"Direkte und indirekte Effekte von eingeschleppten Parasiten auf heimische Miesmuscheln. Eine interdisziplin\u00c3\u00a4re Fallstudie am Beispiel der Wirt-Parasit-Interaktion zwischen Mytilicola intestinalis und Mytilus edulis."},"content":{"rendered":"<p>Direkte und indirekte Effekte von eingeschleppten Parasiten auf heimische Miesmuscheln<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Im Rahmen des Dissertationsvorhabens sollen in einer interdisziplin\u00c3\u00a4ren Analyse die direkten und indirekten Effekte von eingeschleppten Parasiten auf heimische Miesmuschelpopulationen untersucht werden. Parasiten kommt eine zentrale Stellung im Gef\u00c3\u00bcge von Artengemeinschaften zu. Sie sind innerhalb von Lebensgemeinschaften zahlenm\u00c3\u00a4\u00c3\u0178ig dominierend und beeinflussen ma\u00c3\u0178geblich die biologischen Interaktionen zwischen den Arten. Zudem stellen sie als potentielle Krankheitserreger eine Gefahr f\u00c3\u00bcr Wirtspopulationen dar. Parasiten sind daher wichtige Schl\u00c3\u00bcsselelemente in \u00c3\u2013kosystemen und f\u00c3\u00bcr die Dynamik ganzer Lebensgemeinschaften sowie f\u00c3\u00bcr die Anpassung von Arten an ver\u00c3\u00a4nderte Umweltbedingungen und den Erhalt der Biodiversit\u00c3\u00a4t wesentlich. Die geplanten Untersuchungen des Dissertationsvorhabens sind vor dem Hintergrund k\u00c3\u00bcnftig zu erwartender Bedrohungen mariner Systeme durch invasive Parasitenarten auf heimische Wirtspopulationen zu sehen. Es ist zu erwarten, dass die Ergebnisse wichtige Erkenntnisse zu den parasitisch gesteuerten Interaktionen sowie der Krankheitsanf\u00c3\u00a4lligkeit von Wirtspopulationen liefern werden. Diese Erkenntnisse haben somit eine erhebliche Bedeutung f\u00c3\u00bcr die Einsch\u00c3\u00a4tzung zuk\u00c3\u00bcnftig zu erwartender Umweltszenarien sensibler Naturr\u00c3\u00a4ume.<br \/>Parasitismus beschreibt eine interspezifische Wechselwirkung zwischen Organismen, die dem Parasiten nutzt, w\u00c3\u00a4hrend sie dem Wirt schadet. Dieser Schaden setzt sich aus den direkten und indirekten Effekten des Parasiten auf den Wirt zusammen. Vor allem die indirekten Effekte, welche einen wesentlichen Einfluss auf Populationsdynamiken haben k\u00c3\u00b6nnen, wurden bisher nur wenig erforscht. Deshalb sollen die vielf\u00c3\u00a4ltigen Effekte des Wirt-Parasit-Systems im geplanten Dissertationsvorhaben anhand experimenteller Untersuchungen analysiert werden. Das Wissen um die zugrunde liegenden Mechanismen im Parasit-Wirt-System ist f\u00c3\u00bcr eine naturschutzfachliche Bewertung von \u00c3\u2013kosystemen essentiell, da ein vollst\u00c3\u00a4ndiges Bild des Umweltzustandes nur unter Einbezug dieser Daten erhalten werden kann. Als Fallbeispiel f\u00c3\u00bcr die im Dissertationsvorhaben geplanten Untersuchungen wird der invasive parasitische Copepode Mytilicola intestinalis (Steuer, 1902) herangezogen, der die heimische Miesmuschel Mytilus edulis (Linnaeus, 1758) als Wirt nutzt. M. intestinalis hat einen direkten Lebenszyklus, dadurch k\u00c3\u00b6nnen beim Wirt hervorgerufene Ver\u00c3\u00a4nderungen mittels experimenteller Untersuchungen direkt mit dem Auftreten des Parasiten in Verbindung gebracht werden. Der Ruderfu\u00c3\u0178krebs M. intestinalis eignet sich methodisch deshalb einzigartig um Parasit-Wirt-Interaktionen zu untersuchen.<br \/>F\u00c3\u00bcr die geplanten Untersuchungen im Labor sowie im Feld werden verschiedene physiologische, \u00c3\u00b6kologische und molekularbiologische Methoden herangezogen. Im Detail werden Pr\u00c3\u00a4dationsexperimente mit der Strandkrabbe Carcinus maenas und dem Seestern Asterias rubens auf gesunde und von M. intestinalis infizierte Muscheln durchgef\u00c3\u00bchrt. Zudem werden anhand von pathogenen Bakterien Vibrio spp. Untersuchungen zu Sekund\u00c3\u00a4rinfektionen bei Muscheln ausgef\u00c3\u00bchrt, wenn diese mit M. intestinalis befallen sind. Ein m\u00c3\u00b6glicher Klimawandel wird auch die Lebensgemeinschaften von \u00c3\u2013kosystemen ver\u00c3\u00a4ndern. In diesem Zusammenhang sind Erkenntnisse aus Wirt-Parasit-Untersuchungen eine essentielle Datengrundlage f\u00c3\u00bcr Monitoringprogramme, um daraus ableitend nachhaltige Naturschutzma\u00c3\u0178nahmen durchf\u00c3\u00bchren zu k\u00c3\u00b6nnen. Die Ergebnisse der Untersuchungen des Dissertationsvorhabens anhand der ausgew\u00c3\u00a4hlten Arten M. intestinalis und M. edulis sind (wie vorl\u00c3\u00a4ufige Ergebnisse zeigen) mit hoher Wahrscheinlichkeit auf andere Arten \u00c3\u00bcbertragbar. Derartige Forschungsstudien dienen damit nicht nur als Entscheidungsgrundlage f\u00c3\u00bcr Umwelt entlastende Ma\u00c3\u0178nahmen, sondern sind auch die Basis f\u00c3\u00bcr ad\u00c3\u00a4quate L\u00c3\u00b6sungen von Umweltproblemen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Direkte und indirekte Effekte von eingeschleppten Parasiten auf heimische Miesmuscheln Im Rahmen des Dissertationsvorhabens sollen in einer interdisziplin\u00c3\u00a4ren Analyse die direkten und indirekten Effekte von eingeschleppten Parasiten auf heimische Miesmuschelpopulationen untersucht werden. Parasiten kommt eine zentrale Stellung im Gef\u00c3\u00bcge von Artengemeinschaften zu. 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