{"id":52632,"date":"2026-02-28T10:46:31","date_gmt":"2026-02-28T09:46:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20013-269\/"},"modified":"2026-02-28T10:46:31","modified_gmt":"2026-02-28T09:46:31","slug":"20013-269","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20013-269\/","title":{"rendered":"The impact of Ponto Caspian invaders on the parasite communities of multiple hosts within West and Central European river systems"},"content":{"rendered":"<p>The influence of invasive Ponto-Caspian gobies on the native parasite fauna in European River system<\/p>\n<p>Die Ausbreitung oder biologische Invasion von gebietsfremden Arten in neue Lebensr\u00e4ume, die h\u00e4ufig durch anthropogene Beeinflussung verursacht bzw. beg\u00fcnstigt wird, hat sich zu einem der gro\u00dfen Problemen unserer Zeit entwickelt. Dieser Einfluss ist vielschichtig und kann intendiert, wie bei der Einfuhr von Nutz- und Haustieren sowie durch den Anbau von gebietsfremden Pflanzen in der Agrarindustrie, oder nicht vors\u00e4tzlich sein wie z.B. bei dem unbemerkten Einschleppen von Organismen die in Frachtcontainern bzw. Ballastwassertanks von Schiffen mitreisen und dadurch in neue Lebensr\u00e4ume vordringen.<\/p>\n<p>Sobald sich eine solche Art erfolgreich etabliert hat, kann sie Einfluss auf die Bioz\u00f6nose bzw. auf die Interaktionen zwischen verschiedenen Arten diese \u00d6kosysteme nehmen oder sogar verschiedene Prozesse und Funktionen dieser Systeme st\u00f6ren oder beeinflussen. In der Folge kommt es gegebenenfalls zu Biodiversit\u00e4tsverlust oder im Extremfall zu einem Zusammenbruch des ganzen Systems.<\/p>\n<p>Biologische Invasion ist dabei ein globales Problem das unteranderem durch die Globalisierung, (falsches) Umweltmanagement und den Klimawandel verst\u00e4rkt wird. In diesem Zusammenhang ist Europa zu einem der Hostspots f\u00fcr Invasion geworden, in dem sich in den vergangenen Dekaden besonders viele invasive Arten aus dem pontokaspischen Raum angesiedelt haben. Diese Region liegt auf dem eurasischen Kontinent und umfasst unteranderem das Schwarze und Kaspische Meer. Durch verschiedene (neue) Migrationsrouten konnten sich Arten wie die Zebramuschel, der gro\u00dfe H\u00f6ckerflohkrebs, die Schwarzmaul-, Kessler- und Flussgrundel ohne gro\u00dfe Schwierigkeiten \u00fcber den ganzen europ\u00e4ischen Kontinent ausbreiten. Alle diese Arten k\u00f6nnen sich leicht an neue Habitate anpassen und schaffen es in der Regel sich durch ihr aggressives Konkurrenzverhalten gegen\u00fcber lokalen Arten durchzusetzen und nach kurzer Zeit h\u00e4ufig zu den dominanten Arten in diesen Gebieten zu werden. Zus\u00e4tzlich scheinen viele pontokaspische Invasoren eine Rolle bei der Verbreitung von Parasiten und Krankheiten zu haben.<\/p>\n<p>Diese relativ neue Erkenntnis ist jedoch wenig erforscht, was ein generelles Problem in der Invasionsbiologieforschung offenlegt, da diese sich sehr selten mit den Effekten oder Interaktionen von invasiven Arten auf oder mit Parasiten besch\u00e4ftigt, obwohl Parasiten als wichtiger Indikator f\u00fcr die Gesundheit von \u00d6kosystemen gelten. Sie machen nach neustem Erkenntnisstand rund 40 % der Biomasse eines Systems aus, gelten als Regulatoren ihrer Wirtsorganismen und sind wichtiger Bestandteil von Nahrungsnetzten deren Strukturen, Dynamiken und Funktionen sie auch beeinflussen.<\/p>\n<p>Infolgedessen stand die Frage nach einem m\u00f6glichen Effekt von Invasion, am Beispiel von verschiedenen pontokaspischen Arten, auf lokale Parasitengemeinschaften im Fokus der hier vorliegenden Doktorarbeit. Hierf\u00fcr wurde der m\u00f6gliche Einfluss von diesen Arten auf die H\u00e4ufigkeit von Parasiten bzw. deren Befallsintensit\u00e4ten bei verschiedener Wirtsarten, innerhalb von invadierten und nicht invadierten Habitaten, anhand von verschiedenen \u00f6kologischen Parametern evaluiert. Au\u00dferdem wurde untersucht, ob m\u00f6gliche parallel eingef\u00fchrte Parasitenarten mit lokalen Parasiten interagieren und was sich daraus f\u00fcr m\u00f6glichen Konsequenzen f\u00fcr lokale Arten ergeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In einem Zeitraum von 4 Jahren wurden hierzu in verschiedenen Fl\u00fcssen (innerhalb Deutschlands, der Schweiz und den Niederlanden) insgesamt 3 einheimische und eine invasive Fischart, sowie verschiedene Amphipodenarten beprobt und parasitologisch untersucht. Die hieraus hervorgehenden Ergebnisse konnten in der Folge miteinander verglichen und anschlie\u00dfende in den entsprechenden Kontext eingeordnet werden.<\/p>\n<p>Im Rahmen von verschiedenen Substudien wurde gezeigt, dass pontokaspische Arten vielschichtige Effekte auf die Parasitengemeinschaften von neuinvadierten Habitaten haben. In diesem Kontext wurden zwei Parasitenarten als Schl\u00fcsselarten identifiziert. Durch die Anwesenheit von pontokaspischen Wirtsarten scheinen sich besonders die Pr\u00e4valenzen des ebenfalls pontokaspischen invasiven Kratzer Pomphorhynchus laevis und des einheimischen Nematoden Raphidascaris acus, in den untersuchten Wirten massiv erh\u00f6ht zu haben. Des Weiteren wurden, wahrscheinlich durch das Zusammenwirken von P. laevis mit anderen pontokaspischen Wirtsarten, zumindest eine einheimische Parasitenart (P. tereticollis) aus dem Hauptstrom des untersuchten Gew\u00e4ssers verdr\u00e4ngt. Schlie\u00dflich scheinen pontokaspische Wirtsarten direkte Interaktionen zwischen pontokaspischen und lokalen Parasiten zu f\u00f6rdern bzw. zu beg\u00fcnstigen.<\/p>\n<p>Durch diese vielschichtigen Einflussnahmen lassen die Ergebnisse der vorliegenden Doktorarbeit den Schluss zu, dass nicht nur pontokaspische Arten,sondern invasive Arten generell einen Einfluss auf lokale Parasitengemeinschaften haben. Daher schlie\u00dft die Arbeit mit dem Appell, dass aufgrund der besonderen Bedeutung von Parasiten f\u00fcr die Bioz\u00f6nose verschiedener \u00d6kosysteme und durch die Tatsache, dass Invasion zu h\u00f6heren Befallsraten durch Parasiten f\u00fcr lokale Wirte und zu konkreten Nachteilen f\u00fcr einheimische Parasiten f\u00fchrt, Parasiten in Zukunft Teil von Managementpl\u00e4nen zum Naturschutz werden sollten bzw. m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The influence of invasive Ponto-Caspian gobies on the native parasite fauna in European River system Die Ausbreitung oder biologische Invasion von gebietsfremden Arten in neue Lebensr\u00e4ume, die h\u00e4ufig durch anthropogene Beeinflussung verursacht bzw. beg\u00fcnstigt wird, hat sich zu einem der gro\u00dfen Problemen unserer Zeit entwickelt. 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