{"id":52621,"date":"2026-02-11T10:48:33","date_gmt":"2026-02-11T09:48:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20013-280\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:35","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:35","slug":"20013-280","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20013-280\/","title":{"rendered":"Genetische Analysen zur Erfolgskontrolle der Wiederansiedlung des Maifisches im Rhein mittels Parental Assignment Analysen"},"content":{"rendered":"<p>Maifische im Rhein: Genetische Erfolgskontrolle<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der Maifisch (Alosa alosa) ist eine anadrome Wanderfischart, die bis Ende des 19. Jahrhunderts in West-  und  Mitteleuropa  weit  verbreitet  und  wirtschaftlich bedeutsam  war.  Seit  Beginn  des  20. Jahrhunderts  sind  die  Maifischpopulationen  durch  die  vielfache  Nutzung  der  Gew\u00e4sser  in  gro\u00dfen Teilen Europas stark zur\u00fcckgegangen. So auch im Rheinsystem, wo die Art seit den 1960er Jahren als ausgestorben  gilt.  Nach  dem  sich  die  Bedingungen  (Wasserqualit\u00e4t, Durchg\u00e4ngigkeit)  im  Rhein verbessert  haben,  waren  die  Grundvoraussetzung  f\u00fcr  den  Maifisch  wieder  gegeben.  So  wurde  im Jahr 2008 die Wiederansiedlung im Rahmen des EU-Life Maifischprojekts begonnen und Larven, aus einer franz\u00f6sischen Aufzucht (Bruch) stammend, im Rhein besetzt. Diese Larven werden jedes Jahr durch  neue  wilde  Elterntiere  aus  einer  der  letzten  gro\u00dfen  Laichpopulationen  des  Girondesystems aufgezogen.  Ab  2013  wird  mit  nat\u00fcrlicher  Reproduktion  im  Rhein  infolge  der  Besatzma\u00dfnahme gerechnet.  Da  auch  in  der  Gironde  die  Populationsgr\u00f6\u00dfe  schwankt,  wird  durch  das  EU  Life+ Maifischprojekt  eine  ex-situ  Elternfischhaltung  in  A\u00dflar  (Hessen)  mit  Larven  aus  der  franz\u00f6sischen <br \/>Aufzucht aufgebaut, welche \u00fcber Generationen bestand haben soll. In der Elterntierhaltung wird die erste  Reproduktion  2015  erwartet  und  die  produzierten  Larven  sollen  ebenfalls  im  Rhein  besetzt werden. Die Zucht zur kontrollierten Vermehrung innerhalb des EU-Life Maifischprojekt ist n\u00f6tig, um Tiere zur Wiederansiedlung zu gewinnen und damit die Art vor dem Aussterben zu bewahren. Dies kann aber auch zum Verlust genetischer Diversit\u00e4t, somit zur Reduktion der Adaptionsf\u00e4higkeit an den Rhein als neues  Habitat,  f\u00fchren.  Der  Verlust  genetischer  Diversit\u00e4t  ist  umso  gr\u00f6\u00dfer,  je  kleiner  die  effektive Populationsgr\u00f6\u00dfe  (N e )  in  der  Zucht  ist.  Die  N e   wiederum  verringert  sich  durch  ein  ungleiches Geschlechterverh\u00e4ltnis,  ungleiche  Familiengr\u00f6\u00dfen  und  Schwankungen  der  Elternzahlen aufeinanderfolgender Generationen (Gr\u00fcndereffekt, Flaschenhalseffekt). Auch Inzucht kann bei der Zucht zu einem Diversit\u00e4tsverlust f\u00fchren. Da sich auch die nat\u00fcrlichen Selektionsregime in Gironde und Rhein unterscheiden k\u00f6nnen, ist die Erhaltung eines gro\u00dfen Adaptionspotentials und somit einer hohen  genetischen  Diversit\u00e4t  der  Besatzpopulation  von  gro\u00dfer  Bedeutung  f\u00fcr  den  Erfolg  der Wiederansiedlung.  Um  die  maximale  genetische  Diversit\u00e4t  des  Maifischs  aus  der  Gironde  in  den Rhein  zu  transferieren,  muss  der  Verlust  durch  die  Zuchten  gering  gehalten  werden.  Der Diversit\u00e4tsverlust innerhalb der Zuchten l\u00e4sst sich zwar anhand klassischer populationsgenetischer <br \/>Parameter messen, jedoch k\u00f6nnen die einzelnen Faktoren (z.B. Effekt der Familiengr\u00f6\u00dfe) die zu dem Verlust f\u00fchren nicht entschl\u00fcsselt werden. Dies ist mittels  moderner Parental Assignment Analyse m\u00f6glich, die jedoch f\u00fcr den Maifisch noch nicht etabliert ist. Daher  soll  im  Rahmen  dieses  Promotionsverfahrens  das  Parental  Assignment  f\u00fcr  den  Maifisch etabliert und die derzeitigen Verlustpunkte der Diversit\u00e4t identifiziert und quantifiziert werden. Im <br \/>Detail sollen folgende Fragen beantwortet werden: <\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align:justify;\">F\u00fchrt  die  k\u00fcnstliche  Vermehrung  in  der  Aufzucht  Bruch  zu  einem Diversit\u00e4tsverlust  beim Besatzmaterial?<\/li>\n<li style=\"text-align:justify;\">F\u00fchrt  die  dauerhafte  k\u00fcnstliche  H\u00e4lterung  in  der  Elterntierhaltung  A\u00dflar  zu  einem Diversit\u00e4tsverlust  innerhalb  des  Elterntierbestandes? <\/li>\n<li style=\"text-align:justify;\">\u00a0Wie ver\u00e4ndert sich die Diversit\u00e4t der Nachkommen der verschiedenen Reproduktionsformen (Aufzucht,  nat\u00fcrliche  Reproduktion)  unter  nat\u00fcrlichen Selektionsbedingungen? Welche Folgen hat das f\u00fcr die Bestandszusammensetzung im Rhein?<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align:justify;\">Anhand  der  gesamten  Informationen,  sollen  abschlie\u00dfend  gemeinsam  mit  dem  EU-Life+ Maifischprojekt Anpassungen der Zucht- und Besatzstrategie erarbeitet werden, um den Transfer der genetischen Diversit\u00e4t vom Girondesystem in den Rhein zu maximieren und somit die Erfolgschancen der Wiederansiedlung des Maifisches im Rhein ma\u00dfgeblich zu verbessern. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maifische im Rhein: Genetische Erfolgskontrolle Der Maifisch (Alosa alosa) ist eine anadrome Wanderfischart, die bis Ende des 19. Jahrhunderts in West- und Mitteleuropa weit verbreitet und wirtschaftlich bedeutsam war. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind die Maifischpopulationen durch die vielfache Nutzung der Gew\u00e4sser in gro\u00dfen Teilen Europas stark zur\u00fcckgegangen. 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