{"id":52621,"date":"2026-10-23T12:50:13","date_gmt":"2026-10-23T10:50:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20013-280\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:14","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:14","slug":"20013-280","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20013-280\/","title":{"rendered":"Genetische Analysen zur Erfolgskontrolle der Wiederansiedlung des Maifisches im Rhein mittels Parental Assignment Analysen"},"content":{"rendered":"<p>Maifische im Rhein: Genetische Erfolgskontrolle<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der Maifisch (Alosa alosa) ist eine anadrome Wanderfischart, die bis Ende des 19. Jahrhunderts in West-  und  Mitteleuropa  weit  verbreitet  und  wirtschaftlich bedeutsam  war.  Seit  Beginn  des  20. Jahrhunderts  sind  die  Maifischpopulationen  durch  die  vielfache  Nutzung  der  Gew\u00c3\u00a4sser  in  gro\u00c3\u0178en Teilen Europas stark zur\u00c3\u00bcckgegangen. So auch im Rheinsystem, wo die Art seit den 1960er Jahren als ausgestorben  gilt.  Nach  dem  sich  die  Bedingungen  (Wasserqualit\u00c3\u00a4t, Durchg\u00c3\u00a4ngigkeit)  im  Rhein verbessert  haben,  waren  die  Grundvoraussetzung  f\u00c3\u00bcr  den  Maifisch  wieder  gegeben.  So  wurde  im Jahr 2008 die Wiederansiedlung im Rahmen des EU-Life Maifischprojekts begonnen und Larven, aus einer franz\u00c3\u00b6sischen Aufzucht (Bruch) stammend, im Rhein besetzt. Diese Larven werden jedes Jahr durch  neue  wilde  Elterntiere  aus  einer  der  letzten  gro\u00c3\u0178en  Laichpopulationen  des  Girondesystems aufgezogen.  Ab  2013  wird  mit  nat\u00c3\u00bcrlicher  Reproduktion  im  Rhein  infolge  der  Besatzma\u00c3\u0178nahme gerechnet.  Da  auch  in  der  Gironde  die  Populationsgr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e  schwankt,  wird  durch  das  EU  Life+ Maifischprojekt  eine  ex-situ  Elternfischhaltung  in  A\u00c3\u0178lar  (Hessen)  mit  Larven  aus  der  franz\u00c3\u00b6sischen <br \/>Aufzucht aufgebaut, welche \u00c3\u00bcber Generationen bestand haben soll. In der Elterntierhaltung wird die erste  Reproduktion  2015  erwartet  und  die  produzierten  Larven  sollen  ebenfalls  im  Rhein  besetzt werden. Die Zucht zur kontrollierten Vermehrung innerhalb des EU-Life Maifischprojekt ist n\u00c3\u00b6tig, um Tiere zur Wiederansiedlung zu gewinnen und damit die Art vor dem Aussterben zu bewahren. Dies kann aber auch zum Verlust genetischer Diversit\u00c3\u00a4t, somit zur Reduktion der Adaptionsf\u00c3\u00a4higkeit an den Rhein als neues  Habitat,  f\u00c3\u00bchren.  Der  Verlust  genetischer  Diversit\u00c3\u00a4t  ist  umso  gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178er,  je  kleiner  die  effektive Populationsgr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e  (N e )  in  der  Zucht  ist.  Die  N e   wiederum  verringert  sich  durch  ein  ungleiches Geschlechterverh\u00c3\u00a4ltnis,  ungleiche  Familiengr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178en  und  Schwankungen  der  Elternzahlen aufeinanderfolgender Generationen (Gr\u00c3\u00bcndereffekt, Flaschenhalseffekt). Auch Inzucht kann bei der Zucht zu einem Diversit\u00c3\u00a4tsverlust f\u00c3\u00bchren. Da sich auch die nat\u00c3\u00bcrlichen Selektionsregime in Gironde und Rhein unterscheiden k\u00c3\u00b6nnen, ist die Erhaltung eines gro\u00c3\u0178en Adaptionspotentials und somit einer hohen  genetischen  Diversit\u00c3\u00a4t  der  Besatzpopulation  von  gro\u00c3\u0178er  Bedeutung  f\u00c3\u00bcr  den  Erfolg  der Wiederansiedlung.  Um  die  maximale  genetische  Diversit\u00c3\u00a4t  des  Maifischs  aus  der  Gironde  in  den Rhein  zu  transferieren,  muss  der  Verlust  durch  die  Zuchten  gering  gehalten  werden.  Der Diversit\u00c3\u00a4tsverlust innerhalb der Zuchten l\u00c3\u00a4sst sich zwar anhand klassischer populationsgenetischer <br \/>Parameter messen, jedoch k\u00c3\u00b6nnen die einzelnen Faktoren (z.B. Effekt der Familiengr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e) die zu dem Verlust f\u00c3\u00bchren nicht entschl\u00c3\u00bcsselt werden. Dies ist mittels  moderner Parental Assignment Analyse m\u00c3\u00b6glich, die jedoch f\u00c3\u00bcr den Maifisch noch nicht etabliert ist. Daher  soll  im  Rahmen  dieses  Promotionsverfahrens  das  Parental  Assignment  f\u00c3\u00bcr  den  Maifisch etabliert und die derzeitigen Verlustpunkte der Diversit\u00c3\u00a4t identifiziert und quantifiziert werden. Im <br \/>Detail sollen folgende Fragen beantwortet werden: <\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align:justify;\">F\u00c3\u00bchrt  die  k\u00c3\u00bcnstliche  Vermehrung  in  der  Aufzucht  Bruch  zu  einem Diversit\u00c3\u00a4tsverlust  beim Besatzmaterial?<\/li>\n<li style=\"text-align:justify;\">F\u00c3\u00bchrt  die  dauerhafte  k\u00c3\u00bcnstliche  H\u00c3\u00a4lterung  in  der  Elterntierhaltung  A\u00c3\u0178lar  zu  einem Diversit\u00c3\u00a4tsverlust  innerhalb  des  Elterntierbestandes? <\/li>\n<li style=\"text-align:justify;\">\u00c2\u00a0Wie ver\u00c3\u00a4ndert sich die Diversit\u00c3\u00a4t der Nachkommen der verschiedenen Reproduktionsformen (Aufzucht,  nat\u00c3\u00bcrliche  Reproduktion)  unter  nat\u00c3\u00bcrlichen Selektionsbedingungen? Welche Folgen hat das f\u00c3\u00bcr die Bestandszusammensetzung im Rhein?<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align:justify;\">Anhand  der  gesamten  Informationen,  sollen  abschlie\u00c3\u0178end  gemeinsam  mit  dem  EU-Life+ Maifischprojekt Anpassungen der Zucht- und Besatzstrategie erarbeitet werden, um den Transfer der genetischen Diversit\u00c3\u00a4t vom Girondesystem in den Rhein zu maximieren und somit die Erfolgschancen der Wiederansiedlung des Maifisches im Rhein ma\u00c3\u0178geblich zu verbessern. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maifische im Rhein: Genetische Erfolgskontrolle Der Maifisch (Alosa alosa) ist eine anadrome Wanderfischart, die bis Ende des 19. Jahrhunderts in West- und Mitteleuropa weit verbreitet und wirtschaftlich bedeutsam war. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind die Maifischpopulationen durch die vielfache Nutzung der Gew\u00c3\u00a4sser in gro\u00c3\u0178en Teilen Europas stark zur\u00c3\u00bcckgegangen. 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