{"id":52620,"date":"2026-02-11T10:48:33","date_gmt":"2026-02-11T09:48:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20013-281\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:35","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:35","slug":"20013-281","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20013-281\/","title":{"rendered":"Untersuchungen des Komplexschadens der Rotbl\u00fchenden Rosskastanie (Aesculus x carnea) und der Wei\u00dfbl\u00fchenden Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) zur Beurteilung der Verkehrssicherheit von B\u00e4umen im st\u00e4dtischen Raum"},"content":{"rendered":"<p>Untersuchungen des Komplexschadens der Rotbl\u00fchenden Rosskastanie und der Wei\u00dfbl\u00fchenden Rosskastanie<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sind alle Baumeigent\u00fcmer f\u00fcr die Verkehrssicherheit ihrer B\u00e4ume zust\u00e4ndig. Somit haben auch St\u00e4dte die Pflicht, nach Beurteilung ihrer \u201eStadtb\u00e4ume\u201c, bei Bedarf die verkehrssicherheitserhaltende Ma\u00dfnahmen einzuleiten oder die Verkehrssicherheit wieder herzustellen. Die Beurteilung eines Baumes setzt voraus, Schadsymptome und Schaderreger zu kennen und deren Aggressionspotential einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen.<br \/>F\u00fcr die Beurteilung der Verkehrssicherheit von Kastanien im st\u00e4dtischen Raum, die von der neuen Kastanienkomplexkrankheit betroffen sind, fehlen jedoch noch grundlegende Kenntnisse \u00fcber die beteiligten Schaderreger. Die Basidiomyceten Austernseitling (<em>Pleurotus ostreatus<\/em>) und Samtfu\u00dfr\u00fcbling (<em>Flammulina velutipes<\/em>) sowie das Bakterium <em>Pseudomonas syringae<\/em> pv. <em>aesculi<\/em> gelten als Hauptverursacher der Schadsymptome. Das Bakterium wird als Prim\u00e4rsch\u00e4dling eingestuft und ist verantwortlich f\u00fcr schwarze Leckstellen auf der Rinde, Kambiumsch\u00e4den und Rindenrisse sowie abgestorbene Kronenteile. Die Basidiomyceten verursachen einen wei\u00dff\u00e4ule \u00e4hnlichen Holzabbau, der die Bruchsicherheit der Kastanien herabsetzt und somit die Verkehrssicherheit gef\u00e4hrdet. Die Beteiligung der Pilze an der Komplexkrankheit wird durch Pilzfruchtk\u00f6rper angezeigt. Weitere Basidiomyceten, dessen Fruchtk\u00f6rper weniger auffallend sind, sind der Violette Knorpelschichtpilz (<em>Chondrostereum purpureum<\/em>) und der Angebrannte Rauchporling (<em>Bjerkandera adusta<\/em>), dessen Beteiligung an der Wei\u00dff\u00e4ule nicht auszuschlie\u00dfen ist. Besonders problematisch bei dieser Komplexkrankheit ist, dass die Wei\u00dff\u00e4ule vergleichsweise rasch im Baum voranschreitet und dies bei den beteiligten Basidiomyceten bislang nicht zu erwarten war. Die Krankheit breitet sich vom Westen Deutschlands in Nord\u00f6stliche Richtung und auch in den S\u00fcden aus. Eine Verbreitung der Komplexkrankheit in ganz Europa ist wahrscheinlich.<br \/>Durch eine Kombination von molekularbiologischen, mikrobiologischen und physikalischen Methoden werden die Eigenschaften der Komplexkrankheit untersucht. Die molekularbiologische Identifikation der Schaderreger erfolgt \u00fcber deren DNS. Um das Verfahren der Polymerasekettenreaktion (PCR) zu beschleunigen, wird eine Multiplex-PCR entwickelt. Diese erm\u00f6glicht die Identifikation der Basidiomyceten mittels taxonspezifischer Primer in einer PCR. In Dual- und Multiplexkulturen wird in vitro die gegenseitige Beeinflussung der beteiligten Mikroorganismen zu einander beobachtet. Der Masseverlust und die Biege- und Bruchfestigkeit des wei\u00dffaulen Holzes werden ebenfalls ermittelt. Der Verlust der Biege- und Bruchfestigkeit abgebauten Holzes gibt Aufschluss \u00fcber das Gef\u00e4hrdungspotential der Komplexkrankheit f\u00fcr betroffene Kastanien. Das Gef\u00e4hrdungspotential wird zus\u00e4tzlich durch Inokulationsversuche am lebenden Baum durch die Ausbreitung der inokulierten Pilze in axialer, tangentialer und radialer Richtung in der Sprossachse beschrieben.<br \/>Ergebnisse aus den Dual- und Multiplexkulturen zeigen eine synergistische Wirkung der beteiligten Mikroorganismen aufeinander. Auch der Masseverlust, welcher in Abbauversuchen ermittelt wurde, erh\u00f6ht sich bei einer parallelen Inkubation von<em> P. ostreatus<\/em> und <em>F. velutipes<\/em>. Diese Ergebnisse weisen auf ein erh\u00f6htes Verkehrssicherheitsrisiko f\u00fcr Kastanien hin, das von der Komplexkrankheit ausgeht.<br \/>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Untersuchungen des Komplexschadens der Rotbl\u00fchenden Rosskastanie und der Wei\u00dfbl\u00fchenden Rosskastanie Grunds\u00e4tzlich sind alle Baumeigent\u00fcmer f\u00fcr die Verkehrssicherheit ihrer B\u00e4ume zust\u00e4ndig. Somit haben auch St\u00e4dte die Pflicht, nach Beurteilung ihrer \u201eStadtb\u00e4ume\u201c, bei Bedarf die verkehrssicherheitserhaltende Ma\u00dfnahmen einzuleiten oder die Verkehrssicherheit wieder herzustellen. 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