{"id":52620,"date":"2026-10-23T12:50:13","date_gmt":"2026-10-23T10:50:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20013-281\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:14","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:14","slug":"20013-281","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20013-281\/","title":{"rendered":"Untersuchungen des Komplexschadens der Rotbl\u00c3\u00bchenden Rosskastanie (Aesculus x carnea) und der Wei\u00c3\u0178bl\u00c3\u00bchenden Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) zur Beurteilung der Verkehrssicherheit von B\u00c3\u00a4umen im st\u00c3\u00a4dtischen Raum"},"content":{"rendered":"<p>Untersuchungen des Komplexschadens der Rotbl\u00fchenden Rosskastanie und der Wei\u00dfbl\u00fchenden Rosskastanie<\/p>\n<p>Grunds\u00c3\u00a4tzlich sind alle Baumeigent\u00c3\u00bcmer f\u00c3\u00bcr die Verkehrssicherheit ihrer B\u00c3\u00a4ume zust\u00c3\u00a4ndig. Somit haben auch St\u00c3\u00a4dte die Pflicht, nach Beurteilung ihrer \u00e2\u20ac\u017eStadtb\u00c3\u00a4ume\u00e2\u20ac\u0153, bei Bedarf die verkehrssicherheitserhaltende Ma\u00c3\u0178nahmen einzuleiten oder die Verkehrssicherheit wieder herzustellen. Die Beurteilung eines Baumes setzt voraus, Schadsymptome und Schaderreger zu kennen und deren Aggressionspotential einsch\u00c3\u00a4tzen zu k\u00c3\u00b6nnen.<br \/>F\u00c3\u00bcr die Beurteilung der Verkehrssicherheit von Kastanien im st\u00c3\u00a4dtischen Raum, die von der neuen Kastanienkomplexkrankheit betroffen sind, fehlen jedoch noch grundlegende Kenntnisse \u00c3\u00bcber die beteiligten Schaderreger. Die Basidiomyceten Austernseitling (<em>Pleurotus ostreatus<\/em>) und Samtfu\u00c3\u0178r\u00c3\u00bcbling (<em>Flammulina velutipes<\/em>) sowie das Bakterium <em>Pseudomonas syringae<\/em> pv. <em>aesculi<\/em> gelten als Hauptverursacher der Schadsymptome. Das Bakterium wird als Prim\u00c3\u00a4rsch\u00c3\u00a4dling eingestuft und ist verantwortlich f\u00c3\u00bcr schwarze Leckstellen auf der Rinde, Kambiumsch\u00c3\u00a4den und Rindenrisse sowie abgestorbene Kronenteile. Die Basidiomyceten verursachen einen wei\u00c3\u0178f\u00c3\u00a4ule \u00c3\u00a4hnlichen Holzabbau, der die Bruchsicherheit der Kastanien herabsetzt und somit die Verkehrssicherheit gef\u00c3\u00a4hrdet. Die Beteiligung der Pilze an der Komplexkrankheit wird durch Pilzfruchtk\u00c3\u00b6rper angezeigt. Weitere Basidiomyceten, dessen Fruchtk\u00c3\u00b6rper weniger auffallend sind, sind der Violette Knorpelschichtpilz (<em>Chondrostereum purpureum<\/em>) und der Angebrannte Rauchporling (<em>Bjerkandera adusta<\/em>), dessen Beteiligung an der Wei\u00c3\u0178f\u00c3\u00a4ule nicht auszuschlie\u00c3\u0178en ist. Besonders problematisch bei dieser Komplexkrankheit ist, dass die Wei\u00c3\u0178f\u00c3\u00a4ule vergleichsweise rasch im Baum voranschreitet und dies bei den beteiligten Basidiomyceten bislang nicht zu erwarten war. Die Krankheit breitet sich vom Westen Deutschlands in Nord\u00c3\u00b6stliche Richtung und auch in den S\u00c3\u00bcden aus. Eine Verbreitung der Komplexkrankheit in ganz Europa ist wahrscheinlich.<br \/>Durch eine Kombination von molekularbiologischen, mikrobiologischen und physikalischen Methoden werden die Eigenschaften der Komplexkrankheit untersucht. Die molekularbiologische Identifikation der Schaderreger erfolgt \u00c3\u00bcber deren DNS. Um das Verfahren der Polymerasekettenreaktion (PCR) zu beschleunigen, wird eine Multiplex-PCR entwickelt. Diese erm\u00c3\u00b6glicht die Identifikation der Basidiomyceten mittels taxonspezifischer Primer in einer PCR. In Dual- und Multiplexkulturen wird in vitro die gegenseitige Beeinflussung der beteiligten Mikroorganismen zu einander beobachtet. Der Masseverlust und die Biege- und Bruchfestigkeit des wei\u00c3\u0178faulen Holzes werden ebenfalls ermittelt. Der Verlust der Biege- und Bruchfestigkeit abgebauten Holzes gibt Aufschluss \u00c3\u00bcber das Gef\u00c3\u00a4hrdungspotential der Komplexkrankheit f\u00c3\u00bcr betroffene Kastanien. Das Gef\u00c3\u00a4hrdungspotential wird zus\u00c3\u00a4tzlich durch Inokulationsversuche am lebenden Baum durch die Ausbreitung der inokulierten Pilze in axialer, tangentialer und radialer Richtung in der Sprossachse beschrieben.<br \/>Ergebnisse aus den Dual- und Multiplexkulturen zeigen eine synergistische Wirkung der beteiligten Mikroorganismen aufeinander. Auch der Masseverlust, welcher in Abbauversuchen ermittelt wurde, erh\u00c3\u00b6ht sich bei einer parallelen Inkubation von<em> P. ostreatus<\/em> und <em>F. velutipes<\/em>. Diese Ergebnisse weisen auf ein erh\u00c3\u00b6htes Verkehrssicherheitsrisiko f\u00c3\u00bcr Kastanien hin, das von der Komplexkrankheit ausgeht.<br \/>\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Untersuchungen des Komplexschadens der Rotbl\u00fchenden Rosskastanie und der Wei\u00dfbl\u00fchenden Rosskastanie Grunds\u00c3\u00a4tzlich sind alle Baumeigent\u00c3\u00bcmer f\u00c3\u00bcr die Verkehrssicherheit ihrer B\u00c3\u00a4ume zust\u00c3\u00a4ndig. Somit haben auch St\u00c3\u00a4dte die Pflicht, nach Beurteilung ihrer \u00e2\u20ac\u017eStadtb\u00c3\u00a4ume\u00e2\u20ac\u0153, bei Bedarf die verkehrssicherheitserhaltende Ma\u00c3\u0178nahmen einzuleiten oder die Verkehrssicherheit wieder herzustellen. 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