{"id":52612,"date":"2026-10-23T12:50:10","date_gmt":"2026-10-23T10:50:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20013-289\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:12","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:12","slug":"20013-289","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20013-289\/","title":{"rendered":"Herstellung eines rekombinanten Ganzzellbiokatalysators, basierend auf Genen des bakteriellen Styrolabbaus zur umweltfreundlichen Synthese industriell bedeutsamer Phenylessigs\u00c3\u00a4uren"},"content":{"rendered":"<p>Herstellung eines Ganzzellbiokatalysators zur umweltfreundlichen Phenylessigs\u00e4ure-Synthese<\/p>\n<p>Phenylessigs\u00c3\u00a4uren und strukturell verwandte Verbindungen spielen eine \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178erst bedeutsame Rolle f\u00c3\u00bcr die kosmetische und vor allem pharmazeutische Industrie. Neben Wirkstoffen gegen Krebs werden aus diesen Synthesestufen u. a. Virustatika, Penicilline und Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac hergestellt. Aufgrund der vielf\u00c3\u00a4ltigen Anwendung im pharmazeutischen Bereich steigt der Bedarf an Phenylessigs\u00c3\u00a4uren ebenso wie die Relevanz entsprechender Synthesen f\u00c3\u00bcr die Umwelt stetig an.<br \/>Bisherige, konventionelle Verfahren beruhen u. a. auf der Hydrolyse von Phenylacetonitrilen oder der Carbonylierung von krebserregenden Benzylhalogeniden, was insbesondere erhebliche \u00c3\u00b6kologische Probleme in sich birgt. So ist der Einsatz von teuren Metallkatalysatoren vielfach zwingend notwendig. Dar\u00c3\u00bcber hinaus fallen durch den hohen Verbrauch an konzentrierten S\u00c3\u00a4uren gro\u00c3\u0178e Volumina \u00c3\u00b6kologisch bedenklicher Abw\u00c3\u00a4sser an. Diese sowie andere Verfahren zur Phenylessigs\u00c3\u00a4ure-Synthese gehen zudem mit einem oft sehr hohen Energieaufwand einher und sind selten selektiv, was die Bildung von teils toxischen Nebenprodukten zur Folge hat. Des Weiteren sind Nitrile, welche ebenfalls zur Synthese von Phenylessigs\u00c3\u00a4uren eingesetzt werden und deren Herstellung durch die Verwendung von Cyaniden und organischen L\u00c3\u00b6sungsmitteln \u00c3\u00b6kologisch sehr bedenklich ist, verh\u00c3\u00a4ltnism\u00c3\u00a4\u00c3\u0178ig teure Ausgangsstoffe.<br \/>Im Vergleich zu den herk\u00c3\u00b6mmlichen Syntheseverfahren vermag der Einsatz von geeigneten Enzymen aus dem Metabolismus einiger Bodenbakterien eine umweltfreundliche Alternative darzustellen. Die Styrol-Monooxygenase, Styroloxid-Isomerase und Phenylacetaldehyd-Dehydrogenase (PAD) sind Schl\u00c3\u00bcsselenzyme des aeroben, bakteriellen Styrolabbaus. Sie katalysieren den Umsatz von Styrolen zu Phenylessigs\u00c3\u00a4uren durch initiale Epoxidierung, Isomerisierung des Epoxids und nachfolgende Oxidation des Phenylacetaldehyds teils stereospezifisch und stets selektiv, wodurch es nicht zur Bildung von Nebenprodukten kommt. Einige Vertreter von Styrol-Monooxygenasen und Styroloxid-Isomerasen sind bereits umfangreich charakterisiert worden. Diese Studien zeigen das hohe biotechnologische Potenzial dieser zwei Biokatalysatoren, welche infolge ihres breiten Substratspektrums zur Transformation zahlreicher Styrol- bzw. Styroloxid-Derivate bef\u00c3\u00a4higt sind. Eine umfassende Charakterisierung von Phenylacetaldehyd-Dehydrogenasen steht jedoch noch aus.<br \/>In einem ersten Projektziel wurden deshalb die Phenylacetaldehyd-Dehydrogenasen aus den Mikroorganismen Escherichia coli K-12, Sphingopyxis fribergensis Kp5.2, Rhodococcus opacus 1CP und Gordonia rubripertincta CWB2 durch Klonierung entsprechender Gene in rekombinante Wirtsorganismen gewonnen. Anschlie\u00c3\u0178end wurden bzw. werden diese Enzyme mit Hilfe eines in dieser Arbeit etablierten Enzymtests biochemisch charakterisiert, wodurch ein \u00c3\u0153berblick \u00c3\u00bcber das biotechnologische Potenzial dieser Enzymgruppe erm\u00c3\u00b6glicht bzw. vervollst\u00c3\u00a4ndigt werden soll. Dabei zeigten sich bereits Unterschiede in der maximalen Aktivit\u00c3\u00a4t, der geeigneten Cosubstrat-Konzentration, dem Substratspektrum, der Langzeit- sowie der Temperaturstabilit\u00c3\u00a4t der Enzyme aus E. coli K-12 und S. fribergensis Kp5.2. Nach einer umfangreichen Studie zur Expression der PAD aus R. opacus 1CP und G. rubripertincta CWB2 erfolgt derzeit die biochemische Charakterisierung dieser Enzyme.<br \/>Zur Etablierung der umweltfreundlichen Phenylessigs\u00c3\u00a4ure-Synthese ist nachfolgend geplant, die drei Enzyme des oberen Styrolabbaus auf Tr\u00c3\u00a4germaterialien zu immobilisieren und zellfrei einzusetzen. F\u00c3\u00bcr die PAD aus E. coli K-12 konnte bereits eine erfolgreiche Immobilisierung durchgef\u00c3\u00bchrt werden. Weitere Studien zur Immobilisierung insbesondere anderer Dehydrogenasen sowie einer Styrol-Monooxygenase folgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herstellung eines Ganzzellbiokatalysators zur umweltfreundlichen Phenylessigs\u00e4ure-Synthese Phenylessigs\u00c3\u00a4uren und strukturell verwandte Verbindungen spielen eine \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178erst bedeutsame Rolle f\u00c3\u00bcr die kosmetische und vor allem pharmazeutische Industrie. 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