{"id":52611,"date":"2026-01-27T10:48:14","date_gmt":"2026-01-27T09:48:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20014-300\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:14","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:14","slug":"20014-300","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20014-300\/","title":{"rendered":"Strategieentwicklung in Basisgruppen der deutschen Umweltbewegung"},"content":{"rendered":"<p>Strategieentwicklung in Basisgruppen der deutschen Umweltbewegung<\/p>\n<p><strong>Strategieentwicklung in Basisgruppen der deutschen Umweltbewegung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Soziale Bewegungen engagieren sich f\u00fcr sozialen Wandel und entwickeln Strategien, um ihre Ziele zu erreichen. Der Strategieentwicklungsprozess soll am Beispiel von Basisgruppen der deutschen Umweltbewegung untersucht werden. <br \/>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Theoretisch<\/strong> st\u00fctzt sich die Arbeit auf den akteurszentrierten und handlungstheoretischen Ansatz der Political School der Strategieentwicklung, die sich aus der mikropolitischen Organisations\u00adsoziologie heraus entwickelt hat. Die innere Struktur der Basisgruppe wird hier als Raum der Machtaus\u00fcbung und Kontingenz beschrieben. Strategien sind das Ergebnis eines gemeinsamen Aus\u00adhandlungs- und Konstruktionsprozesses, bei dem einzelne Mitglieder ihre Vorstellungen, Interessen und W\u00fcnsche durchsetzen m\u00f6chten und daf\u00fcr Macht mobilisieren k\u00f6nnen.<br \/>Dieser Ansatz beschreibt wie Strategien zustande kommen, aber nicht, welche Strategie zustande kommt. Um das zu erkl\u00e4ren, werden f\u00fcnf Faktoren aus der Bewegungsforschung identifiziert, die als unabh\u00e4ngige Variablen die Strategie erkl\u00e4ren sollen. Dazu geh\u00f6ren: die Ressourcen der Gruppe, die (politischen) Gelegenheitsstrukturen, das Selbstverst\u00e4ndnis der Gruppe, die Machtstruktur innerhalb der Gruppe und die <em>Theory of Change<\/em>, also die Annahme dar\u00fcber, wie Gesellschaft ver\u00e4ndert werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Mit diesem Forschungsdesign soll die <strong>Frage<\/strong> untersucht werden, wie die Faktoren im Strategie\u00adprozess zusammenwirken und welche Bedeutung sie jeweils f\u00fcr die konkrete Strategie haben. Dabei werden die Thesen vertreten, dass a) \u00e4hnliche Gruppen mit \u00e4hnlichen Zielen unterschiedliche Strategien entwickeln, weil sie b) aufgrund der unterschiedlichen <em>Theories of Change<\/em> an unter\u00adschiedlichen gesellschaftlichen Funktionssystemen ansetzen, wobei sich c) innerhalb der Gruppe zentrale Mitglieder h\u00e4ufiger durchsetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Zur Beantwortung der Forschungsfrage sollen qualitative Fallstudien nach dem <em>most similar case-Design<\/em> durchgef\u00fchrt werden. Untersucht werden drei Basisgruppen der deutschen Umwelt\u00adbewegung, die sich in einem Strategieprozess befinden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die akteurszentrierte Untersuchungsperspektive gibt dabei die <strong>methodische Herangehensweise<\/strong> vor. Es kann nur analysiert werden, wie sich die verschiedenen Vorstellungen der Mitglieder in dem Strategieprozess durchsetzen, wenn diese bekannt sind. Die f\u00fcnf unabh\u00e4ngigen Variablen sollen deshalb in leitfadengest\u00fctzten Einzelinterviews bei allen Mitgliedern der Gruppen erhoben, thematisch codiert und inhaltsanalytisch ausgewertet werden. <\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Um den Aushandlunsgprozess auf der Gruppenebene zu verstehen, wird die Gruppendiskussion auf\u00adgezeichnet und diskursanalytisch ausgewertet. Dann kann analysiert werden, welche unabh\u00e4ngigen Variablen in die Strategie eingehen, und wessen Interpretation dieser Variablen sich durchsetzt. Mithilfe des Process Tracing soll anschlie\u00dfend der Prozess rekonstruiert und die Vergleichbarkeit zwischen den Gruppen hergestellt werden. Damit kann beantwortet werden, so das <strong>Ziel<\/strong> der Arbeit, welche Variablen f\u00fcr die Strategie entscheidend waren und wie sich Unterschiede zwischen den Strategien erkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die wissenschaftlichen Neuerungen des Forschungsansatzes bestehen in der Verwendung der mikropolitischen Analyseperspektive f\u00fcr die Untersuchung sozialer Bewegungen sowie in der Ber\u00fccksichtigung Theory of Change als Einflussvariable auf den Strategieprozess. Damit gelingt es erstens, die Vielfalt der Ansatzpunkte f\u00fcr Strategien sozialer Bewegungen deutlich zu machen und die bisherige Engf\u00fchrung auf das politische System zu \u00fcberwinden. Zweitens gelingt es, die Entwicklung von Strategien als sozialen Konstruktions- und Aushandlungsprozess zu thematisieren, statt sie lediglich aus den Handlungen oder Erfolgen der sozialen Bewegungen abzuleiten. Drittens kann der Fokus der Bewegungsforschung auf die Meso- und Makro-Ebene, um eine Analyse der Mikro-Ebene und damit des \u201eInneren\u201c der Bewegung erg\u00e4nzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die <strong>gesellschaftliche Relevanz<\/strong> besteht darin, die unterschiedlichen Ver\u00e4nderungsstrategien zu einer nachhaltigen Gesellschaft aufzuzeigen, vergleichbar und diskutierbar zu machen. F\u00fcr eine nachhaltige Gesellschaft brauchen wir nicht TINA (There Is No Alternative) sondern TATA (There Are Thousands Of Alternatives).<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Um wissenschaftliche Ideen auch Akteuren sozialer Bewegungen zug\u00e4nglich zu machen, wurden einzelne Ans\u00e4tze auf der Homepage www.welt-veraendern.org aufgearbeitet und zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Strategieentwicklung in Basisgruppen der deutschen Umweltbewegung Strategieentwicklung in Basisgruppen der deutschen Umweltbewegung Soziale Bewegungen engagieren sich f\u00fcr sozialen Wandel und entwickeln Strategien, um ihre Ziele zu erreichen. 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