{"id":52607,"date":"2026-10-23T12:50:10","date_gmt":"2026-10-23T10:50:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20014-304\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:11","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:11","slug":"20014-304","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20014-304\/","title":{"rendered":"Flederm\u00c3\u00a4use als Indikatoren f\u00c3\u00bcr naturnahe Waldstrukturen \u00e2\u20ac\u201c Aktivit\u00c3\u00a4ts- und Diversit\u00c3\u00a4tsanalysen in Natur- und Nutzw\u00c3\u00a4ldern der Belovezhskaya Pushcha (Wei\u00c3\u0178russland)"},"content":{"rendered":"<p>Flederm\u00e4use als Indikatoren f\u00fcr naturnahe Waldstrukturen<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:115%;\">Die Mehrheit aller in Europa lebender Flederm\u00c3\u00a4use ist an den Wald als Reproduktionsst\u00c3\u00a4tte, als Jagdhabitat, als Quartierstandort oder als \u00c3\u0153berwinterungsort gebunden. In W\u00c3\u00a4ldern jagende Flederm\u00c3\u00a4use ern\u00c3\u00a4hren sich von hier vorkommenden Arthropoden, die sie mehrheitlich mittels Ultraschallortung lokalisieren. Neben der Jagd findet die Orientierung im Lebensraum ebenfalls \u00c3\u00bcber Ultraschall statt. Abh\u00c3\u00a4ngig von den sinnesphysiologischen Eigenschaften einer Art, und damit einhergehend ihrer morphologischen Anpassung an ein bestimmtes Mikrohabitat nutzen verschiedene Fledermausarten den Lebensraum Wald auf unterschiedliche Art und Weise. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:115%;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:115%;\"><span>Naturnahe W\u00c3\u00a4lder kennzeichnen durch eine hohe vertikale Strukturheterogenit\u00c3\u00a4t, und das horizontale Nebeneinander verschiedener Waldentwicklungsphasen. In Nutzw\u00c3\u00a4ldern ist die nat\u00c3\u00bcrlich Dynamik dahingehend gest\u00c3\u00b6rt, dass die Alters- und Zerfallsphase weitestgehend fehlen. Zur \u00c3\u00b6kologische Bewertung der Naturn\u00c3\u00a4he eines Waldes haben sich Naturn\u00c3\u00a4he-Indikatoren bew\u00c3\u00a4hrt (z.B. Dreizehenspecht, Wei\u00c3\u0178r\u00c3\u00bcckenspecht). Viele dieser Organismengruppen sind durch ihre Lebensweise an bestimmte chemische und strukturelle Eigenschaften von Totholz angewiesen. \u00c3\u0153ber das r\u00c3\u00a4umliche Nebeneinander verschiedener Waldentwicklungsphasen und den komplexen mehrschichtigen Aufbau der Baumschicht kann mithilfe der bisher bekannten Indikatoren keine Aussagen getroffen werden. Unsere Untersuchung versucht, diese Bewertungsl\u00c3\u00bccke durch Flederm\u00c3\u00a4use zu schlie\u00c3\u0178en. Als ungest\u00c3\u00b6rte Vergleichsfl\u00c3\u00a4chen zur Untersuchung der Fledermausdiversit\u00c3\u00a4t und -aktivit\u00c3\u00a4t eignen sich alte W\u00c3\u00a4lder, die eben diese Strukturen noch gro\u00c3\u0178fl\u00c3\u00a4chig aufweisen. Vor allem in Osteuropa sind ausgedehnte Naturw\u00c3\u00a4lder erhalten. Unter ihnen befindet sich die hier untersuchte \u00e2\u20ac\u017eBelovezhskaya Pushcha\u00e2\u20ac\u0153, die sich \u00c3\u00bcber die Grenzregion zwischen Polen und Wei\u00c3\u0178russland hinaus erstreckt.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:115%;\">Zwei naturnahe Waldtypen (Eichen-dominiert und Kiefer-dominiert) und ein Wirtschaftswald (Kiefernmonokultur) wurden in zwei Feldsaisons hinsichtlich der Nutzung durch Waldflederm\u00c3\u00a4use akustisch mithilfe sogenannter \u00e2\u20ac\u017ebatcorder\u00e2\u20ac\u0153 untersucht. Die Dreidimensionalit\u00c3\u00a4t des Lebensraumes wurde in der Untersuchungsmethodik zum einen durch Plots in Kronenl\u00c3\u00bccken, sowie durch das Aufh\u00c3\u00a4ngen der \u00e2\u20ac\u017ebatcorder\u00e2\u20ac\u0153 in drei H\u00c3\u00b6hen gespiegelt. Neben der akustischen Erhebungen fanden Strukturuntersuchungen des Waldes an den \u00e2\u20ac\u017ebatcorder\u00e2\u20ac\u0153-Standorten statt. Mithilfe der gewonnenen Daten werden Fledermausarten und -Artengemeinschaften identifiziert, und ihre Bindung an naturnahe Strukturen ermittelt. Somit k\u00c3\u00b6nnen konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, um eine Integration von Naturschutz und Waldbewirtschaftung zu erm\u00c3\u00b6glichen<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:115%;\">Die Erkenntnisse dieser Studie d\u00c3\u00bcrften von erheblichem Wert f\u00c3\u00bcr einen auf Prozessschutz zielenden Waldnaturschutz sein, indem nicht nur der Totholzreichtum, sondern auch die Strukturvielfalt als Parameter der Bewertung herangezogen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flederm\u00e4use als Indikatoren f\u00fcr naturnahe Waldstrukturen Die Mehrheit aller in Europa lebender Flederm\u00c3\u00a4use ist an den Wald als Reproduktionsst\u00c3\u00a4tte, als Jagdhabitat, als Quartierstandort oder als \u00c3\u0153berwinterungsort gebunden. 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