{"id":52607,"date":"2026-02-28T10:46:30","date_gmt":"2026-02-28T09:46:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20014-304\/"},"modified":"2026-02-28T10:46:30","modified_gmt":"2026-02-28T09:46:30","slug":"20014-304","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20014-304\/","title":{"rendered":"Flederm\u00e4use als Indikatoren f\u00fcr naturnahe Waldstrukturen \u2013 Aktivit\u00e4ts- und Diversit\u00e4tsanalysen in Natur- und Nutzw\u00e4ldern der Belovezhskaya Pushcha (Wei\u00dfrussland)"},"content":{"rendered":"<p>Flederm\u00e4use als Indikatoren f\u00fcr naturnahe Waldstrukturen<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:115%;\">Die Mehrheit aller in Europa lebender Flederm\u00e4use ist an den Wald als Reproduktionsst\u00e4tte, als Jagdhabitat, als Quartierstandort oder als \u00dcberwinterungsort gebunden. In W\u00e4ldern jagende Flederm\u00e4use ern\u00e4hren sich von hier vorkommenden Arthropoden, die sie mehrheitlich mittels Ultraschallortung lokalisieren. Neben der Jagd findet die Orientierung im Lebensraum ebenfalls \u00fcber Ultraschall statt. Abh\u00e4ngig von den sinnesphysiologischen Eigenschaften einer Art, und damit einhergehend ihrer morphologischen Anpassung an ein bestimmtes Mikrohabitat nutzen verschiedene Fledermausarten den Lebensraum Wald auf unterschiedliche Art und Weise. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:115%;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:115%;\"><span>Naturnahe W\u00e4lder kennzeichnen durch eine hohe vertikale Strukturheterogenit\u00e4t, und das horizontale Nebeneinander verschiedener Waldentwicklungsphasen. In Nutzw\u00e4ldern ist die nat\u00fcrlich Dynamik dahingehend gest\u00f6rt, dass die Alters- und Zerfallsphase weitestgehend fehlen. Zur \u00f6kologische Bewertung der Naturn\u00e4he eines Waldes haben sich Naturn\u00e4he-Indikatoren bew\u00e4hrt (z.B. Dreizehenspecht, Wei\u00dfr\u00fcckenspecht). Viele dieser Organismengruppen sind durch ihre Lebensweise an bestimmte chemische und strukturelle Eigenschaften von Totholz angewiesen. \u00dcber das r\u00e4umliche Nebeneinander verschiedener Waldentwicklungsphasen und den komplexen mehrschichtigen Aufbau der Baumschicht kann mithilfe der bisher bekannten Indikatoren keine Aussagen getroffen werden. Unsere Untersuchung versucht, diese Bewertungsl\u00fccke durch Flederm\u00e4use zu schlie\u00dfen. Als ungest\u00f6rte Vergleichsfl\u00e4chen zur Untersuchung der Fledermausdiversit\u00e4t und -aktivit\u00e4t eignen sich alte W\u00e4lder, die eben diese Strukturen noch gro\u00dffl\u00e4chig aufweisen. Vor allem in Osteuropa sind ausgedehnte Naturw\u00e4lder erhalten. Unter ihnen befindet sich die hier untersuchte \u201eBelovezhskaya Pushcha\u201c, die sich \u00fcber die Grenzregion zwischen Polen und Wei\u00dfrussland hinaus erstreckt.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:115%;\">Zwei naturnahe Waldtypen (Eichen-dominiert und Kiefer-dominiert) und ein Wirtschaftswald (Kiefernmonokultur) wurden in zwei Feldsaisons hinsichtlich der Nutzung durch Waldflederm\u00e4use akustisch mithilfe sogenannter \u201ebatcorder\u201c untersucht. Die Dreidimensionalit\u00e4t des Lebensraumes wurde in der Untersuchungsmethodik zum einen durch Plots in Kronenl\u00fccken, sowie durch das Aufh\u00e4ngen der \u201ebatcorder\u201c in drei H\u00f6hen gespiegelt. Neben der akustischen Erhebungen fanden Strukturuntersuchungen des Waldes an den \u201ebatcorder\u201c-Standorten statt. Mithilfe der gewonnenen Daten werden Fledermausarten und -Artengemeinschaften identifiziert, und ihre Bindung an naturnahe Strukturen ermittelt. Somit k\u00f6nnen konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, um eine Integration von Naturschutz und Waldbewirtschaftung zu erm\u00f6glichen<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:115%;\">Die Erkenntnisse dieser Studie d\u00fcrften von erheblichem Wert f\u00fcr einen auf Prozessschutz zielenden Waldnaturschutz sein, indem nicht nur der Totholzreichtum, sondern auch die Strukturvielfalt als Parameter der Bewertung herangezogen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flederm\u00e4use als Indikatoren f\u00fcr naturnahe Waldstrukturen Die Mehrheit aller in Europa lebender Flederm\u00e4use ist an den Wald als Reproduktionsst\u00e4tte, als Jagdhabitat, als Quartierstandort oder als \u00dcberwinterungsort gebunden. 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