{"id":52600,"date":"2026-10-23T12:50:10","date_gmt":"2026-10-23T10:50:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20014-311\/"},"modified":"2026-10-23T12:50:10","modified_gmt":"2026-10-23T10:50:10","slug":"20014-311","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20014-311\/","title":{"rendered":"Die Rohstoffpolitik der Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum von 1990 bis 2015. Interessen, Akteure, Herausforderungen"},"content":{"rendered":"<p>Die Rohstoffpolitik der Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum von 1990 bis 2015<\/p>\n<p>Die durch massive Preissteigerungen f\u00c3\u00bcr mineralische Rohstoffe ausgel\u00c3\u00b6ste \u00e2\u20ac\u017eRohstoffkrise\u00e2\u20ac\u0153 in den Jahren 2000-2010 hat die Bundesregierung \u00e2\u20ac\u201c die sich zu Beginn der 1990er Jahre vollkommen aus der Rohstofff\u00c3\u00b6rderung zur\u00c3\u00bcckgezogen hatte \u00e2\u20ac\u201c veranlasst eine Reihe politischer Ma\u00c3\u0178nahmen und Programme zu verabschieden. Die Sicherung der Rohstoffversorgung ist heute aber nicht mehr nur ein \u00c3\u00b6konomisches Anliegen und damit Sache der Unternehmen und des Wirtschaftsministeriums; vielmehr ist die Rohstoffpolitik ein sektor\u00c3\u00bcbergreifendes Querschnittspolitikfeld, das in die Kompetenzbereiche verschiedener Ministerien hineinragt. Diese Perspektiverweiterung ist auf ein ver\u00c3\u00a4ndertes Umweltbewusstsein zur\u00c3\u00bcckzuf\u00c3\u00bchren, das aufgrund der Endlichkeit von Ressourcen sowie der Umweltrisiken beim Abbau Forderungen nach einer Senkung des Ressourcenverbrauchs und nach Substitution beinhaltet. Weil Deutschland beinahe zu 100 Prozent auf Importe mineralischer Rohstoffe angewiesen ist, tr\u00c3\u00a4gt es zudem eine Verantwortung f\u00c3\u00bcr die Einhaltung internationaler Arbeits- und Menschenrechtsstandards, die h\u00c3\u00a4ufig beim Abbau der Rohstoffe missachtet werden. Eine deutsche Rohstoffpolitik muss daher nicht nur \u00c3\u00b6konomischen, sondern auch \u00c3\u00b6kologischen und sozialen Forderungen entsprechen, d.h. Ans\u00c3\u00a4tze zur Steigerung der Ressourceneffizienz und einer Erh\u00c3\u00b6hung der Recyclingrate mineralischer Rohstoffe m\u00c3\u00bcssen Teil der politischen Strategie sein, ebenso wie solche zur Transparenz von Zahlungsstr\u00c3\u00b6men entlang der Lieferkette. Diese komplexen Herausforderungen machen deutlich, dass sich die (deutsche) Rohstoffpolitik \u00e2\u20ac\u201c wie auch die Umwelt- und Klimapolitik \u00e2\u20ac\u201c im Zentrum von Interessen- und Zielkonflikten befindet, die in der Konkurrenz kurz- und mittelfristiger nationaler (Sicherung wirtschaftlicher Produktivit\u00c3\u00a4t) und langfristiger globaler Ziele (globale Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit) ihren Ausdruck finden. Entsprechend formulieren die verschiedenen mit der Rohstoffpolitik befassten staatlichen und nicht-staatlichen Akteure teils divergierende Forderungen und Ziele. Vor diesem Hintergrund erscheint es besonders interessant herauszuarbeiten, ob und wie diese zum Teil in Konflikt zueinander stehenden Interessen im Prozess der Politikformulierung und Entscheidungsfindung ausgeglichen und zusammengef\u00c3\u00bchrt werden und welche Interessen die deutsche Rohstoffpolitik dominieren. Da die nationale Rohstoffpolitik in den europ\u00c3\u00a4ischen und internationalen Kontext eingebettet ist und hier nationale, protektionistische solchen auf freien Wettbewerb zielenden internationalen Instrumenten gegen\u00c3\u00bcberstehen, stellt sich in Bezug auf Deutschland zudem die Frage, welche dieser L\u00c3\u00b6sungen hier pr\u00c3\u00a4feriert werden und ob die deutsche Rohstoffpolitik mit der europ\u00c3\u00a4ischen kongruent ist oder sie voneinander abweichen.<br \/>Die empirische Analyse ist eingebettet in eine theoretisch fundierte Debatte \u00c3\u00bcber die Rolle des Staates in der Rohstoffpolitik. Die These von einer \u00e2\u20ac\u017eR\u00c3\u00bcckkehr des Staates\u00e2\u20ac\u0153 soll mittels der Einordnung in eine Typologie politischer Steuerung \u00c3\u00bcberpr\u00c3\u00bcft werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rohstoffpolitik der Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum von 1990 bis 2015 Die durch massive Preissteigerungen f\u00c3\u00bcr mineralische Rohstoffe ausgel\u00c3\u00b6ste \u00e2\u20ac\u017eRohstoffkrise\u00e2\u20ac\u0153 in den Jahren 2000-2010 hat die Bundesregierung \u00e2\u20ac\u201c die sich zu Beginn der 1990er Jahre vollkommen aus der Rohstofff\u00c3\u00b6rderung zur\u00c3\u00bcckgezogen hatte \u00e2\u20ac\u201c veranlasst eine Reihe politischer Ma\u00c3\u0178nahmen und Programme zu verabschieden. 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