{"id":52586,"date":"2026-01-27T10:48:09","date_gmt":"2026-01-27T09:48:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20014-325\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:11","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:11","slug":"20014-325","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20014-325\/","title":{"rendered":"Vorwald- und Nebenbaumarten: M\u00f6glichkeiten und Grenzen einer erfolgreichen Wiederbewaldung von Schadfl\u00e4chen im Hinblick auf Samenb\u00e4ume und Naturverj\u00fcngungspotenziale von Pionierbaumarten zur Kalamit\u00e4tsvorsorge im Fichtenwald"},"content":{"rendered":"<p>Samenb\u00e4ume und Naturverj\u00fcngungspotenziale von Pionierbaumarten zur Kalamit\u00e4tsvorsorge im Fichtenwald<\/p>\n<p>In der Vergangenheit wurden gro\u00dffl\u00e4chig nicht standortsgerechte, einschichtige Nadelholzbest\u00e4nde aus Gemeiner Fichte und Gemeiner Kiefer begr\u00fcndet (ZERBE 2009). Parallel wurden nat\u00fcrlich ankommenden Pionierbaumarten, ungeachtet ihrer vielf\u00e4ltigen \u00f6kologischen Wirkungen, als sogenanntes \u0084forstliches Unkraut\u0093 konsequent aus dem Bestandesgef\u00fcge entnommen. Diese Handlungsweise f\u00fchrte in den W\u00e4ldern zu einer zunehmenden Artenverarmung und Bodendegradierung (R\u00d6HRIG et al. 2006). Ferner traten und treten in den nicht standortsgerechten und folglich instabilen Nadelholzreinbest\u00e4nden wiederholt Schadereignisse (Sch\u00e4dlingskalamit\u00e4ten, Waldbr\u00e4nde, Schneebruch und Windwurf) auf, mit der Folge fl\u00e4chenhafter Verluste ganzer Waldbest\u00e4nde (NOACK 2006). Durch die unvermittelte Entstehung solcher Kahlfl\u00e4chen werden Wasser- und N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufe entkoppelt, mit der Folge, dass verst\u00e4rkt Kohlendioxid freigesetzt und N\u00e4hrstoffe ausgewaschen werden (BURSCHEL &#038; HUSS 1997).<\/p>\n<p>Pionierbaumarten bieten aufgrund ihrer typischen Eigenschaften (gro\u00dfe Ausbreitungsf\u00e4higkeit, schnelles Jugendwachstum, geringe stand\u00f6rtliche Anspr\u00fcche) die Chance einerseits die benannten Umweltbelastungen der nadelwalddominierten Reinbest\u00e4nde zu mildern und andererseits die Folgen der Freifl\u00e4chenwirkungen einzud\u00e4mmen (BURSCHEL &#038; HUSS 1997). Verschiedene Untersuchungen zur Wiederbewaldung von Freifl\u00e4chen haben allerdings gezeigt, dass eine erfolgreiche Besiedlung nicht immer gegeben war (RICHTER &#038; LEDER 1990, L\u00c4SSIG et al. 1995, SCHMIDT-SCH\u00dcTZ &#038; HUSS 1998, WENT 2011).<\/p>\n<p>Ziel dieses Forschungsprojektes soll daher der Gewinn neuer Erkenntnisse f\u00fcr eine rasche und weitgehend eingriffsfreie Wiederbewaldung von Freifl\u00e4chen durch Pionierbaumarten sein. Dabei gilt es artspezifische Mindestdichten von Samenb\u00e4umen abzuleiten, die eine Wiederbesiedlung erm\u00f6glichen. Weiterhin soll es m\u00f6glich sein, anhand von Fl\u00e4chen- und Bestandesparametern das tats\u00e4chliche Verj\u00fcngungspotential der gegenw\u00e4rtig vorhandenen Weichlaubbaumarten in den W\u00e4ldern abzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Mit Hilfe von Samenfallenf\u00e4ngen auf Freifl\u00e4chen soll das Ausbreitungspotential der verschiedenen Pionierbaumarten untersucht werden. Hierf\u00fcr werden jeweils Samenfallen f\u00fcr die anemochor verbreiteten Arten (Birke, Weide) und Kotfallen f\u00fcr die zoochor verbreitete Eberesche auf den Kahlfl\u00e4chen aufgestellt. Des Weiteren werden die in den angrenzenden Best\u00e4nden befindlichen Samenb\u00e4ume eingemessen, um neben den Samendichten genaue Kenntnisse \u00fcber die Ausbreitungsdistanz zu erhalten. Begleitend werden auf Kyrill-Sturmwurffl\u00e4chen (Orkan 2007) Vegetationsaufnahmen durchgef\u00fchrt. Diese sollen Informationen \u00fcber den tats\u00e4chlichen Besiedlungserfolg bzw. Gr\u00fcnde f\u00fcr das Ausbleiben von Naturverj\u00fcngung liefern. Die erhobenen Daten werden anschlie\u00dfend zur Parametrisierung isotroper und anisotroper Einzelbaummodelle genutzt.<\/p>\n<p>Das Projekt abschlie\u00dfend, soll in einer Beispielregion in den Hochlagen des Th\u00fcringer Waldes das vorhandene Samenbaumpotential von Weichlaubh\u00f6lzern untersucht werden. Unter Ber\u00fccksichtigung der Forschungsergebnisse aus dem Projekt sollen etwaige Defizite bei einer Wiederbesiedlung neuer Schadfl\u00e4chen in der Modellregion aufgedeckt und Handlungsempfehlung zur Kompensation dieser gegeben werden.<\/p>\n<p>Die Erkenntnisse des Projektes sollen dazu beitragen, im Falle weiterer Sturmwurfkatastrophen, Wiederbestockungsszenarien absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen und bei Bedarf vorsorglich Ma\u00dfnahmen zur Einbringung von Pionierbaumarten zu erm\u00f6glichen.<br \/>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Samenb\u00e4ume und Naturverj\u00fcngungspotenziale von Pionierbaumarten zur Kalamit\u00e4tsvorsorge im Fichtenwald In der Vergangenheit wurden gro\u00dffl\u00e4chig nicht standortsgerechte, einschichtige Nadelholzbest\u00e4nde aus Gemeiner Fichte und Gemeiner Kiefer begr\u00fcndet (ZERBE 2009). 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