{"id":52583,"date":"2026-01-27T10:48:09","date_gmt":"2026-01-27T09:48:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20014-328\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:11","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:11","slug":"20014-328","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20014-328\/","title":{"rendered":"StSP Chemikalienbewertung: Biozide im Haushalt &#8211; Anwendungsmuster und Eintr\u00e4ge in das Abwasser"},"content":{"rendered":"<p>StSP Chemikalienbewertung: Biozide im Haushalt<\/p>\n<p>In der Dissertation wurde untersucht, wie Biozide im Haushalt eingesetzt werden und ins Abwasser gelangen. Ziel war es, die Anwendungen in Haushalten zu identifizieren, von denen die h\u00f6chsten Umweltbelastungen zu erwarten sind. Dadurch sollen der Umweltpolitik die Handlungsfelder aufgezeigt werden, in denen das Reduktionspotential der Belastungen am gr\u00f6\u00dften ist. So k\u00f6nnen die B\u00fcrger durch Informationskampagnen gezielt und besonders wirkungsvoll \u00fcber Bereiche aufgekl\u00e4rt werden, in denen der Biozideinsatz reduziert werden sollte, um einen nachhaltigen Einsatz von Bioziden anzustreben. Die Ergebnisse k\u00f6nnen ebenfalls in die Umweltrisikobewertung der bioziden Wirkstoffe und Produkte einflie\u00dfen. Sie erm\u00f6glichen einen Abgleich der Expositionsbetrachtungen mit realistischen Anwendungen und k\u00f6nnen so die Umweltrisikobewertung verfeinern.<\/p>\n<p>Biozide sind &#8211; \u00e4hnlich wie Pflanzenschutzmittel &#8211; Chemikalien, die Sch\u00e4dlinge in verschiedener Art und Weise bek\u00e4mpfen sollen und deshalb aufgrund ihres beabsichtigten Wirkpotentials ein besonderes Risiko f\u00fcr Mensch und Umwelt darstellen k\u00f6nnen. W\u00e4hrend Pflanzenschutzmittel jedoch nur eine Bestimmung haben \u2013 den Schutz von Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen \u2013 umfassen Biozide 22 verschiedene Produktarten und entsprechend diverse Eintragspfade in die Umwelt. Monitoringergebnisse zeigen, dass Biozide auch in Haushalten in relevanten Mengen eingesetzt werden und von dort in die Umwelt gelangen. Die Anwendungsmuster der verschiedenen Produkte in Haushalten sind derzeit jedoch noch unbekannt. Aus diesem Grund k\u00f6nnen die daraus resultierenden Umweltbelastungen nicht eingesch\u00e4tzt und keine entsprechenden Emissionsminderungsma\u00dfnahmen umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Um diese Kenntnisl\u00fccke zu beseitigen, wurde im April 2015 zun\u00e4chst durch eine Befragung ermittelt, wie biozide Wirkstoffe in Haushalten eingesetzt werden. Daf\u00fcr wurden alle Haushalte eines Wohngebietes eines Dorfes in Schleswig-Holstein kontaktiert und mittels eines standardisierten Fragebogens zu ihren Anwendungsgewohnheiten. Zudem wurde f\u00fcr jeden teilnehmenden Haushalt ein Inventar der vorhandenen Produkte erstellt. Die Auswertungen zeigen, dass ein Gro\u00dfteil der bioziden Wirkstoffe nicht aus Biozid-Produkten ins Abwasser gelangt, sondern aus K\u00f6rperpflegeprodukten und Wasch- und Reinigungsmitteln. Zudem ist der Kenntnisstand der Anwohner bez\u00fcglich \u201eBiozide\u201c gering.<\/p>\n<p>In einem zweiten Schritt wurde das Abwasser dieses Wohngebietes beprobt und auf die Wirkstoffe untersucht, die bei der Befragung als relevant ermittelt wurden. Die Beprobungen erfolgten im Laufe eines Jahres einmal pro Quartal, um die saisonalen Unterschiede des Biozid-Einsatzes erfassen zu k\u00f6nnen. Jede dieser vier Probenahmen erfolgte abh\u00e4ngig von den ermittelten Nutzungsgewohnheiten \u00fcber einen Zeitraum von einer Woche mittels einer entsprechenden Anzahl von 14h-Tagesmischproben. Diese wurden anschlie\u00dfend im Labor analysiert. Dabei wurde eine Multi-Methode verwendet, die 14 biozide Wirkstoffen erfassen kann. In dieser Methode werden die Wirkstoffe zun\u00e4chst mit einer Festphasenextraktion extrahiert und dann \u00fcber Hochleistungsfl\u00fcssigkeitschromatographie in Kopplung mit einem Tandem-Massenspektrometer analysiert. Die Messergebnisse best\u00e4tigen, insbesondere in Kombination mit den Ergebnissen aus den Produktinventaren, dass die im Abwasser gemessenen Wirkstoffkonzentrationen nicht nur Biozidprodukte als Quelle haben. Auch Wasch- und Reinigungsmittel und K\u00f6rperpflegeprodukte sind wichtige Quellen f\u00fcr biozide Wirkstoffe im kommunalen Abwasser. Diese k\u00f6nnen jedoch nur bedingt innerhalb der europ\u00e4ischen Biozid-Verordnung reguliert werden. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig ein ganzheitlicher Ansatz bei der Betrachtung von Eintragsquellen von Chemikalien ist und dass eine Betrachtung \u00fcber regulatorische Grenzen hinweg erfolgen sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>StSP Chemikalienbewertung: Biozide im Haushalt In der Dissertation wurde untersucht, wie Biozide im Haushalt eingesetzt werden und ins Abwasser gelangen. Ziel war es, die Anwendungen in Haushalten zu identifizieren, von denen die h\u00f6chsten Umweltbelastungen zu erwarten sind. Dadurch sollen der Umweltpolitik die Handlungsfelder aufgezeigt werden, in denen das Reduktionspotential der Belastungen am gr\u00f6\u00dften ist. 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