{"id":52578,"date":"2026-01-27T10:48:09","date_gmt":"2026-01-27T09:48:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20014-334\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:10","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:10","slug":"20014-334","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20014-334\/","title":{"rendered":"Energiewende, Diskurs und Raum \u0096 Der Einfluss von diskursiver Macht und r\u00e4umlichen Verteilungen auf Transformationen am Beispiel der Energiewende von Holz zur Steinkohle im deutschsprachigen Raum w\u00e4hrend des 18. und 19. Jahrhunderts"},"content":{"rendered":"<p>Der Einfluss von diskursiver Macht und r\u00e4umlichen Verteilungen auf Transformationen<\/p>\n<p>Die Realisierung der heutigen Energiewende von fossilen zu erneuerbaren Energiequellen befindet sich derzeit noch in einer kontrovers diskutierten Aushandlungsphase. Die verschiedenen Akteure und damit auch die wissenschaftlichen Beobachter werden in ihrem Handeln wesentlich durch ihren normativen Standpunkt beeinflusst. Dennoch bedarf es eines besseren Verst\u00e4ndnisses der politischen, institutionellen und kulturellen Bedingungen und Zusammenh\u00e4nge. Insbesondere der Einfluss von r\u00e4umlichen Verteilungen und Pfadabh\u00e4ngigkeiten, sowie Machtkonstellationen und diskursiven Strategien ist unklar. Deshalb wird die kritisch-analytische Retrospektive auf historisch abgelaufene transformative Prozesse zunehmend wissenschaftlich relevant. Entsprechend fordert der WBGU eine (historische) Transformationsforschung, welche darlegt, ob und in wieweit historisches Wissen aus vergleichbaren Prozessanalysen der Vergangenheit gezogen und wegweisend bzw. gewinnbringend f\u00fcr den aktuellen Transformationsprozess genutzt werden kann.<\/p>\n<p>Die Energiewende von regenerativen zu fossilen Energietr\u00e4gern w\u00e4hrend der Industrialisierung in Deutschland stellte eine tiefgreifende sozio-technische Transformation \u00e4hnlich der heutigen Energiewende dar. Eine geschichts-, politik- und umweltwissenschaftliche Analyse dieses abgeschlossenen Transformationsprozesses l\u00e4sst im Gegensatz zur gegenwartsbezogenen Transformationsforschung eine objektivere Betrachtung zu. Deshalb ist das Forschungsziel dieses Dissertationsvorhabens anhand einer historisch-kritischen Diskursanalyse vielf\u00e4ltiger Quellen aufzuzeigen, welchen Einfluss diskursive Macht und r\u00e4umliche Verteilungen von Ressourcen und Infrastrukturen auf die Energiewende von Holz zur Steinkohle zwischen 1770 und 1900 hatten, um dadurch die Transformationsforschung konzeptionell zu erweitern.<\/p>\n<p>Die dabei identifizierten diskursiven und geographischen Einflussfaktoren sind dann daraufhin zu \u00fcberpr\u00fcfen, inwiefern sie der aktuell betriebenen Energiewende in Deutschland eine Rolle spielen k\u00f6nnten. Die konzeptionelle Erweiterung der Transformationsforschung und der dabei entwickelte Analyserahmen bilden den Grundstein f\u00fcr eine Bewertungsmatrix.<\/p>\n<p>Basierend auf dem wissenschaftstheoretischen Rahmen der Transitionsforschung, erweitert durch interdisziplin\u00e4re Konzepte, soll das gesetzte Forschungsziel durch zwei parallele, sich erg\u00e4nzende Vorgehen erreicht werden:<br \/>Einerseits werden historische Quellen bez\u00fcglich der vorhandenen Diskurse und diskursiven Koalitionen recherchiert, erfasst und qualitativ ausgewertet. Zudem werden Aussagen \u00fcber die r\u00e4umliche Verteilung von Ressourcen sowie Infrastrukturen analysiert. Anhand eines Vergleiches von zwei verschiedener R\u00e4ume &#8211; Grafschaft Nassau-Saarbr\u00fccken und F\u00fcrstentum Lippe &#8211; und derer unterschiedlichen Ausstattungen lassen sich deren Einfluss auf Ver\u00e4nderung der Energieversorgungssysteme im Zuge der Industrialisierung nachzeichnen.<\/p>\n<p>Andererseits wird die Transitionsforschung durch theoretische Konzepte erg\u00e4nzt, um hinsichtlich der sozialen und geographischen Einflussfaktoren auf Transitionsprozesse sowohl die Bedeutung von geteilten Visionen und Institutionen zu betonen, als auch die r\u00e4umliche Verteilung von Ressourcen und Infrastrukturen zu ber\u00fccksichtigen. Dieser Analyserahmen soll dann wiederum verwendet werden, um die historische Quellen zielgerichteter auszuw\u00e4hlen und auszuwerten. Die parallele Analyse der historischen Transitionsprozesses und Weiterentwicklung des theoretischen Analyserahmens soll objektivere, reliable und zukunftsweisende Hinweise f\u00fcr aktuelle Transformationen, insbesondere die Energiewende in Deutschland, liefern.<\/p>\n<p>Methodisch werden die Quellen mithilfe der historisch-politischen Analyse und der Argumentative Discourse Analysis (ADA) nach Hajer, welche den Autor, die Adressaten, das Zieles und den Kontext der Quelle genau betrachten, untersucht, ausgewertet und interpretiert.<\/p>\n<p>Im Zuge der diskursanalytischen Auswertung von Sekund\u00e4rquellen zu Industrialisierung und der Mensch-Umwelt-Beziehung im 19. Jahrhundert konnten erste Befunde festgestellt werden, die jedoch nicht verallgemeinerbar sind. Es ist eine diskursive Allianz zwischen staatlichen und wissenschaftlichen Akteuren im Zuge der historischen Energiewende festzustellen. Ebenso spielt der Bergbau eine entscheidende Rolle im Transitionsprozess.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Einfluss von diskursiver Macht und r\u00e4umlichen Verteilungen auf Transformationen Die Realisierung der heutigen Energiewende von fossilen zu erneuerbaren Energiequellen befindet sich derzeit noch in einer kontrovers diskutierten Aushandlungsphase. Die verschiedenen Akteure und damit auch die wissenschaftlichen Beobachter werden in ihrem Handeln wesentlich durch ihren normativen Standpunkt beeinflusst. 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