{"id":52567,"date":"2026-01-27T10:48:07","date_gmt":"2026-01-27T09:48:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20014-345\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:09","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:09","slug":"20014-345","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20014-345\/","title":{"rendered":"Die Politische \u00d6konomie der Biokraftstofff\u00f6rderung: Der Einfluss deutscher Interessengruppen auf nationaler und europ\u00e4ischer Ebene"},"content":{"rendered":"<p>Die Politische \u00d6konomie der Biokraftstofff\u00f6rderung<\/p>\n<p>Seit vielen Jahren werden weite Teile der Biokraftstofff\u00f6rderung von zahlreichen Expertengremien (WGBU, WBA) als ineffizient abgelehnt, vor allem im Hinblick auf die damit verbundenen direkten und indirekten Landnutzungs\u00e4nderungen und die vergleichsweise hohen CO2-Vermeidungskosten. So ist es erstaunlich, dass die F\u00f6rderung der Biokraftstoffe dennoch sowohl auf nationaler als auch auf europ\u00e4ischer Ebene politisch weiterverfolgt und mit klima- und energiepolitischen Zielen begr\u00fcndet wird. Auf dieser Feststellung aufbauend untersucht das Dissertationsprojekt die Interessen- und Akteurslandschaft zur Erkl\u00e4rung der Biokraftstoffpolitik.<\/p>\n<p>Es ist Ziel der Arbeit, eine m\u00f6glichst detaillierte Analyse der politischen Einflussnahme deutscher Interessenvertreter auf die nationale und europ\u00e4ische F\u00f6rderungspolitik von Biokraftstoffen zu entwickeln. Die Vermutung, dass es sich dabei um ein sehr heterogenes Akteursfeld handelt, liegt in den Schnittmengen der Thematik mit verschiedensten Politikbereichen begr\u00fcndet. So umfasst die Biokraftstoffpolitik Aspekte der Umwelt-, Klima-, Agrar-, Energie-, Verkehrs-, Ern\u00e4hrungs-, Industrie- und Forschungspolitik.<\/p>\n<p>Angelehnt an die Vorgehensweise der \u0084Grounded Theory\u0093 nach Strauss und Corbin, soll die Analyse mithilfe eines Methodenmixes erfolgen. Zun\u00e4chst soll eine Diskursanalyse von Printmedien kl\u00e4ren, welche Akteure sich wie stark medial Geh\u00f6r zu verschaffen in der Lage sind und welche Argumente die Debatte dominieren. Dabei soll der Diskurs von seinen Beginnen in den 1990er Jahren bis 2013 analysiert werden, um den Wandel der Akteurskonstellationen sowie deren Argumentation aufzuzeigen und zu bewerten. Nach erfolgter Inhaltsanalyse lassen sich, auf Grundlage des Advocacy-Coalition-Ansatzes, Kategorisierungen sowie Zusammenh\u00e4nge zwischen den Akteuren herstellen. Die aufgestellten Kategorisierungen dienen im zweiten Schritt der Auswahl der Experten, die im Rahmen von leitfadengest\u00fctzten Interviews, nach den angewandten Strategien der Einflussnahme auf den Gesetzgebungsprozess befragt werden sollen. Als Interviewpartner sind sowohl F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten auf der Seite der Lobbyisten vorgesehen (z.B. Verbandsvertreter, Public-Affairs Manager beteiligter Konzerne, Consultants), als auch auf Seite der Adressaten des Lobbyings (z.B. Mitarbeiter der Ministerialb\u00fcrokratie, Parlamentarier).<\/p>\n<p>Das Dissertationsvorhaben stellt eine wichtige Erg\u00e4nzung zu bereits existierenden \u00f6konomischen und klimatologischen Studien \u00fcber Biokraftstoffe dar, deren Handlungsempfehlungen die Legislative auf Bundes- und EU-Ebene zweifelsohne mitbestimmen aber ohne die Einbeziehung der Interessenlandschaft keine umfassende Erkl\u00e4rung f\u00fcr politische Entscheidungen abgeben. Die Analyse des Akteursfelds ist au\u00dferdem eine wichtige Grundlage f\u00fcr die Ausgestaltung einer zuk\u00fcnftigen Reform der Biokraftstoffpolitik, die nicht nur aus fachlicher Sicht zielf\u00fchrend, sondern auch umsetzbar ist. <br \/>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Politische \u00d6konomie der Biokraftstofff\u00f6rderung Seit vielen Jahren werden weite Teile der Biokraftstofff\u00f6rderung von zahlreichen Expertengremien (WGBU, WBA) als ineffizient abgelehnt, vor allem im Hinblick auf die damit verbundenen direkten und indirekten Landnutzungs\u00e4nderungen und die vergleichsweise hohen CO2-Vermeidungskosten. 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