{"id":52537,"date":"2026-02-28T10:46:28","date_gmt":"2026-02-28T09:46:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20015-377\/"},"modified":"2026-02-28T10:46:28","modified_gmt":"2026-02-28T09:46:28","slug":"20015-377","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20015-377\/","title":{"rendered":"\u00dcberleben in fragmentierten Landschaften: Auswirkungen des Landnutzungs- und Klimawandels auf die Biodiversit\u00e4t des montanen Magergraslands"},"content":{"rendered":"<p>Montanes Magergrasland im Wandel<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der R\u00fcckgang der Biodiversit\u00e4t ist weltweit eines der gravierendsten Probleme unserer Zeit. Als Hauptursache f\u00fcr den Verlust der Artenvielfalt gilt der Landnutzungswandel. Seit Ende des letzten Jahrtausends steht zudem zunehmend die Bedeutung des Klimawandels f\u00fcr den R\u00fcckgang der Artenvielfalt im wissenschaftlichen Fokus.<br \/>Grasland ist einer der dominanten Lebensraumtypen innerhalb Europas und nimmt fast ein Viertel der Landoberfl\u00e4che der EU25-Staaten ein. Insbesondere mageres Grasland zeichnet sich durch einen hohen Artenreichtum aus und hat deshalb eine herausragende Bedeutung f\u00fcr den europ\u00e4ischen Artenschutz. Das Gros des mitteleurop\u00e4ischen Magergraslands ist heutzutage auf die Mittelgebirge beschr\u00e4nkt, hier aber vor allem durch die Aufgabe der Bewirtschaftung gef\u00e4hrdet. Aufgrund erheblicher Fl\u00e4chenverluste weisen diese Graslandhabitate heute h\u00e4ufig einen hohen Fragmentierungsgrad auf. Der rezente Klimawandel stellt eine weitere Bedrohung dar, da montane Lebensr\u00e4ume besonders sensibel auf Klimaver\u00e4nderungen reagieren. Jedoch liegen f\u00fcr Mitteleuropa bis heute nur wenige Studien vor, die die Auswirkungen des Landnutzungs- und Klimawandels auf verschiedene Indikatorgruppen betrachten.<br \/>Im Rahmen dieses Promotionsvorhabens sollen daher erstmals umfassende Analysen zu den Auswirkungen des Landnutzungs- und Klimawandels auf die Lebensgemeinschaften des montanen Magergraslands durchgef\u00fchrt werden. Dazu werden in einem repr\u00e4sentativen Ausschnitt eines mitteleurop\u00e4ischen Mittelgebirges verschiedene Habitattypen des montanen Magergraslands untersucht.<br \/>Die Studie zeichnet sich durch einen breiten bioz\u00f6notischen Ansatz aus, der die Erfassung der Flora (H\u00f6here Pflanzen) sowie der Heuschrecken und Tagfalter umfasst. Alle drei taxonomischen Gruppen gelten als exzellente Bioindikatoren f\u00fcr \u00c4nderungen der Umweltbedingungen auf Habitat- und Landschaftsebene. Jedoch reagieren nicht alle Taxa gleich schnell auf ver\u00e4nderte Umweltbedingungen. Zudem ist h\u00e4ufig unklar, ob die Ver\u00e4nderungen im Arteninventar durch den Landnutzungswandel oder durch den Klimawandel hervorgerufen werden. Die Erfassung der Indikatorgruppen und Umweltparameter erfolgt mittels standardisierter Methoden. F\u00fcr die Heuschrecken und Tagfalter liegen zudem aus dem Untersuchungsgebiet Referenzdaten zum Arteninventar und zur Habitatqualit\u00e4t aus dem Jahr 1994 vor.<br \/>Anhand der Daten soll erstmalig detailliert untersucht werden, wie sich die Heuschrecken- und Tagfalterz\u00f6nosen des montanen Magergraslands unter dem Einfluss des Landnutzungs- und Klimawandels in den letzten 20 Jahren ver\u00e4ndert haben. Zudem wird die Bedeutung von Habitatqualit\u00e4t, Fl\u00e4chengr\u00f6\u00dfe und funktioneller Konnektivit\u00e4t f\u00fcr das aktuelle Vorkommen von Phyto- und Zooz\u00f6nosen (Heuschrecken und Tagfalter) umfassend analysiert. Die Bedeutung der historischen und aktuellen Landschaftsstruktur f\u00fcr das aktuelle Vorkommen von Phyto- und Zooz\u00f6nosen (Heuschrecken und Tagfalter) wird ebenfalls ermittelt (Aussterbeschuld \u2013 <em>extinction debt<\/em>). Der Einfluss der aufgenommenen Umweltparameter auf die Artenvielfalt der einzelnen taxonomischen Gruppen soll insbesondere durch Generalisierte lineare Modelle (GLM) und Nicht-metrische multidimensionale Skalierungen (NMDS) analysiert werden. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse sollten Empfehlungen f\u00fcr das nachhaltige Management von montanem Magergrasland auf der Habitat- und Landschaftsebene in Zeiten des globalen Wandels abgeleitet werden. Die Dissertation wird als kumulative Arbeit angefertigt, indem Publikationen in internationalen Fachzeitschriften ver\u00f6ffentlicht werden.<br \/>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montanes Magergrasland im Wandel Der R\u00fcckgang der Biodiversit\u00e4t ist weltweit eines der gravierendsten Probleme unserer Zeit. Als Hauptursache f\u00fcr den Verlust der Artenvielfalt gilt der Landnutzungswandel. 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