{"id":52536,"date":"2026-10-23T12:48:57","date_gmt":"2026-10-23T10:48:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20015-378\/"},"modified":"2026-10-23T12:49:00","modified_gmt":"2026-10-23T10:49:00","slug":"20015-378","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20015-378\/","title":{"rendered":"Die r\u00c3\u00a4umliche Verteilung von Mikroplastik im Oberfl\u00c3\u00a4chenwasser und Sedimenten der S\u00c3\u00bcdlichen Nordsee"},"content":{"rendered":"<p>Die r\u00e4umliche Verteilung von Mikroplastik in der s\u00fcdlichen Nordsee<\/p>\n<p>In den letzten 40 Jahren hat mit dem Anstieg der weltweiten Plastikproduktion auch die Menge an Plastikm\u00c3\u00bcll in den Meeren zugenommen. In den letzten Jahren ist auch die Aufmerksamkeit f\u00c3\u00bcr das Thema Mikroplastik gewachsen, auch da durch den Zerfall von Plastik mit immer mehr immer kleineren Plastikpartikeln in der Meeresumwelt zu rechnen ist. Trotzdem gibt es immer noch einen beachtlichen Mangel an Daten bez\u00c3\u00bcglich der Abundanz, der Verteilung und dem Verbleib dieser Mikroplastikpartikel in den verschiedenen Kompartimenten der Meere. Doch gerade diese grundlegenden Daten sind von Bedeutung, um eine Basis f\u00c3\u00bcr ein zuk\u00c3\u00bcnftiges Monitoring, wie es im Rahmen der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie gefordert wird, zu schaffen und um die Auswirkungen des Mikroplastiks auf die \u00c3\u2013kosysteme der Meere bestimmen zu k\u00c3\u00b6nnen. Ein Hauptgrund f\u00c3\u00bcr den Mangel an vergleichbaren Daten liegt darin, dass es nahezu keine standardisierten Methoden gibt, die eine verl\u00c3\u00a4ssliche Erhebung der Mengen und Identifizierung der Mikroplastikpartikel in Umweltproben erm\u00c3\u00b6glichen. Ein hierf\u00c3\u00bcr erst k\u00c3\u00bcrzlich entwickelter und \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178erst vielversprechender methodischer Ansatz, der in einigen Masterarbeiten erprobt wurde, soll nun im Rahmen dieses Projektes genutzt werden. Auf diese Weise k\u00c3\u00b6nnen die Fragen nach der Menge an Mikroplastikpartikel in der Deutschen Bucht, geeigneten Standorten f\u00c3\u00bcr ein zuk\u00c3\u00bcnftiges Monitoring, Mikroplastikabundanzen in Relation zur K\u00c3\u00bcstenn\u00c3\u00a4he und die Verbindungen zwischen den einzelnen marinen Kompartimenten angegangen werden.<br \/>Modellierte hydrographische Fronten sollen dabei ber\u00c3\u00bccksichtigt werden, um potenzielle \u00e2\u20ac\u017ehot spots\u00e2\u20ac\u0153 f\u00c3\u00bcr Mikroplastikvorkommen in Regionen von Flusseintr\u00c3\u00a4gen und hydrodynamischen Akkumulationen zu untersuchen, indem dort Proben sowohl aus dem Sediment als auch aus dem Oberfl\u00c3\u00a4chenwasser genommen werden.<br \/>Das darauffolgende methodische Verfahren besteht aus einer Extraktion der Mikroplastikpartikel aus der Umweltprobe und einer anschlie\u00c3\u0178enden Aufreinigung der Proben mittels enzymatischen Verdaus. Gro\u00c3\u0178e Mikroplastikpartikel (0,5 \u00e2\u20ac\u201c 5 mm) werden per Hand aussortiert und spektroskopisch analysiert mithilfe von ATR (Attenuated Total-Reflectance) FTIR. Die kleinen Mikroplastikpartikel (< 500 \u00c2\u00b5m) einer Probe werden dann auf einen Messfilter konzentriert und dieser wird mittels FPA-basierter microFTIR (Fourier-Transformations-Infrarot-) Spektroskopie analysiert. Dieses Verfahren erm\u00c3\u00b6glicht eine zuverl\u00c3\u00a4ssige und eindeutige Erfassung und Identifizierung von Mikroplastik aufgrund der f\u00c3\u00bcr die jeweiligen Polymere spezifischen Absorptionsspektren. Mit dieser Methodik konnten in allen analysierten Sediment- und Oberfl\u00c3\u00a4chenwasserproben Mikroplastikpartikel detektiert werden. Insgesamt wurden in Sedimentproben 21 verschiedene Polymertypen identifiziert und in Oberfl\u00c3\u00a4chenwasserproben 19, wobei in beiden Kompartimenten Polyethylene (PE), Polypropylene (PP) und Poylethylenterephthalat (PET) zu den h\u00c3\u00a4ufigsten Polymeren z\u00c3\u00a4hlen. Bei genauerem Blick auf die Gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178enverteilung der Polymere f\u00c3\u00a4llt auf, dass in den Oberfl\u00c3\u00a4chenwasserproben 94% der Mikroplastikpartikel zwischen 11 und 500 \u00c2\u00b5m gro\u00c3\u0178 waren und es in den Sedimentproben sogar 99,6% waren. Es ist ein klarer Trend zu sehen, dass mit abnehmender Gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e der Mikroplastikpartikel, sowohl die Anzahl der Partikel als auch die Diversit\u00c3\u00a4t der Polymerzusammensetzung steigt.<br \/>Die Daten werden weiter ausgewertet, um erstmalig ein Gesamtbild der Mikroplastikverteilung und -zusammensetzung in potenziellen Akkumulationsgebieten der S\u00c3\u00bcdlichen Nordsee zu erhalten.<br \/>\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die r\u00e4umliche Verteilung von Mikroplastik in der s\u00fcdlichen Nordsee In den letzten 40 Jahren hat mit dem Anstieg der weltweiten Plastikproduktion auch die Menge an Plastikm\u00c3\u00bcll in den Meeren zugenommen. 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