{"id":52521,"date":"2026-02-28T10:46:27","date_gmt":"2026-02-28T09:46:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20015-393\/"},"modified":"2026-02-28T10:46:28","modified_gmt":"2026-02-28T09:46:28","slug":"20015-393","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20015-393\/","title":{"rendered":"MOVE \u2013 Das Migrationsverhalten von Zugv\u00f6geln in Abh\u00e4ngigkeit von Siedlungsmustern und -strukturen"},"content":{"rendered":"<p>MOVE<\/p>\n<p style=\"text-align:left;\">Im Jahr 2007 lebte erstmalig in der Menschheitsgeschichte ein gr\u00f6\u00dferer Anteil der globalen Bev\u00f6lkerung in St\u00e4dten als auf dem Land. Prognosen rechnen zudem mit einem weiteren kontinuierlichen Anstieg der Weltbev\u00f6lkerung, welcher haupts\u00e4chlich von urbanen R\u00e4umen getragen wird. Das Bev\u00f6lkerungswachstum sowie steigende Lebensstandards f\u00fchren dabei zu einer immer weiter fortschreitenden  Expansion und Verdichtung von Siedlungsr\u00e4umen. Diese Entwicklung kann eine Bedrohung f\u00fcr die Fauna darstellen, da wichtige Habitate innerhalb der Siedlungsr\u00e4ume verloren gehen und angrenzende Naturr\u00e4ume eine zunehmende anthropogene \u00dcberformung erfahren. Der Wei\u00dfstorch (Ciconia ciconia) ist einer der bekanntesten europ\u00e4ischen Zugvogelarten welcher als Kulturfolger in enger Gemeinschaft mit dem Menschen lebt. Es ist bekannt, dass die Art Siedlungsstrukturen nutzt, z.B. als Brutst\u00e4tte, jedoch sind die detaillierten Zusammenh\u00e4nge zwischen Siedlungsmorphologie sowie Bewegungs- und Verhaltensmustern der V\u00f6gel noch weitgehend unbekannt. Durch die zunehmende Transformation und Expansion von Siedlungsr\u00e4umen ist es jedoch unbedingt notwendig zu untersuchen, ob bestimmte Siedlungsmuster und -strukturen sowie deren Ver\u00e4nderungen Brut, Rast, Nahrungssuche oder Wanderungsbewegungen beeinflussen, um die ohnehin schon als bedroht eingestufte Art zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align:left;\">Das \u00fcbergeordnete Ziel des Dissertationsvorhabens ist es deshalb zu erforschen, ob und wenn ja, in welchem Ausma\u00df bestimmte Siedlungsmuster und -strukturen sowie deren Ver\u00e4nderungen die Bewegungs- und Verhaltensmuster der Wei\u00dfst\u00f6rche, positiv oder negativ, beeinflussen.<\/p>\n<p style=\"text-align:left;\">Durch die Kombination von Methoden aus dem Bereich der \u201eUrbanen Fernerkundung\u201c und der \u201eMovement Ecology\u201c soll im Rahmen der Dissertation ein Datenmodell aufgebaut werden, das es erm\u00f6glicht diese Zusammenh\u00e4nge systematisch zu untersuchen. Bereits etablierte Methoden der Fernerkundung zur Klassifikation von Siedlungsr\u00e4umen sollen angewendet und weiterentwickelt werden (z.B. f\u00fcr neue Sensoren wie Sentinel-2), so dass gro\u00dfr\u00e4umig und fl\u00e4chendeckend Informationen zur horizontalen und vertikalen Siedlungsstruktur von der kontinentalen \u00fcber die regionale bis hin zur lokalen Ebene multitemporal abgeleitet werden k\u00f6nnen. Erg\u00e4nzend sollen Parameter wie beispielsweise der Gr\u00fcnfl\u00e4chenanteil und regionale Aufwinde ermittelt werden, um auch weitere wichtige Umweltfaktoren in die Untersuchung zu integrieren. Durch die Anwendung von Methoden aus dem Bereich der \u201eMovement Ecology\u201c sollen mit Hilfe von GPS-Sensoren gesammelten Bewegungsdaten von Wei\u00dfst\u00f6rchen, Informationen \u00fcber r\u00e4umliche und zeitliche Bewegungs- und Verhaltensmuster (Brut, Rast, Nahrungsaufnahme und Migration) der Zugv\u00f6gel gewonnen werden. Im Hauptteil der Dissertation werden die generierten Informationen aus Erdbeobachtungs- und Bewegungsdaten zur Entwicklung neuartiger Tier-Umwelt-Analysen und Verbreitungsmodelle herangezogen, um Zusammenh\u00e4nge zwischen Siedlungsmustern\/-strukturen und den Bewegungs-\/Verhaltensmustern der Wei\u00dfst\u00f6rche systematisch zu identifizieren. Zudem sollen, unter Zuhilfenahme der multitemporalen Erdbeobachtungsdaten sowie der identifizierten Korrelationen, Vorhersagen zur Raumnutzung der V\u00f6gel durchgef\u00fchrt werden. Basierend darauf sollen abschlie\u00dfend \u00c4nderungen der Bewegungs- und Verhaltensmuster identifiziert und auf Korrelationen zu ver\u00e4nderten Siedlungsstrukturen\/-mustern untersucht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align:left;\">Dieser multiskalige und verschiedene Fachdisziplinen \u00fcbergreifende Ansatz erlaubt erstmalig die Untersuchung des Einflusses der Siedlungsmorphologie (horizontal und vertikal) auf Bewegungs- und Verhaltensmuster einer Zugvogelart.<\/p>\n<p style=\"text-align:left;\">Die Erkenntnisse, die im Rahmen des Dissertationsvorhabens gewonnen werden sollen Planern und Umweltschutzverb\u00e4nden helfen, geeignete Ma\u00dfnahmen zu erarbeiten, damit Siedlungsr\u00e4ume auch langfristig als Lebensraum f\u00fcr den Wei\u00dfstorch erhalten bleiben. Zudem soll mit der entwickelten Methodik eine Grundlage f\u00fcr die Untersuchungen weiterer Tierarten geschaffen werden, um potentielle Zusammenh\u00e4nge zwischen Fauna und Siedlungsmorphologie zuk\u00fcnftig besser verstehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MOVE Im Jahr 2007 lebte erstmalig in der Menschheitsgeschichte ein gr\u00f6\u00dferer Anteil der globalen Bev\u00f6lkerung in St\u00e4dten als auf dem Land. Prognosen rechnen zudem mit einem weiteren kontinuierlichen Anstieg der Weltbev\u00f6lkerung, welcher haupts\u00e4chlich von urbanen R\u00e4umen getragen wird. Das Bev\u00f6lkerungswachstum sowie steigende Lebensstandards f\u00fchren dabei zu einer immer weiter fortschreitenden Expansion und Verdichtung von Siedlungsr\u00e4umen. 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