{"id":52516,"date":"2026-01-27T10:48:03","date_gmt":"2026-01-27T09:48:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20015-398\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:04","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:04","slug":"20015-398","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20015-398\/","title":{"rendered":"Evaluation der Effekte waldbaulicher Ma\u00dfnahmen und des Klimawandels auf die Wachstumsvariabilit\u00e4t: Simulation des Waldwachstums von ausgew\u00e4hlten Tropenw\u00e4ldern"},"content":{"rendered":"<p>Evaluation der Effekte waldbaulicher Ma\u00dfnahmen und des Klimawandels in Tropenw\u00e4ldern<\/p>\n<p>Die Verbrennung fossiler Energietr\u00e4ger sowie die Degradierung und Abholzung gro\u00dfer Waldfl\u00e4chen f\u00fchrt aufgrund zus\u00e4tzlicher Freisetzung von Kohlenstoffdioxid (CO2) zu einem Treibhauseffekt. Dieser hat globale Klimaver\u00e4nderungen zur Folge. Intakte Wald\u00f6kosysteme binden in ihrer lebenden Biomasse gro\u00dfe Mengen Kohlenstoff und wirken dadurch stabilisierend auf das globale Klima. Vor allem hochdiverse Tropenw\u00e4lder spielen im globalen CO2-Haushalt eine wichtige Rolle, da deren lebender Biomasseanteil etwa die H\u00e4lfte der gesamten lebenden Biomasse der Erde ausmacht. In diesem Kontext sind aktuelle Problemfelder: (I.) ein unvollst\u00e4ndiges Verst\u00e4ndnis der Effekte komplexer, dynamischer Wechselwirkungen verschiedener Umweltfaktoren auf das Waldwachstum von tropischen Wald\u00f6kosystemen und (II.) unangepasste wirtschaftliche Nutzungsstrategien verschiedener Stakeholder der nat\u00fcrlichen Ressource Holz. Auf deutscher und internationaler Ebene wird anhand spezieller Ma\u00dfnahmen-Programme versucht, diesen Problemfeldern entgegen zu wirken. Prominente Beispiele sind REDD+ und FSC, die durch leistungsbasierte Zahlungen und Zertifizierungen nachhaltig produzierter Waldprodukte Anreize schaffen, um in tropischen Entwicklungsl\u00e4ndern einen Waldumbau zu initialisieren und Waldbest\u00e4nde nachhaltig zu bewirtschaften. Offen bleibt bisher die Frage, inwiefern diese Ziele erreicht werden. F\u00fcr eine kosten-effektive Umsetzung dieser Programme besteht deshalb ein gro\u00dfer Bedarf an Methodik zur Absch\u00e4tzung der Effekte der Holznutzung und des Klimawandels auf die Dynamik des Waldwachstums in Tropenw\u00e4ldern.<br \/>Ziel des Promotionsvorhabens ist es, L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr diese Problemfelder zu entwickeln und ein anwendungsbezogenes Werkzeug zur Priorisierung waldbaulicher Managementoptionen im Sinne von REDD+ und FSC zu pr\u00e4sentieren. Mithilfe der prozessorientierten, individuenbasierten Waldmodellierung ist es m\u00f6glich, die Einflussnahme unterschiedlicher waldbaulicher Ma\u00dfnahmen und des Klimawandels durch die Simulation des Waldwachstums zu evaluieren. Herausforderungen bestehen zum einen darin, regionale Verteilungen der Biomasse, CO2-Bilanzen und Abholzungsraten tropischer W\u00e4lder abzusch\u00e4tzen, um auf CO2-Emissionen schlie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Zum anderen werden langfristige Effekte verschiedener Managementstrategien der Tropenw\u00e4lder bewertet, um steuernd einzugreifen, sofern waldbauliche Ma\u00dfnahmen einen unerw\u00fcnschten Verlauf nehmen. Zun\u00e4chst wird das bereits bestehende Waldmodell FORMIND &#8211; inklusive Klimamodul &#8211; f\u00fcr drei verschiedene Standorte Afrikas und S\u00fcdamerikas parametrisiert und mit Inventurdaten validiert. Innovativer Kern des Vorhabens ist es, ein Managementmodul f\u00fcr das Waldmodell FORMIND zu entwickeln und so ein Simulationsmodell zu erstellen, das verschiedene Forstmanagementstrategien bez\u00fcglich ihrer Effektivit\u00e4t bewertet. Zudem soll eine neue benutzerfreundliche Software als modellbasierte Entscheidungsst\u00fctzung zur Umsetzung von FSC-Richtlinien entstehen. Seit 20 Jahren werden die komplexen Interaktionen verschiedener \u00f6kologischer Prozesse in temperierten und tropischen W\u00e4ldern erfolgreich mit dem Waldmodell FORMIND untersucht. In diesem Vorhaben erm\u00f6glicht es einerseits eine realit\u00e4tsnahe Abbildung der Reaktion des Baumwachstums auf Effekte der Holznutzung und des Klimawandels. Andererseits erm\u00f6glicht es eine Durchf\u00fchrung gezielter, kontrollierbarer Simulationsexperimente \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume in Szenarien. Dies wird genutzt, um in Rangfolgen die Wirksamkeit der Managementstrategien, auch bez\u00fcglich deren Robustheit gegen\u00fcber Parameterunsicherheiten im Modell, zu analysieren. Die Bewertung erfolgt mithilfe von Indikatoren: Biomasse, CO2-Bilanz und Ernteertrag. Als Ergebnis des Promotionsvorhabens werden aus den Simulationsexperimenten Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen abgeleitet sowie die programmierten Algorithmen des Managementmoduls aus der Erweiterung FORMINDs zu einer benutzerfreundlichen Software aufbereitet. Diese Software, die Parametrisierungen der Managementstrategien sowie die parametrisierten Waldmodelle sollen quelloffen publiziert werden.<br \/>Das Promotionsvorhaben ist als disziplin\u00fcbergreifendes Projekt angelegt. Daher wurden Anstrengungen unternommen, renommierte Experten aus Bereichen der \u00d6kosystemmodellierung, Physischen Geographie, Tropenwald\u00f6kologie und des Forstmanagements in das Projekt einzubinden. Dies gilt ebenso f\u00fcr Projektpartner des FSC, die auf deutscher und internationaler Ebene in die Thematik nachhaltigen Waldbaus involviert sind. Diese zeigen gro\u00dfes Interesse an dem beabsichtigten Management-Tool und unterst\u00fctzen gerne die Identifizierung anwendungsbezogener Anforderungen zur Umsetzung in einem Softwaretool.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Evaluation der Effekte waldbaulicher Ma\u00dfnahmen und des Klimawandels in Tropenw\u00e4ldern Die Verbrennung fossiler Energietr\u00e4ger sowie die Degradierung und Abholzung gro\u00dfer Waldfl\u00e4chen f\u00fchrt aufgrund zus\u00e4tzlicher Freisetzung von Kohlenstoffdioxid (CO2) zu einem Treibhauseffekt. Dieser hat globale Klimaver\u00e4nderungen zur Folge. Intakte Wald\u00f6kosysteme binden in ihrer lebenden Biomasse gro\u00dfe Mengen Kohlenstoff und wirken dadurch stabilisierend auf das globale Klima. 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