{"id":52493,"date":"2026-01-27T10:48:01","date_gmt":"2026-01-27T09:48:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20016-422\/"},"modified":"2026-01-27T10:48:01","modified_gmt":"2026-01-27T09:48:01","slug":"20016-422","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20016-422\/","title":{"rendered":"Mikroplastikpartikel als anthropogener Stressor: Untersuchungen zu m\u00f6glichen negativen Auswirkungen auf die Miesmuschel Mytilus edulis"},"content":{"rendered":"<p>Auswirkungen von Mikroplastikpartikel auf die Miesmuschel Mytilus edulis<\/p>\n<p>Seit Beginn der Massenproduktion von Plastik vor 70 Jahren steigt die weltweite Produktion und der Verbrauch kontinuierlich an, dementsprechend macht Plastik mittlerweile bis zu 10% des weltweit anfallenden Abfalls aus. Dieser gelangt oft unkontrolliert bis ins Meer, ohne das bisher viel \u00fcber die Auswirkungen von Plastik auf die Umwelt bekannt ist. Durch chemische, physikalische und biologische Prozesse wird das Plastik in sogenanntes Mikroplastik (g\u00e4ngigste Definition: Partikel <5mm) fragmentiert. Diesem sogenannten sekund\u00e4rem Mikroplastik steht das prim\u00e4re Mikroplastik gegen\u00fcber, dass meist aus Schleifmitteln der Industrie und Kosmetika stammt. Obwohl \u00fcber die Abundanz von Mikroplastik bisher wenig bekannt ist, befindet sich wahrscheinlich ein Gro\u00dfteil in den Sedimenten und kann aufgrund seiner Gr\u00f6\u00dfe von Filtrierern und Sedimentfressern aufgenommen werden. Es gibt Belege daf\u00fcr, dass die Partikel mit der Nahrung aufgenommen werden, das Wissen \u00fcber die Effekte von Mikroplastik auf diese Wirbellose ist jedoch sehr gering. Experimentelle Ans\u00e4tze zur Erforschung m\u00f6glicher Effekte \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume und bei realistischen Konzentrationen gibt es bisher wenige. Daher sollen in dieser Arbeit die Effekte von Mikroplastik auf die Miesmuschel <em>Mytilus edulis<\/em> in Partikel Konzentrationen, wie sie in der Kieler F\u00f6rde vorkommen, in einer Langzeitstudie identifiziert werden.<\/p>\n<p>Es sollen zwei Hauptfragestellungen untersucht werden:1. Ab welcher Partikeldichte hat Mikroplastik negative Auswirkungen auf die Miesmuschel <em>Mytilus edulis<\/em>?2. Ab welcher Expositionszeit hat Mikroplastik negative Auswirkungen auf die Miesmuschel <em>Mytilus edulis<\/em>?Um diese Fragestellungen zu beantworten wird zun\u00e4chst ein Monitoring von Mikroplastik in der Wassers\u00e4ule der Kieler F\u00f6rde im f\u00fcr Muscheln aufnehmbaren Gr\u00f6\u00dfenbereich (<500\u00b5m) durchgef\u00fchrt. Die dabei aufgefundenen Partikeldichten setzen die niedrigste Konzentration f\u00fcr ein im Labor durchgef\u00fchrtes Expositionsexperiment fest. Dabei sollen in einer maximal 12 monatigen Studie Miesmuscheln 5 verschiedenen PVC Partikeldichten ausgesetzt werden. Alle 6 Wochen werden Antwortvariablen gemessen, die die physiologische Fitness der Muscheln wiederspiegeln. Gemessen werden zum Beispiel Wachstum (\u2206 Schalenl\u00e4nge), die Filtrationsleistung und die Produktion von Pseudofaeces und von Byssusf\u00e4den. Alle 4 Monate werden destruktive Parameter wie der body condition index (Verh\u00e4ltnis Weichk\u00f6rper zur Schale) gemessen.<\/p>\n<p>Durch Verwendung umweltrealistischer Konzentrationen sowie Plastikpartikeln, die mit denen vergleichbar sind, die bei Monitoring Studien haupts\u00e4chlich aufgefunden werden, soll eine \u00f6kologisch relevante Einsch\u00e4tzung des Gefahrenpotentials von Mikroplastik f\u00fcr Muscheln erreicht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auswirkungen von Mikroplastikpartikel auf die Miesmuschel Mytilus edulis Seit Beginn der Massenproduktion von Plastik vor 70 Jahren steigt die weltweite Produktion und der Verbrauch kontinuierlich an, dementsprechend macht Plastik mittlerweile bis zu 10% des weltweit anfallenden Abfalls aus. 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