{"id":52487,"date":"2026-10-23T12:48:51","date_gmt":"2026-10-23T10:48:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20016-428\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:52","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:52","slug":"20016-428","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20016-428\/","title":{"rendered":"Entwicklung biogener, innovativer Schmelzklebstoffe auf Basis von Birkenrinde mit ma\u00c3\u0178geschneiderten Eigenschaften \u00c3\u00bcber gezielte Modifikation von Birkenpech mit Betulin-Polymerisaten"},"content":{"rendered":"<p>Arch\u00e4oinspirierte Materialsynthese &#8211; Renaissance eines antiken Klebstoffs auf Basis von Birkenpech<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span>Birkenrinde ist ein in der Holz- und Forstindustrie in gro\u00c3\u0178en Mengen anfallender Rest- bzw. Abfallstoff, der bisher fast ausschlie\u00c3\u0178lich thermisch verwertet wird. <\/span><span style=\"line-height:115%;\"><span>Besonders in Skandinavien, in Russland und im Baltikum, wo die Birke als Nutzholz in der Furnier- und Sperrholzplattenindustrie verwendet wird, ist das Rohstoffpotenzial an Rindenmaterial enorm hoch. Als Beispiel sei hier das russiche Unternehmen Sveza genannt, mit 1 260 000 m\u00c2\u00b3 Birkensperrholz pro Jahr Weltmarktf\u00c3\u00bchrer in der Birkensperrholz \u00e2\u20ac\u201c Produktion. <\/span><\/span> <span style=\"line-height:115%;\"><span>Der Massenanteil der Rinde bei Birkenst\u00c3\u00a4mmen betr\u00c3\u00a4gt dabei ca. 12,5 %, wobei 2 \u00e2\u20ac\u201c 3,4 % auf die \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178ere Birkenrinde entfallen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:115%;\"><span>Arch\u00c3\u00a4ologische Funde und Untersuchungen best\u00c3\u00a4tigten, dass die Menschen der Steinzeit \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178ere Birkenrinde nicht nur als Brennstoff verwendeten, sondern als einzigen Rohstoff zur Gewinnung eines multifunktionalen Werk- und Klebstoffs, der vielf\u00c3\u00a4ltig verwendet werden konnte. Heutzutage kann Birkenpech allerdings weder wirtschaftlich hergestellt werden, noch sind klebetechnische Eigenschaften oder grundlegende Kenntnisse \u00c3\u00bcber die Struktur dieses fr\u00c3\u00bchgeschichtlichen Werkstoffs bekannt. Ziel der Promotionsarbeit ist daher die <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:115%;\"><span>Entwicklung von arch\u00c3\u00a4oinspirierten, innovativen Materiall\u00c3\u00b6sungen auf Basis nachwachsender Rohstoffe f\u00c3\u00bcr die Klebstoffindustrie, wobei dieser Ansatz vor allem im Bezug auf das Thema der Ressourceneffizienz besondere Umweltrelevanz bietet. \u00c3\u0153ber geeignete Pyrolyseprozesse mit optimierten Bedingungen und bei m\u00c3\u00b6glichst niedrigen Temperaturen sollten dabei konkurrenzf\u00c3\u00a4hige und leistungsstarke Tackifier oder Klebstoffe reproduzierbar und mit hohen Ausbeuten auf nachhaltige Art und Weise hergestellt werden. Die analytische Untersuchung und das Ableiten von Struktur \u00e2\u20ac\u201c Eigenschaftsbeziehugen ist dabei f\u00c3\u00bcr einen Vergleich mit konventionellen Kleb- und Kleberohstoffen vonn gro\u00c3\u0178er Bedeutung.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:115%;\"><span>Im weiteren Verlauf der Promotionsarbeit sollten dann die synthetisierten Birkenpeche modifiziert werden, um das Eigenschaftsspektrum zu erweitern und leistungsstarke Klebstoffe f\u00c3\u00bcr unterschiedliche Anforderungsprofile zu generieren. Nach eingehender chemischer Analytik stehen dazu zwei Methoden im Fokus: Zum einen die physikalische Schmelzcompoundierung mit Polymeren (Anwendung als Tackifier), zum anderen die direkte chemische Modifikation mit dem Ziel h\u00c3\u00b6hermolekulare Produkte mit verbesserten koh\u00c3\u00a4siven Eigenschaften zu generieren.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arch\u00e4oinspirierte Materialsynthese &#8211; Renaissance eines antiken Klebstoffs auf Basis von Birkenpech Birkenrinde ist ein in der Holz- und Forstindustrie in gro\u00c3\u0178en Mengen anfallender Rest- bzw. Abfallstoff, der bisher fast ausschlie\u00c3\u0178lich thermisch verwertet wird. 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