{"id":52481,"date":"2026-10-23T12:48:51","date_gmt":"2026-10-23T10:48:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20016-434\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:51","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:51","slug":"20016-434","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20016-434\/","title":{"rendered":"Limnologische Untersuchungen an Bergseen der n\u00c3\u00b6rdlichen Kalkalpen und Entwicklung eines diatomeenbasierten Modells zur Rekonstruktion der Auswirkungen von Umweltver\u00c3\u00a4nderungen auf nordalpine Bergseen in verschiedenen H\u00c3\u00b6henlagen"},"content":{"rendered":"<p>Entwicklung von Diatomeen-Transferfunktionen f\u00fcr Bergseen der n\u00f6rdlichen Kalkalpen<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\">Bergseen sind charakteristische Landschaftselemente des deutschen Alpenraumes. Direkte anthropogene Einfl\u00c3\u00bcsse treten nur vereinzelt auf und beschr\u00c3\u00a4nken sich im wesentlich auf Almwirtschaft, Bergwanderer und in seltenen F\u00c3\u00a4llen Fischbesatz. Da die Seen aufgrund des extremen Klimas (lange Eisbedeckung, hohe UV-Strahlung, niedrige Wassertemperaturen) teilweise hochspezialisierte Arten aufweisen, reagieren sie auf \u00c3\u201enderungen des Klimas besonders sensibel.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\">In den Alpenl\u00c3\u00a4ndern beschr\u00c3\u00a4nkte sich die Klimafolgenforschung bei diesen \u00c3\u2013kosystemen auf Hochgebirgsseen \u00c3\u2013sterreichs, Italiens und der Schweiz. Hierbei wurden im Zuge der EU-Projekte MOLAR und EMERGE Seen in H\u00c3\u00b6henlagen \u00c3\u00bcber 2000 m erforscht. Die meist tiefer gelegenen Bergseen der n\u00c3\u00b6rdlichen Kalkalpen, die sich in H\u00c3\u00b6henlagen von ca. 700 m bis 2400 m befinden, wurden in dieser Hinsicht noch nicht untersuch. Weil in den Alpen Klimaver\u00c3\u00a4nderungen, insbesondere \u00c3\u201enderungen des Niederschlagsregimes, regional stark variieren, ist eine Untersuchung dieser Seen notwendig, um die Auswirkungen des globalen Klimawandels auf diese \u00c3\u2013kosysteme absch\u00c3\u00a4tzen zu k\u00c3\u00b6nnen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\">F\u00c3\u00bcr den deutschen Alpenraum wird f\u00c3\u00bcr den Zeitraum bis 2100 eine durchschnittliche Temperaturerh\u00c3\u00b6hung von mindestens 2,5 \u00c2\u00b0C im Vergleich zur Periode 1970 bis 2000 vorausgesagt. Es ist hierbei sowohl mit einer Erh\u00c3\u00b6hung der sommerlichen als auch der winterlichen Temperaturen zu rechnen. Au\u00c3\u0178erdem wird ein Anstieg der Jahresniederschlagsmengen von bis zu 100 mm und eine gesteigerte H\u00c3\u00a4ufigkeit von Starkregenereignissen erwartet. Die Folgen sind eine Erh\u00c3\u00b6hung der Schneegrenze und eine k\u00c3\u00bcrzere Periode mit Schneebedeckung. Au\u00c3\u0178erdem ist eine Verlagerung der Vegetationsgrenze nach oben und eine Zunahme der Dichte der Vegetationsbedeckung zu erwarten. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\">Als Konsequenz ist von einer verst\u00c3\u00a4rkten Bodenbildung bei gleichzeitig erh\u00c3\u00b6hter Erosion auszugehen, wodurch sich zus\u00c3\u00a4tzliche Eintr\u00c3\u00a4ge organischen Materials und eine Ver\u00c3\u00a4nderung des Chemismus der Bergseen ergeben. In den Seen selbst wird die k\u00c3\u00bcrzere Eisbedeckung zu einer stabileren thermischen Schichtung im Sommer f\u00c3\u00bchren, und die h\u00c3\u00b6here Wassertemperatur wird die Stoffwechselaktivit\u00c3\u00a4t der Prim\u00c3\u00a4rproduzenten steigern. Daher sind tiefgreifende Ver\u00c3\u00a4nderungen der Seen\u00c3\u00b6kosysteme zu erwarten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\">Im Rahmen eines umfassenden Projektes an der Limnologischen Station Iffeldorf der TU M\u00c3\u00bcnchen werden diese Ver\u00c3\u00a4nderungen erforscht. Mithilfe des von der DBU gef\u00c3\u00b6rderten Promotionsvorhabens werden durch limnologische Untersuchungen von 43 Bergseen der n\u00c3\u00b6rdlichen Kalkalpen die \u00c3\u00b6kologischen Pr\u00c3\u00a4ferenzen der Kieselalgen modelliert. Hierzu werden die rezenten Diatomeengesellschaften (Oberfl\u00c3\u00a4chensediment, Freiwasser, Aufwuchs) beprobt und ausgewertet, sowie die wichtigsten wasserchemischen Parameter ermittelt. Die fertigen Modelle erm\u00c3\u00b6glichen die Ableitung von Umweltbedingungen bei einer gegebenen Diatomeengesellschaft. Im Speziellen wird versucht Modelle zur Rekonstruktion der N\u00c3\u00a4hrstoffsituation und der Wassertemperatur zu erstellen. Damit wird die These, dass sich die organischen Eintr\u00c3\u00a4ge in die Seen klimabedingt ver\u00c3\u00a4ndert haben getestet. Dazu werden in Zusammenarbeit mit anderen Doktoranden Rekonstruktionen von mehreren Sedimentkernen aus verschiedenen H\u00c3\u00b6henstufen erstellt. Um eine genaue Interpretation der Ergebnisse zu gew\u00c3\u00a4hrleisten, werden zus\u00c3\u00a4tzlich die Datierung der Sedimentkerne und die Analyse stabiler Isotope sowie verschiedener Pigmente im Rahmen der bereits laufenden Dissertationen durchgef\u00c3\u00bchrt.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entwicklung von Diatomeen-Transferfunktionen f\u00fcr Bergseen der n\u00f6rdlichen Kalkalpen Bergseen sind charakteristische Landschaftselemente des deutschen Alpenraumes. 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