{"id":52481,"date":"2026-02-11T10:48:25","date_gmt":"2026-02-11T09:48:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20016-434\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:26","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:26","slug":"20016-434","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20016-434\/","title":{"rendered":"Limnologische Untersuchungen an Bergseen der n\u00f6rdlichen Kalkalpen und Entwicklung eines diatomeenbasierten Modells zur Rekonstruktion der Auswirkungen von Umweltver\u00e4nderungen auf nordalpine Bergseen in verschiedenen H\u00f6henlagen"},"content":{"rendered":"<p>Entwicklung von Diatomeen-Transferfunktionen f\u00fcr Bergseen der n\u00f6rdlichen Kalkalpen<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\">Bergseen sind charakteristische Landschaftselemente des deutschen Alpenraumes. Direkte anthropogene Einfl\u00fcsse treten nur vereinzelt auf und beschr\u00e4nken sich im wesentlich auf Almwirtschaft, Bergwanderer und in seltenen F\u00e4llen Fischbesatz. Da die Seen aufgrund des extremen Klimas (lange Eisbedeckung, hohe UV-Strahlung, niedrige Wassertemperaturen) teilweise hochspezialisierte Arten aufweisen, reagieren sie auf \u00c4nderungen des Klimas besonders sensibel.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\">In den Alpenl\u00e4ndern beschr\u00e4nkte sich die Klimafolgenforschung bei diesen \u00d6kosystemen auf Hochgebirgsseen \u00d6sterreichs, Italiens und der Schweiz. Hierbei wurden im Zuge der EU-Projekte MOLAR und EMERGE Seen in H\u00f6henlagen \u00fcber 2000 m erforscht. Die meist tiefer gelegenen Bergseen der n\u00f6rdlichen Kalkalpen, die sich in H\u00f6henlagen von ca. 700 m bis 2400 m befinden, wurden in dieser Hinsicht noch nicht untersuch. Weil in den Alpen Klimaver\u00e4nderungen, insbesondere \u00c4nderungen des Niederschlagsregimes, regional stark variieren, ist eine Untersuchung dieser Seen notwendig, um die Auswirkungen des globalen Klimawandels auf diese \u00d6kosysteme absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\">F\u00fcr den deutschen Alpenraum wird f\u00fcr den Zeitraum bis 2100 eine durchschnittliche Temperaturerh\u00f6hung von mindestens 2,5 \u00b0C im Vergleich zur Periode 1970 bis 2000 vorausgesagt. Es ist hierbei sowohl mit einer Erh\u00f6hung der sommerlichen als auch der winterlichen Temperaturen zu rechnen. Au\u00dferdem wird ein Anstieg der Jahresniederschlagsmengen von bis zu 100 mm und eine gesteigerte H\u00e4ufigkeit von Starkregenereignissen erwartet. Die Folgen sind eine Erh\u00f6hung der Schneegrenze und eine k\u00fcrzere Periode mit Schneebedeckung. Au\u00dferdem ist eine Verlagerung der Vegetationsgrenze nach oben und eine Zunahme der Dichte der Vegetationsbedeckung zu erwarten. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\">Als Konsequenz ist von einer verst\u00e4rkten Bodenbildung bei gleichzeitig erh\u00f6hter Erosion auszugehen, wodurch sich zus\u00e4tzliche Eintr\u00e4ge organischen Materials und eine Ver\u00e4nderung des Chemismus der Bergseen ergeben. In den Seen selbst wird die k\u00fcrzere Eisbedeckung zu einer stabileren thermischen Schichtung im Sommer f\u00fchren, und die h\u00f6here Wassertemperatur wird die Stoffwechselaktivit\u00e4t der Prim\u00e4rproduzenten steigern. Daher sind tiefgreifende Ver\u00e4nderungen der Seen\u00f6kosysteme zu erwarten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\">Im Rahmen eines umfassenden Projektes an der Limnologischen Station Iffeldorf der TU M\u00fcnchen werden diese Ver\u00e4nderungen erforscht. Mithilfe des von der DBU gef\u00f6rderten Promotionsvorhabens werden durch limnologische Untersuchungen von 43 Bergseen der n\u00f6rdlichen Kalkalpen die \u00f6kologischen Pr\u00e4ferenzen der Kieselalgen modelliert. Hierzu werden die rezenten Diatomeengesellschaften (Oberfl\u00e4chensediment, Freiwasser, Aufwuchs) beprobt und ausgewertet, sowie die wichtigsten wasserchemischen Parameter ermittelt. Die fertigen Modelle erm\u00f6glichen die Ableitung von Umweltbedingungen bei einer gegebenen Diatomeengesellschaft. Im Speziellen wird versucht Modelle zur Rekonstruktion der N\u00e4hrstoffsituation und der Wassertemperatur zu erstellen. Damit wird die These, dass sich die organischen Eintr\u00e4ge in die Seen klimabedingt ver\u00e4ndert haben getestet. Dazu werden in Zusammenarbeit mit anderen Doktoranden Rekonstruktionen von mehreren Sedimentkernen aus verschiedenen H\u00f6henstufen erstellt. Um eine genaue Interpretation der Ergebnisse zu gew\u00e4hrleisten, werden zus\u00e4tzlich die Datierung der Sedimentkerne und die Analyse stabiler Isotope sowie verschiedener Pigmente im Rahmen der bereits laufenden Dissertationen durchgef\u00fchrt.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entwicklung von Diatomeen-Transferfunktionen f\u00fcr Bergseen der n\u00f6rdlichen Kalkalpen Bergseen sind charakteristische Landschaftselemente des deutschen Alpenraumes. Direkte anthropogene Einfl\u00fcsse treten nur vereinzelt auf und beschr\u00e4nken sich im wesentlich auf Almwirtschaft, Bergwanderer und in seltenen F\u00e4llen Fischbesatz. 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