{"id":52471,"date":"2026-01-27T10:47:01","date_gmt":"2026-01-27T09:47:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20016-444\/"},"modified":"2026-01-27T10:47:01","modified_gmt":"2026-01-27T09:47:01","slug":"20016-444","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20016-444\/","title":{"rendered":"Gewinnung von Evidenzen aus der Erforschung des indigenen Konzepts &#8216;Sumak Kawsay&#8217; f\u00fcr die Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung am Beispiel der Biodiversit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Gewinnung von Evidenzen aus der Erforschung des indigenen Konzepts &#8220;Sumak Kawsay&#8221;<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;text-align:justify;\"><span><span style=\"line-height:normal;\"><span><span>Die Dekade fu?r die Bildung fu?r Nachhaltige Entwicklung hat bis 2015 wesentliche Ergebnisse in zahlreichen Projekten konkretisiert und in der Roadmap eine Fortsetzung gefunden (UNESCO Roadmap, 2015). Bereits Scheunpflug (2001) merkte an, dass sich die Bildung fu?r Nachhaltigkeit in p\u00e4dagogischer Hinsicht auf Bildungskonzepte auf der Basis entwicklungs- und umweltp\u00e4dagogischer Erkenntnisse konzentrieren muss. Diese im Unterricht zu implementieren stellt eine Herausforderung vor allem fu?r das Unterrichtsfach Biologie dar. Im Hinblick auf das Problem des weltweiten zunehmenden Biodiversit\u00e4tsverlustes ist es bedeutsam, die hinter dem Verlust stehenden globalen Zusammenh\u00e4nge zu erkennen und die eigene Rolle in diesem komplexen Gefu?ge positionieren zu k\u00f6nnen. In diesem Kontext mu?ssen Schu?ler(innen) lernen, mit faktisch und ethisch komplexen Gestaltungsaufgaben wie der Erhaltung der Biodiversit\u00e4t umgehen zu k\u00f6nnen (Barkmann &#038; B\u00f6geholz, 2003). Hierzu bietet es sich an, eine Untersuchung zu realisieren, die dem nachhaltigen Umgang mit Biodiversit\u00e4t in megadiversen L\u00e4ndern auf den Grund geht. Diesbezu?glich ru?ckt das su?damerikanische Land Ecuador in den Fokus meiner Forschungen.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;text-align:justify;\"><span><span style=\"line-height:normal;\"><span><span>Unter dem im Jahr 2006 gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten Raffael Correa wurde in Ecuador eine Verfassungsreform eingeleitet, die 2008 in der Verabschiedung einer neuen Verfassung mu?ndete. Im Prozess der Verfassungsreform wurden drei Konzepte eine besondere Bedeutung zuteil: darunter das indigene Konzept des Sumak Kawsay. Dieses dient als ideologische Basis f\u00fcr das sogenannte buen vivir (=das gute Leben), ein in die neue ecuadorianische Verfassung integriertes zentrales Prinzip zur nachhaltigen Lebensf\u00fchrung. Seit diesem Zeitpunkt ist das buen vivir ein \u201egeflu?geltes Wort\u201c, welches auch im deutschen Diskurs um Nachhaltigkeit Einzug gefunden hat. Dabei kommt es jedoch zu einem Fehlverst\u00e4ndnis hinsichtlich der urspru?nglichen Gedanken hinter buen vivir. Der Idee einer ganzheitlichen Lebensweise, die sowohl die Rechte der Natur garantiert, wurde im Zuge der Politisierung fehlerhaft interpretiert und implementiert. Grund sind prim\u00e4r wirtschaftliche Einflu?sse, die mit Aspekten der Enthaltsamkeit zum Wohle der Gesellschaft und Natur nicht vereinbar sind. Dies fu?hrt unweigerlich zu Umsetzungsschwierigkeiten hinsichtlich der urspru?nglichen Idee einer nachhaltigen Lebensweise nach indigenen Vorstellungen (SENPLADES, 2013).<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;text-align:justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;text-align:justify;\"><span><span style=\"line-height:normal;\"><span><span>Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die Umsetzung dieses indigenen Konzeptes in ein entwicklungspolitisches Programm, den urspru?nglichen Ideen und Vorstellungen der indigenen Bev\u00f6lkerung im Hinblick auf die Erhaltung der Biodiversit\u00e4t gerecht werden kann. Diesbezu?glich ist es sinnvoll das Konzept des Sumak Kawsay n\u00e4her zu betrachten, damit es nicht zu Fehlinterpretationen kommt und Evidenzen fu?r den nachhaltigen Umgang mit Biodiversit\u00e4t im Unterricht gewonnen werden k\u00f6nnen. Diese sollen in ein Umweltbildungskonzept f\u00fcr die Bildung f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung einflie\u00dfen.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;text-align:justify;\"><span><span style=\"line-height:normal;\"><span><span>Fortschritt:<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;text-align:justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Bereits im ersten F\u00f6rderjahr konnte f\u00fcr die Umsetzung und Erprobung des Zielvorhabens eine Projektschule in Bremen, die Wilhelm-Kaisen-Oberschule, gewonnen werden. In Kooperation mit dieser werden die Unterrichtsinterventionen weiterentwickelt, erprobt und evaluiert. Dazu wurde ein Lehrerteam, bestehend aus vier Lehrerinnen und Lehrern, gegr\u00fcndet, in dessen Rahmen die Umsetzung der Unterrichtskonzeption im Rahmen von Interviews diskutiert wurde. Sowohl die Interviews mit den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern (12 InterviewpartnerInnen) als auch mit den Lehrerinnen und Lehrern liegen ausgewertet vor.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Evaluation des Unterrichtskonzeptes baut auf der so genannten Value-Belief-Norm-Theory von Stern auf.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Erhebung der Daten erfolgt \u00fcber die Methode \u201emixed-methods\u201c, d.h. dass die Daten \u00fcber Interviews (qualitativ) und \u00fcber Frageb\u00f6gen (quantitativ) erhoben werden. Dazu wurden Interviewleitf\u00e4den sowie drei verschiedene Pretests zu den Schwerpunkten Einstellung, Werte und Fachwissen konzipiert. In einem an die 3 Module anschlie\u00dfenden Posttest werden Daten zu allen drei Schwerpunkten erhoben. Der qualitativen Evaluation in Form von Interviews kommt im Gegensatz zu den Frageb\u00f6gen eine bedeutendere Rolle zu, da sie Antworten zum Inhalt und zur Wirkung der Unterrichtskonzeption liefern soll.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Dar\u00fcberhinaus wurde die Konzeption mit insgesamt 20 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern in Ecuador im Rahmen einer \u201eSummer School\u201c erprobt. Dazu wurde mit 4 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, Interviews durchgef\u00fchrt. Des Weiteren liegen Ergebnisse einer quantitativen Evaluation von 18 ecuadorianischen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern vor.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">F\u00fcr die Verbreitung des Unterrichtskonzeptes konnte die Stiftung BMC (Big Mammals Conservation) gewonnen werden, die die Unterrichtskonzeption in den L\u00e4ndern Ecuador, Kolumbien und Peru umsetzen und weitere Daten liefern wird. Hierzu haben sich im Rahmen der Forschungsreise, Gespr\u00e4che mit Experten ergeben, in denen vereinbart wurde, eine Verbesserung der Unterrichtskonzeption anzstreben. In diesem Zusammenhang wird des weiteren eine Homepage entwickelt, die dem Austausch von Unterrichtsmaterialien und Daten dienen soll. Diese ist gerade in Erstellung.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gewinnung von Evidenzen aus der Erforschung des indigenen Konzepts &#8220;Sumak Kawsay&#8221; Die Dekade fu?r die Bildung fu?r Nachhaltige Entwicklung hat bis 2015 wesentliche Ergebnisse in zahlreichen Projekten konkretisiert und in der Roadmap eine Fortsetzung gefunden (UNESCO Roadmap, 2015). 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