{"id":52462,"date":"2026-10-23T12:48:47","date_gmt":"2026-10-23T10:48:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20016-453\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:48","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:48","slug":"20016-453","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20016-453\/","title":{"rendered":"Untersuchungen zur F\u00c3\u00a4higkeit von Seehunden (Phoca vitulina) zur Distanzabsch\u00c3\u00a4tzung und -reproduktion ohne externe Informationsquellen"},"content":{"rendered":"<p>Distanzabsch\u00e4tzung bei Seehunden<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Im heutigen Zeitalter \u00c3\u00bcbt der Mensch einen immer st\u00c3\u00a4rkeren Einfluss auf die Weltmeere aus. Durch Bauma\u00c3\u0178nahmen hervorgerufene Eintr\u00c3\u00bcbung, artifizielle Str\u00c3\u00b6mungen oder die wachsende L\u00c3\u00a4rmbelastung k\u00c3\u00b6nnen f\u00c3\u00bcr Meeress\u00c3\u00a4uger in einem auch sonst schon eher strukturlosen Lebensraum eine Belastung darstellen und die Tiere in ihrer Orientierungsf\u00c3\u00a4higkeit einschr\u00c3\u00a4nken. Dem widerspricht jedoch, dass Meeress\u00c3\u00a4uger, wie z.B. die Seehunde, oftmals auch von artifiziellen Strukturen zu profitieren scheinen und ihre Population stetig steigt. Das hei\u00c3\u0178t im Umkehrschluss, dass sie trotz aller anthropogener Einfl\u00c3\u00bcsse in ihrem Lebensraum hervorragend orientiert sind und dort sehr gut navigieren k\u00c3\u00b6nnen. Es stellt sich also die Frage, welche Mechanismen die Tiere nutzen, gerade wenn Informationen der klassischen Sinnessysteme nicht genutzt werden k\u00c3\u00b6nnen oder maskiert sind.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Im Rahmen meines Promotionsvorhabens m\u00c3\u00b6chte ich dabei mit Hilfe eines neuartigen Forschungsansatzes, der neben den klassischen Sinnessystemen auch die fundamentalen Komponenten Raum und Zeit ber\u00c3\u00bccksichtigt, bei der Beantwortung dieser Frage helfen. Als erste Ann\u00c3\u00a4herung soll dabei die F\u00c3\u00a4higkeit der Seehunde, Distanzen absch\u00c3\u00a4tzen und reproduzieren zu k\u00c3\u00b6nnen, untersucht werden. Daf\u00c3\u00bcr wurde in den bisherigen Teilen des Promotionsvorhabens ein Gurtsystem mit zwei Markierungen benutzt. Diese Markierungen geben ein Distanzmusterintervall vor, welches der Seehund direkt im Anschluss in gleicher Schwimmrichtung reproduzieren soll. Dabei zeigte der Seehund im Allgemeinen eine sehr hohe Genauigkeit der Distanzreproduktion, die z.T. sogar die von Humanstudien \u00c3\u00bcbertrifft. Diese Genauigkeit wurde auch beibehalten, als das Tier erstmalig und dann kontinuierlich die Aufgabe mit umgekehrter Schwimmrichtung, und damit ohne bereits bekannte externe Informationen, durchf\u00c3\u00bchren musste.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Damit konnte zum ersten Mal die F\u00c3\u00a4higkeit zur Absch\u00c3\u00a4tzung verschiedener Distanzen bei Seehunden gezeigt werden. Sich nun anschlie\u00c3\u0178ende Experimente sollen eine m\u00c3\u00b6gliche Anwendung der Distanzabsch\u00c3\u00a4tzung bei der Wegintegration, sowie die F\u00c3\u00a4higkeit zur Einhaltung eines gerade Kurses, untersuchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Distanzabsch\u00e4tzung bei Seehunden Im heutigen Zeitalter \u00c3\u00bcbt der Mensch einen immer st\u00c3\u00a4rkeren Einfluss auf die Weltmeere aus. 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