{"id":52460,"date":"2026-10-23T12:48:47","date_gmt":"2026-10-23T10:48:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20016-455\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:48","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:48","slug":"20016-455","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20016-455\/","title":{"rendered":"Invasionserfolg der Dreikantmuscheln Dreissena polymorpha und Dreissena rostriformis in Deutschland: Der Einfluss differentieller Konkurrenzst\u00c3\u00a4rke"},"content":{"rendered":"<p>Invasionserfolg der Dreikantmuscheln Dreissena polymorpha und Dreissena rostriformis in Deutschland<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Fokus des Dissertationsvorhabens sind die beiden Dreikantmuscheln <em>Dreissena polymorpha <\/em>und <em>Dreissena bugensis<\/em>. Beides sind S\u00c3\u00bc\u00c3\u0178wasserfiltrierer, die als invasive Arten in Europa und Nordamerika verbreitet sind.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der erste Teil dieser Arbeit besch\u00c3\u00a4ftigt sich mit der morphologischen \u00c3\u201ehnlichkeit der beiden Arten und daraus abgeleiteten M\u00c3\u00b6glichkeiten f\u00c3\u00bcr die Artbestimmung. Hierf\u00c3\u00bcr wurden in zwei Studien traditionelle Methoden basierend auf \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178eren Schalencharakteristika (W\u00c3\u00b6lbung der Unterseite, Position der dorsoventralen Achse, Sch\u00c3\u00a4rfe der Carina), anspruchsvollere morphometrischen Methoden (anteriorer Steigungswinkel, Verh\u00c3\u00a4ltnis aus H\u00c3\u00b6he, L\u00c3\u00a4nge und Breite beziehungsweise aus Oberfl\u00c3\u00a4che und Volumen) und 3D-Daten basierte Komplexit\u00c3\u00a4tsparameter (fraktale Dimension, Alpha-Shapes) miteinander verglichen. In der ersten Studie wurden Schalenh\u00c3\u00a4lften von vier fossilen <em>Dreissena <\/em>Arten untersucht, w\u00c3\u00a4hrend sich die zweite Studie mit ganzen Schalen der beiden invasiven Arten <em>D. polymorpha <\/em>und <em>D. bugensis <\/em>besch\u00c3\u00a4ftigte. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Parameter je nach Art unterschiedlich gut f\u00c3\u00bcr die Artunterscheidung eignen. Insgesamt stellen aber die morphometrischen Methoden und die 3D-Analyse eine gute Erg\u00c3\u00a4nzung zu traditionellen Methoden dar.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der zweite Teil des Promotionsvorhabens zielte darauf ab, ein besseres Verst\u00c3\u00a4ndnis \u00c3\u00bcber die Invasionsdynamiken der beiden Arten zu erlangen. <em>D. polymorpha <\/em>verbreitete sich bereits Anfang des 18. Jahrhunderts in Westeuropa. Als sich 200 Jahre sp\u00c3\u00a4ter das Verbreitungsgebiet von <em>D. bugensis <\/em>vergr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178erte traf diese auf bereits etablierte <em>D. polymorpha <\/em>Populationen. Trotzdem zeigte sich, dass <em>D. polymorpha <\/em>in Gebieten, wo beide Arten sympatrisch vorkommen, innerhalb weniger Jahre von <em>D. bugensis <\/em>verdr\u00c3\u00a4ngt wird. Die im Rahmen dieses Promotionsvorhabens ausgewertete Studie untersuchte, ob sich aus h\u00c3\u00b6heren Wachstumsraten ein kompetitiver Vorteil ergibt. Beide Arten wurden hierf\u00c3\u00bcr unterschiedlichen Konkurrenzszenarien (keine Konkurrenz, sowie mittlere und hohe intra- beziehungsweise interspezifische Konkurrenz) ausgesetzt und das Wachstum dokumentiert. Tats\u00c3\u00a4chlich zeigte <em>D. bugensis <\/em>unter verschiedenen Konkurrenzszenarien insgesamt h\u00c3\u00b6here Wachstumsraten als auch eine h\u00c3\u00b6here Spanne von Wachstumsraten, was f\u00c3\u00bcr eine h\u00c3\u00b6here ph\u00c3\u00a4notypische Plastizit\u00c3\u00a4t sprechen k\u00c3\u00b6nnte. Die Kombination aus schnellem Wachstum und ph\u00c3\u00a4notypischer Plastizit\u00c3\u00a4t erm\u00c3\u00b6glicht eine bessere Anpassung an unterschiedliche Umweltbedingen und resultiert in einem kompetitiven Vorteil von <em>D. bugensis <\/em>gegen\u00c3\u00bcber <em>D. polymorpha<\/em>.<\/p>\n<p>Im letzten Teil der Dissertation wurde die Eignung von <em>D. polymorpha <\/em>und <em>D. bugensis<\/em> als Bioindikatoren f\u00c3\u00bcr Mikroplastikverschmutzung in S\u00c3\u00bc\u00c3\u0178gew\u00c3\u00a4ssern untersucht. Hierf\u00c3\u00bcr wurden die beiden Arten vier verschiedenen Mikroplastikkonzentrationen (2000 Partikel L-1, 200 Partikel L-1, 20 Partikel L-1, 0 Partikel L-1) ausgesetzt. Dabei wurde die Auswirkung von unterschiedlichen Aufnahmezeiten (1, 2, 7 und 28 Tage) und Abgabezeiten (1, 2, 7 und 28 Tage) auf die Mikroplastikpartikelkonzentration im Muschelgewebe untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Arten zwar Mikroplastikpartikel > 65 \u00c2\u00b5m aufnehmen, aber in geringeren Mengen als Mikroplastikpartikel innerhalb der bevorzugten Gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178enordnung von 7\u00e2\u20ac\u201c50 \u00c2\u00b5m. Die Aufnahme findet unabh\u00c3\u00a4ngig von Art und Gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e der Muschel statt, wird aber durch die Expositionskonzentration und Dauer beeinflusst. Im Vergleich zur kurzfristigen Aussagekraft von Wasserproben und der langfristigen Information von Sedimentproben, wird dadurch ein mittelfristiger Blick auf Mikroplastikkonzentration in der Umwelt m\u00c3\u00b6glich. Insgesamt zeigt sich, dass die Verwendung von <em>D. polymorpha <\/em>und <em>D. bugensis <\/em>als Bioindikatoren eine gute Erg\u00c3\u00a4nzung zu traditionellen Monitoring-Methoden darstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Invasionserfolg der Dreikantmuscheln Dreissena polymorpha und Dreissena rostriformis in Deutschland Fokus des Dissertationsvorhabens sind die beiden Dreikantmuscheln Dreissena polymorpha und Dreissena bugensis. Beides sind S\u00c3\u00bc\u00c3\u0178wasserfiltrierer, die als invasive Arten in Europa und Nordamerika verbreitet sind. Der erste Teil dieser Arbeit besch\u00c3\u00a4ftigt sich mit der morphologischen \u00c3\u201ehnlichkeit der beiden Arten und daraus abgeleiteten M\u00c3\u00b6glichkeiten f\u00c3\u00bcr die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52460","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20016\/455","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"Metz","dbu_stipendiaten_vorname":"Olivia","dbu_stipendiaten_titel":"","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2017-01-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2021-05-31 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Justus-Liebig-Universit\u00c3\u00a4t Gie\u00c3\u0178en (JLU) Tier\u00c3\u00b6kologie &amp; Spezielle Zoologie","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Thomas Wilke","dbu_stipendiaten_email_dienst":"olivia_metz@web.de"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52460","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52460\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58472,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52460\/revisions\/58472"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52460"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52460"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52460"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}