{"id":52460,"date":"2026-02-11T10:48:22","date_gmt":"2026-02-11T09:48:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20016-455\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:23","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:23","slug":"20016-455","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20016-455\/","title":{"rendered":"Invasionserfolg der Dreikantmuscheln Dreissena polymorpha und Dreissena rostriformis in Deutschland: Der Einfluss differentieller Konkurrenzst\u00e4rke"},"content":{"rendered":"<p>Invasionserfolg der Dreikantmuscheln Dreissena polymorpha und Dreissena rostriformis in Deutschland<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Fokus des Dissertationsvorhabens sind die beiden Dreikantmuscheln <em>Dreissena polymorpha <\/em>und <em>Dreissena bugensis<\/em>. Beides sind S\u00fc\u00dfwasserfiltrierer, die als invasive Arten in Europa und Nordamerika verbreitet sind.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der erste Teil dieser Arbeit besch\u00e4ftigt sich mit der morphologischen \u00c4hnlichkeit der beiden Arten und daraus abgeleiteten M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Artbestimmung. Hierf\u00fcr wurden in zwei Studien traditionelle Methoden basierend auf \u00e4u\u00dferen Schalencharakteristika (W\u00f6lbung der Unterseite, Position der dorsoventralen Achse, Sch\u00e4rfe der Carina), anspruchsvollere morphometrischen Methoden (anteriorer Steigungswinkel, Verh\u00e4ltnis aus H\u00f6he, L\u00e4nge und Breite beziehungsweise aus Oberfl\u00e4che und Volumen) und 3D-Daten basierte Komplexit\u00e4tsparameter (fraktale Dimension, Alpha-Shapes) miteinander verglichen. In der ersten Studie wurden Schalenh\u00e4lften von vier fossilen <em>Dreissena <\/em>Arten untersucht, w\u00e4hrend sich die zweite Studie mit ganzen Schalen der beiden invasiven Arten <em>D. polymorpha <\/em>und <em>D. bugensis <\/em>besch\u00e4ftigte. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Parameter je nach Art unterschiedlich gut f\u00fcr die Artunterscheidung eignen. Insgesamt stellen aber die morphometrischen Methoden und die 3D-Analyse eine gute Erg\u00e4nzung zu traditionellen Methoden dar.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der zweite Teil des Promotionsvorhabens zielte darauf ab, ein besseres Verst\u00e4ndnis \u00fcber die Invasionsdynamiken der beiden Arten zu erlangen. <em>D. polymorpha <\/em>verbreitete sich bereits Anfang des 18. Jahrhunderts in Westeuropa. Als sich 200 Jahre sp\u00e4ter das Verbreitungsgebiet von <em>D. bugensis <\/em>vergr\u00f6\u00dferte traf diese auf bereits etablierte <em>D. polymorpha <\/em>Populationen. Trotzdem zeigte sich, dass <em>D. polymorpha <\/em>in Gebieten, wo beide Arten sympatrisch vorkommen, innerhalb weniger Jahre von <em>D. bugensis <\/em>verdr\u00e4ngt wird. Die im Rahmen dieses Promotionsvorhabens ausgewertete Studie untersuchte, ob sich aus h\u00f6heren Wachstumsraten ein kompetitiver Vorteil ergibt. Beide Arten wurden hierf\u00fcr unterschiedlichen Konkurrenzszenarien (keine Konkurrenz, sowie mittlere und hohe intra- beziehungsweise interspezifische Konkurrenz) ausgesetzt und das Wachstum dokumentiert. Tats\u00e4chlich zeigte <em>D. bugensis <\/em>unter verschiedenen Konkurrenzszenarien insgesamt h\u00f6here Wachstumsraten als auch eine h\u00f6here Spanne von Wachstumsraten, was f\u00fcr eine h\u00f6here ph\u00e4notypische Plastizit\u00e4t sprechen k\u00f6nnte. Die Kombination aus schnellem Wachstum und ph\u00e4notypischer Plastizit\u00e4t erm\u00f6glicht eine bessere Anpassung an unterschiedliche Umweltbedingen und resultiert in einem kompetitiven Vorteil von <em>D. bugensis <\/em>gegen\u00fcber <em>D. polymorpha<\/em>.<\/p>\n<p>Im letzten Teil der Dissertation wurde die Eignung von <em>D. polymorpha <\/em>und <em>D. bugensis<\/em> als Bioindikatoren f\u00fcr Mikroplastikverschmutzung in S\u00fc\u00dfgew\u00e4ssern untersucht. Hierf\u00fcr wurden die beiden Arten vier verschiedenen Mikroplastikkonzentrationen (2000 Partikel L-1, 200 Partikel L-1, 20 Partikel L-1, 0 Partikel L-1) ausgesetzt. Dabei wurde die Auswirkung von unterschiedlichen Aufnahmezeiten (1, 2, 7 und 28 Tage) und Abgabezeiten (1, 2, 7 und 28 Tage) auf die Mikroplastikpartikelkonzentration im Muschelgewebe untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Arten zwar Mikroplastikpartikel > 65 \u00b5m aufnehmen, aber in geringeren Mengen als Mikroplastikpartikel innerhalb der bevorzugten Gr\u00f6\u00dfenordnung von 7\u201350 \u00b5m. Die Aufnahme findet unabh\u00e4ngig von Art und Gr\u00f6\u00dfe der Muschel statt, wird aber durch die Expositionskonzentration und Dauer beeinflusst. Im Vergleich zur kurzfristigen Aussagekraft von Wasserproben und der langfristigen Information von Sedimentproben, wird dadurch ein mittelfristiger Blick auf Mikroplastikkonzentration in der Umwelt m\u00f6glich. Insgesamt zeigt sich, dass die Verwendung von <em>D. polymorpha <\/em>und <em>D. bugensis <\/em>als Bioindikatoren eine gute Erg\u00e4nzung zu traditionellen Monitoring-Methoden darstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Invasionserfolg der Dreikantmuscheln Dreissena polymorpha und Dreissena rostriformis in Deutschland Fokus des Dissertationsvorhabens sind die beiden Dreikantmuscheln Dreissena polymorpha und Dreissena bugensis. Beides sind S\u00fc\u00dfwasserfiltrierer, die als invasive Arten in Europa und Nordamerika verbreitet sind. 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