{"id":52452,"date":"2026-02-11T10:48:22","date_gmt":"2026-02-11T09:48:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20016-463\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:22","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:22","slug":"20016-463","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20016-463\/","title":{"rendered":"Hochaufgel\u00f6ste Bewegungsmuster des Rotmilans (Milvus milvus) in Abh\u00e4ngigkeit von Landnutzung und Windenergieanlagen auf verschiedenen r\u00e4umlichen Skalen"},"content":{"rendered":"<p>Hochaufgel\u00f6ste Bewegungsmuster des Rotmilans in Abh\u00e4ngigkeit von Landnutzung und Windenergieanlagen<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;text-align:justify;line-height:150%;\"><span style=\"font-family:'Times New Roman', serif;\">Die Intensivierung der Landnutzung durch den Menschen und der Klimawandel gelten als Hauptbedrohungsfaktoren f\u00fcr die terrestrische Biodiversit\u00e4t. So l\u00e4sst sich beispielsweise seit Jahren ein R\u00fcckgang der in Agrarlandschaften vorkommenden Vogelarten verzeichnen. Neben Habitatver\u00e4nderungen und \u2011verlusten, zum Beispiel durch Holzeinschlag und Bodenversiegelung, ist in den letzten Jahren ein weiterer Bedrohungsfaktor, die Errichtung von Windenergieanlagen (im Folgenden WEA), insbesondere f\u00fcr gro\u00dfr\u00e4umig agierende Arten hinzugekommen. WEA f\u00fchren zu Barriereeffekten und einem erh\u00f6hten Kollisionsrisiko vor allem f\u00fcr V\u00f6gel und Flederm\u00e4use.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;text-align:justify;line-height:150%;\"><span style=\"font-family:'Times New Roman', serif;\">Die in Deutschland im Kontext des Windkraftausbaus wohl am h\u00e4ufigsten diskutierte Art ist der Rotmilan (<em>Milvus milvus<\/em>). Ausgehend von einem Bestand von 20 000 &#8211; 25 000 Brutpaaren ist er, mit 324 offiziell gemeldeten Schlagopfern, das h\u00e4ufigste Kollisionsopfer in Relation zu den Bestandszahlen. Etwa 50% des Weltbestandes dieser bedrohten Art br\u00fctet in Deutschland, woraus sich eine besondere Verantwortung f\u00fcr deren Schutz und Erhalt ableiten l\u00e4sst. Um dieser Verantwortung gerecht werden zu k\u00f6nnen, ist es essentiell, die Bewegungsmuster dieser hochmobilen Tiere zu verstehen. <\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;text-align:justify;line-height:150%;\"><span style=\"font-family:'Times New Roman', serif;\">Bewegungen sind die Grundlage zum Erreichen geeigneter Bruthabitate und dem Finden von Nahrung. Durch deren Verst\u00e4ndnis k\u00f6nnen die Effekte, die verschiedene Landnutzungsformen und auch WEA auf den Rotmilan haben, besser abgesch\u00e4tzt werden. Daher <span style=\"color:#000000;\">werden hochaufgel\u00f6ste Bewegungsdaten von 20 Rotmilanen in Hessen mittels moderner Satellitentelemetrie erhoben, um die <\/span>Bewegungsmuster und Flugh\u00f6hen der V\u00f6gel pr\u00e4zise zu erfassen und auszuwerten.<span style=\"color:#000000;\"> Durch das Verschneiden der erhobenen Daten mit fl\u00e4chendeckenden Informationen zur Landnutzung soll den<\/span> folgenden Fragestellungen nachgegangen werden:<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;text-align:justify;line-height:150%;\"><span style=\"font-family:'Times New Roman', serif;\">(1) Welche Landnutzungstypen und Landschaftsstrukturen beeinflussen die Bewegungsentscheidungen von Rotmilanen und welche Rolle spielen Windenergieanlagen dabei?<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;text-align:justify;line-height:150%;\"><span style=\"font-family:'Times New Roman', serif;\">(2) Welche lokalen Strukturen werden durch den Rotmilan vorrangig genutzt und \u00e4ndert sich deren Nutzung durch das Vorhandensein von WEA? Dabei wird die Habitatwahl der Rotmilane als hierarchischer Prozess auf vier unterschiedlichen r\u00e4umlichen Skalen, von der regionalen Verbreitung der Art bis hin zur Nutzung von &#8220;Mikrohabitaten&#8221; betrachtet.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;text-align:justify;line-height:150%;\"><span style=\"font-family:'Times New Roman', serif;\">(3) Welchen Umfang sollte eine effiziente Raumnutzungsanalyse haben? Die erhobenen Daten werden verwendet, um mittels Modellierung den Erfassungsaufwand zu ermitteln, der notwendig ist um genutzte Strukturen im Rahmen von Raumnutzungsanalysen ad\u00e4quat zu erfassen. Damit soll ein Beitrag zu einem einheitlichen, evidenzbasierten Methodenstandard geleistet werden, der derzeit in Deutschland angestrebt wird.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;text-align:justify;line-height:150%;\"><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"font-family:'Times New Roman', serif;\">Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Bewegungsverhalten der Rotmilane in Abh\u00e4ngigkeit der Landnutzung kann dazu beitragen, Habitate und Landschaftsstrukturen mit erh\u00f6htem Konfliktpotential zu identifizieren und so die Gef\u00e4hrdung des Rotmilans durch WEA besser einzusch\u00e4tzen. Daraus lassen sich Empfehlungen f\u00fcr aus naturschutzfachlicher Sicht geeignete Anlagenstandorte ableiten bzw. Ma\u00dfnahmen entwickeln, die den Rotmilan aus dem Gefahrenbereich der WEA fernhalten. Die Ergebnisse k\u00f6nnen somit sowohl f\u00fcr den aktiven Arten- und Naturschutz, als auch f\u00fcr die Betreiber von WEA, sowie f\u00fcr die zust\u00e4ndigen Ministerien hilfreiche Erkenntnisse liefern. Das Projekt leistet daher einen wichtigen Beitrag, um der besonderen Verantwortung Deutschlands f\u00fcr den Rotmilan gerecht zu werden und gleichzeitig den artenvertr\u00e4glichen Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hochaufgel\u00f6ste Bewegungsmuster des Rotmilans in Abh\u00e4ngigkeit von Landnutzung und Windenergieanlagen Die Intensivierung der Landnutzung durch den Menschen und der Klimawandel gelten als Hauptbedrohungsfaktoren f\u00fcr die terrestrische Biodiversit\u00e4t. So l\u00e4sst sich beispielsweise seit Jahren ein R\u00fcckgang der in Agrarlandschaften vorkommenden Vogelarten verzeichnen. 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