{"id":52436,"date":"2026-10-23T12:48:40","date_gmt":"2026-10-23T10:48:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20017-480\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:43","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:43","slug":"20017-480","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20017-480\/","title":{"rendered":"Konfliktl\u00c3\u00b6sung im Fischereimanagement am Beispiel des Westostseedorsches (Gadus Morhua): Fuzzy Cognitive Mapping als Ansatz zur L\u00c3\u00b6sung des \u00c3\u0153berfischungsproblems durch Interaktion mit Interessensgruppen"},"content":{"rendered":"<p>Konfliktl\u00f6sung im Fischereimanagement am Beispiel des Westostseedorsches (Gadus Morhua)<\/p>\n<p>Die nachhaltige Bewirtschaftung der Meeresressourcen profitiert von der Beteiligung einer Vielzahl verschiedener Interessengruppen aus Wissenschaft, Politik, Umweltschutzorganisationen (eNGO) sowie der Berufs- und Freizeitfischerei. Typischerweise f\u00c3\u00bchren Konflikte zwischen diesen Interessengruppen zu gegenseitigem Misstrauen und nicht akzeptierten Managemententscheidungen. Um solche Konflikte zu l\u00c3\u00b6sen, ist es nicht nur wichtig zu bestimmen, wer in diesem Stakeholder-Netzwerk involviert ist, sondern auch zu wissen, wie die Beteiligten das System wahrnehmen.<\/p>\n<p>Mit einem transdisziplin\u00c3\u00a4ren Forschungsansatz konzentriert sich meine Forschung auf den Dorschbestand der westlichen Ostsee und dem Management dieser kommerziell genutzten Fischart.\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Mit dem Ansatz der Sozialen Netzwerkanalyse (SNA) werden Interessenvertreter, sogenannte Stakeholder, identifiziert, die am Management des westlichen Ostseedorsches beteiligt sind bzw. durch dieses beeinflusst sind. Mit Hilfe dieser Methode wird ein Netzwerk erstellt, welches die Kooperationen zwischen verschiedenen Interessengruppen beschreibt; eine Analyse dieses Netzwerkes erfolgt unter verschiedenen Fragestellungen<\/p>\n<ul>\n<li>Welche Stakeholder sind an der Bewirtschaftung des westlichen Ostseedorsches beteiligt? Wie l\u00c3\u00a4sst sich die Netzwerkstruktur beschreiben?<\/li>\n<li>Zwischen welchen Stakeholdern besteht sich die st\u00c3\u00a4rkste Zusammenarbeit?<\/li>\n<li>Welcher Stakeholdergruppen bzw. welche Stakeholder weisen die gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178te Macht (auch:\u00e2\u20ac\u0153Player\u00e2\u20ac\u0153) im Netzwerk auf?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Basierend auf den Ergebnissen der SNA wird der Ansatz des Fuzzy Cognitive Mapping (FCM) verwendet, mit welchem wir untersuchen i) wie einzelne Stakeholder und Stakeholdertypen das sozial-\u00c3\u00b6kologische System des westlichen Ostseedorsches wahrnehmen und ii) welche Konfliktfelder innerhalb bzw. zwischen Gruppen bestehen. Hierzu finden Einzelinterviews mit circa 30 Stakeholdern statt, die jeweils die Gruppen Fischerei, Freizeitfischerei, Politik, Umweltschutz, Tourismus und Wissenschaft repr\u00c3\u00a4sentieren.\u00c2\u00a0Zus\u00c3\u00a4tzliche\u00c2\u00a0Fragen werden hierzu beantwortet:<\/p>\n<ul>\n<li>Wie wird das sozial-\u00c3\u00b6kologische System von Stakeholdern und Stakeholdergruppen wahrgenommen. Gibt es Unterschiede zwischen den Gruppen oder sogar innerhalb der Gruppen?<\/li>\n<li>Fokussieren die Interviewten das System von einer \u00c3\u00b6kologischen oder sozial-\u00c3\u00b6konomischen Perspektive?<\/li>\n<li>Wird das System eher einfacher oder komplex beschrieben?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Anschlie\u00c3\u0178end hierzu,\u00c2\u00a0finden unter der Anwendung von FCMs Workshops statt, die das Ziel haben, ein gemeinschaftliches Verst\u00c3\u00a4ndnis hinsichtlich des sozial-\u00c3\u00b6kologischen Systems zu erarbeiten um somit die Voraussetzung f\u00c3\u00bcr eine erh\u00c3\u00b6hte Akzeptanz von Managemententscheidung zu schaffen. Zus\u00c3\u00a4tzlich dient die Anwendung von FCMs auch der Identifizierung von traditionellen und lokalen Wissen sowie der Analyse von unterschiedlicher Wissenstypen.\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Promotionsvorhabens bilden den Ausgangspunkt f\u00c3\u00bcr weitere Untersuchungen zu Entscheidungsprozessen zwischen den Stakeholder des sozial-\u00c3\u00b6kologischen Systems der westlichen Ostseefischerei aber auch generell zu Themen des Umweltschutzes marine aber auch terrestrischer Ressourcen. Unsere Studie zeigt ebenfalls ein gutes Beispiel f\u00c3\u00bcr die Anwendung an der Schnittstelle von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik.<\/p>\n<p>Zudem ist zu erw\u00c3\u00a4hnen, dass die angestrebte Doktorarbeit als eine kumulative Dissertation verfasst werden soll. Durch diese Herangehensweise wird die Publikation von mindestens drei referierten Artikeln gesichert. Da das geplante Forschungsvorhaben eine hohe Umwelt- und damit Gesellschaftsrelevanz aufweist, betrachte ich in die publikationsbasierte Dissertation als die geeignete Form. Die zeitnahe Ver\u00c3\u00b6ffentlichung meiner Ergebnisse soll einen fr\u00c3\u00bchzeitigen Dialog mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft erm\u00c3\u00b6glichen und so den R\u00c3\u00bcckfluss von Feedback und Erfahrungen in die Bearbeitung des Promotionsprojektes erm\u00c3\u00b6glichen.<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konfliktl\u00f6sung im Fischereimanagement am Beispiel des Westostseedorsches (Gadus Morhua) Die nachhaltige Bewirtschaftung der Meeresressourcen profitiert von der Beteiligung einer Vielzahl verschiedener Interessengruppen aus Wissenschaft, Politik, Umweltschutzorganisationen (eNGO) sowie der Berufs- und Freizeitfischerei. 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