{"id":52435,"date":"2026-10-23T12:48:40","date_gmt":"2026-10-23T10:48:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20017-481\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:43","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:43","slug":"20017-481","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20017-481\/","title":{"rendered":"Vulkanische Tuffe als Naturwerkstein in Kulturdenkm\u00c3\u00a4lern und historischer Architektur: Verwitterungsverhalten, technische Eigenschaften und Konservierungsstrategien"},"content":{"rendered":"<p>Vulkanische Tuffe als Naturwerkstein in Kulturdenkm\u00e4lern und historischer Architektur<\/p>\n<p>Urs\u00c3\u00a4chlich f\u00c3\u00bcr viele Schadensf\u00c3\u00a4lle bei der bautechnischen Anwendung von Tuff-Werksteinen ist eine mangelnde oder ungen\u00c3\u00bcgende Kenntnis des spezifischen Materialverhaltens der Gesteine durch baukonstruktive oder verwitterungsbedingte Beanspruchungen.&nbsp;Bausteine sind einer Vielzahl von Verwitterungseinfl\u00c3\u00bcssen ausgesetzt, die nat\u00c3\u00bcrlichen oder anthropogenen Ursprungs sein k\u00c3\u00b6nnen. In vielen F\u00c3\u00a4llen basiert die Entscheidungsfindung im Rahmen eines Bauvorhabens&nbsp;lediglich auf den optischen Eigenschaften des Gesteins. Jedoch&nbsp;spielen die individuellen physikalischen und bautechnischen Parameter eine entscheidende Rolle hinsichtlich der m\u00c3\u00b6glichen Verwendung. Denn viele Gesteine unterscheiden sich hinsichtlich Farbe und Struktur nur unwesentlich voneinander, zeigen jedoch infolge ihrer spezifischen gesteinstechnischen Eigenschaften bei gleicher bautechnischer Anwendung ein deutlich voneinander abweichendes Verwitterungsverhalten.&nbsp;Das Projekt soll die Erh\u00c3\u00b6hung der Lebensdauer von Naturwerksteinen&nbsp;und einen ressourcenschonenden Umgang mit dem Naturprodukt Stein forcieren.<\/p>\n<p>Einer der Schwerpunkte des Projektes ist die Identifizierung des prim\u00c3\u00a4ren Quellprozesses, welcher zur hygrischen Dehnung f\u00c3\u00bchrt, einem der Hauptschadensmechanismen bei der Tuffsteinverwitterung. Durch die Identifikation und das bessere Verst\u00c3\u00a4ndnis der Mechanismen, die den Schadensprozess der hygrischen Dehnung regulieren, k\u00c3\u00b6nnen nachfolgend Konservierungsma\u00c3\u0178nahmen entwickelt bzw. optimiert werden, um ebenjene Mechanismen zu unterdr\u00c3\u00bccken und die Lebensdauer von Bausteinen zu verl\u00c3\u00a4ngern.<\/p>\n<p>Ein zweiter Schwerpunkt ist einerseits die Evaluierung von g\u00c3\u00a4ngigen Konservierungsma\u00c3\u0178nahmen f\u00c3\u00bcr Tuffsteine mit unterschiedlichem Eigenschaftspool, andererseits die Weiterentwicklung eines Ansatzes zur Tuffsteinkonsolidierung bei der die Eindringtiefen des Konsolidierungsmittels erh\u00c3\u00b6ht werden sollen.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt wird ein besseres Verst\u00c3\u00a4ndnis der Einflussnahme der spezifischen gesteinstechnischen Parameter auf das Verwitterungsverhalten der Tuffe mit Hilfe von statistischen Datenauswertungen angestrebt. Die statistische Analyse soll Aufschluss \u00c3\u00bcber die Vergleichbarkeit der ermittelten Parameter geben und sch\u00c3\u00a4digungssensible Gef\u00c3\u00bcge- und Porenraumparameter identifizieren. Die Ergebnisse k\u00c3\u00b6nnen zur Bewertung der bautechnischen Eignung von Tuffgesteinen und zur Prognose ihrer Langzeitstabilit\u00c3\u00a4t genutzt werden.<\/p>\n<p><strong>Ergebnisse<\/strong><\/p>\n<p>Mit den ersten Ergebnissen konnte der prim\u00c3\u00a4re Quellprozess bei tonmineralassoziiertem Quellen nachgewiesen werden. Durch den gezielten Austausch der Zwischenschichtkationen in den Tonmineralen und dem anschlie\u00c3\u0178end ver\u00c3\u00a4nderten Quellverhalten der Gesteine, konnte nachgewiesen werden, dass der intrakristalline Quellmechanismus der vorherrschende Mechanismus f\u00c3\u00bcr die Quellung bei den untersuchten Tuffen mit quellf\u00c3\u00a4higen Tonmineralen ist. Die Best\u00c3\u00a4tigung des intrakristallinen Quellprozesses wird durch ein gezieltes Blockieren der Hydratisierung der Tonmineralzwischenschichten und der dadurch unterdr\u00c3\u00bcckten Expansion dieser erreicht (P\u00c3\u00b6tzl et al. 2018). Eine zweite Versuchsreihe, bei der ein Fluidaustausch zur Verifikation einer interkristallinen bzw. osmotischen Quellung diente, best\u00c3\u00a4tigte den nahezu unbedeutenden Anteil der osmotischen Quellung am gesamten Quellprozess<\/p>\n<p>Im zweiten F\u00c3\u00b6rderungsjahr konnten an einem Probenset von 21 armenischen Tuffen erstmalig Grenzparameter definiert werden, welche das spezifische Verwitterungsverhalten der Gesteine steuern. Diese einfach zu ermittelnden Parameter k\u00c3\u00b6nnen genutzt werden, um\u00c2\u00a0zuk\u00c3\u00bcnftiges Materialverhalten bei bestimmten Verwitterungseinfl\u00c3\u00bcssen\u00c2\u00a0vorauszusagen, ohne\u00c2\u00a0teure Analytik und langwierige Verwitterungssimulationen. Im weiteren Verlauf des Projektes wird nun ermittelt, ob dieses Fallbeispiel global umgesetzt werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vulkanische Tuffe als Naturwerkstein in Kulturdenkm\u00e4lern und historischer Architektur Urs\u00c3\u00a4chlich f\u00c3\u00bcr viele Schadensf\u00c3\u00a4lle bei der bautechnischen Anwendung von Tuff-Werksteinen ist eine mangelnde oder ungen\u00c3\u00bcgende Kenntnis des spezifischen Materialverhaltens der Gesteine durch baukonstruktive oder verwitterungsbedingte Beanspruchungen.&nbsp;Bausteine sind einer Vielzahl von Verwitterungseinfl\u00c3\u00bcssen ausgesetzt, die nat\u00c3\u00bcrlichen oder anthropogenen Ursprungs sein k\u00c3\u00b6nnen. 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