{"id":52435,"date":"2026-02-11T10:48:21","date_gmt":"2026-02-11T09:48:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20017-481\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:21","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:21","slug":"20017-481","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20017-481\/","title":{"rendered":"Vulkanische Tuffe als Naturwerkstein in Kulturdenkm\u00e4lern und historischer Architektur: Verwitterungsverhalten, technische Eigenschaften und Konservierungsstrategien"},"content":{"rendered":"<p>Vulkanische Tuffe als Naturwerkstein in Kulturdenkm\u00e4lern und historischer Architektur<\/p>\n<p>Urs\u00e4chlich f\u00fcr viele Schadensf\u00e4lle bei der bautechnischen Anwendung von Tuff-Werksteinen ist eine mangelnde oder ungen\u00fcgende Kenntnis des spezifischen Materialverhaltens der Gesteine durch baukonstruktive oder verwitterungsbedingte Beanspruchungen.&nbsp;Bausteine sind einer Vielzahl von Verwitterungseinfl\u00fcssen ausgesetzt, die nat\u00fcrlichen oder anthropogenen Ursprungs sein k\u00f6nnen. In vielen F\u00e4llen basiert die Entscheidungsfindung im Rahmen eines Bauvorhabens&nbsp;lediglich auf den optischen Eigenschaften des Gesteins. Jedoch&nbsp;spielen die individuellen physikalischen und bautechnischen Parameter eine entscheidende Rolle hinsichtlich der m\u00f6glichen Verwendung. Denn viele Gesteine unterscheiden sich hinsichtlich Farbe und Struktur nur unwesentlich voneinander, zeigen jedoch infolge ihrer spezifischen gesteinstechnischen Eigenschaften bei gleicher bautechnischer Anwendung ein deutlich voneinander abweichendes Verwitterungsverhalten.&nbsp;Das Projekt soll die Erh\u00f6hung der Lebensdauer von Naturwerksteinen&nbsp;und einen ressourcenschonenden Umgang mit dem Naturprodukt Stein forcieren.<\/p>\n<p>Einer der Schwerpunkte des Projektes ist die Identifizierung des prim\u00e4ren Quellprozesses, welcher zur hygrischen Dehnung f\u00fchrt, einem der Hauptschadensmechanismen bei der Tuffsteinverwitterung. Durch die Identifikation und das bessere Verst\u00e4ndnis der Mechanismen, die den Schadensprozess der hygrischen Dehnung regulieren, k\u00f6nnen nachfolgend Konservierungsma\u00dfnahmen entwickelt bzw. optimiert werden, um ebenjene Mechanismen zu unterdr\u00fccken und die Lebensdauer von Bausteinen zu verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p>Ein zweiter Schwerpunkt ist einerseits die Evaluierung von g\u00e4ngigen Konservierungsma\u00dfnahmen f\u00fcr Tuffsteine mit unterschiedlichem Eigenschaftspool, andererseits die Weiterentwicklung eines Ansatzes zur Tuffsteinkonsolidierung bei der die Eindringtiefen des Konsolidierungsmittels erh\u00f6ht werden sollen.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt wird ein besseres Verst\u00e4ndnis der Einflussnahme der spezifischen gesteinstechnischen Parameter auf das Verwitterungsverhalten der Tuffe mit Hilfe von statistischen Datenauswertungen angestrebt. Die statistische Analyse soll Aufschluss \u00fcber die Vergleichbarkeit der ermittelten Parameter geben und sch\u00e4digungssensible Gef\u00fcge- und Porenraumparameter identifizieren. Die Ergebnisse k\u00f6nnen zur Bewertung der bautechnischen Eignung von Tuffgesteinen und zur Prognose ihrer Langzeitstabilit\u00e4t genutzt werden.<\/p>\n<p><strong>Ergebnisse<\/strong><\/p>\n<p>Mit den ersten Ergebnissen konnte der prim\u00e4re Quellprozess bei tonmineralassoziiertem Quellen nachgewiesen werden. Durch den gezielten Austausch der Zwischenschichtkationen in den Tonmineralen und dem anschlie\u00dfend ver\u00e4nderten Quellverhalten der Gesteine, konnte nachgewiesen werden, dass der intrakristalline Quellmechanismus der vorherrschende Mechanismus f\u00fcr die Quellung bei den untersuchten Tuffen mit quellf\u00e4higen Tonmineralen ist. Die Best\u00e4tigung des intrakristallinen Quellprozesses wird durch ein gezieltes Blockieren der Hydratisierung der Tonmineralzwischenschichten und der dadurch unterdr\u00fcckten Expansion dieser erreicht (P\u00f6tzl et al. 2018). Eine zweite Versuchsreihe, bei der ein Fluidaustausch zur Verifikation einer interkristallinen bzw. osmotischen Quellung diente, best\u00e4tigte den nahezu unbedeutenden Anteil der osmotischen Quellung am gesamten Quellprozess<\/p>\n<p>Im zweiten F\u00f6rderungsjahr konnten an einem Probenset von 21 armenischen Tuffen erstmalig Grenzparameter definiert werden, welche das spezifische Verwitterungsverhalten der Gesteine steuern. Diese einfach zu ermittelnden Parameter k\u00f6nnen genutzt werden, um\u00a0zuk\u00fcnftiges Materialverhalten bei bestimmten Verwitterungseinfl\u00fcssen\u00a0vorauszusagen, ohne\u00a0teure Analytik und langwierige Verwitterungssimulationen. Im weiteren Verlauf des Projektes wird nun ermittelt, ob dieses Fallbeispiel global umgesetzt werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vulkanische Tuffe als Naturwerkstein in Kulturdenkm\u00e4lern und historischer Architektur Urs\u00e4chlich f\u00fcr viele Schadensf\u00e4lle bei der bautechnischen Anwendung von Tuff-Werksteinen ist eine mangelnde oder ungen\u00fcgende Kenntnis des spezifischen Materialverhaltens der Gesteine durch baukonstruktive oder verwitterungsbedingte Beanspruchungen.&nbsp;Bausteine sind einer Vielzahl von Verwitterungseinfl\u00fcssen ausgesetzt, die nat\u00fcrlichen oder anthropogenen Ursprungs sein k\u00f6nnen. 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