{"id":52424,"date":"2026-10-23T12:48:40","date_gmt":"2026-10-23T10:48:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20017-492\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:41","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:41","slug":"20017-492","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20017-492\/","title":{"rendered":"Messtechnische Erfassung von Methanemissionen an Deponieoberfl\u00c3\u00a4chen zur Absch\u00c3\u00a4tzung des Erfolgs von Stabilisierungsma\u00c3\u0178nahmen"},"content":{"rendered":"<p>Erfassung von Emissionen an Deponieoberfl\u00e4chen zur Beurteilung von Stabilisierungsma\u00dfnahmen<\/p>\n<p>Die Quantifizierung von Methanemissionen aus Siedlungsabfalldeponien erfolgt bislang \u00c3\u00bcber Berechnungen des Methanbildungspotentials und \u00c3\u00bcber gefasste Methanmengen im Gasfassungssystem. Nicht jedoch mit Hilfe von Messungen, die eine Aussage \u00c3\u00bcber die tats\u00c3\u00a4chlich emittierte Methanfracht ergeben.16 % der globalen anthropogenen Treibhausgase sind bis 2010 Methan zuzuordnen (INTERGOVERNMENTAL PANEL ON CLIMATE CHANGE 2014). Im Jahr 2014 hatten die Methanemissionen deutschlandweit einen Anteil von 6,2 % an den insgesamt emittierten 902.000 Gg CO2-\u00c3\u201equivalenten. Dies entspricht 54.880 Gg CO2-\u00c3\u201equivalenten Methan pro Jahr (UMWELTBUNDESAMT 2016). Aus der Abfalldeponierung stammen davon 11.000 Gg CO2-\u00c3\u201equivalente pro Jahr (UMWELTBUNDESAMT 2013). Eine Reduktion dieser Emissionen um 500-2.500 Gg CO2-\u00c3\u201equivalente pro Jahr durch Bel\u00c3\u00bcftung ist ein erkl\u00c3\u00a4rtes Ziel der Bundesrepublik Deutschland. Eine erfolgreiche Bel\u00c3\u00bcftung kann zu einer bis zu 90%igen Reduktion des Methanbildungspotentials einer einzelnen Deponie f\u00c3\u00bchren (BUNDESMINISTERIUM F\u00c3\u0153R UMWELT, NATURSCHUTZ, BAU UND REAKTORSICHERHEIT 2014). Bisher ist der zentrale Punkt f\u00c3\u00bcr die Ermittlung der Deponiegasemissionen eine Berechnung, die auf verschiedenen Annahmen, wie eingelagerte Abfallmenge, Abbaubarkeit des eingelagerten Abfalls, Methangehalt des abgesaugten Deponiegases, Alter der Ablagerung und Erfassungsgrad des verwendeten Deponiegasfassungssystems beruht. Zus\u00c3\u00a4tzlich wird mit Hilfe von regelm\u00c3\u00a4\u00c3\u0178igen Begehungen mit dem Flammenionisationsdetektor kontrolliert, dass die messbaren Konzentrationen an Methan auf der Deponieoberfl\u00c3\u00a4che gering sind. Aus diesem Vorgehen l\u00c3\u00a4sst sich eine Emissionsprognose erstellen.Mit dem indirekten Fernmessverfahren TDLAS (Tuneable Diode Laser Absorption Spectroscopy) wird \u00c3\u00bcber eine Strecke eine Konzentrationsmessung mit Hilfe von Infrarot-Spektroskopie durchgef\u00c3\u00bchrt. Zun\u00c3\u00a4chst wird eine Streckenmessung im Luv der Deponie realisiert. So wird die Hintergrundkonzentration ermittelt. Sie dient bei der Auswertung als Korrektur f\u00c3\u00bcr die im Lee der Deponie gemessene Konzentration. Die ermittelten Konzentrationen gehen mit Umgebungsdetails, wie Temperatur, Druck und Oberfl\u00c3\u00a4chenrauigkeit, und mit Winddaten (Windrichtung, Turbulenz, etc.) in das Modellierungsprogramm ein. Dieses ermittelt \u00c3\u00bcber eine r\u00c3\u00bcckw\u00c3\u00a4rtsgerichtete Lagrangesche Modellierung die Quellst\u00c3\u00a4rke, sprich die Emission. In den n\u00c3\u00a4chsten drei Jahren wird an vier Deponien die Methanemission messtechnisch, mit der TDLAS-Methode und rechnerisch, mit verschiedenen Berechnungen modelliert. Parallel dazu wird eine Stabilisierungsma\u00c3\u0178nahme installiert. Aus diesem Vorgehen wird ein dreifacher Erkenntnisgewinn erwartet:1. \u00c3\u0153berpr\u00c3\u00bcfung der Stabilisierungsma\u00c3\u0178nahme, denn nur, wenn sich die gesamte Deponie im Unterdruck befindet, das hei\u00c3\u0178t keine Emissionen messbar sind, kann die Stabilisierungsma\u00c3\u0178nahme wirken.2. Messtechnische Ermittlung des Gasfassungsgrades, durch gleichzeitige Auswertung des Deponiegasfassungssystems und Vergleich mit rechnerischen Methoden.3. \u00c3\u0153berpr\u00c3\u00bcfung des Erfolgs nach Ende der Stabilisierungsma\u00c3\u0178nahme.Der elementare Wissensgewinn ist, dass erstmals eine messtechnische Ermittlung des Gasfassungsgrades m\u00c3\u00b6glich ist und durchgef\u00c3\u00bchrt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfassung von Emissionen an Deponieoberfl\u00e4chen zur Beurteilung von Stabilisierungsma\u00dfnahmen Die Quantifizierung von Methanemissionen aus Siedlungsabfalldeponien erfolgt bislang \u00c3\u00bcber Berechnungen des Methanbildungspotentials und \u00c3\u00bcber gefasste Methanmengen im Gasfassungssystem. 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