{"id":52424,"date":"2026-02-11T10:48:17","date_gmt":"2026-02-11T09:48:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20017-492\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:20","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:20","slug":"20017-492","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20017-492\/","title":{"rendered":"Messtechnische Erfassung von Methanemissionen an Deponieoberfl\u00e4chen zur Absch\u00e4tzung des Erfolgs von Stabilisierungsma\u00dfnahmen"},"content":{"rendered":"<p>Erfassung von Emissionen an Deponieoberfl\u00e4chen zur Beurteilung von Stabilisierungsma\u00dfnahmen<\/p>\n<p>Die Quantifizierung von Methanemissionen aus Siedlungsabfalldeponien erfolgt bislang \u00fcber Berechnungen des Methanbildungspotentials und \u00fcber gefasste Methanmengen im Gasfassungssystem. Nicht jedoch mit Hilfe von Messungen, die eine Aussage \u00fcber die tats\u00e4chlich emittierte Methanfracht ergeben.16 % der globalen anthropogenen Treibhausgase sind bis 2010 Methan zuzuordnen (INTERGOVERNMENTAL PANEL ON CLIMATE CHANGE 2014). Im Jahr 2014 hatten die Methanemissionen deutschlandweit einen Anteil von 6,2 % an den insgesamt emittierten 902.000 Gg CO2-\u00c4quivalenten. Dies entspricht 54.880 Gg CO2-\u00c4quivalenten Methan pro Jahr (UMWELTBUNDESAMT 2016). Aus der Abfalldeponierung stammen davon 11.000 Gg CO2-\u00c4quivalente pro Jahr (UMWELTBUNDESAMT 2013). Eine Reduktion dieser Emissionen um 500-2.500 Gg CO2-\u00c4quivalente pro Jahr durch Bel\u00fcftung ist ein erkl\u00e4rtes Ziel der Bundesrepublik Deutschland. Eine erfolgreiche Bel\u00fcftung kann zu einer bis zu 90%igen Reduktion des Methanbildungspotentials einer einzelnen Deponie f\u00fchren (BUNDESMINISTERIUM F\u00dcR UMWELT, NATURSCHUTZ, BAU UND REAKTORSICHERHEIT 2014). Bisher ist der zentrale Punkt f\u00fcr die Ermittlung der Deponiegasemissionen eine Berechnung, die auf verschiedenen Annahmen, wie eingelagerte Abfallmenge, Abbaubarkeit des eingelagerten Abfalls, Methangehalt des abgesaugten Deponiegases, Alter der Ablagerung und Erfassungsgrad des verwendeten Deponiegasfassungssystems beruht. Zus\u00e4tzlich wird mit Hilfe von regelm\u00e4\u00dfigen Begehungen mit dem Flammenionisationsdetektor kontrolliert, dass die messbaren Konzentrationen an Methan auf der Deponieoberfl\u00e4che gering sind. Aus diesem Vorgehen l\u00e4sst sich eine Emissionsprognose erstellen.Mit dem indirekten Fernmessverfahren TDLAS (Tuneable Diode Laser Absorption Spectroscopy) wird \u00fcber eine Strecke eine Konzentrationsmessung mit Hilfe von Infrarot-Spektroskopie durchgef\u00fchrt. Zun\u00e4chst wird eine Streckenmessung im Luv der Deponie realisiert. So wird die Hintergrundkonzentration ermittelt. Sie dient bei der Auswertung als Korrektur f\u00fcr die im Lee der Deponie gemessene Konzentration. Die ermittelten Konzentrationen gehen mit Umgebungsdetails, wie Temperatur, Druck und Oberfl\u00e4chenrauigkeit, und mit Winddaten (Windrichtung, Turbulenz, etc.) in das Modellierungsprogramm ein. Dieses ermittelt \u00fcber eine r\u00fcckw\u00e4rtsgerichtete Lagrangesche Modellierung die Quellst\u00e4rke, sprich die Emission. In den n\u00e4chsten drei Jahren wird an vier Deponien die Methanemission messtechnisch, mit der TDLAS-Methode und rechnerisch, mit verschiedenen Berechnungen modelliert. Parallel dazu wird eine Stabilisierungsma\u00dfnahme installiert. Aus diesem Vorgehen wird ein dreifacher Erkenntnisgewinn erwartet:1. \u00dcberpr\u00fcfung der Stabilisierungsma\u00dfnahme, denn nur, wenn sich die gesamte Deponie im Unterdruck befindet, das hei\u00dft keine Emissionen messbar sind, kann die Stabilisierungsma\u00dfnahme wirken.2. Messtechnische Ermittlung des Gasfassungsgrades, durch gleichzeitige Auswertung des Deponiegasfassungssystems und Vergleich mit rechnerischen Methoden.3. \u00dcberpr\u00fcfung des Erfolgs nach Ende der Stabilisierungsma\u00dfnahme.Der elementare Wissensgewinn ist, dass erstmals eine messtechnische Ermittlung des Gasfassungsgrades m\u00f6glich ist und durchgef\u00fchrt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfassung von Emissionen an Deponieoberfl\u00e4chen zur Beurteilung von Stabilisierungsma\u00dfnahmen Die Quantifizierung von Methanemissionen aus Siedlungsabfalldeponien erfolgt bislang \u00fcber Berechnungen des Methanbildungspotentials und \u00fcber gefasste Methanmengen im Gasfassungssystem. 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