{"id":52423,"date":"2026-02-11T10:48:17","date_gmt":"2026-02-11T09:48:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20017-493\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:20","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:20","slug":"20017-493","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20017-493\/","title":{"rendered":"Neue Methoden f\u00fcr das Risikomanagement des Buchdruckers (Ips typographus L. 1758) am Beispiel der Randgebiete des Nationalparks S\u00e4chsische Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Neue Methoden f\u00fcr das Risikomanagement des Buchdruckers (Ips typographus L. 1758)<\/p>\n<p style=\"line-height:108%;margin-bottom:0cm;\">Das Management des 1990 gegr\u00fcndeten Nationalparks S\u00e4chsische Schweiz soll ab 2030 f\u00fcr die Mehrheit der Schutzgebietsfl\u00e4che (75 % nach IUCN) auf den Prozessschutz ausgerichtet werden. Aufgrund der k\u00fcnstlichen fichtendominierten Waldbestockung ist dann jedoch mit einer Massenvermehrung des Buchdruckers (<em>Ips typographus <\/em>L.) zu rechnen, wie es im Nationalpark Bayerischer Wald geschehen ist. Um dort das Risiko der Ausweitung des Massenbefalls auf die umgebenden Waldgebiete zu minimieren, wurde ein Waldschutzstreifen von 500 m Breite (Pflege- &amp;amp;amp; Entwicklungszone) eingerichtet. Ein solcher Schutzstreifen kann im NLP S\u00e4chsische Schweiz jedoch nicht umgesetzt werden, da aufgrund der Zweiteilung des Nationalparks in diesem Fall weniger als 75 % der Fl\u00e4che f\u00fcr den Prozessschutz zur Verf\u00fcgung stehen w\u00fcrde. Eine Anlage der Pufferfl\u00e4chen au\u00dferhalb des Nationalparks und damit in Waldgebieten ohne Prozessschutzziel bedarf eines umfassenden Risikomanagements mit pr\u00e4ziser Pr\u00e4dispositionspr\u00e4diktion und situationsbedingten Handlungsempfehlungen, um die jeweiligen Zielstellungen (z.B. Erosionsschutz oder Wirtschaftswald) zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p style=\"line-height:108%;margin-bottom:0cm;\">F\u00fcr ein solches Risikomanagement, bietet sich die Verwendung modellbasierter Prognosewerkzeuge an. Bisher wird daf\u00fcr das Pr\u00e4dispositionsabsch\u00e4tzsystem (PAS) von der Nationalparkverwaltung S\u00e4chsische Schweiz verwendet, das basierend auf Daten zu Bestockung, Topologie und Klima Gef\u00e4hrdungspl\u00e4ne entwirft. Bei diesem System bleibt jedoch die Dynamik der Ausbreitung und des Befalls des Buchdruckers vollst\u00e4ndig unber\u00fccksichtigt. Diese Dynamik kann mit dem individuenbasierten Modell IPS (Infestation Pattern Simulation) r\u00e4umlich und zeitlich explizit abgebildet werden. Eine Verschmelzung beider Modellans\u00e4tze (GIS-Einbindung und Parametrisierung in IPS nach PAS-Annahmen) w\u00e4re deshalb f\u00fcr eine Risikosch\u00e4tzung auf kleiner Skala (max. 600 ha) geeigneter. F\u00fcr die Extrapolation der Ergebnisse auf die gesamte Nationalparkregion w\u00e4re ein so genanntes Metamodell-basiertes Upscaling n\u00f6tig, f\u00fcr das sich die Verwendung z.B. eines k\u00fcnstlichen neuronalen Netzes anbietet. Die Eignung dieses Modellansatzes f\u00fcr die Vorhersage des Borkenk\u00e4ferbefalls auf regionaler Ebene konnte in einer Pilotstudie (<span style=\"font-variant:small-caps;\">Noack &#038; Kalch<\/span>, 2012; unver\u00f6ffentlicht) gezeigt werden. Ein solches Metamodell lernt die zugrundeliegenden Zusammenh\u00e4nge (z.B. zwischen der aktuellen Bestockung und dem Befallsaufkommen) und kann diese f\u00fcr das gesamte Schutzgebiet mit minimalem Rechenaufwand anwenden. Als Ergebnis k\u00f6nnen Gef\u00e4hrdungspl\u00e4ne ermittelt werden, die die aktuelle Situation sowie die zuk\u00fcnftig zu erwartenden Zust\u00e4nde (z.B. \u00c4nderung der mittleren Temperatur durch Klimawandel oder Verringerung des Fichtenanteils der den Nationalpark umgebenden Waldgebiete durch Waldumbau) ber\u00fccksichtigt. Ein quantitativer Test von Managementma\u00dfnahmen in der Pufferzone des Nationalparks und dar\u00fcber hinaus ist mit der Verbindung von Metamodell und Individuen-basierter Modellierung f\u00fcr verschiedene Szenarien m\u00f6glich, sodass Handlungsempfehlungen entwickelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"line-height:108%;margin-bottom:0.28cm;\">Mit der Entwicklung eines solchen modellbasierten Werkzeugs soll trotz Klimawandels die m\u00f6gliche Erhaltung der Waldfunktionen sowie der Nachhaltigkeitsaspekte (\u00f6kologische, \u00f6konomische und soziale Nachhaltigkeit) der den Nationalpark umgebenden Waldgebiete gepr\u00fcft und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, so dass unabh\u00e4ngig vom Auftreten einer Borkenk\u00e4fergradation die Umsetzung der naturschutzfachlichen Zielstellung des Nationalparks ohne Gef\u00e4hrdung anderer Waldgebiete gew\u00e4hrleistet werden kann. Die im Rahmen dieses Projektes entwickelten Werkzeuge k\u00f6nnen zuk\u00fcnftig auch an andere gro\u00dffl\u00e4chige Schutzgebiete wie dem Nationalpark Schwarzwald oder an Naturwaldparzellen wie z.B. die durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt betreute Naturerbefl\u00e4che Hartmannsdorfer Forst (Zwickau, Sachsen) angepasst werden und verstehen sich deshalb als generische Werkzeuge zur Unterst\u00fctzung der Planung und Optimierung von Schutzma\u00dfnahmen gegen den Borkenk\u00e4ferbefall in den an prozessorientierten Schutzgebieten angrenzenden Waldgebieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Methoden f\u00fcr das Risikomanagement des Buchdruckers (Ips typographus L. 1758) Das Management des 1990 gegr\u00fcndeten Nationalparks S\u00e4chsische Schweiz soll ab 2030 f\u00fcr die Mehrheit der Schutzgebietsfl\u00e4che (75 % nach IUCN) auf den Prozessschutz ausgerichtet werden. 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