{"id":52423,"date":"2026-10-23T12:48:40","date_gmt":"2026-10-23T10:48:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20017-493\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:41","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:41","slug":"20017-493","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20017-493\/","title":{"rendered":"Neue Methoden f\u00c3\u00bcr das Risikomanagement des Buchdruckers (Ips typographus L. 1758) am Beispiel der Randgebiete des Nationalparks S\u00c3\u00a4chsische Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Neue Methoden f\u00fcr das Risikomanagement des Buchdruckers (Ips typographus L. 1758)<\/p>\n<p style=\"line-height:108%;margin-bottom:0cm;\">Das Management des 1990 gegr\u00c3\u00bcndeten Nationalparks S\u00c3\u00a4chsische Schweiz soll ab 2030 f\u00c3\u00bcr die Mehrheit der Schutzgebietsfl\u00c3\u00a4che (75 % nach IUCN) auf den Prozessschutz ausgerichtet werden. Aufgrund der k\u00c3\u00bcnstlichen fichtendominierten Waldbestockung ist dann jedoch mit einer Massenvermehrung des Buchdruckers (<em>Ips typographus <\/em>L.) zu rechnen, wie es im Nationalpark Bayerischer Wald geschehen ist. Um dort das Risiko der Ausweitung des Massenbefalls auf die umgebenden Waldgebiete zu minimieren, wurde ein Waldschutzstreifen von 500 m Breite (Pflege- &amp;amp;amp; Entwicklungszone) eingerichtet. Ein solcher Schutzstreifen kann im NLP S\u00c3\u00a4chsische Schweiz jedoch nicht umgesetzt werden, da aufgrund der Zweiteilung des Nationalparks in diesem Fall weniger als 75 % der Fl\u00c3\u00a4che f\u00c3\u00bcr den Prozessschutz zur Verf\u00c3\u00bcgung stehen w\u00c3\u00bcrde. Eine Anlage der Pufferfl\u00c3\u00a4chen au\u00c3\u0178erhalb des Nationalparks und damit in Waldgebieten ohne Prozessschutzziel bedarf eines umfassenden Risikomanagements mit pr\u00c3\u00a4ziser Pr\u00c3\u00a4dispositionspr\u00c3\u00a4diktion und situationsbedingten Handlungsempfehlungen, um die jeweiligen Zielstellungen (z.B. Erosionsschutz oder Wirtschaftswald) zu gew\u00c3\u00a4hrleisten.<\/p>\n<p style=\"line-height:108%;margin-bottom:0cm;\">F\u00c3\u00bcr ein solches Risikomanagement, bietet sich die Verwendung modellbasierter Prognosewerkzeuge an. Bisher wird daf\u00c3\u00bcr das Pr\u00c3\u00a4dispositionsabsch\u00c3\u00a4tzsystem (PAS) von der Nationalparkverwaltung S\u00c3\u00a4chsische Schweiz verwendet, das basierend auf Daten zu Bestockung, Topologie und Klima Gef\u00c3\u00a4hrdungspl\u00c3\u00a4ne entwirft. Bei diesem System bleibt jedoch die Dynamik der Ausbreitung und des Befalls des Buchdruckers vollst\u00c3\u00a4ndig unber\u00c3\u00bccksichtigt. Diese Dynamik kann mit dem individuenbasierten Modell IPS (Infestation Pattern Simulation) r\u00c3\u00a4umlich und zeitlich explizit abgebildet werden. Eine Verschmelzung beider Modellans\u00c3\u00a4tze (GIS-Einbindung und Parametrisierung in IPS nach PAS-Annahmen) w\u00c3\u00a4re deshalb f\u00c3\u00bcr eine Risikosch\u00c3\u00a4tzung auf kleiner Skala (max. 600 ha) geeigneter. F\u00c3\u00bcr die Extrapolation der Ergebnisse auf die gesamte Nationalparkregion w\u00c3\u00a4re ein so genanntes Metamodell-basiertes Upscaling n\u00c3\u00b6tig, f\u00c3\u00bcr das sich die Verwendung z.B. eines k\u00c3\u00bcnstlichen neuronalen Netzes anbietet. Die Eignung dieses Modellansatzes f\u00c3\u00bcr die Vorhersage des Borkenk\u00c3\u00a4ferbefalls auf regionaler Ebene konnte in einer Pilotstudie (<span style=\"font-variant:small-caps;\">Noack &#038; Kalch<\/span>, 2012; unver\u00c3\u00b6ffentlicht) gezeigt werden. Ein solches Metamodell lernt die zugrundeliegenden Zusammenh\u00c3\u00a4nge (z.B. zwischen der aktuellen Bestockung und dem Befallsaufkommen) und kann diese f\u00c3\u00bcr das gesamte Schutzgebiet mit minimalem Rechenaufwand anwenden. Als Ergebnis k\u00c3\u00b6nnen Gef\u00c3\u00a4hrdungspl\u00c3\u00a4ne ermittelt werden, die die aktuelle Situation sowie die zuk\u00c3\u00bcnftig zu erwartenden Zust\u00c3\u00a4nde (z.B. \u00c3\u201enderung der mittleren Temperatur durch Klimawandel oder Verringerung des Fichtenanteils der den Nationalpark umgebenden Waldgebiete durch Waldumbau) ber\u00c3\u00bccksichtigt. Ein quantitativer Test von Managementma\u00c3\u0178nahmen in der Pufferzone des Nationalparks und dar\u00c3\u00bcber hinaus ist mit der Verbindung von Metamodell und Individuen-basierter Modellierung f\u00c3\u00bcr verschiedene Szenarien m\u00c3\u00b6glich, sodass Handlungsempfehlungen entwickelt werden k\u00c3\u00b6nnen.<\/p>\n<p style=\"line-height:108%;margin-bottom:0.28cm;\">Mit der Entwicklung eines solchen modellbasierten Werkzeugs soll trotz Klimawandels die m\u00c3\u00b6gliche Erhaltung der Waldfunktionen sowie der Nachhaltigkeitsaspekte (\u00c3\u00b6kologische, \u00c3\u00b6konomische und soziale Nachhaltigkeit) der den Nationalpark umgebenden Waldgebiete gepr\u00c3\u00bcft und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, so dass unabh\u00c3\u00a4ngig vom Auftreten einer Borkenk\u00c3\u00a4fergradation die Umsetzung der naturschutzfachlichen Zielstellung des Nationalparks ohne Gef\u00c3\u00a4hrdung anderer Waldgebiete gew\u00c3\u00a4hrleistet werden kann. Die im Rahmen dieses Projektes entwickelten Werkzeuge k\u00c3\u00b6nnen zuk\u00c3\u00bcnftig auch an andere gro\u00c3\u0178fl\u00c3\u00a4chige Schutzgebiete wie dem Nationalpark Schwarzwald oder an Naturwaldparzellen wie z.B. die durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt betreute Naturerbefl\u00c3\u00a4che Hartmannsdorfer Forst (Zwickau, Sachsen) angepasst werden und verstehen sich deshalb als generische Werkzeuge zur Unterst\u00c3\u00bctzung der Planung und Optimierung von Schutzma\u00c3\u0178nahmen gegen den Borkenk\u00c3\u00a4ferbefall in den an prozessorientierten Schutzgebieten angrenzenden Waldgebieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Methoden f\u00fcr das Risikomanagement des Buchdruckers (Ips typographus L. 1758) Das Management des 1990 gegr\u00c3\u00bcndeten Nationalparks S\u00c3\u00a4chsische Schweiz soll ab 2030 f\u00c3\u00bcr die Mehrheit der Schutzgebietsfl\u00c3\u00a4che (75 % nach IUCN) auf den Prozessschutz ausgerichtet werden. 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