{"id":52406,"date":"2026-10-23T12:48:37","date_gmt":"2026-10-23T10:48:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20017-510\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:38","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:38","slug":"20017-510","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20017-510\/","title":{"rendered":"Pr\u00c3\u00a4diktoren der Einstellung von Sch\u00c3\u00bclerinnen und Sch\u00c3\u00bclern in Bezug auf Wildnis und Verwilderung in Deutschland unter besonderer Ber\u00c3\u00bccksichtigung von Vorstellungen und Migrationshintergrund"},"content":{"rendered":"<p>Pr\u00e4diktoren der Einstellung von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zu Wildnis und Verwilderung<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:115%;\"><span>Wildnis ist in den vergangenen Jahren immer pr\u00c3\u00a4senter als Thema im fachlichen Naturschutzdiskurs und der breiten \u00c3\u2013ffentlichkeitsarbeit geworden. Da das Zulassen von Eigendynamiken in Wildnis- und Verwilderungsgebieten in jeder Hinsicht ergebnisoffen ist, k\u00c3\u00b6nnen diese auf den Menschen wenig \u00c3\u00a4sthetisch, ungepflegt oder gar verwahrlost wirken. F\u00c3\u00bcr die gelingende Etablierung sind jedoch auch der R\u00c3\u00bcckhalt und die Unterst\u00c3\u00bctzung aus der Bev\u00c3\u00b6lkerung von essentieller Wichtigkeit. Deswegen haben viele Tr\u00c3\u00a4ger von wilden oder verwildernden Fl\u00c3\u00a4chen, wie Nationalparke oder auch die Naturerbe-Tochter der DBU, in ihren Aufgaben und Zielen verankert, dass ausgew\u00c3\u00a4hlte Fl\u00c3\u00a4chen f\u00c3\u00bcr Besucher und Anwohner \u00c3\u00bcber vielf\u00c3\u00a4ltige Angebote zug\u00c3\u00a4nglich gemacht werden <span>(DBU Naturerbe o.J.; BMUB 2009, S. 2554)<\/span>. Hier\u00c3\u00bcber soll nicht nur ein Verst\u00c3\u00a4ndnis f\u00c3\u00bcr die naturschutzfachlichen Ziele der Tr\u00c3\u00a4ger geschaffen werden, sondern auch Begeisterung f\u00c3\u00bcr heimische Natur und ein Verantwortungsbewusstsein gegen\u00c3\u00bcber dieser gef\u00c3\u00b6rdert werden <span>(DBU Naturerbe o.J.)<\/span>. F\u00c3\u00bcr Bildungsprozesse jeglicher Art ist es nach konstruktivistischer Sicht von enormer Wichtigkeit, sich \u00c3\u00bcber die individuellen Vorstellungen und Einstellungen der jeweiligen Zielgruppe zum Lerngegenstand bewusst zu sein, um einen Konzeptwechsel von Alltagsvorstellungen hin zu fachwissenschaftlichen Vorstellungen erreichen zu k\u00c3\u00b6nnen <span>(Ziegler 2007, S. 94)<\/span>.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:115%;\"><span>Bisherige Untersuchungen zu Einstellungen und Vorstellungen der Bev\u00c3\u00b6lkerung zu Wildnis waren jedoch vorrangig auf Erwachsene fokussiert und ber\u00c3\u00bccksichtigten nicht den Migrationshintergrund. In Anbetracht der Diversifizierung der Bev\u00c3\u00b6lkerungsstruktur von Deutschland und dem gro\u00c3\u0178en Anteil von Kindern und Jugendlichen als Umweltbildungszielgruppe erweist sich dies als eine entscheidende Forschungsl\u00c3\u00bccke, die mit dem hier vorgestellten Forschungsvorhaben geschlossen werden soll. Forschungsziel ist es demnach, die Pr\u00c3\u00a4diktoren der Einstellung von Sch\u00c3\u00bclerinnen und Sch\u00c3\u00bclern in Bezug auf Wildnis und Verwilderung in Deutschland unter besonderer Ber\u00c3\u00bccksichtigung ihrer Vorstellungen und des Migrationshintergrundes<strong> <\/strong>zu untersuchen. Des Weiteren soll ein zielgruppenspezifisches, interdisziplin\u00c3\u00a4res und kultursensibles Bildungskonzept zu den Themen Wildnis und Verwilderung entwickelt werden.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:115%;\"><span>Bei der empirischen Untersuchung handelt es sich um eine bundesweite, quantitative Fragebogenerhebung an Schulen. Es wird angestrebt einen Stichprobenumfang zwischen 750 und 1000 Versuchspersonen zu erreichen. Da der Einfluss des Migrationshintergrunds eine wichtige Komponente des Forschungsvorhabens ist, sollte eine Gleichverteilung von Probanden mit und ohne Migrationshintergrund erfolgen. Laut aktuellem Recherchestand wird f\u00c3\u00bcr die Beantwortung der Forschungsfragen die Verwendung eines bereits erprobten und evaluierten Untersuchungsinstruments aus der Schweiz f\u00c3\u00bcr besonders geeignet erachtet (Bauer 2005). Es wird erwartet, dass aufgrund der abweichenden Stichprobenzusammensetzung sprachliche wie auch inhaltliche Anpassungen sowie Validit\u00c3\u00a4tspr\u00c3\u00bcfungen bei dem Untersuchungsinstrument vorgenommen werden m\u00c3\u00bcssen. Eine Auswertung der erhobenen Daten soll \u00c3\u00bcber das Statistikprogramm SPSS erfolgen und neben Faktorenanalysen und deskriptiven Analyseverfahren vor allem auf Regressionsanalysen zur\u00c3\u00bcckgreifen.<br \/>Die gewonnen Ergebnisse sollen anschlie\u00c3\u0178end Anhaltspunkte daf\u00c3\u00bcr liefern, welche Faktoren der Lernenden bei der Entwicklung von Bildungskonzepten ber\u00c3\u00bccksichtigt werden sollten. Das zu entwickelnde Bildungskonzept soll dem Anspruch eines ganzheitlich, systemischen Zugangs mit hohem Potential f\u00c3\u00bcr emotionales Erleben im Sinne einer Bildung f\u00c3\u00bcr nachhaltige Entwicklung (BNE) gerecht werden. Da die Themen Wildnis und Verwilderung eine hohe Multiperspektivit\u00c3\u00a4t aufweisen, soll auch das Konzept f\u00c3\u00a4cher\u00c3\u00bcbergreifend und interdisziplin\u00c3\u00a4r ausgelegt sein. Basierend auf den empirischen Ergebnissen zu kulturell bedingten Unterschieden bei den Vor- und Einstellungen zu Wildnis, soll dem Migrationshintergrund eine besondere Bedeutung bei der Ausgestaltung des Konzepts zugemessen werden. So soll der Mehrwert kultureller Diversit\u00c3\u00a4t erfahrbar gemacht und interkulturelle Dialoge initiiert werden.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:115%;\"><span>Literatur:<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:115%;\"><span><span style=\"color:#000000;\">Bauer, Nicole (2005): F\u00c3\u00bcr und wider Wildnis. Soziale Dimensionen einer aktuellen gesellschaftlichen Debatte. Bern, Stuttgart, Wien: Haupt.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:115%;\"><span>BMUB (29.07.2009): Gesetz zur Neuregelung des Rechts des Naturschutzes und der Landschaftspflege, 2542-2579. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:115%;\"><span><span style=\"color:#000000;\">DBU Naturerbe: Die Ziele und Aufgaben der DBU Naturerbe. Online verf\u00c3\u00bcgbar unter https:\/\/www.dbu.de\/2619.html. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:6pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:115%;\"><span><span style=\"color:#000000;\">Ziegler, Christine (2007): Partizipation der Sch\u00c3\u00bcler im naturwissenschaftlichen Fachunterricht. 1. Aufl. Leverkusen: Budrich, Barbara (Studien zur Bildungsgangforschung, Bd. 19).<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pr\u00e4diktoren der Einstellung von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zu Wildnis und Verwilderung Wildnis ist in den vergangenen Jahren immer pr\u00c3\u00a4senter als Thema im fachlichen Naturschutzdiskurs und der breiten \u00c3\u2013ffentlichkeitsarbeit geworden. Da das Zulassen von Eigendynamiken in Wildnis- und Verwilderungsgebieten in jeder Hinsicht ergebnisoffen ist, k\u00c3\u00b6nnen diese auf den Menschen wenig \u00c3\u00a4sthetisch, ungepflegt oder gar verwahrlost wirken. 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