{"id":52388,"date":"2026-10-23T12:48:34","date_gmt":"2026-10-23T10:48:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20017-528\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:35","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:35","slug":"20017-528","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20017-528\/","title":{"rendered":"Kupfer als Antifoulingbiozid in deutschen Binnengew\u00c3\u00a4ssern &#8211; Untersuchung der Auswirkungen auf aquatische Organismen am Beispiel des potenziellen Modellorganismus Theodoxus fluviatilis"},"content":{"rendered":"<p>Auswirkungen von Kupfer als Antifoulingbiozid auf aquatische Organismen im S\u00fc\u00dfwasser<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>Kupfer wird seit mehr als einhundert Jahren als Antifoulingbiozid in Anstrichen f\u00c3\u00bcr Bootsr\u00c3\u00bcmpfe eingesetzt. Sowohl durch Kontakt der kupferhaltigen Beschichtungen mit dem umgebenden Wasser als auch durch Reinigungsarbeiten kommt es zu einem relevanten Eintrag des Biozids in Gew\u00c3\u00a4sser. Die entstehenden Kupferionen greifen nicht nur Aufwuchsorganismen an, sondern sch\u00c3\u00a4digen auch lebenswichtige biologische Funktionen bei Nicht-Zielorganismen.<\/span><\/span><\/span> <span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>In Deutschland gibt es bisher keine Einschr\u00c3\u00a4nkungen der Anwendung kupferhaltiger Anstriche, obwohl pro Jahr mehr als 140 Tonnen Kupfer in Antifoulingprodukten f\u00c3\u00bcr Sportboote eingesetzt werden &#8211; dies entspricht fast einem F\u00c3\u00bcnftel des gesamten deutschen Kupfereintrags in Gew\u00c3\u00a4sser. Bei einer aktuellen Untersuchung deutscher Sportbooth\u00c3\u00a4fen wurde Kupfer in 89% der F\u00c3\u00a4lle im Wasser nachgewiesen, in 20% lag die Konzentration \u00c3\u00bcber den lokalen Qualit\u00c3\u00a4tsstandards (EQS). <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>Wenngleich im Gew\u00c3\u00a4ssermonitoring zumeist nur Wasserkonzentrationen des Metalls betrachtet werden, ist f\u00c3\u00bcr dessen Auswirkungen auf aquatische Organismen nicht nur die Aufnahme \u00c3\u00bcber das Wasser, sondern auch \u00c3\u00bcber den Aufwuchs als Nahrungsquelle von Bedeutung, da Kupferionen im<\/span><\/span><\/span> <span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>Biofilm akkumulieren.<\/span><\/span><\/span> <span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>Um die Risiken von kupferhaltigen Antifoulingprodukten in Deutschland realistisch einsch\u00c3\u00a4tzen und bewerten zu k\u00c3\u00b6nnen, ist es notwendig die Auswirkungen in einem System zu testen, das beide Expositionspfade abdeckt. Als reiner Grazer ist die Gemeine Kahnschnecke <em>Theodoxus fluviatilis<\/em> potenziell besonders gegen\u00c3\u00bcber Kupfer aus Antifouling exponiert und wurde daher als Modellorganismus f\u00c3\u00bcr das Promotionsvorhaben ausgew\u00c3\u00a4hlt, da bisher keine Effektstudie mit einem reinen Grazer durchgef\u00c3\u00bchrt wurde.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>Da in Deutschland zwei Formen von <em>T. fluviatilis<\/em> vorkommen (die heimische mitteleurop\u00c3\u00a4ische Form und die eingewanderte Donauform), bietet sich die M\u00c3\u00b6glichkeit, unterschiedliche Sensibilit\u00c3\u00a4ten bez\u00c3\u00bcglich Schadstofftoleranzen innerhalb einer Art zu untersuchen. Die Kupfertoleranzen beider Formen von <em>T. fluviatilis<\/em> sollen vergleichend untersucht werden, um mit den gewonnenen Ergebnissen zur aktuellen Diskussion um die Beachtung innerartlicher Variation bei Testarten in der Monitoringpraxis beizutragen. In einer Freilandstudie werden Populationen der Donauform hinsichtlich ihrer Antworten auf unterschiedlich schadstoffbelastete Standorte verglichen.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>Das Hauptziel des Promotionsvorhabens ist, die Auswirkungen von Kupfer auf eine direkt betroffene Art zu untersuchen. Hierf\u00c3\u00bcr sollen, neben der Eignungspr\u00c3\u00bcfung von<em> T. fluviatilis<\/em> als potenziellen Modellorganismus und der Etablierung eines selbst entwickelten Testsystems, folgende Fragen beantwortet werden: <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>1. a) Welche NOEC- und ECx-Werte lassen sich aus einer Kupferexposition von <em>T. fluviatilis<\/em> ableiten und wie sind diese hinsichtlich umweltrelevanter Konzentrationen einzuordnen? <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>1. b) Besteht bez\u00c3\u00bcglich der Sensibilit\u00c3\u00a4t gegen\u00c3\u00bcber Kupfer eine innerartliche Variation zwischen den beiden Formen? <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>2. Wo liegt der Hauptaufnahmepfad von in Wasser gel\u00c3\u00b6sten Kupferionen in den Organismus <em>T. fluviatilis<\/em> und welche Organe zeigen physiologische Sch\u00c3\u00a4digungen als Antwort auf die Exposition: Kiemen, Verdauungstrakt oder gleichbedeutend? <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>3. Zeigt die Donauform von <em>T. fluviatilis<\/em> eine Stresstoleranz an kupferbelasteten Standorten und unterscheiden sich die Populationen zwischen in unterschiedlichem Ma\u00c3\u0178e belasteten Standorten?<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>Die methodische Durchf\u00c3\u00bchrung des Promotionsvorhabens beinhaltet eine Kupferexposition von Donau- und mitteleurop\u00c3\u00a4ischer Form von <em>T. fluviatilis<\/em> im Labor. In einer Freilandstudie werden Standorte mit Vorkommen der Donauform auf ihre Umweltbedingungen und Schadstoffbelastungen hin analysiert und miteinander verglichen.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auswirkungen von Kupfer als Antifoulingbiozid auf aquatische Organismen im S\u00fc\u00dfwasser Kupfer wird seit mehr als einhundert Jahren als Antifoulingbiozid in Anstrichen f\u00c3\u00bcr Bootsr\u00c3\u00bcmpfe eingesetzt. Sowohl durch Kontakt der kupferhaltigen Beschichtungen mit dem umgebenden Wasser als auch durch Reinigungsarbeiten kommt es zu einem relevanten Eintrag des Biozids in Gew\u00c3\u00a4sser. 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