{"id":52388,"date":"2026-02-11T10:48:13","date_gmt":"2026-02-11T09:48:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20017-528\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:16","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:16","slug":"20017-528","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20017-528\/","title":{"rendered":"Kupfer als Antifoulingbiozid in deutschen Binnengew\u00e4ssern &#8211; Untersuchung der Auswirkungen auf aquatische Organismen am Beispiel des potenziellen Modellorganismus Theodoxus fluviatilis"},"content":{"rendered":"<p>Auswirkungen von Kupfer als Antifoulingbiozid auf aquatische Organismen im S\u00fc\u00dfwasser<\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>Kupfer wird seit mehr als einhundert Jahren als Antifoulingbiozid in Anstrichen f\u00fcr Bootsr\u00fcmpfe eingesetzt. Sowohl durch Kontakt der kupferhaltigen Beschichtungen mit dem umgebenden Wasser als auch durch Reinigungsarbeiten kommt es zu einem relevanten Eintrag des Biozids in Gew\u00e4sser. Die entstehenden Kupferionen greifen nicht nur Aufwuchsorganismen an, sondern sch\u00e4digen auch lebenswichtige biologische Funktionen bei Nicht-Zielorganismen.<\/span><\/span><\/span> <span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>In Deutschland gibt es bisher keine Einschr\u00e4nkungen der Anwendung kupferhaltiger Anstriche, obwohl pro Jahr mehr als 140 Tonnen Kupfer in Antifoulingprodukten f\u00fcr Sportboote eingesetzt werden &#8211; dies entspricht fast einem F\u00fcnftel des gesamten deutschen Kupfereintrags in Gew\u00e4sser. Bei einer aktuellen Untersuchung deutscher Sportbooth\u00e4fen wurde Kupfer in 89% der F\u00e4lle im Wasser nachgewiesen, in 20% lag die Konzentration \u00fcber den lokalen Qualit\u00e4tsstandards (EQS). <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>Wenngleich im Gew\u00e4ssermonitoring zumeist nur Wasserkonzentrationen des Metalls betrachtet werden, ist f\u00fcr dessen Auswirkungen auf aquatische Organismen nicht nur die Aufnahme \u00fcber das Wasser, sondern auch \u00fcber den Aufwuchs als Nahrungsquelle von Bedeutung, da Kupferionen im<\/span><\/span><\/span> <span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>Biofilm akkumulieren.<\/span><\/span><\/span> <span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>Um die Risiken von kupferhaltigen Antifoulingprodukten in Deutschland realistisch einsch\u00e4tzen und bewerten zu k\u00f6nnen, ist es notwendig die Auswirkungen in einem System zu testen, das beide Expositionspfade abdeckt. Als reiner Grazer ist die Gemeine Kahnschnecke <em>Theodoxus fluviatilis<\/em> potenziell besonders gegen\u00fcber Kupfer aus Antifouling exponiert und wurde daher als Modellorganismus f\u00fcr das Promotionsvorhaben ausgew\u00e4hlt, da bisher keine Effektstudie mit einem reinen Grazer durchgef\u00fchrt wurde.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>Da in Deutschland zwei Formen von <em>T. fluviatilis<\/em> vorkommen (die heimische mitteleurop\u00e4ische Form und die eingewanderte Donauform), bietet sich die M\u00f6glichkeit, unterschiedliche Sensibilit\u00e4ten bez\u00fcglich Schadstofftoleranzen innerhalb einer Art zu untersuchen. Die Kupfertoleranzen beider Formen von <em>T. fluviatilis<\/em> sollen vergleichend untersucht werden, um mit den gewonnenen Ergebnissen zur aktuellen Diskussion um die Beachtung innerartlicher Variation bei Testarten in der Monitoringpraxis beizutragen. In einer Freilandstudie werden Populationen der Donauform hinsichtlich ihrer Antworten auf unterschiedlich schadstoffbelastete Standorte verglichen.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>Das Hauptziel des Promotionsvorhabens ist, die Auswirkungen von Kupfer auf eine direkt betroffene Art zu untersuchen. Hierf\u00fcr sollen, neben der Eignungspr\u00fcfung von<em> T. fluviatilis<\/em> als potenziellen Modellorganismus und der Etablierung eines selbst entwickelten Testsystems, folgende Fragen beantwortet werden: <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>1. a) Welche NOEC- und ECx-Werte lassen sich aus einer Kupferexposition von <em>T. fluviatilis<\/em> ableiten und wie sind diese hinsichtlich umweltrelevanter Konzentrationen einzuordnen? <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>1. b) Besteht bez\u00fcglich der Sensibilit\u00e4t gegen\u00fcber Kupfer eine innerartliche Variation zwischen den beiden Formen? <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>2. Wo liegt der Hauptaufnahmepfad von in Wasser gel\u00f6sten Kupferionen in den Organismus <em>T. fluviatilis<\/em> und welche Organe zeigen physiologische Sch\u00e4digungen als Antwort auf die Exposition: Kiemen, Verdauungstrakt oder gleichbedeutend? <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>3. Zeigt die Donauform von <em>T. fluviatilis<\/em> eine Stresstoleranz an kupferbelasteten Standorten und unterscheiden sich die Populationen zwischen in unterschiedlichem Ma\u00dfe belasteten Standorten?<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:10pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;\"><span style=\"font-size:11pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span>Die methodische Durchf\u00fchrung des Promotionsvorhabens beinhaltet eine Kupferexposition von Donau- und mitteleurop\u00e4ischer Form von <em>T. fluviatilis<\/em> im Labor. In einer Freilandstudie werden Standorte mit Vorkommen der Donauform auf ihre Umweltbedingungen und Schadstoffbelastungen hin analysiert und miteinander verglichen.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auswirkungen von Kupfer als Antifoulingbiozid auf aquatische Organismen im S\u00fc\u00dfwasser Kupfer wird seit mehr als einhundert Jahren als Antifoulingbiozid in Anstrichen f\u00fcr Bootsr\u00fcmpfe eingesetzt. Sowohl durch Kontakt der kupferhaltigen Beschichtungen mit dem umgebenden Wasser als auch durch Reinigungsarbeiten kommt es zu einem relevanten Eintrag des Biozids in Gew\u00e4sser. Die entstehenden Kupferionen greifen nicht nur Aufwuchsorganismen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52388","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20017\/528","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"Rothmeier","dbu_stipendiaten_vorname":"Louisa","dbu_stipendiaten_titel":"Dr.","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2018-01-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2021-06-30 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"P\u00e4dagogische Hochschule Karlsruhe Institut f\u00fcr Biologie und Schulgartenentwicklung","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Andreas Martens","dbu_stipendiaten_email_dienst":"louisa-rothmeier@gmx.de"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52388","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52388\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58400,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52388\/revisions\/58400"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52388"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52388"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52388"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}