{"id":52387,"date":"2026-03-08T10:46:16","date_gmt":"2026-03-08T09:46:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20018-529\/"},"modified":"2026-03-08T10:46:16","modified_gmt":"2026-03-08T09:46:16","slug":"20018-529","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20018-529\/","title":{"rendered":"Ein chemisch-analytischer Ansatz zum Langzeit-Monitoring von Hummeln in Agrarlandschaften durch die Analyse kohlenwasserstoffhaltiger Fu\u00dfabdr\u00fccke auf den Corollen von Bl\u00fctenpflanzen"},"content":{"rendered":"<p>Ein chemisch-analytischer Ansatz zum Langzeit-Monitoring von Hummeln<\/p>\n<p>Die Best\u00e4ubung durch Wildbienen ist von herausragender Bedeutung f\u00fcr heimische Wildpflanzen und die Sicherstellung des Ertrags sowie der Ertragsqualit\u00e4t wichtiger Kulturpflanzen, eine Leistung, die von der Honigbiene allein nicht erbracht werden kann. Wildbienen sind jedoch stark r\u00fcckl\u00e4ufig: rund 57 % der etwa 550 Arten in Deutschland stehen mittlerweile auf der Roten Liste. Eine verbesserte Kenntnis von Ausma\u00df und Dynamik des R\u00fcckgangs sind Voraussetzungen f\u00fcr die Ursachenforschung und damit f\u00fcr den Schutz der bedrohten Wildbienen. Ein zuverl\u00e4ssiges, ausreichend repliziertes Langzeit-Monitoring wird jedoch durch den enormen Zeitaufwand, der hierf\u00fcr n\u00f6tig ist, erschwert. In meinem Promotionsprojekt m\u00f6chte ich eine chemisch basierte Methode weiterentwickeln und validieren, die es erm\u00f6glicht, eine wichtige Gruppe der Wildbienen, die Hummeln, mit deutlich geringerem Zeitaufwand zu monitoren. Hummeln hinterlassen beim Bl\u00fctenbesuch artspezifische, chemische R\u00fcckst\u00e4nde ihrer Cuticula auf den Kronbl\u00e4ttern von Bl\u00fctenpflanzen. Diese &#8220;Fu\u00dfabdr\u00fccke&#8221; bestehen aus langkettigen, z.T. unges\u00e4ttigten Kohlenwasserstoffen (unsaturated hydrocarbons: UHCs) und akkumulieren aufgrund ihrer Schwerfl\u00fcchtigkeit weitgehend verlustfrei auf den Corollen von Bl\u00fcten. Die Hummelsubstanzen werden mit L\u00f6sungsmitteln aus Bl\u00fctenproben extrahiert und mittels Gaschromatographie, gekoppelt mit Massenspektrometrie (GC\/MS), identifiziert und quantifiziert. Die UHC-Isomere lassen in ihrer Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t R\u00fcckschl\u00fcsse auf Art und Anzahl bl\u00fctenbesuchender Hummeln zu. Durch die kumulative Natur der Fu\u00dfabdr\u00fccke k\u00f6nnen bei einmaliger Probennahme von Bl\u00fcten, je nach Bl\u00fchdauer, die Hummelbesuche mehrerer Tage erfasst werden. Die Fu\u00dfabdruck-Methode ist im Vergleich zum klassischen Monitoring bedeutend weniger zeitaufw\u00e4ndig und erm\u00f6glicht die zeitgleiche Untersuchung zahlreicher Lokalit\u00e4ten. Zudem ist die Analyse per GC\/MS verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kosteng\u00fcnstig. In meinem Promotionsprojekt sollen folgende konkrete Ziele erreicht werden:<\/p>\n<p>1. Die Etablierung von ca. 5-6 h\u00e4ufigen, hummelbesuchten Pflanzenarten als Untersuchungsarten f\u00fcr die Fu\u00dfabdruck-Methode.<\/p>\n<p>2. Die Erfassung der saisonalen und zwischenj\u00e4hrlichen Hummelbesuchsvariabilit\u00e4t auf diesen Pflanzen als Testlauf eines chemisch-basierten Langzeit-Monitorings.<\/p>\n<p>3. Der Einsatz der Methode zum Vergleich des Hummelbesuchs zwischen Lokalit\u00e4ten als Ansatz f\u00fcr eine Ursachenforschung des Hummelr\u00fcckgangs.<\/p>\n<p>Die Promotion wird am &#8220;Lehrstuhl f\u00fcr Evolutions\u00f6kologie und Biodiversit\u00e4t der Tiere&#8221; (Ruhr-Universit\u00e4t Bochum) durchgef\u00fchrt und ist konzeptionell und logistisch an das vom BMU gef\u00f6rderte Verbundprojekt BienABest angelehnt. Dieses wird vom VDI und der Universit\u00e4t Ulm (Prof. Dr. Ayasse) geleitet. Das Verbundprojekt hat zum Ziel, den drastischen R\u00fcckgang der heimischen Wildbienendiversit\u00e4t zu verstehen und Schutzma\u00dfnahmen zu entwickeln, diesen aufzuhalten. Im Herbst 2017 wurden bundesweit 180 Monitoringfl\u00e4chen etabliert, die neben einer eigenen Versuchsfl\u00e4che im Botanischen Garten Bochum f\u00fcr meine Arbeit mitgenutzt werden k\u00f6nnen. Dies erm\u00f6glicht im Laufe der drei Promotionsjahre nicht nur eine ausreichend replizierte Validierung des chemisch basierten Monitorings \u00fcber die Zeit. Durch den Vergleich der Hummelfu\u00dfabdr\u00fccke auf verschiedenen Fl\u00e4chentypen kann, unter Einbeziehung wichtiger \u00f6kologischer Daten, zudem ein Schritt Richtung Ursachenforschung des Wildbienensterbens getan werden. Die Kooperation mit BienABest erlaubt dar\u00fcber hinaus durch den Vergleich mit klassischen Zensusdaten einen unabh\u00e4ngigen Test der zu etablierenden Fu\u00dfabdruck-Methode. Mit der Etablierung mehrerer f\u00fcr die Methode nutzbarer Pflanzenarten und eines methodologischen Qualit\u00e4tsmanagements bzgl. standardisierter Probennahme und Analyse per GC\/MS, m\u00f6chte ich einen wertvollen Beitrag zu k\u00fcnftigen Aufgaben im Bereichdes Langzeit-Monitorings von Hummeln leisten.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Ferner soll im Rahmen meiner Arbeit auch ein Beitrag zur Entwicklung weiterer alternativer Monitoring-Methoden geleistet werden, die auf klassisch morphologischen Grundlagen basieren. Hierzu wird eine Evaluierung des bestandsschonenden Wildbienen-Monitorings von BienABest durchgef\u00fchrt. Dieses Monitoring beruht im Wesentlichen auf einer Lebendbestimmung von Wildbienen im Feld. Da die Lebend-Bestimmbarkeit von Wildbienen nach wie vor von einigen Experten angezweifelt wird, ist es notwendig, die Ergebnisse der Lebendbestimmung auf ihre Genauigkeit hin zu \u00fcberpr\u00fcfen. Durch ein bestandsschonendes Monitoring werden wesentlich weniger reproduktive Individuen von Wildbienen der Natur entnommen, was sich nicht nur positiv auf die ohnehin schon vielerorts gef\u00e4hrdeten Populationen auswirken kann. Dar\u00fcber hinaus kann auch eine m\u00f6gliche Ergebnis-Verzerrung im Monitoring durch regelm\u00e4\u00dfige und l\u00e4ngerfristige Entnahme von Tieren gemindert werden. Eine positive Beurteilung der Bestimmungs-Qualit\u00e4t der Lebendbestimmung von Wildbienen kann helfen, mehr fachliche Akzeptanz f\u00fcr diese neue Methode zu schaffen, sodass k\u00fcnftig mehr bestandsschonende Biodiversit\u00e4tserfassungen m\u00f6glich werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein chemisch-analytischer Ansatz zum Langzeit-Monitoring von Hummeln Die Best\u00e4ubung durch Wildbienen ist von herausragender Bedeutung f\u00fcr heimische Wildpflanzen und die Sicherstellung des Ertrags sowie der Ertragsqualit\u00e4t wichtiger Kulturpflanzen, eine Leistung, die von der Honigbiene allein nicht erbracht werden kann. 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