{"id":52386,"date":"2026-01-27T10:46:49","date_gmt":"2026-01-27T09:46:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20018-530\/"},"modified":"2026-01-27T10:46:50","modified_gmt":"2026-01-27T09:46:50","slug":"20018-530","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20018-530\/","title":{"rendered":"Interspezifische Wechselwirkungen und \u00f6kosystemare Effekte eingeschleppter Pazifischer Felsenkrabben im Weltnaturerbe Wattenmeer"},"content":{"rendered":"<p>Effekte eingeschleppter Pazifischer Felsenkrabben (Hemigrapsus spp.) im Weltnaturerbe Wattenmeer<\/p>\n<p>Die \u00d6kologie des gr\u00f6\u00dften Wattenmeergebietes der Erde ver\u00e4ndert sich derzeit nachhaltig. Grund sind gebietsfremde Arten aus w\u00e4rmeren Meeren, die durch Aquakulturbem\u00fchungen und den weltweit ansteigenden Schiffstransport nat\u00fcrliche Ausbreitungsschranken \u00fcberwinden. Dazu geh\u00f6ren auch die beiden Pazifischen Krabben, <em>Hemigrapsus takanoi<\/em> und <em>Hemigrapsus sanguineus<\/em>. Welche Auswirkungen die Ausbreitung und Etablierung der Arten hat, l\u00e4sst sich kaum absch\u00e4tzen, da die entstehenden Wechselwirkungen h\u00e4ufig komplex sind. Kenntnisse zu den generellen Mustern und \u00f6kologischen Effekten einer Bioinvasion sind Grundlage f\u00fcr natur- und umweltschutzfachliche Strategien f\u00fcr den Umgang mit invasiven Arten im Wattenmeer. Diese werden sowohl in der 2008 von der Europ\u00e4ischen Union erlassenen Meeres-Strategie-Rahmenrichtlinie, wie auch in den Bestimmungen zur Anerkennung zum Weltnaturerbe 2009 durch die UNESCO gefordert.Das Promotionsvorhaben soll ein detailliertes Bild \u00fcber die \u00f6kologischen Auswirkungen der Invasion von <em>Hemigrapsus<\/em> spp. auf das \u00d6kosystem Wattenmeer liefern. Dazu werden durch die Kombination von deskriptiven Untersuchungen und gezielt manipulativen Experimenten drei Fragekomplexe untersucht. Im ersten Bereich wird der zeitliche Verlauf der Verteilungsmuster adulter <em>Hemigrapsus<\/em> spp. erfasst, um den Etablierungsstatus der Populationen zu bestimmen. In einer zweij\u00e4hrigen Bestandsaufnahme wird der jahreszeitliche Verlauf der Verteilungsmuster der Krabbenarten in Austernriffen im westlichen und n\u00f6rdlichen Wattenmeer aufgenommen. Zweitens werden die Effekte der starken Dichtezunahme von <em>Hemigrapsus<\/em> spp. auf die Lebensgemeinschaft Austernriff untersucht. Der Fokus liegt auf der Charakterisierung von Mechanismen und Interaktionen, die von <em>Hemigrapsus<\/em> spp. verursacht oder modifiziert wurden. Dazu werden speziell die Wechselwirkungen zwischen <em>Hemigrapsus<\/em> spp. und der heimischen Strandkrabbe (<em>Carcinus maenas)<\/em> untersucht. Laborexperimente sollen kl\u00e4ren inwieweit es zwischen den drei Krabbenarten zu Konkurrenz um Ressourcen (Habitat, Nahrung) kommt. In Aquarien werden Auswahlexperimente, in Abh\u00e4ngigkeit von der An- bzw. Abwesenheit der anderen Krabbenarten durchgef\u00fchrt, um artspezifische Habitat- und Nahrungspr\u00e4ferenzen zu erkennen und m\u00f6gliche Ver\u00e4nderungen zu dokumentieren. Aufgrund der Bedeutung der heimischen Miesmuschel (<em>Mytilus edulis)<\/em> f\u00fcr das Habitat Austernriff, wird der Einfluss von <em>Hemigrapsus<\/em> spp. auf die Muscheln untersucht. In Auswahlexperimenten wird der Pr\u00e4dationsdruck durch die Pazifischen Krabben erfasst. Dar\u00fcber hinaus wird der Einfluss auf die Lebensgemeinschaft Austernriff in Ein-Ausschluss-Experimenten im Freiland durch Dichtemanipulationen der Krabben untersucht. Hierbei wird die Abundanz und Biomasse &#038; ausgew\u00e4hlter Organismengruppen als Antwortvariable im Jahresverlauf bestimmt. Der dritte Arbeitsschwerpunkt besch\u00e4ftigt sich mit der Frage, ob Parasitierung ein m\u00f6glicher Regulator f\u00fcr die Populationsdynamiken der drei Krabbenarten darstellt. Dazu wird der Einfluss der Pazifischen Krabben auf das Parasitierungsmuster von <em>C. maenas<\/em> erforscht. Durch eine zweij\u00e4hrige Bestandsaufnahme sollen die Parasitierungsmuster aller drei Krabbenarten im jahreszeitlichen Verlauf aufzeigt werden. Die m\u00f6glichen Effekte zwischen der Anwesenheit von <em>Hemigrapsus<\/em> spp. auf die Parasitierung von <em>C. maenas<\/em> werden in k\u00e4figbasierten Ein-Ausschluss-Experimenten ermittelt. Dabei wird die nat\u00fcrliche Parasitierung von <em>C. maenas<\/em> in Abh\u00e4ngigkeit der Anwesenheit von <em>Hemigrapsus<\/em> spp. bestimmt. Die geplante Studie soll aufzeigen, wie sich die Etablierung der beiden Pazifischen Krabbenarten auf das \u00d6kosystem Austernriff im Wattenmeer auswirkt. Dazu z\u00e4hlen sowohl direkte wie auch indirekte Effekte zwischen den eingeschleppten und heimischen Organismen, aber auch \u00f6kosystemare Konsequenzen, wie die Beeinflussung eines Austernriffes als ein elementares Habitat mit Schl\u00fcsselfunktion f\u00fcr den gesamten Lebensraum Wattenmeer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Effekte eingeschleppter Pazifischer Felsenkrabben (Hemigrapsus spp.) im Weltnaturerbe Wattenmeer Die \u00d6kologie des gr\u00f6\u00dften Wattenmeergebietes der Erde ver\u00e4ndert sich derzeit nachhaltig. Grund sind gebietsfremde Arten aus w\u00e4rmeren Meeren, die durch Aquakulturbem\u00fchungen und den weltweit ansteigenden Schiffstransport nat\u00fcrliche Ausbreitungsschranken \u00fcberwinden. Dazu geh\u00f6ren auch die beiden Pazifischen Krabben, Hemigrapsus takanoi und Hemigrapsus sanguineus. 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