{"id":52379,"date":"2026-10-23T12:48:30","date_gmt":"2026-10-23T10:48:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20018-537\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:34","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:34","slug":"20018-537","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20018-537\/","title":{"rendered":"Totholzk\u00c3\u00a4fer (Coleoptera) im artenreichsten Wald Deutschlands -Einfl\u00c3\u00bcsse von Waldentwicklung und Klimaerw\u00c3\u00a4rmung am Beispiel einer Wiederholungsuntersuchung in zwei Naturwaldreservaten des Bienwaldes (Rheinland-Pfalz)"},"content":{"rendered":"<p>Wiederholungsuntersuchung zur Ver\u00e4nderung der Totholzk\u00e4ferfauna in Naturwaldreservaten<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In Deutschland z\u00c3\u00a4hlen W\u00c3\u00a4lder und ihre Artengemeinschaften zu den pr\u00c3\u00a4genden Lebensr\u00c3\u00a4umen. Totholzk\u00c3\u00a4fer eignen sich aufgrund ihrer vielf\u00c3\u00a4ltigen Spezialisierungen und enormen Artenvielfalt besonders gut f\u00c3\u00bcr zoologische Zustandsuntersuchungen. Die besonders artenreichen, bereits 1996\/97 untersuchten Reservate &#8220;M\u00c3\u00b6rderh\u00c3\u00a4ufel&#8221; und &#8220;Stuttpferch&#8221; im Bienwald (Rheinland-Pfalz) wurden 2018\/19 mit dem gleichen Methodendesign wie bei der ersten Bestandserfassung untersucht, um eine Effizienzkontrolle des Naturwaldreservatkonzepts auf Basis einer komparativen Wiederholungsuntersuchung durchzuf\u00c3\u00bchren und so m\u00c3\u00b6gliche Ver\u00c3\u00a4nderungen der Fauna zu dokumentieren. Vergleichend dazu wurden zwei Wirtschaftswaldfl\u00c3\u00a4chen mit dem standardisierten Methodensatz untersucht sowie die Kronenfauna in allen Fl\u00c3\u00a4chen mit Kronenlufteklektoren.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">\u00c2\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Insgesamt wurden 2018\/19 in 554 Proben 121.881 K\u00c3\u00a4fer in 1.474 Arten erfasst und bis zur Art bestimmt. In den Reservaten Stuttpferch und M\u00c3\u00b6rderh\u00c3\u00a4ufel wurden bei der aktuellen Erfassung mit einem breiten Standardmethodenset deutlich mehr Totholzk\u00c3\u00a4ferarten festgestellt (389 bzw. 372) als w\u00c3\u00a4hrend der Erstuntersuchung (311 bzw. 304). Verh\u00c3\u00a4ltnism\u00c3\u00a4\u00c3\u0178ig wenigen nicht wiedergefundenen Arten (16 %), steht eine hohe Wiederfundquote (52 %) sowie eine gro\u00c3\u0178e Anzahl an Neufunden (32 %) gegen\u00c3\u00bcber, darunter ein erheblicher Anteil seltener und gef\u00c3\u00a4hrdeter Spezies. Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Naturwaldreservate ihren Schutzzweck erf\u00c3\u00bcllen. Die Artzuw\u00c3\u00a4chse sind dabei vor allem auf die steigende Habitatqualit\u00c3\u00a4t zur\u00c3\u00bcckzuf\u00c3\u00bchren. Ein signifikanter Anstieg durch die Zuwanderung s\u00c3\u00bcdeurop\u00c3\u00a4ischer Arten im Zuge der menschgemachten Klimaerw\u00c3\u00a4rmung konnte nicht festgestellt werden. Aufgrund naturschutzvertr\u00c3\u00a4glicher Bewirtschaftung und h\u00c3\u00b6herer Besonnung sind in den Wirtschaftsvergleichsfl\u00c3\u00a4chen marginal h\u00c3\u00b6here Totholzk\u00c3\u00a4fer-Artenzahlen (396 bzw. 410) festgestellt worden. Die standardisierte Erfassung der Kronenfauna hat dazu beigetragen 10 % neue Arten pro Fl\u00c3\u00a4che nachzuweisen, bei der H\u00c3\u00a4lfte hiervon handelt es sich um Arten der Roten Liste. Eine umfangreiche Arbeit zu den Urwaldreliktarten, Bioindikatoren f\u00c3\u00bcr W\u00c3\u00a4lder mit hoher Habitattradition und Strukturvielfalt, in Rheinland-Pfalz rundet die Dissertation ab und beleuchtet \u00c3\u2013kologie, Verbreitung sowie Gef\u00c3\u00a4hrdungslage und gibt dar\u00c3\u00bcber hinaus Empfehlungen zu Schutzma\u00c3\u0178nahmen. Dazu wurde eine Datenbank mit 1.850 Funden (4.383 Individuen, 64 Urwaldreliktarten) aus Privat- sowie Museumssammlungen, Internet-Datenbanken und Literatur erstellt und ausgewertet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wiederholungsuntersuchung zur Ver\u00e4nderung der Totholzk\u00e4ferfauna in Naturwaldreservaten In Deutschland z\u00c3\u00a4hlen W\u00c3\u00a4lder und ihre Artengemeinschaften zu den pr\u00c3\u00a4genden Lebensr\u00c3\u00a4umen. 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