{"id":52379,"date":"2026-02-11T10:48:13","date_gmt":"2026-02-11T09:48:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20018-537\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:15","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:15","slug":"20018-537","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20018-537\/","title":{"rendered":"Totholzk\u00e4fer (Coleoptera) im artenreichsten Wald Deutschlands -Einfl\u00fcsse von Waldentwicklung und Klimaerw\u00e4rmung am Beispiel einer Wiederholungsuntersuchung in zwei Naturwaldreservaten des Bienwaldes (Rheinland-Pfalz)"},"content":{"rendered":"<p>Wiederholungsuntersuchung zur Ver\u00e4nderung der Totholzk\u00e4ferfauna in Naturwaldreservaten<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In Deutschland z\u00e4hlen W\u00e4lder und ihre Artengemeinschaften zu den pr\u00e4genden Lebensr\u00e4umen. Totholzk\u00e4fer eignen sich aufgrund ihrer vielf\u00e4ltigen Spezialisierungen und enormen Artenvielfalt besonders gut f\u00fcr zoologische Zustandsuntersuchungen. Die besonders artenreichen, bereits 1996\/97 untersuchten Reservate &#8220;M\u00f6rderh\u00e4ufel&#8221; und &#8220;Stuttpferch&#8221; im Bienwald (Rheinland-Pfalz) wurden 2018\/19 mit dem gleichen Methodendesign wie bei der ersten Bestandserfassung untersucht, um eine Effizienzkontrolle des Naturwaldreservatkonzepts auf Basis einer komparativen Wiederholungsuntersuchung durchzuf\u00fchren und so m\u00f6gliche Ver\u00e4nderungen der Fauna zu dokumentieren. Vergleichend dazu wurden zwei Wirtschaftswaldfl\u00e4chen mit dem standardisierten Methodensatz untersucht sowie die Kronenfauna in allen Fl\u00e4chen mit Kronenlufteklektoren.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Insgesamt wurden 2018\/19 in 554 Proben 121.881 K\u00e4fer in 1.474 Arten erfasst und bis zur Art bestimmt. In den Reservaten Stuttpferch und M\u00f6rderh\u00e4ufel wurden bei der aktuellen Erfassung mit einem breiten Standardmethodenset deutlich mehr Totholzk\u00e4ferarten festgestellt (389 bzw. 372) als w\u00e4hrend der Erstuntersuchung (311 bzw. 304). Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenigen nicht wiedergefundenen Arten (16 %), steht eine hohe Wiederfundquote (52 %) sowie eine gro\u00dfe Anzahl an Neufunden (32 %) gegen\u00fcber, darunter ein erheblicher Anteil seltener und gef\u00e4hrdeter Spezies. Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Naturwaldreservate ihren Schutzzweck erf\u00fcllen. Die Artzuw\u00e4chse sind dabei vor allem auf die steigende Habitatqualit\u00e4t zur\u00fcckzuf\u00fchren. Ein signifikanter Anstieg durch die Zuwanderung s\u00fcdeurop\u00e4ischer Arten im Zuge der menschgemachten Klimaerw\u00e4rmung konnte nicht festgestellt werden. Aufgrund naturschutzvertr\u00e4glicher Bewirtschaftung und h\u00f6herer Besonnung sind in den Wirtschaftsvergleichsfl\u00e4chen marginal h\u00f6here Totholzk\u00e4fer-Artenzahlen (396 bzw. 410) festgestellt worden. Die standardisierte Erfassung der Kronenfauna hat dazu beigetragen 10 % neue Arten pro Fl\u00e4che nachzuweisen, bei der H\u00e4lfte hiervon handelt es sich um Arten der Roten Liste. Eine umfangreiche Arbeit zu den Urwaldreliktarten, Bioindikatoren f\u00fcr W\u00e4lder mit hoher Habitattradition und Strukturvielfalt, in Rheinland-Pfalz rundet die Dissertation ab und beleuchtet \u00d6kologie, Verbreitung sowie Gef\u00e4hrdungslage und gibt dar\u00fcber hinaus Empfehlungen zu Schutzma\u00dfnahmen. Dazu wurde eine Datenbank mit 1.850 Funden (4.383 Individuen, 64 Urwaldreliktarten) aus Privat- sowie Museumssammlungen, Internet-Datenbanken und Literatur erstellt und ausgewertet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wiederholungsuntersuchung zur Ver\u00e4nderung der Totholzk\u00e4ferfauna in Naturwaldreservaten In Deutschland z\u00e4hlen W\u00e4lder und ihre Artengemeinschaften zu den pr\u00e4genden Lebensr\u00e4umen. Totholzk\u00e4fer eignen sich aufgrund ihrer vielf\u00e4ltigen Spezialisierungen und enormen Artenvielfalt besonders gut f\u00fcr zoologische Zustandsuntersuchungen. 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