{"id":52377,"date":"2026-10-23T12:48:30","date_gmt":"2026-10-23T10:48:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20018-539\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:33","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:33","slug":"20018-539","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20018-539\/","title":{"rendered":"Nutzung mehrj\u00c3\u00a4hriger Geolokatordaten zur Untersuchung von Migrationsstrategien der Flussseeschwalbe in einer sich \u00c3\u00a4ndernden Umwelt"},"content":{"rendered":"<p>Migrationsstrategien der Flussseeschwalbe in einer sich \u00e4ndernden Umwelt<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der inzwischen bekannte Klimawandel hat Auswirkungen auf Arten aller taxonomischen Gruppen und ist ein bedeutender Faktor f\u00c3\u00bcr den Verlust der Biodiversit\u00c3\u00a4t. Arten mit einem saisonalen Wanderverhalten, wie z. B. Zugv\u00c3\u00b6gel, sind einem ganz besonderen Risiko ausgesetzt, da sie innerhalb ihres Jahreszyklus in verschiedenen Habitaten leben, die unterschiedlich starken Ver\u00c3\u00a4nderungen unterliegen. Weltweit zeigen viele Zugvogelarten deshalb bereits starke R\u00c3\u00bcckg\u00c3\u00a4nge, wobei Langstreckenzieher deutlich st\u00c3\u00a4rker betroffen sind als Kurzstreckenzieher oder Standv\u00c3\u00b6gel.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Um eine Vorhersage f\u00c3\u00bcr Reaktionen auf den zuk\u00c3\u00bcnftigen Klimawandel treffen zu k\u00c3\u00b6nnen und hoffentlich einen weiteren Biodiversit\u00c3\u00a4tsverlust zu verhindern, m\u00c3\u00bcssen wir verstehen, ob Populationen sich anpassen, wie sie sich anpassen und welche Konsequenzen das f\u00c3\u00bcr sie hat. Im Moment sind Anpassungen aber meist nur f\u00c3\u00bcr das Brutgebiet bekannt, da f\u00c3\u00bcr die Zugrouten und\/oder \u00c3\u0153berwinterungsgebiete weitgehend individuenbasierte Informationen fehlen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Helldunkelgeolokatordaten k\u00c3\u00b6nnen hier einen wesentlichen Informationszuwachs liefern, denn sie erm\u00c3\u00b6glichen ein individuenbasiertes Tracking au\u00c3\u0178erhalb des Brutgebietes vieler verschiedener leichter Vogelgruppen, wie z. B. bei kleinen Seev\u00c3\u00b6geln. W\u00c3\u00a4hrend individuenbasiertes Tracking bei marinen Arten zunehmend durchgef\u00c3\u00bchrt wird, sind weiterreichende Studien zu orts- und zeitspezifischen Umwelteffekten auf das Zugverhalten und Konsequenzen f\u00c3\u00bcr Fitness in dieser Vogelfamilie noch relativ selten. Diese sind aber essentiell, denn nur wenn wir ein grundlegendes Wissen \u00c3\u00bcber den ganzj\u00c3\u00a4hrigen Aufenthalt der V\u00c3\u00b6gel, deren Interaktion mit der Umwelt und die Fitnesskonsequenzen haben, wissen wir auch zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ort sie Schutz ben\u00c3\u00b6tigen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Flussseeschwalbe (<em>Sterna hirundo<\/em>, Indikatorart, Rote Liste Deutschland: stark gef\u00c3\u00a4hrdet), die wie viele Millionen anderer Zugv\u00c3\u00b6gel aus \u00c3\u0153berwinterungsgebieten in Westafrika \u00c3\u00bcber den Ostatlantischen Zugweg in ihre Brutgebiete in Europa zieht, ist in einem ihrer Brutgebiete, dem Banter See in Wilhelmshaven, seit 1992 im Fokus einer individuenbasierten Langzeitstudie. Durch zwei erste Studien zu ph\u00c3\u00a4nologischen Anpassungen dieser Population wissen wir bereits, dass verschiedene Umweltfaktoren unterschiedlich mit Ankunftstag, Ankunftsgewicht und Legetag der Flussseeschwalben im Brutgebiet zusammenh\u00c3\u00a4ngen. Mit Daten \u00c3\u00bcber das Zugverhalten und entsprechenden orts- und zeitspezifischen Umweltdaten f\u00c3\u00bcr die Zugrouten und die \u00c3\u0153berwinterungsgebiete k\u00c3\u00b6nnten wir einen wichtigen n\u00c3\u00a4chsten Schritt machen und Anpassungen an Umweltfaktoren sowie Carry-over-Effekte auf Fitness darstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Deshalb ist es mein Ziel, in den Jahren 2018-2021 jeweils insgesamt bis zu 75 Flussseeschwalben mit Helldunkelgeolokatoren auszustatten, Zeitpunkt und Aufenthaltsort der V\u00c3\u00b6gel mithilfe der Geolokatoren zu bestimmen und entsprechende orts- und zeitspezifische Umweltdaten zu sammeln. Anschlie\u00c3\u0178end werden diese individuenbasierten Daten mit den Langzeitdaten verschnitten, um Plastizit\u00c3\u00a4t, selektive Mortalit\u00c3\u00a4t und Konsequenzen f\u00c3\u00bcr die individuelle Fitness zu untersuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die spezifischen Ziele meines Promotionsvorhabens lauten:<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>1.<\/strong> Effekte von Geolokatoren auf Verhalten, Reproduktionsleistung und \u00c3\u0153berleben ausschlie\u00c3\u0178en Kurz- und Langzeiteffekte von Geolokatoren auf Verhalten, Reproduktionsleistung und \u00c3\u0153berleben ausschlie\u00c3\u0178en<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Ziel 1:<\/strong> wurde erfolgreich publiziert<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>2.<\/strong> Zugrouten und \u00c3\u0153berwinterungsgebiete lokalisieren<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Ziel 2: <\/strong>wurde erfolgreich publiziert<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>3.<\/strong> Wiederholbarkeit der individuellen Zugrouten und \u00c3\u0153berwinterungsgebiete untersuchen &#8211; Sind Individuen statisch oder flexibel?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Ziel 3:<\/strong> wurde erfolgreich publiziert<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>4.<\/strong> Umweltfaktoren w\u00c3\u00a4hrend des Zugs und im \u00c3\u0153berwinterungsgebiet erfassen und untersuchen &#8211; Beeinflussen sie das Zugverhalten und\/oder den Ph\u00c3\u00a4notyp bei der Ankunft im Brutgebiet?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Ziel 4:<\/strong> in Bearbeitung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Migrationsstrategien der Flussseeschwalbe in einer sich \u00e4ndernden Umwelt Der inzwischen bekannte Klimawandel hat Auswirkungen auf Arten aller taxonomischen Gruppen und ist ein bedeutender Faktor f\u00c3\u00bcr den Verlust der Biodiversit\u00c3\u00a4t. 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