{"id":52377,"date":"2026-02-28T10:46:23","date_gmt":"2026-02-28T09:46:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20018-539\/"},"modified":"2026-02-28T10:46:23","modified_gmt":"2026-02-28T09:46:23","slug":"20018-539","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20018-539\/","title":{"rendered":"Nutzung mehrj\u00e4hriger Geolokatordaten zur Untersuchung von Migrationsstrategien der Flussseeschwalbe in einer sich \u00e4ndernden Umwelt"},"content":{"rendered":"<p>Migrationsstrategien der Flussseeschwalbe in einer sich \u00e4ndernden Umwelt<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der inzwischen bekannte Klimawandel hat Auswirkungen auf Arten aller taxonomischen Gruppen und ist ein bedeutender Faktor f\u00fcr den Verlust der Biodiversit\u00e4t. Arten mit einem saisonalen Wanderverhalten, wie z. B. Zugv\u00f6gel, sind einem ganz besonderen Risiko ausgesetzt, da sie innerhalb ihres Jahreszyklus in verschiedenen Habitaten leben, die unterschiedlich starken Ver\u00e4nderungen unterliegen. Weltweit zeigen viele Zugvogelarten deshalb bereits starke R\u00fcckg\u00e4nge, wobei Langstreckenzieher deutlich st\u00e4rker betroffen sind als Kurzstreckenzieher oder Standv\u00f6gel.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Um eine Vorhersage f\u00fcr Reaktionen auf den zuk\u00fcnftigen Klimawandel treffen zu k\u00f6nnen und hoffentlich einen weiteren Biodiversit\u00e4tsverlust zu verhindern, m\u00fcssen wir verstehen, ob Populationen sich anpassen, wie sie sich anpassen und welche Konsequenzen das f\u00fcr sie hat. Im Moment sind Anpassungen aber meist nur f\u00fcr das Brutgebiet bekannt, da f\u00fcr die Zugrouten und\/oder \u00dcberwinterungsgebiete weitgehend individuenbasierte Informationen fehlen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Helldunkelgeolokatordaten k\u00f6nnen hier einen wesentlichen Informationszuwachs liefern, denn sie erm\u00f6glichen ein individuenbasiertes Tracking au\u00dferhalb des Brutgebietes vieler verschiedener leichter Vogelgruppen, wie z. B. bei kleinen Seev\u00f6geln. W\u00e4hrend individuenbasiertes Tracking bei marinen Arten zunehmend durchgef\u00fchrt wird, sind weiterreichende Studien zu orts- und zeitspezifischen Umwelteffekten auf das Zugverhalten und Konsequenzen f\u00fcr Fitness in dieser Vogelfamilie noch relativ selten. Diese sind aber essentiell, denn nur wenn wir ein grundlegendes Wissen \u00fcber den ganzj\u00e4hrigen Aufenthalt der V\u00f6gel, deren Interaktion mit der Umwelt und die Fitnesskonsequenzen haben, wissen wir auch zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ort sie Schutz ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Flussseeschwalbe (<em>Sterna hirundo<\/em>, Indikatorart, Rote Liste Deutschland: stark gef\u00e4hrdet), die wie viele Millionen anderer Zugv\u00f6gel aus \u00dcberwinterungsgebieten in Westafrika \u00fcber den Ostatlantischen Zugweg in ihre Brutgebiete in Europa zieht, ist in einem ihrer Brutgebiete, dem Banter See in Wilhelmshaven, seit 1992 im Fokus einer individuenbasierten Langzeitstudie. Durch zwei erste Studien zu ph\u00e4nologischen Anpassungen dieser Population wissen wir bereits, dass verschiedene Umweltfaktoren unterschiedlich mit Ankunftstag, Ankunftsgewicht und Legetag der Flussseeschwalben im Brutgebiet zusammenh\u00e4ngen. Mit Daten \u00fcber das Zugverhalten und entsprechenden orts- und zeitspezifischen Umweltdaten f\u00fcr die Zugrouten und die \u00dcberwinterungsgebiete k\u00f6nnten wir einen wichtigen n\u00e4chsten Schritt machen und Anpassungen an Umweltfaktoren sowie Carry-over-Effekte auf Fitness darstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Deshalb ist es mein Ziel, in den Jahren 2018-2021 jeweils insgesamt bis zu 75 Flussseeschwalben mit Helldunkelgeolokatoren auszustatten, Zeitpunkt und Aufenthaltsort der V\u00f6gel mithilfe der Geolokatoren zu bestimmen und entsprechende orts- und zeitspezifische Umweltdaten zu sammeln. Anschlie\u00dfend werden diese individuenbasierten Daten mit den Langzeitdaten verschnitten, um Plastizit\u00e4t, selektive Mortalit\u00e4t und Konsequenzen f\u00fcr die individuelle Fitness zu untersuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die spezifischen Ziele meines Promotionsvorhabens lauten:<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>1.<\/strong> Effekte von Geolokatoren auf Verhalten, Reproduktionsleistung und \u00dcberleben ausschlie\u00dfen Kurz- und Langzeiteffekte von Geolokatoren auf Verhalten, Reproduktionsleistung und \u00dcberleben ausschlie\u00dfen<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Ziel 1:<\/strong> wurde erfolgreich publiziert<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>2.<\/strong> Zugrouten und \u00dcberwinterungsgebiete lokalisieren<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Ziel 2: <\/strong>wurde erfolgreich publiziert<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>3.<\/strong> Wiederholbarkeit der individuellen Zugrouten und \u00dcberwinterungsgebiete untersuchen &#8211; Sind Individuen statisch oder flexibel?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Ziel 3:<\/strong> wurde erfolgreich publiziert<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>4.<\/strong> Umweltfaktoren w\u00e4hrend des Zugs und im \u00dcberwinterungsgebiet erfassen und untersuchen &#8211; Beeinflussen sie das Zugverhalten und\/oder den Ph\u00e4notyp bei der Ankunft im Brutgebiet?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Ziel 4:<\/strong> in Bearbeitung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Migrationsstrategien der Flussseeschwalbe in einer sich \u00e4ndernden Umwelt Der inzwischen bekannte Klimawandel hat Auswirkungen auf Arten aller taxonomischen Gruppen und ist ein bedeutender Faktor f\u00fcr den Verlust der Biodiversit\u00e4t. 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