{"id":52367,"date":"2026-01-27T10:46:46","date_gmt":"2026-01-27T09:46:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20018-549\/"},"modified":"2026-01-27T10:46:48","modified_gmt":"2026-01-27T09:46:48","slug":"20018-549","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20018-549\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines methodologischen und technologischen Verfahrens zur Reduktion der Mikroplastikbelastung bei der Meersalzgewinnung"},"content":{"rendered":"<p>Mikroplastikfreie Meersalzgewinnung<\/p>\n<p>Durch unsachgerechte Entsorgung gelangen gro\u00dfe Mengen an Kunststoffen (z.B. Plastikabf\u00e4lle) in die marine Umwelt. Infolge der schlechten Abbaubarkeit verweilt der Plastikm\u00fcll sehr lange in der Wasserphase und fragmentiert mit der Zeit in immer kleinere Plastikpartikel. Partikel mit einer Gr\u00f6\u00dfe von unter 5 mm werden als Mikroplastik (MP) eingestuft. Sie k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich auf direktem Weg (z.B. als Bestandteil in Kosmetika) in die Umwelt eingetragen werden. Die Kontamination mit MP wurde bereits in allen Teilen der aquatischen Umwelt nachgewiesen. Zahlreiche negative Effekte auf marine Organismen und \u00d6kosysteme sind bekannt. Durch die stetige Fragmentierung von eingetragenem Plastik sowie durch die steigenden Eintr\u00e4ge von neuem Plastik und MP kommt es zu einer immer h\u00f6heren Belastung der marinen Umwelt, aufgrund der Akkumulation in der Nahrungskette auch f\u00fcr die Gesellschaft. Durch die ubiquit\u00e4re Pr\u00e4senz stellt MP inzwischen ein Risiko f\u00fcr die menschliche Gesundheit dar. \u00dcber die Nahrungskette gelangt MP in den menschlichen Organismus. MP wurde bereits in Speisesalz, Trinkwasser, zahlreichen Fischarten und Meeresfr\u00fcchten, Bier, Honig und Zucker nachgewiesen. MP kann Schadstoffe aus der Umwelt binden, transportieren und in der Nahrungskette akkumulieren. Genauso kann es sch\u00e4dliche Inhaltstoffe wie Weichmacher oder Monomere in der Nahrungskette akkumulieren und nach der Aufnahme \u00fcber Nahrung abgeben. In Laborexperimenten wurde nachgewiesen, dass MP-Partikel in das Gewebe und in den Blutkreislauf aufgenommen werden und somit in innere Organe und auch in das Gehirn gelangen k\u00f6nnen. Dort k\u00f6nnen sie Gewebe sch\u00e4digen und Zellfunktionen st\u00f6ren. Auch neurologische Verhaltensst\u00f6rungen sind m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Derzeit gibt es keine M\u00f6glichkeiten MP gro\u00dftechnisch und kosteng\u00fcnstig aus Meerwasser zu entfernen, um eine Kontamination von Lebensmitteln zu verhindern. Mit dem geplanten Promotionsvorhaben wird erstmals ein Verfahren zur Fixierung von MP aus Meerwasser mit einem Transferfokus auf die Anwendung innerhalb der Meersalzgewinnung entwickelt. Der Anspruch an das Verfahren ist, die Kriterien der Nachhaltigkeit und Effizienz zu erf\u00fcllen. Weiterhin soll es technisch einfach umsetzbar und somit kosteng\u00fcnstig sowie universell anwendbar sein. Das Verfahren setzt auf die Anwendung von Organosilanen, welche sich an MP-Partikel anlagern, diese in Agglomeraten sammeln,\u00a0und\u00a0unter Bildung von Einschlussverbindungen chemisch binden. Dies f\u00fchrt zur\u00a0 Agglomeration von MP-Partikeln, welche in einem einfachen Filtrationsschritt entfernt werden k\u00f6nnen. Im ersten Teil der Promotionsarbeit wurden hierbei in einer vergleichenden Studie die optimalen Organosilane zur Agglomeration\u00a0von MP ermittelt. Danach\u00a0erfolgte die Anpassung der Methodik an das marine Umfeld. Hierbei wurde die Funktionalit\u00e4t des Prozesses in\u00a0der\u00a0marine Wassermatrix, besonders gekennzeichnet durch erh\u00f6hte Salinit\u00e4t und Temperaturschwankungen, sichergestellt.\u00a0Auch wurden\u00a0die Organosilane an die Oberfl\u00e4chenchemie der verschiedenen Polymertypen, welche unter den Begriff Mikroplastik fallen, angepasst.\u00a0Im zweiten Teil der Arbeit wird das Verfahren in den Technikumsma\u00dfstab \u00fcbertragen, um es m\u00f6glichst einfach als Zusatzmodul mit Prozessen im marinen Umfeld kombinieren zu k\u00f6nnen. Als erstes Anwendungsgebiet soll die Meersalzgewinnung dienen. In aus Meerwasser gewonnenem Speisesalz wurden bis zu 680 MP-Partikel pro kg nachgewiesen. Mit 90 mio. t ist Meersalz die weltweit meist produzierte Salzart. 17,5 % des produzierten Salzes wird von der Nahrungsindustrie genutzt. Eine Kontamination von Meersalz oder salzhaltiger Nahrungsmittel soll somit verhindert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mikroplastikfreie Meersalzgewinnung Durch unsachgerechte Entsorgung gelangen gro\u00dfe Mengen an Kunststoffen (z.B. Plastikabf\u00e4lle) in die marine Umwelt. Infolge der schlechten Abbaubarkeit verweilt der Plastikm\u00fcll sehr lange in der Wasserphase und fragmentiert mit der Zeit in immer kleinere Plastikpartikel. Partikel mit einer Gr\u00f6\u00dfe von unter 5 mm werden als Mikroplastik (MP) eingestuft. Sie k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich auf direktem [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52367","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20018\/549","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"Sturm","dbu_stipendiaten_vorname":"Michael","dbu_stipendiaten_titel":"","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2018-08-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2021-10-31 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie Engler-Bunte-Institut","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Harald Horn","dbu_stipendiaten_email_dienst":"michaelsturm3@googlemail.com"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52367","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52367\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58379,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52367\/revisions\/58379"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52367"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52367"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52367"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}