{"id":52367,"date":"2026-10-23T12:48:30","date_gmt":"2026-10-23T10:48:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20018-549\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:31","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:31","slug":"20018-549","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20018-549\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines methodologischen und technologischen Verfahrens zur Reduktion der Mikroplastikbelastung bei der Meersalzgewinnung"},"content":{"rendered":"<p>Mikroplastikfreie Meersalzgewinnung<\/p>\n<p>Durch unsachgerechte Entsorgung gelangen gro\u00c3\u0178e Mengen an Kunststoffen (z.B. Plastikabf\u00c3\u00a4lle) in die marine Umwelt. Infolge der schlechten Abbaubarkeit verweilt der Plastikm\u00c3\u00bcll sehr lange in der Wasserphase und fragmentiert mit der Zeit in immer kleinere Plastikpartikel. Partikel mit einer Gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e von unter 5 mm werden als Mikroplastik (MP) eingestuft. Sie k\u00c3\u00b6nnen zus\u00c3\u00a4tzlich auf direktem Weg (z.B. als Bestandteil in Kosmetika) in die Umwelt eingetragen werden. Die Kontamination mit MP wurde bereits in allen Teilen der aquatischen Umwelt nachgewiesen. Zahlreiche negative Effekte auf marine Organismen und \u00c3\u2013kosysteme sind bekannt. Durch die stetige Fragmentierung von eingetragenem Plastik sowie durch die steigenden Eintr\u00c3\u00a4ge von neuem Plastik und MP kommt es zu einer immer h\u00c3\u00b6heren Belastung der marinen Umwelt, aufgrund der Akkumulation in der Nahrungskette auch f\u00c3\u00bcr die Gesellschaft. Durch die ubiquit\u00c3\u00a4re Pr\u00c3\u00a4senz stellt MP inzwischen ein Risiko f\u00c3\u00bcr die menschliche Gesundheit dar. \u00c3\u0153ber die Nahrungskette gelangt MP in den menschlichen Organismus. MP wurde bereits in Speisesalz, Trinkwasser, zahlreichen Fischarten und Meeresfr\u00c3\u00bcchten, Bier, Honig und Zucker nachgewiesen. MP kann Schadstoffe aus der Umwelt binden, transportieren und in der Nahrungskette akkumulieren. Genauso kann es sch\u00c3\u00a4dliche Inhaltstoffe wie Weichmacher oder Monomere in der Nahrungskette akkumulieren und nach der Aufnahme \u00c3\u00bcber Nahrung abgeben. In Laborexperimenten wurde nachgewiesen, dass MP-Partikel in das Gewebe und in den Blutkreislauf aufgenommen werden und somit in innere Organe und auch in das Gehirn gelangen k\u00c3\u00b6nnen. Dort k\u00c3\u00b6nnen sie Gewebe sch\u00c3\u00a4digen und Zellfunktionen st\u00c3\u00b6ren. Auch neurologische Verhaltensst\u00c3\u00b6rungen sind m\u00c3\u00b6glich.<\/p>\n<p>Derzeit gibt es keine M\u00c3\u00b6glichkeiten MP gro\u00c3\u0178technisch und kosteng\u00c3\u00bcnstig aus Meerwasser zu entfernen, um eine Kontamination von Lebensmitteln zu verhindern. Mit dem geplanten Promotionsvorhaben wird erstmals ein Verfahren zur Fixierung von MP aus Meerwasser mit einem Transferfokus auf die Anwendung innerhalb der Meersalzgewinnung entwickelt. Der Anspruch an das Verfahren ist, die Kriterien der Nachhaltigkeit und Effizienz zu erf\u00c3\u00bcllen. Weiterhin soll es technisch einfach umsetzbar und somit kosteng\u00c3\u00bcnstig sowie universell anwendbar sein. Das Verfahren setzt auf die Anwendung von Organosilanen, welche sich an MP-Partikel anlagern, diese in Agglomeraten sammeln,\u00c2\u00a0und\u00c2\u00a0unter Bildung von Einschlussverbindungen chemisch binden. Dies f\u00c3\u00bchrt zur\u00c2\u00a0 Agglomeration von MP-Partikeln, welche in einem einfachen Filtrationsschritt entfernt werden k\u00c3\u00b6nnen. Im ersten Teil der Promotionsarbeit wurden hierbei in einer vergleichenden Studie die optimalen Organosilane zur Agglomeration\u00c2\u00a0von MP ermittelt. Danach\u00c2\u00a0erfolgte die Anpassung der Methodik an das marine Umfeld. Hierbei wurde die Funktionalit\u00c3\u00a4t des Prozesses in\u00c2\u00a0der\u00c2\u00a0marine Wassermatrix, besonders gekennzeichnet durch erh\u00c3\u00b6hte Salinit\u00c3\u00a4t und Temperaturschwankungen, sichergestellt.\u00c2\u00a0Auch wurden\u00c2\u00a0die Organosilane an die Oberfl\u00c3\u00a4chenchemie der verschiedenen Polymertypen, welche unter den Begriff Mikroplastik fallen, angepasst.\u00c2\u00a0Im zweiten Teil der Arbeit wird das Verfahren in den Technikumsma\u00c3\u0178stab \u00c3\u00bcbertragen, um es m\u00c3\u00b6glichst einfach als Zusatzmodul mit Prozessen im marinen Umfeld kombinieren zu k\u00c3\u00b6nnen. Als erstes Anwendungsgebiet soll die Meersalzgewinnung dienen. In aus Meerwasser gewonnenem Speisesalz wurden bis zu 680 MP-Partikel pro kg nachgewiesen. Mit 90 mio. t ist Meersalz die weltweit meist produzierte Salzart. 17,5 % des produzierten Salzes wird von der Nahrungsindustrie genutzt. Eine Kontamination von Meersalz oder salzhaltiger Nahrungsmittel soll somit verhindert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mikroplastikfreie Meersalzgewinnung Durch unsachgerechte Entsorgung gelangen gro\u00c3\u0178e Mengen an Kunststoffen (z.B. Plastikabf\u00c3\u00a4lle) in die marine Umwelt. Infolge der schlechten Abbaubarkeit verweilt der Plastikm\u00c3\u00bcll sehr lange in der Wasserphase und fragmentiert mit der Zeit in immer kleinere Plastikpartikel. Partikel mit einer Gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e von unter 5 mm werden als Mikroplastik (MP) eingestuft. 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