{"id":52362,"date":"2026-01-27T10:46:46","date_gmt":"2026-01-27T09:46:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20018-554\/"},"modified":"2026-01-27T10:46:48","modified_gmt":"2026-01-27T09:46:48","slug":"20018-554","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20018-554\/","title":{"rendered":"Selbstschutzstrategien im Angesicht des Klimawandels &#8211; ein Bed\u00fcrfnis orientierter Erkl\u00e4rungsansatz psychologischer Handlungsbarrieren f\u00fcr Umweltverhalten"},"content":{"rendered":"<p>Selbstschutzstrategien im Angesicht des Klimawandels &#8211; ein Bed\u00fcrfnis-orientierter Erkl\u00e4rungsansatz<\/p>\n<p>Der Klimawandel stellt eine existenzielle Bedrohung f\u00fcr das menschliche \u00dcberleben, die soziale Organisation der Gesellschaft und die Stabilit\u00e4t der \u00d6kosysteme dar. Er ist daher zutiefst be\u00e4ngstigend. Im Angesicht von Bedrohungen wollen sich Menschen h\u00e4ufig sch\u00fctzen, anstatt sich proaktiv zu verhalten. Wenn psychologische Ressourcen zur Bew\u00e4ltigung nicht ausreichen, reagieren Menschen oft mit verschiedenen Formen der Leugnung. Diese Dissertation leistet einen Beitrag zum Verst\u00e4ndnis des vielschichtigen Ph\u00e4nomens der Klimawandelleugnung aus psychologischer Sicht.<\/p>\n<p>Es gibt vier Forschungsl\u00fccken in der Literatur zur Klimawandelleugnung: Erstens hat das Spektrum der Klimawandelleugnung als selbstsch\u00fctzende Reaktion auf die Klimakrise innerhalb der Psychologie bisher keine Beachtung gefunden. Zweitens wurde psychologische Grundbed\u00fcrfnisbefriedigung, ein fundamentaler Indikator f\u00fcr menschliches Funktionieren und die F\u00e4higkeit, mit Bedrohungen umzugehen, bisher nicht als Pr\u00e4diktor f\u00fcr Klimawandelleugnung untersucht. Drittens sind Beziehungen des Spektrums der Klimawandelleugnung zu klimarelevanten Emotionen, insbesondere der Klimaangst, bisher nicht empirisch untersucht worden. Viertens wurde bisher nicht untersucht, wie sich das Spektrum der Klimawandelleugnung zu etablierten Pr\u00e4diktoren der Klimawandelleugnung, d.h. rechtsideologischer \u00dcberzeugungen und m\u00e4nnlichem Geschlecht, verh\u00e4lt. Um diese L\u00fccken zu schlie\u00dfen, untersuche ich, wie sich das Spektrum der Klimawandelleugnung im deutschen Kontext manifestiert und wie es mit psychologischer Grundbed\u00fcrfnisbefriedigung und -frustration, umweltfreundlichem Verhalten, Klimaangst, ideologischer \u00dcberzeugung und Geschlecht zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Manuskripte zeigen, dass Klimawandelleugnung im deutschen Kontext auf einem Spektrum existiert, das von der Verzerrung von Fakten (interpretative Leugnung, insbesondere <em>Leugnung der pers\u00f6nlichen und globalen Folgenschwere<\/em>) bis zur Leugnung von Implikationen reicht (implikatorische Leugnung, insbesondere <em>Vermeidung<\/em>, <em>Leugnung von Schuld<\/em> und <em>Rationalisierung der eigenen Beteiligung<\/em>). \u00dcber alle Analysen hinweg war niedrige psychologische Grundbed\u00fcrfnisbefriedigung Pr\u00e4diktor f\u00fcr das Spektrum der Klimawandelleugnung, das wiederum mit umweltfreundlichem Verhalten assoziiert war. Klimawandelleugnung stand generell in einem negativen Zusammenhang mit Klimaangst, mit Ausnahme einer positiven Assoziation von Vermeidung und Klimaangst. Rechtsideologische \u00dcberzeugung war der st\u00e4rkste Pr\u00e4diktor f\u00fcr Klimawandelleugnung \u00fcber das gesamte Spektrum hinweg. Bed\u00fcrfnisbefriedigung und m\u00e4nnliches Geschlecht waren weitere, aber schw\u00e4chere Pr\u00e4diktoren f\u00fcr implikatorische Leugnung.<\/p>\n<p>Diese Ergebnisse legen nahe, dass das Spektrum der Klimawandelleugnung viele psychologische Funktionen erf\u00fcllt. Klimawandelleugnung ist m\u00f6glicherweise sowohl eine Selbstsch\u00fctzende Strategie, um Emotionen herunter zu regulieren, als auch um sich vor dem Verlust von Privilegien zu sch\u00fctzen. Kurz gesagt stellt Klimawandelleugnung eine Barriere f\u00fcr Klimaschutzma\u00dfnahmen dar, die m\u00f6glicherweise erst dann \u00fcberwunden wird, wenn Menschen \u00fcber ausreichende psychologische Ressourcen verf\u00fcgen, um sich der Bedrohung durch den Klimawandel zu stellen und mit zugrundeliegenden Selbst-sch\u00fctzenden, emotionalen Reaktionen umzugehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Selbstschutzstrategien im Angesicht des Klimawandels &#8211; ein Bed\u00fcrfnis-orientierter Erkl\u00e4rungsansatz Der Klimawandel stellt eine existenzielle Bedrohung f\u00fcr das menschliche \u00dcberleben, die soziale Organisation der Gesellschaft und die Stabilit\u00e4t der \u00d6kosysteme dar. Er ist daher zutiefst be\u00e4ngstigend. Im Angesicht von Bedrohungen wollen sich Menschen h\u00e4ufig sch\u00fctzen, anstatt sich proaktiv zu verhalten. 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