{"id":52360,"date":"2026-10-23T12:48:30","date_gmt":"2026-10-23T10:48:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20018-556\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:30","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:30","slug":"20018-556","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20018-556\/","title":{"rendered":"Distributed Ledger als Instrument des Energiewirtschaftsrechts &#8211; Rechtliche M\u00c3\u00b6glichkeiten und Grenzen"},"content":{"rendered":"<p>Distributed Ledger als Instrument des Energiewirtschaftsrechts<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die umweltvertr\u00c3\u00a4gliche Energieversorgung mit einem hohen Erzeugungsanteil an erneuerbaren Energien soll zum R\u00c3\u00bcckgrat einer nachhaltigen Daseinsvorsorge werden. Noch will dem Gesetzgeber allerdings der Schulterschluss mit der Demokratisierung der Energiewende nicht recht gelingen: Unmittelbarer Handlungsdruck ergibt sich dabei nicht nur aus den ambitionierten Zielen des <em>Erneuerbare-Energien-Gesetzes<\/em> wie etwa ein Anteil von aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms am Bruttostromverbrauch von 55 bis 60 Prozent bis 2035. Schlie\u00c3\u0178lich sollen nach dem Auslaufen des gesetzlichen Verg\u00c3\u00bctungsmodells die Erzeugungskapazit\u00c3\u00a4ten der Erneuerbare-Energien-Anlagen auch ohne eine umfassende staatliche F\u00c3\u00b6rderung verf\u00c3\u00bcgbar sein. Vor diesem Hintergrund erforscht das Promotionsvorhaben mit dem Titel <strong>Distributed Ledger als Instrument des Energiewirtschaftsrechts &#8211; Rechtliche M\u00c3\u00b6glichkeiten und Grenzen<\/strong> eine wichtige, wenn nicht sogar die wichtigste Herausforderung der Energiewende: die reibungslose Integration des <em>Prosumers<\/em> in das Energieversorgungssystem, id est eines Energieverbrauchers, der erneuerbare Elektrizit\u00c3\u00a4t nicht nur konsumieren, sondern auch produzieren kann.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Auf der Basis dezentraler Programmsysteme (<em>Distributed Ledger<\/em>), die eine Datenbasis auf verschiedenen Knoten eines Rechnernetzwerks verteilt archivieren, k\u00c3\u00b6nnen sich <em>Prosumer<\/em> zu regionalen und innovativen <em>Peer-to-Peer<\/em>-Energiegenossenschaften vereinen. So k\u00c3\u00b6nnen dezentrale Marktakteure in eine unmittelbare Handelsbeziehung miteinander treten, um regional erzeugten Strom abzunehmen oder zu ver\u00c3\u00a4u\u00c3\u0178ern \u00e2\u20ac\u201c ohne dabei einen vertrauensw\u00c3\u00bcrdigen Dritten (z.B. ein Energieversorgungsunternehmen oder einen Energieh\u00c3\u00a4ndler) einbinden zu m\u00c3\u00bcssen. Andererseits k\u00c3\u00b6nnen die mit der Gew\u00c3\u00a4hrleistung von Systemsicherheit und -zuverl\u00c3\u00a4ssigkeit betrauten Netzbetreiber mithilfe von dezentralen Energiedatenregistern zunehmend automatisiert operieren.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der rechtswissenschaftliche Diskurs l\u00c3\u00a4sst eine vertiefte Untersuchung der energiewirtschaftlichen und der datenschutzrechtlichen Implikationen im Zusammenhang mit der <em>Distributed-Ledger-Technologie<\/em> allerdings bisher vermissen. Das Dissertationsvorhaben verfolgt daher das Anliegen, diese Forschungsl\u00c3\u00bccke zu schlie\u00c3\u0178en und konkrete Gestaltungsempfehlungen auszusprechen, die die innovative Technologie mit dem vorgefundenen Rechtsrahmen vers\u00c3\u00b6hnen k\u00c3\u00b6nnen. Die Untersuchung verfolgt daneben aber auch ein weiteres Ziel, das auf das vierte Energiepaket <strong>Clean Energy for All Europeans <\/strong>der <em>Europ\u00c3\u00a4ischen Kommission<\/em> vom 30.11.2016 zur\u00c3\u00bcckgeht. Getrieben von der Motivation, die Funktion des aktiv am Marktgeschehen teilnehmenden Energieverbrauchers (<em>Prosumers<\/em>) zu f\u00c3\u00b6rdern, schafft der europ\u00c3\u00a4ische Gesetzgeber erstmals eine eigene Rechtsposition \u00e2\u20ac\u201c ohne deren Anwendungsbereich und Rechtskreis konkret zu umrei\u00c3\u0178en. Die Analyse will daher zudem aufzeigen, wie sich die Handlungsm\u00c3\u00b6glichkeiten zu den energieregulatorischen Grundlagen verhalten, um damit nicht nur den Entwicklungspfad f\u00c3\u00bcr verteilte Registertechnologien, sondern f\u00c3\u00bcr vielf\u00c3\u00a4ltige, alternative Energieversorgungsmodelle zu zeichnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Distributed Ledger als Instrument des Energiewirtschaftsrechts Die umweltvertr\u00c3\u00a4gliche Energieversorgung mit einem hohen Erzeugungsanteil an erneuerbaren Energien soll zum R\u00c3\u00bcckgrat einer nachhaltigen Daseinsvorsorge werden. 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