{"id":52357,"date":"2026-02-11T10:48:11","date_gmt":"2026-02-11T09:48:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20018-559\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:12","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:12","slug":"20018-559","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20018-559\/","title":{"rendered":"Austausch von Stickstoff jenseits von Flussm\u00fcndungen \u2013 zur Rolle von degradierten K\u00fcstenmooren als potentielle Stickstoffquellen oder -senken f\u00fcr die Ostsee und die Atmosph\u00e4re"},"content":{"rendered":"<p>Stickstoffaustausch zwischen degradierten K\u00fcstenmooren und der Ostseek\u00fcste<\/p>\n<p>Infolge der Zunahme von Treibhausgasen wie CO2 und Lachgas (N2O) in der Atmosph\u00e4re werden weltweit drastische klimatische Ver\u00e4nderungen prognostiziert, die u.a. den Anstieg des Meeresspiegels voraussagen. Speziell f\u00fcr die Ostsee, dessen K\u00fcstengebiete in dieser Arbeit untersucht werden sollen, wird ein Anstieg von ca. 35 cm bis 2100 erwartet. Eine weitere Folge des Klimawandels ist die Erh\u00f6hung der Niederschlagsmenge, sodass in Kombination mit steigenden Temperaturen und damit einhergehender Verdunstung gr\u00f6\u00dfere Schwankungen des Salzgehaltes vermutet werden. K\u00fcstenbereiche, die nicht durch D\u00fcnen oder Deiche gesch\u00fctzt sind, werden unmittelbar von steigenden Wasserst\u00e4nden und wechselnden Salzgehalten betroffen sein. Um \u00dcberflutungsereignisse abzumildern, werden in Mecklenburg-Vorpommern (MV) daher zunehmend \u00dcberflutungsfl\u00e4chen geschaffen. Dabei handelt es sich in der Regel um ehemals entw\u00e4sserte Moore, die bis zu ihrer Wiedervern\u00e4ssung zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt wurden. Diese renaturierten Fl\u00e4chen wurden bisher zu Schutzgebieten, sind Teil von Nationalparken oder werden f\u00fcr Paludikulturen verwendet. Ein Monitoring von Flora und Fauna wird in der Regel durchgef\u00fchrt, wohingegen Stoffkreisl\u00e4ufe bisher nur in Ans\u00e4tzen untersucht worden sind.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge aus Fl\u00fcssen routinem\u00e4\u00dfig \u00fcberwacht werden, ist \u00fcber den Einfluss der direkt an die K\u00fcste angrenzenden Landfl\u00e4chen und ihre Entw\u00e4sserung \u00fcber die K\u00fcstenlinie bislang sehr wenig bekannt. Daher sollen zwei ehemals intensiv landwirtschaftlich genutzte K\u00fcstenmoore, die Karrendorfer Wiesen (KW) am Greifswalder Bodden und die Drammendorfer Wiesen (DW) am Kubitzer Bodden, in MV untersucht werden. Die KW sind bereits seit ca. 30 Jahren wiedervern\u00e4sst und stehen im offenen Austausch mit dem Greifswalder Bodden, sodass eine direkte Abh\u00e4ngigkeit zum dortigen Wasserstand besteht. Die DW sind seit mehreren Jahrzehnten durch einen Deich vom Kubitzer Bodden abgetrennt. Ihre Wiedervern\u00e4ssung soll im Fr\u00fchjahr 2020 erfolgen. Infolge der Entw\u00e4sserung sind die Torfschichten beider Gebiete degradiert. Aufgrund der Verwendung von D\u00fcngemitteln werden au\u00dferdem hohe Stickstoffkonzentrationen erwartet.<\/p>\n<p>Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss terrestrisch-mariner Wechselwirkungen auf die Lachgas-produzierenden, mikrobiellen Prozesse Nitrifikation und Denitrifikation zu untersuchen. Nitrifikation ist die Umwandlung von Ammonium zu Nitrit und Nitrat, Denitrifikation beschreibt die Reduktion von Nitrat zu molekularem Stickstoff N2. Es wird vermutet, dass ein Teil des Stickstoffs in Form des klimarelevanten Spurengases Lachgas (N2O) in die Atmosph\u00e4re entweicht. Als unbeeinflusste Referenzfl\u00e4che dient ein Flachwassergebiet der Ostsee bei Rostock ohne Austausch mit dem dahinter liegenden Moor. Eine monatliche Beprobung der KW und der DW (nach Wiedervern\u00e4ssung) soll entlang eines Transektes vom Moor in die vorgelagerten Bodden erfolgen. Mithilfe von Konzentrations-, Nitrifikationsraten-, Denitrifikationsraten- und Isotopenmessungen sollen die N2O-produzierenden und -verbrauchenden Prozesse (Nitrifikation und Denitrifikation) und die Stoffums\u00e4tze charakterisiert werden. Zus\u00e4tzlich werden durch die Anwendung einer relativ neuen Methode die Isotopomere des N2O bestimmt. Diese erlauben einen sehr detaillierten Einblick in die N2O-umsetzenden Prozesse.<\/p>\n<p>In Laborexperimenten soll der Einfluss verschiedener Salinit\u00e4ten auf Nitrifikation und die N2O-Produktion unter kontrollierten Bedingungen in beiden Mooren untersucht werden. Dadurch sollen m\u00f6gliche Unterschiede aufgrund der verschiedenen Renaturierungsstadien sichtbar gemacht werden.<\/p>\n<p>Erstmals k\u00f6nnen mit Hilfe der Ergebnisse dieser Arbeit die N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge oder -aufnahmen aus K\u00fcstenmooren direkt in die Ostsee abgesch\u00e4tzt werden und damit die Notwendigkeit verdeutlichen, hierf\u00fcr ein permanentes Monitoring einzurichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stickstoffaustausch zwischen degradierten K\u00fcstenmooren und der Ostseek\u00fcste Infolge der Zunahme von Treibhausgasen wie CO2 und Lachgas (N2O) in der Atmosph\u00e4re werden weltweit drastische klimatische Ver\u00e4nderungen prognostiziert, die u.a. den Anstieg des Meeresspiegels voraussagen. Speziell f\u00fcr die Ostsee, dessen K\u00fcstengebiete in dieser Arbeit untersucht werden sollen, wird ein Anstieg von ca. 35 cm bis 2100 erwartet. 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