{"id":52357,"date":"2026-10-23T12:48:25","date_gmt":"2026-10-23T10:48:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20018-559\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:29","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:29","slug":"20018-559","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20018-559\/","title":{"rendered":"Austausch von Stickstoff jenseits von Flussm\u00c3\u00bcndungen \u00e2\u20ac\u201c zur Rolle von degradierten K\u00c3\u00bcstenmooren als potentielle Stickstoffquellen oder -senken f\u00c3\u00bcr die Ostsee und die Atmosph\u00c3\u00a4re"},"content":{"rendered":"<p>Stickstoffaustausch zwischen degradierten K\u00fcstenmooren und der Ostseek\u00fcste<\/p>\n<p>Infolge der Zunahme von Treibhausgasen wie CO2 und Lachgas (N2O) in der Atmosph\u00c3\u00a4re werden weltweit drastische klimatische Ver\u00c3\u00a4nderungen prognostiziert, die u.a. den Anstieg des Meeresspiegels voraussagen. Speziell f\u00c3\u00bcr die Ostsee, dessen K\u00c3\u00bcstengebiete in dieser Arbeit untersucht werden sollen, wird ein Anstieg von ca. 35 cm bis 2100 erwartet. Eine weitere Folge des Klimawandels ist die Erh\u00c3\u00b6hung der Niederschlagsmenge, sodass in Kombination mit steigenden Temperaturen und damit einhergehender Verdunstung gr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178ere Schwankungen des Salzgehaltes vermutet werden. K\u00c3\u00bcstenbereiche, die nicht durch D\u00c3\u00bcnen oder Deiche gesch\u00c3\u00bctzt sind, werden unmittelbar von steigenden Wasserst\u00c3\u00a4nden und wechselnden Salzgehalten betroffen sein. Um \u00c3\u0153berflutungsereignisse abzumildern, werden in Mecklenburg-Vorpommern (MV) daher zunehmend \u00c3\u0153berflutungsfl\u00c3\u00a4chen geschaffen. Dabei handelt es sich in der Regel um ehemals entw\u00c3\u00a4sserte Moore, die bis zu ihrer Wiedervern\u00c3\u00a4ssung zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt wurden. Diese renaturierten Fl\u00c3\u00a4chen wurden bisher zu Schutzgebieten, sind Teil von Nationalparken oder werden f\u00c3\u00bcr Paludikulturen verwendet. Ein Monitoring von Flora und Fauna wird in der Regel durchgef\u00c3\u00bchrt, wohingegen Stoffkreisl\u00c3\u00a4ufe bisher nur in Ans\u00c3\u00a4tzen untersucht worden sind.<\/p>\n<p>W\u00c3\u00a4hrend die N\u00c3\u00a4hrstoffeintr\u00c3\u00a4ge aus Fl\u00c3\u00bcssen routinem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178ig \u00c3\u00bcberwacht werden, ist \u00c3\u00bcber den Einfluss der direkt an die K\u00c3\u00bcste angrenzenden Landfl\u00c3\u00a4chen und ihre Entw\u00c3\u00a4sserung \u00c3\u00bcber die K\u00c3\u00bcstenlinie bislang sehr wenig bekannt. Daher sollen zwei ehemals intensiv landwirtschaftlich genutzte K\u00c3\u00bcstenmoore, die Karrendorfer Wiesen (KW) am Greifswalder Bodden und die Drammendorfer Wiesen (DW) am Kubitzer Bodden, in MV untersucht werden. Die KW sind bereits seit ca. 30 Jahren wiedervern\u00c3\u00a4sst und stehen im offenen Austausch mit dem Greifswalder Bodden, sodass eine direkte Abh\u00c3\u00a4ngigkeit zum dortigen Wasserstand besteht. Die DW sind seit mehreren Jahrzehnten durch einen Deich vom Kubitzer Bodden abgetrennt. Ihre Wiedervern\u00c3\u00a4ssung soll im Fr\u00c3\u00bchjahr 2020 erfolgen. Infolge der Entw\u00c3\u00a4sserung sind die Torfschichten beider Gebiete degradiert. Aufgrund der Verwendung von D\u00c3\u00bcngemitteln werden au\u00c3\u0178erdem hohe Stickstoffkonzentrationen erwartet.<\/p>\n<p>Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss terrestrisch-mariner Wechselwirkungen auf die Lachgas-produzierenden, mikrobiellen Prozesse Nitrifikation und Denitrifikation zu untersuchen. Nitrifikation ist die Umwandlung von Ammonium zu Nitrit und Nitrat, Denitrifikation beschreibt die Reduktion von Nitrat zu molekularem Stickstoff N2. Es wird vermutet, dass ein Teil des Stickstoffs in Form des klimarelevanten Spurengases Lachgas (N2O) in die Atmosph\u00c3\u00a4re entweicht. Als unbeeinflusste Referenzfl\u00c3\u00a4che dient ein Flachwassergebiet der Ostsee bei Rostock ohne Austausch mit dem dahinter liegenden Moor. Eine monatliche Beprobung der KW und der DW (nach Wiedervern\u00c3\u00a4ssung) soll entlang eines Transektes vom Moor in die vorgelagerten Bodden erfolgen. Mithilfe von Konzentrations-, Nitrifikationsraten-, Denitrifikationsraten- und Isotopenmessungen sollen die N2O-produzierenden und -verbrauchenden Prozesse (Nitrifikation und Denitrifikation) und die Stoffums\u00c3\u00a4tze charakterisiert werden. Zus\u00c3\u00a4tzlich werden durch die Anwendung einer relativ neuen Methode die Isotopomere des N2O bestimmt. Diese erlauben einen sehr detaillierten Einblick in die N2O-umsetzenden Prozesse.<\/p>\n<p>In Laborexperimenten soll der Einfluss verschiedener Salinit\u00c3\u00a4ten auf Nitrifikation und die N2O-Produktion unter kontrollierten Bedingungen in beiden Mooren untersucht werden. Dadurch sollen m\u00c3\u00b6gliche Unterschiede aufgrund der verschiedenen Renaturierungsstadien sichtbar gemacht werden.<\/p>\n<p>Erstmals k\u00c3\u00b6nnen mit Hilfe der Ergebnisse dieser Arbeit die N\u00c3\u00a4hrstoffeintr\u00c3\u00a4ge oder -aufnahmen aus K\u00c3\u00bcstenmooren direkt in die Ostsee abgesch\u00c3\u00a4tzt werden und damit die Notwendigkeit verdeutlichen, hierf\u00c3\u00bcr ein permanentes Monitoring einzurichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stickstoffaustausch zwischen degradierten K\u00fcstenmooren und der Ostseek\u00fcste Infolge der Zunahme von Treibhausgasen wie CO2 und Lachgas (N2O) in der Atmosph\u00c3\u00a4re werden weltweit drastische klimatische Ver\u00c3\u00a4nderungen prognostiziert, die u.a. den Anstieg des Meeresspiegels voraussagen. Speziell f\u00c3\u00bcr die Ostsee, dessen K\u00c3\u00bcstengebiete in dieser Arbeit untersucht werden sollen, wird ein Anstieg von ca. 35 cm bis 2100 erwartet. 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