{"id":52349,"date":"2026-03-28T10:46:20","date_gmt":"2026-03-28T09:46:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20018-567\/"},"modified":"2026-03-28T10:46:21","modified_gmt":"2026-03-28T09:46:21","slug":"20018-567","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20018-567\/","title":{"rendered":"Z\u00fcchterische Optimierung des chemotaktischen Potentials des entomopathogenen Nematoden Heterorhabditis bacteriophora zur Bek\u00e4mpfung des Rapserdflohs"},"content":{"rendered":"<p>Optimierte Nematoden zur Bek\u00e4mpfung des Rapserdflohs<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Deutschland ist einer der wichtigsten Rapsproduzenten in Europa und der Rapserdfloh (<em>Psylliodes chrysocephala<\/em>) z\u00e4hlt zu den Sch\u00e4dlingen, die den Rapsanbau stark gef\u00e4hrden. Seit dem Verbot der neonicotinoiden Beizmittel zur Saatgutbehandlung (EU Reg. 2018\/783-785) werden Pyrethroide zur Bek\u00e4mpfung des Rapserdflohs nach der Aussaat eingesetzt. Neueste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der der Rapserdfloh allm\u00e4hlich Resistenz gegen diese Wirkstoffgruppe entwickelt. Das f\u00fchrt zu h\u00f6heren Aufwandmengen, mit allen damit verbundenen negativen Folgen f\u00fcr die Umwelt, insbesondere f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t von Insekten. Chemische Insektizide k\u00f6nnen durch biologische Bek\u00e4mpfungsmittel wie entomopathogene Nematoden (EPN) ersetzt werden. EPN geh\u00f6ren zu den Gattungen <em>Heterorhabditis<\/em> und <em>Steinernema<\/em>. Die Dauerlarven (DL) dringen aktiv durch nat\u00fcrliche \u00d6ffnungen ein und geben einige Zellen ihrer symbiontischen Bakterien (Gattungen <em>Photorhabdus<\/em> oder <em>Xenorhabdus<\/em>) in die H\u00e4molymphe des Wirts. Nach ca. 48 Stunden stirbt das Insekt und die Nematoden vermehren sich in dem Kadaver. Fast alle Rapssch\u00e4dlinge sind potentielle Wirte f\u00fcr EPN. Die Nutzung von EPN ist bisher auf kleinere M\u00e4rkte (z.B. Gartenbau, Gem\u00fcse- und Obstbau) konzentriert. Die Eroberung von neuen Anwendungsbereichen (Feldfr\u00fcchte im Ackerbau) durch Reduktion der Aufwandmenge ist erstmals im Mais gelungen. Durch Z\u00fcchtung auf l\u00e4ngere Persistenz und h\u00f6here Virulenz konnte die Aufwandmenge halbiert werden, sodass das Nematoden Produkt heute mit chemischen Verfahren konkurrieren kann.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Im Rahmen dieser Doktorarbeit wurde nachgewiesen, dass die Larven des Rapserdflohs von <em>Heterorhabditis bacteriophora<\/em> befallen werden. Langfristiges Ziel dieser Doktorarbeit ist es, einen <em>H. bacteriophora<\/em> Nematodenstamm zur biologischen Bek\u00e4mpfung des Rapserdflohs zu entwickeln. Untersuchungen haben gezeigt, dass nur ein Bruchteil der applizierten Nematoden in das Wirtsinsekt eindringt. Um den Anteil aktiver Nematoden zu erh\u00f6hen, soll ihre chemotaktische Leistung verbessert werden. F\u00fcr diesen Zweck wurde ein Chemotaxis-Test entwickelt, mit dem 10 Inzuchtlinien der Wildtypen (WT) des Nematoden <em>H. bacteriophora<\/em> ph\u00e4notypisiert wurden. Neben dem von uns entwickelten Chemotaxis-Test, wurden drei zus\u00e4tzliche Methoden zur Untersuchung der Chemotaxis der Nematoden getestet.<br \/>Weitere DL-Eigenschaften sind dabei zu ber\u00fccksichtigen, wie eine Steigerung der Aktivit\u00e4t bei niedrigeren Temperaturen und die Pathogenit\u00e4t gegen\u00fcber dem Wirtsinsekt. Im Rahmen dieser Arbeit wurden im Jahr 2019 Inzuchtlinien von 48 <em>H. bacteriophora <\/em>WT auf Virulenz bei 15\u00b0C charakterisiert. Diese ph\u00e4notypischen Informationen wurden anschlie\u00dfend mit bestehenden genotypischen Daten korreliert (Assoziationsanalyse). Aus dieser Analyse sind 2 Einzelnukleotid-Polymorphismen (auch Single Nucleotide Polymorphisms genannt) hervorgegangen, die eine hohe Korrelation zur Virulenz bei 15\u00b0C aufweisen. Diese SNPs dienen als molekular-genetische Marker, die in Z\u00fcchtungsprogrammen eingesetzt werden. Nebenbei wird die Linie SDT1-IL1, die die h\u00f6chste Virulenz bei 15\u00b0C zeigte, im Herbst 2020 in einem Feldversuch gepr\u00fcft. Au\u00dferdem, wurden die St\u00e4mme <em>Steinernema feltiae<\/em>, <em>Steinernema kraussei <\/em>und <em>Heterorhabditis downesi<\/em>, die urspr\u00fcnglich in kalten Regionen isoliert wurden, im Jahr 2020 auf Virulenz bei 15 \u00b0C getestet.\u00a0<br \/>Im August 2019 wurde ein Pilotversuch im Feld angesetzt. In diesem Versuch wurden Nematoden der St\u00e4mme <em>H. bacteriophora<\/em> und <em>S. feltiae<\/em> gleichzeitig mit der Aussaat gegen die Kohlfliege und den Rapserdfloh ausgebracht. Es gab verschiedene Behandlungen, bei denen sowohl ausschlie\u00dflich Nematoden als auch Nematoden in der Kombination mit den gew\u00f6hnlichen landwirtschaftlichen Behandlungen appliziert wurden. F\u00fcr den Herbst 2020 sind weitere sechs Feldversuche geplant.\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Optimierte Nematoden zur Bek\u00e4mpfung des Rapserdflohs Deutschland ist einer der wichtigsten Rapsproduzenten in Europa und der Rapserdfloh (Psylliodes chrysocephala) z\u00e4hlt zu den Sch\u00e4dlingen, die den Rapsanbau stark gef\u00e4hrden. Seit dem Verbot der neonicotinoiden Beizmittel zur Saatgutbehandlung (EU Reg. 2018\/783-785) werden Pyrethroide zur Bek\u00e4mpfung des Rapserdflohs nach der Aussaat eingesetzt. Neueste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52349","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20018\/567","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"Godina","dbu_stipendiaten_vorname":"Giulia","dbu_stipendiaten_titel":"","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2018-12-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2023-02-28 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel<br>Agrar- und Ern\u00e4hrungswissenschaftliche Fakult\u00e4t","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Ralf-Udo Ehlers","dbu_stipendiaten_email_dienst":"giuliagodina@gmail.com"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52349","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52349\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58361,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52349\/revisions\/58361"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}