{"id":52344,"date":"2026-10-23T12:48:25","date_gmt":"2026-10-23T10:48:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20018-573\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:26","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:26","slug":"20018-573","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20018-573\/","title":{"rendered":"Mithilfe der landscape of fear die Verteilung des Pr\u00c3\u00a4dationsrisikos f\u00c3\u00bcr Rebh\u00c3\u00bchner im Landschaftskontex verstehen, um Ma\u00c3\u0178nahmen im Rebhuhnschutz zu optimieren"},"content":{"rendered":"<p>Pr\u00e4dation und landscape of fear im Rebhuhnschutz<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Aktivit\u00c3\u00a4tsdichte der Pr\u00c3\u00a4datoren des Rebhuhns im Landschaftskontext<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das Ziel dieser Studie ist es, f\u00c3\u00bcr das Rebhuhn die Verteilung des Pr\u00c3\u00a4dationsrisikos, die <em>landscape of risk <\/em>(analog zu landscape of fear) in der Landschaft zu identifizieren und daraus Empfehlungen f\u00c3\u00bcr effektive Schutzma\u00c3\u0178nahmen abzuleiten. Das Rebhuhn war ein ehemals h\u00c3\u00a4ufiger Feldvogel, ist aber heutzutage durch die \u00c3\u201enderungen in der Landwirtschaft bedroht und gilt in Deutschland als stark gef\u00c3\u00a4hrdet. Neben dem Verlust von Bruthabitat und dem Mangel an Insektennahrung f\u00c3\u00bcr die K\u00c3\u00bcken, sind vor allem hohe Pr\u00c3\u00a4dationsraten, besonders zur Brutzeit, f\u00c3\u00bcr den Populationsr\u00c3\u00bcckgang verantwortlich. Auch viele andere Bodenbr\u00c3\u00bcter, insbesondere andere H\u00c3\u00bchnerv\u00c3\u00b6gel, Wiesenlimikolen und die Gro\u00c3\u0178trappe <em>Ortis tarda<\/em>, sind von bestandsgef\u00c3\u00a4hrdenden Pr\u00c3\u00a4dationsraten betroffen. Im Gegensatz zu Schutzprojekten in anderen L\u00c3\u00a4ndern ist in Deutschland eine hoch-intensive Pr\u00c3\u00a4datorenbejagung oft nicht m\u00c3\u00b6glich oder nicht gew\u00c3\u00bcnscht. Ziel muss deshalb sein, Lebensr\u00c3\u00a4ume so zu gestalten, dass sie dem Rebhuhn g\u00c3\u00bcnstige Bedingungen bieten und dabei die Pr\u00c3\u00a4dation auf ein nicht bestandsgef\u00c3\u00a4hrdendes Ma\u00c3\u0178 zu verringern. Dazu ist es notwendig zu wissen, welche Faktoren die Aktivit\u00c3\u00a4tsdichte von Pr\u00c3\u00a4datoren beeinflussen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Studie findet im Landkreis G\u00c3\u00b6ttingen innerhalb des Gebiets des Rebhuhnschutzprojekts G\u00c3\u00b6ttingen der Biologischen Schutzgemeinschaft G\u00c3\u00b6ttingen e.V. statt, da f\u00c3\u00bcr dieses Gebiet bereits regelm\u00c3\u00a4\u00c3\u0178ige Fr\u00c3\u00bchjahrsz\u00c3\u00a4hlungen und Telemetriedaten von Rebh\u00c3\u00bchnern vorliegen. Kern des Projektes ist die Entwicklung eines Modells der <em>landscape of risk<\/em>, wobei die Aktivit\u00c3\u00a4tsdichte von Bodenpr\u00c3\u00a4datoren als Ma\u00c3\u0178 f\u00c3\u00bcr die H\u00c3\u00b6he des Pr\u00c3\u00a4dationsrisikos dient. Um die Aktivit\u00c3\u00a4tsdichte von Pr\u00c3\u00a4datoren in den f\u00c3\u00bcr das Rebhuhn wichtigen Vegetationstypen &#8211; Bl\u00c3\u00bchstreifen, Hecken, Rapsfelder, Getreidefelder sowie Feldraine &#8211; zu ermitteln, werden Wildkameras genutzt. Insgesamt werden 120 zuf\u00c3\u00a4llig ausgew\u00c3\u00a4hlte Standorte untersucht, 24 in jedem der f\u00c3\u00bcnf Vegetationstypen. Die Datenaufnahme findet zum einen w\u00c3\u00a4hrend der Brutzeit (Mai-Juni) statt, und zum anderen im Winter, um jahreszeitliche Muster vergleichen zu k\u00c3\u00b6nnen. An jedem Standort werden potentiell wichtige Parameter aufgenommen wie Vegetationstyp und -h\u00c3\u00b6he, Fl\u00c3\u00a4chengr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e und Abstand zum Rand, zu Waldgebieten und zu Siedlungen, sowie in einem Radius von 500m Habitatvielfalt, L\u00c3\u00a4nge linearer Strukturen und durchschnittliche Fl\u00c3\u00a4chengr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e.<\/p>\n<p>Erste Ergebnisse des ersten Sommers zeigen, dass F\u00c3\u00bcchse bei weitem am aktivsten in den untersuchten Vegetationstypen sind, sie sind etwa vier mal h\u00c3\u00a4ufiger auf der Kamera als Dachs und Waschb\u00c3\u00a4r. Gleichzeitig werden von allen untersuchten Extensivstrukturen (Bl\u00c3\u00bchstreifen, Feldr\u00c3\u00a4nder, Hecken), Bl\u00c3\u00bchstreifen am wenigsten von Pr\u00c3\u00a4datoren frequentiert. Da gerade diese extensiven Vegetationstypen sehr wichtig als Bruthabitat sind, best\u00c3\u00a4tigen diese Ergebnisse, dass Bl\u00c3\u00bchstreifen eine geeignete Ma\u00c3\u0178nahme zur Habitataufwertung f\u00c3\u00bcr Rebh\u00c3\u00bchner sind.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In der weiteren Auswertung soll die Aktivit\u00c3\u00a4tsdichte mithilfe von N-Mixture Modellen modelliert und dabei der Einfluss der verschiedenen Parameter getestet werden. Aus dem besten Modell wird die graphische Darstellung der <em>landscape of risk<\/em> entwickelt, indem die Landschaft in Bereiche niedrigen, mittleren und hohen Pr\u00c3\u00a4dationsrisikos unterteilt wird. Zuletzt wird aus bereits vorhandenen Rebhuhn-Telemetriedaten eine Habitatnutzungsmodell des Rebhuhns erstellt und dabei die Gef\u00c3\u00a4hrlichkeit der einzelnen Fl\u00c3\u00a4chen als Variable mitber\u00c3\u00bccksichtigt.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Mit dem in dieser Studie gewonnenen Wissen wird es m\u00c3\u00b6glich sein, Rebhuhnschutz im Landschaftskontext zu planen und den Pr\u00c3\u00a4dationsdruck zu mindern, ohne rein auf Pr\u00c3\u00a4datorenkontrolle angewiesen zu sein. Dazu k\u00c3\u00b6nnte beispielsweise eine ausreichende Breite von Bl\u00c3\u00bchstreifen, ein m\u00c3\u00b6glichst gro\u00c3\u0178er Abstand zu Siedlungen oder eine Erh\u00c3\u00b6hung der Strukturvielfalt z\u00c3\u00a4hlen. Die gewonnenen Erkenntnisse kommen neben dem Rebhuhn auch vielen anderen bodenbr\u00c3\u00bctenden Vogelarten zu Gute.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pr\u00e4dation und landscape of fear im Rebhuhnschutz Aktivit\u00c3\u00a4tsdichte der Pr\u00c3\u00a4datoren des Rebhuhns im Landschaftskontext Das Ziel dieser Studie ist es, f\u00c3\u00bcr das Rebhuhn die Verteilung des Pr\u00c3\u00a4dationsrisikos, die landscape of risk (analog zu landscape of fear) in der Landschaft zu identifizieren und daraus Empfehlungen f\u00c3\u00bcr effektive Schutzma\u00c3\u0178nahmen abzuleiten. 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