{"id":52344,"date":"2026-02-28T10:46:20","date_gmt":"2026-02-28T09:46:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20018-573\/"},"modified":"2026-02-28T10:46:21","modified_gmt":"2026-02-28T09:46:21","slug":"20018-573","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20018-573\/","title":{"rendered":"Mithilfe der landscape of fear die Verteilung des Pr\u00e4dationsrisikos f\u00fcr Rebh\u00fchner im Landschaftskontex verstehen, um Ma\u00dfnahmen im Rebhuhnschutz zu optimieren"},"content":{"rendered":"<p>Pr\u00e4dation und landscape of fear im Rebhuhnschutz<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Aktivit\u00e4tsdichte der Pr\u00e4datoren des Rebhuhns im Landschaftskontext<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das Ziel dieser Studie ist es, f\u00fcr das Rebhuhn die Verteilung des Pr\u00e4dationsrisikos, die <em>landscape of risk <\/em>(analog zu landscape of fear) in der Landschaft zu identifizieren und daraus Empfehlungen f\u00fcr effektive Schutzma\u00dfnahmen abzuleiten. Das Rebhuhn war ein ehemals h\u00e4ufiger Feldvogel, ist aber heutzutage durch die \u00c4nderungen in der Landwirtschaft bedroht und gilt in Deutschland als stark gef\u00e4hrdet. Neben dem Verlust von Bruthabitat und dem Mangel an Insektennahrung f\u00fcr die K\u00fcken, sind vor allem hohe Pr\u00e4dationsraten, besonders zur Brutzeit, f\u00fcr den Populationsr\u00fcckgang verantwortlich. Auch viele andere Bodenbr\u00fcter, insbesondere andere H\u00fchnerv\u00f6gel, Wiesenlimikolen und die Gro\u00dftrappe <em>Ortis tarda<\/em>, sind von bestandsgef\u00e4hrdenden Pr\u00e4dationsraten betroffen. Im Gegensatz zu Schutzprojekten in anderen L\u00e4ndern ist in Deutschland eine hoch-intensive Pr\u00e4datorenbejagung oft nicht m\u00f6glich oder nicht gew\u00fcnscht. Ziel muss deshalb sein, Lebensr\u00e4ume so zu gestalten, dass sie dem Rebhuhn g\u00fcnstige Bedingungen bieten und dabei die Pr\u00e4dation auf ein nicht bestandsgef\u00e4hrdendes Ma\u00df zu verringern. Dazu ist es notwendig zu wissen, welche Faktoren die Aktivit\u00e4tsdichte von Pr\u00e4datoren beeinflussen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Studie findet im Landkreis G\u00f6ttingen innerhalb des Gebiets des Rebhuhnschutzprojekts G\u00f6ttingen der Biologischen Schutzgemeinschaft G\u00f6ttingen e.V. statt, da f\u00fcr dieses Gebiet bereits regelm\u00e4\u00dfige Fr\u00fchjahrsz\u00e4hlungen und Telemetriedaten von Rebh\u00fchnern vorliegen. Kern des Projektes ist die Entwicklung eines Modells der <em>landscape of risk<\/em>, wobei die Aktivit\u00e4tsdichte von Bodenpr\u00e4datoren als Ma\u00df f\u00fcr die H\u00f6he des Pr\u00e4dationsrisikos dient. Um die Aktivit\u00e4tsdichte von Pr\u00e4datoren in den f\u00fcr das Rebhuhn wichtigen Vegetationstypen &#8211; Bl\u00fchstreifen, Hecken, Rapsfelder, Getreidefelder sowie Feldraine &#8211; zu ermitteln, werden Wildkameras genutzt. Insgesamt werden 120 zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlte Standorte untersucht, 24 in jedem der f\u00fcnf Vegetationstypen. Die Datenaufnahme findet zum einen w\u00e4hrend der Brutzeit (Mai-Juni) statt, und zum anderen im Winter, um jahreszeitliche Muster vergleichen zu k\u00f6nnen. An jedem Standort werden potentiell wichtige Parameter aufgenommen wie Vegetationstyp und -h\u00f6he, Fl\u00e4chengr\u00f6\u00dfe und Abstand zum Rand, zu Waldgebieten und zu Siedlungen, sowie in einem Radius von 500m Habitatvielfalt, L\u00e4nge linearer Strukturen und durchschnittliche Fl\u00e4chengr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p>Erste Ergebnisse des ersten Sommers zeigen, dass F\u00fcchse bei weitem am aktivsten in den untersuchten Vegetationstypen sind, sie sind etwa vier mal h\u00e4ufiger auf der Kamera als Dachs und Waschb\u00e4r. Gleichzeitig werden von allen untersuchten Extensivstrukturen (Bl\u00fchstreifen, Feldr\u00e4nder, Hecken), Bl\u00fchstreifen am wenigsten von Pr\u00e4datoren frequentiert. Da gerade diese extensiven Vegetationstypen sehr wichtig als Bruthabitat sind, best\u00e4tigen diese Ergebnisse, dass Bl\u00fchstreifen eine geeignete Ma\u00dfnahme zur Habitataufwertung f\u00fcr Rebh\u00fchner sind.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In der weiteren Auswertung soll die Aktivit\u00e4tsdichte mithilfe von N-Mixture Modellen modelliert und dabei der Einfluss der verschiedenen Parameter getestet werden. Aus dem besten Modell wird die graphische Darstellung der <em>landscape of risk<\/em> entwickelt, indem die Landschaft in Bereiche niedrigen, mittleren und hohen Pr\u00e4dationsrisikos unterteilt wird. Zuletzt wird aus bereits vorhandenen Rebhuhn-Telemetriedaten eine Habitatnutzungsmodell des Rebhuhns erstellt und dabei die Gef\u00e4hrlichkeit der einzelnen Fl\u00e4chen als Variable mitber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Mit dem in dieser Studie gewonnenen Wissen wird es m\u00f6glich sein, Rebhuhnschutz im Landschaftskontext zu planen und den Pr\u00e4dationsdruck zu mindern, ohne rein auf Pr\u00e4datorenkontrolle angewiesen zu sein. Dazu k\u00f6nnte beispielsweise eine ausreichende Breite von Bl\u00fchstreifen, ein m\u00f6glichst gro\u00dfer Abstand zu Siedlungen oder eine Erh\u00f6hung der Strukturvielfalt z\u00e4hlen. Die gewonnenen Erkenntnisse kommen neben dem Rebhuhn auch vielen anderen bodenbr\u00fctenden Vogelarten zu Gute.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pr\u00e4dation und landscape of fear im Rebhuhnschutz Aktivit\u00e4tsdichte der Pr\u00e4datoren des Rebhuhns im Landschaftskontext Das Ziel dieser Studie ist es, f\u00fcr das Rebhuhn die Verteilung des Pr\u00e4dationsrisikos, die landscape of risk (analog zu landscape of fear) in der Landschaft zu identifizieren und daraus Empfehlungen f\u00fcr effektive Schutzma\u00dfnahmen abzuleiten. 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