{"id":52324,"date":"2026-02-11T10:48:05","date_gmt":"2026-02-11T09:48:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20019-593\/"},"modified":"2026-02-11T10:48:07","modified_gmt":"2026-02-11T09:48:07","slug":"20019-593","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20019-593\/","title":{"rendered":"Optimierte Nutzung verf\u00fcgbarer Umweltdaten f\u00fcr die Bewertung und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln"},"content":{"rendered":"<p>Umweltrisikobewertung von Pestiziden<\/p>\n<p>Pflanzenschutzmittel (PSM) werden vor ihrer Zulassung einer aufw\u00e4ndigen und komplexen Umweltrisikobewertung unterzogen. Daf\u00fcr wird die zu erwartende Exposition mit einer Effektkonzentration abgeglichen, aus der sich unter Verwendung eines Sicherheitsfaktors ein regulatorischer Schwellenwert bilden l\u00e4sst (<em>Regulatory threshold level<\/em>, RTL). Diese RTL k\u00f6nnen u.a. wissenschaftlich genutzt werden, um Umweltkonzentrationen von PSM zu \u00fcberpr\u00fcfen und in einen \u00f6kologischen und regulatorischen Kontext zu setzen. Dabei stellt die Verwendung der RTL ein neues und sehr vielversprechendes Konzept dar, welches in ersten Studien zur Auswertung der \u00dcberschreitungsh\u00e4ufigkeit von RTL in Oberfl\u00e4chengew\u00e4ssern f\u00fcr Insektizide angewendet wurde. Gew\u00e4sser sind hierbei von besonderer Relevanz, da sie eine zentrale Rolle im Wasserkreislauf spielen, wichtige \u00d6kosystemdienstleistungen erf\u00fcllen und eine hohe Biodiversit\u00e4t aufweisen, gleichzeitig aber gegen\u00fcber PSM exponiert sind. Trotz der komplexen Regulierung gibt es aktuell vermehrt Hinweise darauf, dass negative Effekte auf die Biodiversit\u00e4t in Gew\u00e4ssern auftreten und RTL zumindest f\u00fcr Insektizide regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberschritten werden. Bisher vorliegende Studien legen also nahe, dass die Umweltrisikobewertung von PSM nicht hinreichend protektiv ist. Die bisherigen Studien umfassen jedoch nur ein geringes Substanzspektrum (~30 Insektizide), sodass derzeit z.B. keine Aussagen f\u00fcr andere Substanzgruppen getroffen werden k\u00f6nnen, was jedoch von hoher umweltpolitischer Relevanz w\u00e4re. Das Hauptproblem stellt dabei die aufgrund der schlechten Zug\u00e4nglichkeit aufw\u00e4ndige Recherche von RTL dar, sodass bislang nur RTL f\u00fcr wenige Substanzen vorliegen.<\/p>\n<p>Hier setzt mein Promotionsprojekt mit seinen drei Teilzielsetzungen und Teilprojekten (TP) an.<\/p>\n<p><strong>TP1:<\/strong> Das RTLe-Modell: In diesem TP wurde die methodische Grundlage der Arbeit erstellt, n\u00e4mlich die Entwicklung eines Modells zur automatischen Ableitung konservativer RTL-Werte (RTL-\u00c4quivalente, sog. RTLe) aus verf\u00fcgbaren Toxizit\u00e4tsdaten (Effektdaten aus Datenbanken der US EPA) von PSM f\u00fcr aquatische Organismen. Die Ergebnisse dieses Teilprojektes konnten bereits\u00a0<em>open access\u00a0<\/em>publiziert werden (Petschick et al., 2019).<\/p>\n<p><strong>TP2:<\/strong> Untersuchung der Datenbasis: Dieses TP geht der Frage nach, ob die verf\u00fcgbaren Effektdaten (Datenbanken und Zulassungsdossiers) repr\u00e4sentativ in die Risikobewertung einflie\u00dfen oder durch eine ggf. gerichtete Auswahl ein sog. <em>Selection bias <\/em>entsteht, ob also die regulatorische Umweltrisikobewertung zu einem anderen Ergebnis kommen w\u00fcrde, wenn vorliegende Ergebnisse weiterer wissenschaftlicher Arbeiten einbezogen w\u00fcrden. Hier gewonnene Erkenntnisse werden f\u00fcr die Konstruktion abgewandelter RTLe* genutzt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus wird die Herleitung von Schwellenwerten optimiert, um RTLe* nicht nur f\u00fcr die aquatische Umwelt, sondern f\u00fcr unterschiedliche, in der Risikobewertung Beachtung findende Organismengruppen herzuleiten, sodass das Risiko verschiedener Substanzklassen f\u00fcr diverse Nicht-Zielorganismen aufgeschl\u00fcsselt interpretiert werden kann.<\/p>\n<p><strong>TP3:<\/strong> RTL-basierte Bewertung von Expositionsdaten: Dieses TP zielt darauf ab, die in TP1 und TP2 generierten RTLe und RTLe* zu verwenden, um beispielhaft bereits vorliegende bzw. noch zu recherchierende Expositionsdaten f\u00fcr PSM in Gew\u00e4ssern f\u00fcr eine Bewertung des tats\u00e4chlichen Risikos im Freiland zu nutzen. Das Ergebnis des Abgleichs von RTLe und RTLe* soll zudem genutzt werden, um die Annahmen der etablierten regulatorischen Risikobewertung zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umweltrisikobewertung von Pestiziden Pflanzenschutzmittel (PSM) werden vor ihrer Zulassung einer aufw\u00e4ndigen und komplexen Umweltrisikobewertung unterzogen. Daf\u00fcr wird die zu erwartende Exposition mit einer Effektkonzentration abgeglichen, aus der sich unter Verwendung eines Sicherheitsfaktors ein regulatorischer Schwellenwert bilden l\u00e4sst (Regulatory threshold level, RTL). 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