{"id":52320,"date":"2026-03-28T10:46:19","date_gmt":"2026-03-28T09:46:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20019-597\/"},"modified":"2026-03-28T10:46:19","modified_gmt":"2026-03-28T09:46:19","slug":"20019-597","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20019-597\/","title":{"rendered":"Genetische Analysen stark bedrohter heimischer Flusskrebse: Populationsgenetik und eDNA-Untersuchung von Stein- und Dohlenkrebsbest\u00e4nden mittels Mikrosatellitenanalyse (Populationsgenetik) und Umwelt-DNS (Artnachweis im Gew\u00e4sser)"},"content":{"rendered":"<p>Genetische Analysen stark bedrohter heimischer Flusskrebse: Populationsgenetik und eDNA<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Heimische Flusskrebse geh\u00f6ren zu den gegenw\u00e4rtig am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten Tiergruppen in Deutschland. Die wichtigsten Vorkommen der beiden FFH-Arten Stein- (<em>Austropotamobius torrentium<\/em>) und Dohlenkrebs (<em>Austropotamobius pallipes<\/em>) befinden sich dabei in Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Best\u00e4nde gehen seit mehreren Jahrzehnten zur\u00fcck und beschr\u00e4nken sich meist auf voneinander isolierte Restpopulationen in Oberlaufgew\u00e4ssern. Diese Verinselung f\u00fchrt zu fehlendem genetischem Austausch, was den Verlust von genetischer Diversit\u00e4t (Generosion), Inzuchtdepression und eine verminderte Anpassungsf\u00e4higkeit zur Folge haben kann. F\u00fcr den langfristigen Erhalt der Best\u00e4nde werden daher dringend Aussagen zur genetischen Diversit\u00e4t und Populationsstruktur ben\u00f6tigt. Hier\u00fcber ist jedoch bislang nichts bekannt.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In meinem Promotionsvorhaben m\u00f6chte ich daher erstmals in Deutschland Stein- und Dohlenkrebsbest\u00e4nde populationsgenetisch untersuchen. Insgesamt sollen 10 Best\u00e4nde in vier Untersuchungsgebieten anhand von Mikrosatelliten-Analysen (12 Mikrosatelliten-Loci je Art) genetisch charakterisiert und miteinander verglichen werden. Zus\u00e4tzlich werden Daten zur Bestandsdichte und -gr\u00f6\u00dfe sowie zur k\u00f6rperlichen Fitness der Tiere erhoben. Diese sollen anschlie\u00dfend mit den genetischen Daten zusammengef\u00fchrt werden, um ein konsistentes Bild des Populationszustands zu erhalten. Dadurch will ich kl\u00e4ren, in welchem Ausma\u00df und durch welche Prozesse, die genetische Diversit\u00e4t von Stein- und Dohlenkrebsbest\u00e4nden verloren geht.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die heimischen Flusskrebse erfordern im Regelfall zudem eine fortlaufende \u00dcberwachung der Best\u00e4nde (Monitoring). Ein vielversprechendes Instrument hierf\u00fcr ist der Artnachweis anhand von eDNA (environmental DNA, Umwelt DNS) im Wasserk\u00f6rper. Stein- und Dohlenkrebse sind wegen ihrer versteckten Lebensweise generell schwer nachweisbar und konventionelle Methoden (bspw. h\u00e4ndische Nachsuche) sind zeitaufw\u00e4ndig und h\u00e4ufig mit einer St\u00f6rung der Best\u00e4nde verbunden. Bestandsaufnahmen mittels eDNA sind dagegen nicht invasiv und potenziell hochsensitiv. Bisher unbekannte Vorkommen k\u00f6nnen anhand von eDNA m\u00f6glicherweise auch schnell und gezielt gesucht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die eDNA-Forschung ist jedoch noch eine junge Disziplin und wurde bisher nicht auf Stein- und Dohlenkrebse angewendet. Im Zuge meiner Promotion m\u00f6chte ich daher neben dem Verst\u00e4ndnis ihrer Populationsgenetik auch die Eignung von eDNA als Nachweis f\u00fcr diese Arten untersuchen und die Detektionswahrscheinlichkeit in Abh\u00e4ngigkeit von raum-zeitlichen Faktoren evaluieren. Konkret m\u00f6chte ich an vier Krebsbest\u00e4nden den Einfluss von Probenahme-Zeitpunkt, Distanz zum Bestand, Bestandsdichte und Gew\u00e4ssergr\u00f6\u00dfe untersuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Insgesamt will ich mit Hilfe moderner genetischer Analysen einen wegweisenden Beitrag zum Schutz der beiden stark bedrohten Flusskrebsarten leisten. Dazu will ich u.a. auch Hilfestellungen und Handlungsempfehlungen f\u00fcr angewandte Schutzma\u00dfnahmen (z. B. k\u00fcnstlicher Individuenaustausch, Gewichtung von Best\u00e4nden anhand ihrer genetischen Ausstattung, Auswahl von Spender-populationen) und Monitoring-Programme (z. B. Anwendung von eDNA Methoden) erarbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genetische Analysen stark bedrohter heimischer Flusskrebse: Populationsgenetik und eDNA Heimische Flusskrebse geh\u00f6ren zu den gegenw\u00e4rtig am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten Tiergruppen in Deutschland. 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