{"id":52312,"date":"2026-01-27T10:46:42","date_gmt":"2026-01-27T09:46:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20019-605\/"},"modified":"2026-01-27T10:46:42","modified_gmt":"2026-01-27T09:46:42","slug":"20019-605","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20019-605\/","title":{"rendered":"Der Einfluss individueller Lebensstile mit geringer Erwerbsarbeitszeit auf den Umweltschutz, Treibhausgas-Emissionen und Wohlbefinden"},"content":{"rendered":"<p>Gl\u00fcckliche und gen\u00fcgsame Lebensstile innerhalb der planetaren Grenzen<\/p>\n<p>Um die Klimaziele von Paris zu erreichen, die Deutschland sich gesetzt hat, ist eine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen von 80-90% gegen\u00fcber 1990 erforderlich. Der aktuelle Entwicklungspfad ist weit von diesem Ziel entfernt. Treibhausgas-Emissionen entstehen aus dem Versuch von Menschen, ihre Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen. Daher sind nicht nur technologische L\u00f6sungen, sondern insbesondere auch die Verhaltens\u00e4nderung von Menschen f\u00fcr die L\u00f6sung des Klimawandels gefragt.<\/p>\n<p>Eine geringe Erwerbsarbeitszeit geht mit einem geringeren Einkommen einher. Einkommen wiederum hat sich als wichtiger Einflussfaktor auf Verhaltensweisen mit gro\u00dfer Klima-Relevanz erwiesen, wie beispielsweise auf die Anzahl von Flugreisen und Auto-Strecken. Arbeitszeitverk\u00fcrzungen k\u00f6nnten daher eine Strategie zur Senkung der individuellen Treibhausgasemissionen bei gleichzeitiger Verbesserung des individuellen Wohlbefindens sein. Fr\u00fchere Studien haben die Umwelteffekte von Arbeitszeitverk\u00fcrzungen nur im Querschnitt und die Auswirkungen auf das Wohlbefinden nur f\u00fcr Arbeitszeitverk\u00fcrzungen mit konstantem Einkommen untersucht. Ich habe in meiner Promotion eine Drei-Wellen-Studie mit Schweizer Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen durchgef\u00fchrt, die eine Gruppe umfasste, die ihre Arbeitszeit nach dem ersten Fragebogen freiwillig reduzierte. Die Analyse zwischen den Versuchspersonen ergab, dass die Arbeitszeit zu mehr Wohlbefinden und das Einkommen zu weniger Wohlbefinden f\u00fchrte, wobei die Arbeitszeit \u00fcber das Einkommen auch das Umweltverhalten beeinflusste. Nach der Verringerung ihrer Arbeitszeit berichteten die Teilnehmenden \u00fcber ein gesteigertes Wohlbefinden, weniger Autofahrten f\u00fcr Pendelwege und weniger Ausgaben f\u00fcr Kleidung, aber keine Verbesserung bei anderen Umweltverhaltensweisen. Die Arbeitszeitverk\u00fcrzung scheint sich positiv auf das individuelle Wohlbefinden (auch bei sinkendem Einkommen) und auf umweltfreundliche Verhaltensweisen auszuwirken, die leichter zu beeinflussen sind. Allerdings scheinen Arbeitszeitreduktionen nur begrenzte Auswirkungen auf Verhaltensweisen zu haben, die stark von einer etablierten Infrastruktur und Gewohnheiten abh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Eine allgemeine gesellschaftliche Arbeitszeitverk\u00fcrzung k\u00f6nnte einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden der Gesellschaft haben und den \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck in moderatem Ausma\u00df reduzieren. Um aber eine gr\u00f6\u00dfere Reduktion des Umweltverbrauchs der Gesellschaft zu erreichen w\u00e4ren Arbeitszeitreduktionen in gro\u00dfem Umfang erforderlich. Damit diese nicht zu einer Reduktion des Wohlbefinden f\u00fchren, ist es ratsam, sie mit einem abgestuften Lohnausgleich zu kombinieren, sodass Menschen je nach ihrem Einkommen einen Teil bis zum vollst\u00e4ndigen Lohnverlust ausgeglichen bekommen.<\/p>\n<p>Diese Forschungsarbeit sollte zu der Debatte beitragen, wie der sozial-\u00f6kologische Wandel zu einer dekarbonisierten Gesellschaft so gelingen kann, dass gleichzeitig das Wohlbefindens-Niveau der Gesellschaft nicht gef\u00e4hrdet wird oder sogar steigt. Sie schlie\u00dft somit an aktuelle Debatten zu den Themen Suffizienz, Postwachstum und neuen Arbeitsmodellen an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gl\u00fcckliche und gen\u00fcgsame Lebensstile innerhalb der planetaren Grenzen Um die Klimaziele von Paris zu erreichen, die Deutschland sich gesetzt hat, ist eine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen von 80-90% gegen\u00fcber 1990 erforderlich. Der aktuelle Entwicklungspfad ist weit von diesem Ziel entfernt. 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