{"id":52301,"date":"2026-10-23T12:48:18","date_gmt":"2026-10-23T10:48:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20019-616\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:18","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:18","slug":"20019-616","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20019-616\/","title":{"rendered":"Struktur und Vernetzung: Welchen Effekt hat Retentions-Forstwirtschaft auf die pilzliche Diversit\u00c3\u00a4t?"},"content":{"rendered":"<p>NULL<\/p>\n<p>Ein Gro\u00c3\u0178teil der W\u00c3\u00a4lder wird multifunktional genutzt, was potenziell zu Konflikten zwischen Forstwirtschaft und Naturschutz f\u00c3\u00bchren kann. Diskussionspunkte sind hier u.a. die Vereinfachung von Waldstrukturen und die effektive Vernetzung von Lebensr\u00c3\u00a4umen. Ein moderner, integrativer Naturschutzansatz, der solche Konflikte reduzieren kann, ist die Retentions-Forstwirtschaft. Dabei wird durch das Belassen von Strukturelementen bei der Holzernte eine gewisse Kontinuit\u00c3\u00a4t der Waldzusammensetzung, Struktur und Funktionsweise angestrebt. Jedoch wurde dieses Konzept in borealen Waldsystemen entwickelt und wieweit sich die Erkenntnisse aus der borealen Kahlschlagwirtschaft auch auf temperate Hochw\u00c3\u00a4lder \u00c3\u00bcbertragen lassen ist bisher kaum bekannt.<\/p>\n<p>Eine \u00c3\u00b6kologisch wichtige Gruppe im \u00c3\u2013kosystem Wald sind die Pilze. Diese treiben mehrere \u00c3\u2013kosystemprozesse an (C-Kreislauf, N-Kreislauf, P-Kreislauf) und beeinflussen die Struktur der Artengemeinschaften von Pflanzen, Tieren und Bakterien \u00c3\u00bcber biotische Interaktionen. Dar\u00c3\u00bcber hinaus handelt es sich um eine sehr artenreiche Organismengruppe (ca.\u00c2\u00a014 000 Taxa in Deutschland), die bislang nur ungen\u00c3\u00bcgend untersucht wurde. Gleichzeitig sind viele Pilzarten durch den Einfluss des Menschen ernsthaft bedroht, als Gr\u00c3\u00bcnde werden in der \u00e2\u20ac\u017eRoten Liste\u00e2\u20ac\u0153 unter anderem der Mangel an alten Waldbest\u00c3\u00a4nden und starkem Biotopholz sowie die Umwidmung von Naturfl\u00c3\u00a4chen angegeben.<\/p>\n<p>In dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gef\u00c3\u00b6rderten Graduiertenkolleg ConFoBi (Conservation of Forest Biodiversity in Multiple-Use Landscapes of Central Europe) wird mehrskalige, \u00c3\u00b6kologische Forschung zur Diversit\u00c3\u00a4t in W\u00c3\u00a4ldern betrieben und mit sozialen und \u00c3\u00b6konomischen Studien zum Erhalt dieser Biodiversit\u00c3\u00a4t kombiniert. Der Fokus von ConFoBi liegt dabei auf der \u00c3\u0153berpr\u00c3\u00bcfung der Wirksamkeit von Retentions-Ma\u00c3\u0178nahmen, speziell im Hinblick auf Habitatb\u00c3\u00a4ume und Totholz. Dabei wird eine Vielzahl von Organismengruppen abgedeckt. Jedoch werden Pilze, die im \u00c3\u2013kosystem Wald mehrere wichtige Funktionen erf\u00c3\u00bcllen bislang nicht bearbeitet. Auch gibt es bisher nur wenige Studien, die Effekte der Retentions-Forstwirtschaft auf Pilze untersuchen. Dabei sind evidenzbasierte Managementstrategien f\u00c3\u00bcr den Erhalt der Biodiversit\u00c3\u00a4t im Wald unerl\u00c3\u00a4sslich.<\/p>\n<p>In diesem Projekt wird im Rahmen der bereits etablierten Forschungsinfrastruktur von ConFoBi deshalb der Effekt der strukturellen Komplexit\u00c3\u00a4t von bewirtschafteten W\u00c3\u00a4ldern auf mehreren r\u00c3\u00a4umlichen Ebenen auf die Pilzvielfalt untersucht. Dazu sollen klassische pilzkundliche Methoden mit modernen molekularen Ans\u00c3\u00a4tzen verbunden werden. Schlie\u00c3\u0178lich werden die in diesem Vorhaben erfassten Pilzarten mit den vorliegenden Diversit\u00c3\u00a4tsdaten aus ConFoBi verschnitten, um Zusammenh\u00c3\u00a4nge zwischen der Diversit\u00c3\u00a4t der Pilze und der Diversit\u00c3\u00a4t anderer Organismengruppen zu untersuchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NULL Ein Gro\u00c3\u0178teil der W\u00c3\u00a4lder wird multifunktional genutzt, was potenziell zu Konflikten zwischen Forstwirtschaft und Naturschutz f\u00c3\u00bchren kann. Diskussionspunkte sind hier u.a. die Vereinfachung von Waldstrukturen und die effektive Vernetzung von Lebensr\u00c3\u00a4umen. Ein moderner, integrativer Naturschutzansatz, der solche Konflikte reduzieren kann, ist die Retentions-Forstwirtschaft. 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