{"id":52275,"date":"2026-02-09T10:48:02","date_gmt":"2026-02-09T09:48:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20020-642\/"},"modified":"2026-02-09T10:48:03","modified_gmt":"2026-02-09T09:48:03","slug":"20020-642","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20020-642\/","title":{"rendered":"Erfassung und Bewertung der Auswirkungen von Bibern (Castor fiber) auf gew\u00e4ssernahe W\u00e4lder"},"content":{"rendered":"<p>Das vorliegende Forschungsvorhaben besch\u00e4ftigt sich mit der Erfassung und Bewertung des \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Einflusses von Bibern (Castor fiber) in deutschen W\u00e4ldern. Der europ\u00e4ische Biber war Mitte des 20. Jahrhunderts fast vollst\u00e4ndig ausgerottet und nur noch in sehr wenigen R\u00fcckzugsgebieten zu finden. Die starke Reduzierung l\u00e4sst sich insbesondere auf die Verfolgung durch den Menschen zur\u00fcckf\u00fchren. Heute steht der Biber als FFH-Art und \u201estreng gesch\u00fctzte Art\u201c laut BNatschG unter besonderem Schutz und durch verschiedene Ma\u00dfnahmen wurde ihm wieder zu einer Ausbreitung verholfen. Diese aus arten- und naturschutzfachlicher Sicht sehr positive Entwicklung wird zunehmend von teils heftigen Konflikten begleitet, denn als Bewohner von semiaquatischen Systemen und Landschaftsgestalter hat der Biber einen starken Einfluss auf seine aquatische und terrestrische Umgebung. In Deutschland hat sich der Biber inzwischen auch in Gebieten wieder angesiedelt, die urspr\u00fcnglich nicht als Bibervorkommen angedacht waren. Insbesondere in bewirtschafteten W\u00e4ldern kommt es dadurch immer wieder zu Konflikten, da Biber f\u00fcr ihre Nahrung B\u00e4ume f\u00e4llen um an Knospen und Rinde zu gelangen. Derzeit ist allerdings unklar, wie die Nahrungswahl des Bibers durch die Struktur eines Lebensraumes, wie Baumartenzusammensetzung, Baumdurchmesser, etc., beeinflusst wird. Daher ist es derzeit auch kaum m\u00f6glich, eine Risikovorhersage f\u00fcr gew\u00e4ssernahe Waldgebiete zu erstellen und rechtzeitig pr\u00e4ventive Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr besonders gef\u00e4hrdete Gebiete zu ergreifen. Dar\u00fcber hinaus fehlt derzeit ein transparentes und praktikables Verfahren zur Erfassung und \u00f6konomischen Beurteilung von Bibersch\u00e4den im Wirtschaftswald, wie es f\u00fcr eine objektive Darstellung des Bibereinflusses, sowie zur Entsch\u00e4digung von Waldbesitzern zwingend n\u00f6tig w\u00e4re. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, unser Verst\u00e4ndnis \u00fcber den Einfluss des Bibers zu erh\u00f6hen und zu einem evidenzbasierten Bibermanagement beizutragen. Konkret soll in dem Projekt drei miteinander eng verzahnte Aspekte bearbeitet werden. Zun\u00e4chst sollen \u00fcber deutschlandweite Feldaufnahmen die Nahrungswahl von Bibern in Abh\u00e4ngigkeit der Lebensraumstruktur erfasst werden. Zweitens sollen verschiedene Verfahren erprobt und evaluiert werden, mit denen die Einwirkungen des Bibers insbesondere auf B\u00e4ume (\u201eBibersch\u00e4den\u201c) erfasst werden. Drittens sollen basierend auf den Ergebnissen zu Nahrungswahl und Schadpotential ein Variantenstudium erstellt werden, mit denen besonders gef\u00e4hrdete Waldbest\u00e4nde identifiziert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Forschungsvorhaben soll ausgehend von einer deutschlandweiten Studie aufzeigen, welche Einfl\u00fcsse die strukturellen Lebensraumbedingungen auf die Nahrungswahl und das Schadpotential haben. Bisherige Ergebnisse in der Nahrungswahl sollen in einer Metastudie zusammengefasst werden. Anschlie\u00dfend sollen m\u00f6glichst verschiedenen Waldbest\u00e4nde erfasst werden, um festzustellen, wie sich das Nahrungsverhalten bei gewissen Bestandesstrukturen und Baumartenzusammensetzungen verh\u00e4lt. Neben der jeweiligen Baumart wird auch der Durchmesser, die Waldstruktur sowie der Gew\u00e4sserabstand erfasst.<\/p>\n<p>Neben der \u00f6kologischen Sichtweise auf das Verhalten soll auch die \u00f6konomische Sichtweise beleuchtet werden. Der \u00f6konomische Schaden, der durch das F\u00e4llen oder Ringeln von B\u00e4umen entsteht, ist insbesondere f\u00fcr Privatwaldbesitzer entscheidend. Eine Entsch\u00e4digung f\u00fcr Bibersch\u00e4den gibt es in der Forstwirtschaft kaum. Jedoch kann durch das Auftreten des Bibers die forstwirtschaftliche Nutzung stark eingeschr\u00e4nkt werden und waldbauliche Pl\u00e4ne m\u00fcssen ver\u00e4ndert werden. Die Forschungsarbeit richtet einen wissenschaftlichen Blick auf die \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Auswirkungen des Bibers.<\/p>\n<p>Das Forschungsvorhaben hilft dabei, dass Verhalten des Bibers auf Waldbest\u00e4nde zu verstehen. Abgeleitet daraus kann man die Konflikte zwischen dem Einfluss des Nagers und den Zielen des Waldbesitzers besser verstehen und eine Akzeptanz f\u00fcr die Biber schaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das vorliegende Forschungsvorhaben besch\u00e4ftigt sich mit der Erfassung und Bewertung des \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Einflusses von Bibern (Castor fiber) in deutschen W\u00e4ldern. Der europ\u00e4ische Biber war Mitte des 20. Jahrhunderts fast vollst\u00e4ndig ausgerottet und nur noch in sehr wenigen R\u00fcckzugsgebieten zu finden. Die starke Reduzierung l\u00e4sst sich insbesondere auf die Verfolgung durch den Menschen zur\u00fcckf\u00fchren. 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