{"id":52275,"date":"2026-10-23T12:48:11","date_gmt":"2026-10-23T10:48:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20020-642\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:14","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:14","slug":"20020-642","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20020-642\/","title":{"rendered":"Erfassung und Bewertung der Auswirkungen von Bibern (Castor fiber) auf gew\u00c3\u00a4ssernahe W\u00c3\u00a4lder"},"content":{"rendered":"<p>Das vorliegende Forschungsvorhaben besch\u00c3\u00a4ftigt sich mit der Erfassung und Bewertung des \u00c3\u00b6kologischen und \u00c3\u00b6konomischen Einflusses von Bibern (Castor fiber) in deutschen W\u00c3\u00a4ldern. Der europ\u00c3\u00a4ische Biber war Mitte des 20. Jahrhunderts fast vollst\u00c3\u00a4ndig ausgerottet und nur noch in sehr wenigen R\u00c3\u00bcckzugsgebieten zu finden. Die starke Reduzierung l\u00c3\u00a4sst sich insbesondere auf die Verfolgung durch den Menschen zur\u00c3\u00bcckf\u00c3\u00bchren. Heute steht der Biber als FFH-Art und \u00e2\u20ac\u017estreng gesch\u00c3\u00bctzte Art\u00e2\u20ac\u0153 laut BNatschG unter besonderem Schutz und durch verschiedene Ma\u00c3\u0178nahmen wurde ihm wieder zu einer Ausbreitung verholfen. Diese aus arten- und naturschutzfachlicher Sicht sehr positive Entwicklung wird zunehmend von teils heftigen Konflikten begleitet, denn als Bewohner von semiaquatischen Systemen und Landschaftsgestalter hat der Biber einen starken Einfluss auf seine aquatische und terrestrische Umgebung. In Deutschland hat sich der Biber inzwischen auch in Gebieten wieder angesiedelt, die urspr\u00c3\u00bcnglich nicht als Bibervorkommen angedacht waren. Insbesondere in bewirtschafteten W\u00c3\u00a4ldern kommt es dadurch immer wieder zu Konflikten, da Biber f\u00c3\u00bcr ihre Nahrung B\u00c3\u00a4ume f\u00c3\u00a4llen um an Knospen und Rinde zu gelangen. Derzeit ist allerdings unklar, wie die Nahrungswahl des Bibers durch die Struktur eines Lebensraumes, wie Baumartenzusammensetzung, Baumdurchmesser, etc., beeinflusst wird. Daher ist es derzeit auch kaum m\u00c3\u00b6glich, eine Risikovorhersage f\u00c3\u00bcr gew\u00c3\u00a4ssernahe Waldgebiete zu erstellen und rechtzeitig pr\u00c3\u00a4ventive Schutzma\u00c3\u0178nahmen f\u00c3\u00bcr besonders gef\u00c3\u00a4hrdete Gebiete zu ergreifen. Dar\u00c3\u00bcber hinaus fehlt derzeit ein transparentes und praktikables Verfahren zur Erfassung und \u00c3\u00b6konomischen Beurteilung von Bibersch\u00c3\u00a4den im Wirtschaftswald, wie es f\u00c3\u00bcr eine objektive Darstellung des Bibereinflusses, sowie zur Entsch\u00c3\u00a4digung von Waldbesitzern zwingend n\u00c3\u00b6tig w\u00c3\u00a4re. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, unser Verst\u00c3\u00a4ndnis \u00c3\u00bcber den Einfluss des Bibers zu erh\u00c3\u00b6hen und zu einem evidenzbasierten Bibermanagement beizutragen. Konkret soll in dem Projekt drei miteinander eng verzahnte Aspekte bearbeitet werden. Zun\u00c3\u00a4chst sollen \u00c3\u00bcber deutschlandweite Feldaufnahmen die Nahrungswahl von Bibern in Abh\u00c3\u00a4ngigkeit der Lebensraumstruktur erfasst werden. Zweitens sollen verschiedene Verfahren erprobt und evaluiert werden, mit denen die Einwirkungen des Bibers insbesondere auf B\u00c3\u00a4ume (\u00e2\u20ac\u017eBibersch\u00c3\u00a4den\u00e2\u20ac\u0153) erfasst werden. Drittens sollen basierend auf den Ergebnissen zu Nahrungswahl und Schadpotential ein Variantenstudium erstellt werden, mit denen besonders gef\u00c3\u00a4hrdete Waldbest\u00c3\u00a4nde identifiziert werden k\u00c3\u00b6nnen.<\/p>\n<p>Das Forschungsvorhaben soll ausgehend von einer deutschlandweiten Studie aufzeigen, welche Einfl\u00c3\u00bcsse die strukturellen Lebensraumbedingungen auf die Nahrungswahl und das Schadpotential haben. Bisherige Ergebnisse in der Nahrungswahl sollen in einer Metastudie zusammengefasst werden. Anschlie\u00c3\u0178end sollen m\u00c3\u00b6glichst verschiedenen Waldbest\u00c3\u00a4nde erfasst werden, um festzustellen, wie sich das Nahrungsverhalten bei gewissen Bestandesstrukturen und Baumartenzusammensetzungen verh\u00c3\u00a4lt. Neben der jeweiligen Baumart wird auch der Durchmesser, die Waldstruktur sowie der Gew\u00c3\u00a4sserabstand erfasst.<\/p>\n<p>Neben der \u00c3\u00b6kologischen Sichtweise auf das Verhalten soll auch die \u00c3\u00b6konomische Sichtweise beleuchtet werden. Der \u00c3\u00b6konomische Schaden, der durch das F\u00c3\u00a4llen oder Ringeln von B\u00c3\u00a4umen entsteht, ist insbesondere f\u00c3\u00bcr Privatwaldbesitzer entscheidend. Eine Entsch\u00c3\u00a4digung f\u00c3\u00bcr Bibersch\u00c3\u00a4den gibt es in der Forstwirtschaft kaum. Jedoch kann durch das Auftreten des Bibers die forstwirtschaftliche Nutzung stark eingeschr\u00c3\u00a4nkt werden und waldbauliche Pl\u00c3\u00a4ne m\u00c3\u00bcssen ver\u00c3\u00a4ndert werden. Die Forschungsarbeit richtet einen wissenschaftlichen Blick auf die \u00c3\u00b6kologischen und \u00c3\u00b6konomischen Auswirkungen des Bibers.<\/p>\n<p>Das Forschungsvorhaben hilft dabei, dass Verhalten des Bibers auf Waldbest\u00c3\u00a4nde zu verstehen. Abgeleitet daraus kann man die Konflikte zwischen dem Einfluss des Nagers und den Zielen des Waldbesitzers besser verstehen und eine Akzeptanz f\u00c3\u00bcr die Biber schaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das vorliegende Forschungsvorhaben besch\u00c3\u00a4ftigt sich mit der Erfassung und Bewertung des \u00c3\u00b6kologischen und \u00c3\u00b6konomischen Einflusses von Bibern (Castor fiber) in deutschen W\u00c3\u00a4ldern. Der europ\u00c3\u00a4ische Biber war Mitte des 20. Jahrhunderts fast vollst\u00c3\u00a4ndig ausgerottet und nur noch in sehr wenigen R\u00c3\u00bcckzugsgebieten zu finden. Die starke Reduzierung l\u00c3\u00a4sst sich insbesondere auf die Verfolgung durch den Menschen zur\u00c3\u00bcckf\u00c3\u00bchren. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52275","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20020\/642","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"Hohm","dbu_stipendiaten_vorname":"Maximilian","dbu_stipendiaten_titel":"","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2020-07-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2023-03-31 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Georg-August-Universit\u00c3\u00a4t G\u00c3\u00b6ttingen Fakult\u00c3\u00a4t f\u00c3\u00bcr Forstwissenschaften und Wald\u00c3\u00b6kologie Abt. Wildtierwissenschaften","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Niko Balkenhol","dbu_stipendiaten_email_dienst":"maximilian.hohm@forst.uni-goettingen.de"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52275","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52275\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58287,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52275\/revisions\/58287"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52275"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52275"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52275"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}