{"id":52271,"date":"2026-10-23T12:48:11","date_gmt":"2026-10-23T10:48:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20020-646\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:13","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:13","slug":"20020-646","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20020-646\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines integrierten Politikbewertungsmodells zur Identifikation und Evaluation von Politikinstrumenten zur Einhaltung der planetaren Grenzen f\u00c3\u00bcr Klimawandel, Stickstoff, Biodiversit\u00c3\u00a4tsverlust und Landnutzungs\u00c3\u00a4nderung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Die wirtschaftlichen Aktivit\u00c3\u00a4ten des Menschen \u00c3\u00bcberschreiten die Belastungsgrenzen einiger fundamentaler Prozesse unseres Erdsystems und riskieren damit irreversible Ver\u00c3\u00a4nderungen unserer Umwelt. Das Konzept der planetaren Grenzen (Rockstr\u00c3\u00b6m et al. 2009) quantifiziert aus erdsystemwissenschaftlicher Perspektive innerhalb welcher Leitplanken der Mensch diese Prozesse belasten kann. Das Konzept der planetaren Grenzen ber\u00c3\u00bccksichtigt jedoch nicht die Zielkonflikte und Synergien, die die Einhaltung der Grenzen mit sich bringt. Dar\u00c3\u00bcber hinaus vermag das Konzept bisher keine Analyse der Effektivit\u00c3\u00a4t und der Wohlfahrtseffekte von Politikinstrumenten zur Einhaltung der Grenzen zu leisten. Diese Analyse ist jedoch letztlich f\u00c3\u00bcr die Einhaltung der planetaren Grenzen \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178erst relevant, da verschiedene Politikinstrumente mit unterschiedlichen Umweltwirkungen, Synergien und Wohlfahrtseffekten einhergehen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ziel der Dissertation ist es deshalb, ein \u00c3\u00b6konomisches Modell zu entwickeln, das die globale Volkswirtschaft modelliert und es erm\u00c3\u00b6glicht, Zielkonflikte und Synergien zwischen mindestens zwei planetaren Grenzen abzubilden und entsprechende Politikinstrumente zu bewerten und zu priorisieren. Daf\u00c3\u00bcr soll das PRIDE-Modell (Kalkuhl et al. 2012), das eine Modellierung und Bewertung von Politikinstrumenten in Zusammenhang mit dem Energiesektor und Klimawandel erm\u00c3\u00b6glicht, erweitert werden. Die Erweiterung beinhaltet die Ber\u00c3\u00bccksichtigung des Agrarsektors und die damit verbundene Stickstoffausbringung sowie optional bei entsprechendem Projektfortschritt die Landnutzungs\u00c3\u00a4nderung. Die Stickstoffausbringung im Agrarsektor verst\u00c3\u00a4rkt den Klimawandel, verursacht erhebliche Gesundheitssch\u00c3\u00a4den beim Menschen und f\u00c3\u00bchrt zu weitreichendem Biodiversit\u00c3\u00a4tsverlust. Dar\u00c3\u00bcber hinaus ist der Agrarsektor durch die M\u00c3\u00b6glichkeit zur Energieerzeugung aus Biomasse eng mit dem Energiesektor verkn\u00c3\u00bcpft.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Dissertation schafft mit der Erweiterung des PRIDE-Modells eine neue Art von integriertem Politikbewertungsmodell: das MAP-Modell (Model for managing Adherence to Planetary boundaries). Dieses erm\u00c3\u00b6glicht es erstmals, in einem \u00c3\u00b6konomisch und naturwissenschaftlich fundierten Modell Politikinstrumente hinsichtlich ihrer Effektivit\u00c3\u00a4t und Wohlfahrtseffekte zu bewerten. Mithilfe des MAP-Modells wird es m\u00c3\u00b6glich sein, einen optimalen Mix an umweltpolitischen Instrumenten zu berechnen, wie etwa die Bepreisung von CO2, Stickstoff\u00c3\u00bcberschussabgaben oder Fleischsteuern. Die Ma\u00c3\u0178nahmen werden dahin gehend optimiert, dass sie gegebene planetare Grenzen f\u00c3\u00bcr CO2, Stickstoff und Landnutzungs\u00c3\u00a4nderung zu den geringstm\u00c3\u00b6glichen Wohlfahrtskosten effektiv einhalten bzw. die Sch\u00c3\u00a4den aus der \u00c3\u0153bernutzung der Natur in optimaler Weise reduzieren. Das MAP-Modell liefert damit auch eine Grundlage f\u00c3\u00bcr die Weiterentwicklung der Methodenkonvention 3.0 des Umweltbundesamts zur Bewertung von sozialen Kosten der Umweltbelastung. Damit k\u00c3\u00b6nnen politische und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse im Sinne der \u00c3\u00b6kologischen und sozialen Folgenabsch\u00c3\u00a4tzung unterst\u00c3\u00bctzt werden, die Evaluation und Identifikation mehrheitsf\u00c3\u00a4higer Politikinstrumente verbessert und schlie\u00c3\u0178lich auch die gesellschaftliche Debatte verschiedener Politikinstrumente transparent und sachlich unterst\u00c3\u00bctzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die wirtschaftlichen Aktivit\u00c3\u00a4ten des Menschen \u00c3\u00bcberschreiten die Belastungsgrenzen einiger fundamentaler Prozesse unseres Erdsystems und riskieren damit irreversible Ver\u00c3\u00a4nderungen unserer Umwelt. Das Konzept der planetaren Grenzen (Rockstr\u00c3\u00b6m et al. 2009) quantifiziert aus erdsystemwissenschaftlicher Perspektive innerhalb welcher Leitplanken der Mensch diese Prozesse belasten kann. 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