{"id":52271,"date":"2026-02-11T10:46:59","date_gmt":"2026-02-11T09:46:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20020-646\/"},"modified":"2026-02-11T10:46:59","modified_gmt":"2026-02-11T09:46:59","slug":"20020-646","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20020-646\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines integrierten Politikbewertungsmodells zur Identifikation und Evaluation von Politikinstrumenten zur Einhaltung der planetaren Grenzen f\u00fcr Klimawandel, Stickstoff, Biodiversit\u00e4tsverlust und Landnutzungs\u00e4nderung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Die wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten des Menschen \u00fcberschreiten die Belastungsgrenzen einiger fundamentaler Prozesse unseres Erdsystems und riskieren damit irreversible Ver\u00e4nderungen unserer Umwelt. Das Konzept der planetaren Grenzen (Rockstr\u00f6m et al. 2009) quantifiziert aus erdsystemwissenschaftlicher Perspektive innerhalb welcher Leitplanken der Mensch diese Prozesse belasten kann. Das Konzept der planetaren Grenzen ber\u00fccksichtigt jedoch nicht die Zielkonflikte und Synergien, die die Einhaltung der Grenzen mit sich bringt. Dar\u00fcber hinaus vermag das Konzept bisher keine Analyse der Effektivit\u00e4t und der Wohlfahrtseffekte von Politikinstrumenten zur Einhaltung der Grenzen zu leisten. Diese Analyse ist jedoch letztlich f\u00fcr die Einhaltung der planetaren Grenzen \u00e4u\u00dferst relevant, da verschiedene Politikinstrumente mit unterschiedlichen Umweltwirkungen, Synergien und Wohlfahrtseffekten einhergehen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ziel der Dissertation ist es deshalb, ein \u00f6konomisches Modell zu entwickeln, das die globale Volkswirtschaft modelliert und es erm\u00f6glicht, Zielkonflikte und Synergien zwischen mindestens zwei planetaren Grenzen abzubilden und entsprechende Politikinstrumente zu bewerten und zu priorisieren. Daf\u00fcr soll das PRIDE-Modell (Kalkuhl et al. 2012), das eine Modellierung und Bewertung von Politikinstrumenten in Zusammenhang mit dem Energiesektor und Klimawandel erm\u00f6glicht, erweitert werden. Die Erweiterung beinhaltet die Ber\u00fccksichtigung des Agrarsektors und die damit verbundene Stickstoffausbringung sowie optional bei entsprechendem Projektfortschritt die Landnutzungs\u00e4nderung. Die Stickstoffausbringung im Agrarsektor verst\u00e4rkt den Klimawandel, verursacht erhebliche Gesundheitssch\u00e4den beim Menschen und f\u00fchrt zu weitreichendem Biodiversit\u00e4tsverlust. Dar\u00fcber hinaus ist der Agrarsektor durch die M\u00f6glichkeit zur Energieerzeugung aus Biomasse eng mit dem Energiesektor verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Dissertation schafft mit der Erweiterung des PRIDE-Modells eine neue Art von integriertem Politikbewertungsmodell: das MAP-Modell (Model for managing Adherence to Planetary boundaries). Dieses erm\u00f6glicht es erstmals, in einem \u00f6konomisch und naturwissenschaftlich fundierten Modell Politikinstrumente hinsichtlich ihrer Effektivit\u00e4t und Wohlfahrtseffekte zu bewerten. Mithilfe des MAP-Modells wird es m\u00f6glich sein, einen optimalen Mix an umweltpolitischen Instrumenten zu berechnen, wie etwa die Bepreisung von CO2, Stickstoff\u00fcberschussabgaben oder Fleischsteuern. Die Ma\u00dfnahmen werden dahin gehend optimiert, dass sie gegebene planetare Grenzen f\u00fcr CO2, Stickstoff und Landnutzungs\u00e4nderung zu den geringstm\u00f6glichen Wohlfahrtskosten effektiv einhalten bzw. die Sch\u00e4den aus der \u00dcbernutzung der Natur in optimaler Weise reduzieren. Das MAP-Modell liefert damit auch eine Grundlage f\u00fcr die Weiterentwicklung der Methodenkonvention 3.0 des Umweltbundesamts zur Bewertung von sozialen Kosten der Umweltbelastung. Damit k\u00f6nnen politische und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse im Sinne der \u00f6kologischen und sozialen Folgenabsch\u00e4tzung unterst\u00fctzt werden, die Evaluation und Identifikation mehrheitsf\u00e4higer Politikinstrumente verbessert und schlie\u00dflich auch die gesellschaftliche Debatte verschiedener Politikinstrumente transparent und sachlich unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten des Menschen \u00fcberschreiten die Belastungsgrenzen einiger fundamentaler Prozesse unseres Erdsystems und riskieren damit irreversible Ver\u00e4nderungen unserer Umwelt. Das Konzept der planetaren Grenzen (Rockstr\u00f6m et al. 2009) quantifiziert aus erdsystemwissenschaftlicher Perspektive innerhalb welcher Leitplanken der Mensch diese Prozesse belasten kann. 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