{"id":52266,"date":"2026-02-11T10:46:56","date_gmt":"2026-02-11T09:46:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20020-651\/"},"modified":"2026-02-11T10:46:59","modified_gmt":"2026-02-11T09:46:59","slug":"20020-651","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20020-651\/","title":{"rendered":"Leben mit Klimarisiken: Erwartungen bez\u00fcglich Extremwettereignisse und adaptives Verhalten von Haushalten in der l\u00e4ndlichen Mongolei"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Das zunehmende Auftreten von Wetterkatastrophen infolge des Klimawandels erfordert sowohl private als auch staatliche Ma\u00dfnahmen. Diese Dissertation zielt darauf ab, zum Verst\u00e4ndnis der Wirksamkeit von Anpassungs- und Hilfsma\u00dfnahmen verschiedener Akteure in Reaktion auf extreme Wetterereignisse in einem l\u00e4ndlichen Kontext mit niedrigen Einkommen beizutragen. Zu diesem Zweck werden mikro\u00f6konometrische Methoden herangezogen, mit deren Hilfe entsprechende Ma\u00dfnahmen im Kontext der Mongolei empirisch untersucht werden. Die Mongolei steht dabei beispielhaft f\u00fcr ein Land mit niedrigem bis mittlerem Einkommen, das zunehmend von extremen Wetterereignissen betroffen ist, welche die Lebensgrundlage landwirtschaftlicher Haushalte gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In dem ersten wissenschaftlichen Beitrag dieser Dissertation untersuche ich, wie Risikoexposition die Nachfrage nach indexbasierten Versicherungen beeinflusst. Indexbasierte Versicherungen stellen eine private Versicherungsl\u00f6sung dar, die pastoralen Haushalten zur Absicherung gegen zuk\u00fcnftige Wetterrisiken zur Verf\u00fcgung steht. Im Rahmen der Studie werden L\u00e4ngschnittdaten auf der Distrikteben \u00fcber einen Zeitraum von zehn Jahren mit einem <em>Two-Way-Fixed-Effects<\/em> Modell analysiert, um die Beziehung zwischen den w\u00e4hrend des Versicherungsverkaufszeitraums lokal auftretenden Wetterbedingungen und der Nachfrage nach indexbasierter Versicherung zu untersuchen. Die Studie zeigt, dass die Nachfrage nach Indexversicherungen steigt, wenn Distrikte w\u00e4hrend der Monate, in denen die Versicherungspolicen verkauft werden, ung\u00fcnstigeren Winterbedingungen ausgesetzt sind. Dieser Effekt wird nicht durch Versicherungszahlungen an Herdenhaushalte oder durch Haushalte verursacht, die Zahlungen in ihrem Distrikt beobachten. Auf Basis der Ergebnisse wird in der Studie argumentiert, dass die beobachteten Effekte am besten durch die sogenannte Verf\u00fcgbarkeitsheuristik (<em>availabilty bias<\/em>) erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen: Wetterbedingungen, die w\u00e4hrend des Versicherungsverkaufszeitraums erlebt werden, beeinflussen die Versicherungsnachfrage, da sie Wahrnehmungen bez\u00fcglich zuk\u00fcnftiger Wetterrisiken ver\u00e4ndern, wobei Haushalte, die ung\u00fcnstigen Wetterbedingungen ausgesetzt sind, schlechtere Bedingungen im folgenden Winter erwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der zweite Dissertationsbeitrag untersucht die Faktoren, die die Verteilung staatlicher und internationaler humanit\u00e4rer Hilfe in der Mongolei w\u00e4hrend einer Winterkatastrophe beeinflussen, die kurz vor politischen Wahlen auf nationaler, Provinz- und Distriktebene auftrat. Basierend auf landesweiten Distriktdaten, welche detaillierte Informationen zu verschiedenen Arten von Hilfeleistungen von mehreren Gebern, offiziellen Risikoprojektionen und der Verteilung von Sitzen in Provinz- und Distriktparlamenten umfassen, untersucht diese Studie, ob bedarfsorientierte Kriterien oder polit\u00f6konomische Faktoren die geographische Verteilung der Hilfe beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, dass der humanit\u00e4re Bedarf ein signifikanter Erkl\u00e4rungsfaktor f\u00fcr die Zuteilung von Katastrophenhilfe durch internationale Geber ist. Die Verteilung von humanit\u00e4rer Hilfe durch die mongolische Regierung wird ebenfalls vom Bedarf beeinflusst, allerdings in geringerem Ma\u00dfe als die Hilfe internationaler Geber. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Zuweisung von Hilfeleistungen durch internationale Geber oder die Regierung durch politische Koordinierung (<em>political alignment<\/em>) zwischen den dominierenden Parteien auf nationaler, Provinz- und Distriktebene oder durch eine potentielle Bevorzugung der Kernw\u00e4hlerschaft der landesweit dominierenden Partei beeinflusst wird.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der dritte Dissertationsbeitrag evaluiert ein <em>Randomized Controlled Trial<\/em>, um die Wirksamkeit von antizipativer humanit\u00e4rer Hilfe im Kontext eines extremen Wetterereignisses zu analysieren. Antizipative humanit\u00e4re Hilfe ist ein neuartiges Instrument, das auf meteorologischen Vorhersagen beruht und Hilfsgelder fr\u00fchzeitig, noch w\u00e4hrend oder sogar vor dem Eintreten von Wetterkatastrophen, bereitstellt. Unter Verwendung von zwei Wellen einer Paneldatenerhebung auf Haushaltsebene untersucht die Studie, ob sich der Erhalt einer auf Vorhersagen basierenden Geld\u00fcberweisung w\u00e4hrend eines extremen Winterereignisses auf das Verm\u00f6gen, das Einkommen, die Investitionen, oder den Konsum pastoraler Haushalte auswirkt. Bei Betrachtung der gesamten Studienpopulation lassen sich keine Effekte der antizipativen Geld\u00fcberweisungen finden. Allerdings zeigen die Ergebnisse, dass die Geld\u00fcberweisung in der Gruppe der Haushalte mit kleineren Herden zu positiven Effekten auf deren Viehverm\u00f6gen, Investitionen und Konsum f\u00fchrt. Der dritte Dissertationsbeitrag schlie\u00dft mit einer Diskussion der Herausforderungen in der Evaluierung von (antizipativer) humanit\u00e4rer Hilfe.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das zunehmende Auftreten von Wetterkatastrophen infolge des Klimawandels erfordert sowohl private als auch staatliche Ma\u00dfnahmen. Diese Dissertation zielt darauf ab, zum Verst\u00e4ndnis der Wirksamkeit von Anpassungs- und Hilfsma\u00dfnahmen verschiedener Akteure in Reaktion auf extreme Wetterereignisse in einem l\u00e4ndlichen Kontext mit niedrigen Einkommen beizutragen. 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