{"id":52244,"date":"2026-10-23T12:48:07","date_gmt":"2026-10-23T10:48:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20020-673\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:07","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:07","slug":"20020-673","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20020-673\/","title":{"rendered":"Analyse von Moordegradation und Trajektorien der Moorentwicklung unter Nutzung langer und dichter Zeitreihen von r\u00c3\u00a4umlich hoch aufgel\u00c3\u00b6sten multispektralen Satellitendaten in einer mehrdimensionalen moorspezifischen Landbedeckungsklassifikation"},"content":{"rendered":"<p>Analyse von Moordegradation und Moortrajektorien mit raum-zeitlich hoch aufgel\u00c3\u00b6sten Satellitendaten.<\/p>\n<p>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die weltweiten Moore speichern mit etwa 600 Gt mehr als die doppelte Menge Kohlenstoff der globalen Waldbiomasse. Neben ihrer gro\u00c3\u0178en Klimarelevanz bieten sie \u00c3\u2013kosystemdienstleistungen, wie Wasserspeicherung und -regulierung, N\u00c3\u00a4hrstoffr\u00c3\u00bcckhaltung und spezifische Biodiversit\u00c3\u00a4t. Die mit Entw\u00c3\u00a4sserung einhergehende Nutzung von Mooren f\u00c3\u00bcr Land- und Forstwirtschaft oder zur Torfgewinnung f\u00c3\u00bchren zu Ver\u00c3\u00a4nderungen von Vegetation, Wasserst\u00c3\u00a4nden und Torfk\u00c3\u00b6rper (=Degradation). Als Folge davon werden gro\u00c3\u0178e Mengen Treibhausgase emittiert und das Risiko f\u00c3\u00bcr Torfbr\u00c3\u00a4nde, \u00c3\u0153berschwemmungen, Verlust produktiver Fl\u00c3\u00a4chen und Wassermangel bei D\u00c3\u00bcrre steigt. Die ca. 18.600 km\u00c2\u00b2 Moore und Anmoore in Deutschland sind fast alle hochgradig degradiert und emittieren 47 Mt CO 2 -\u00c3\u201eq.\/Jahr. Um weiterer Degradation und ihren Konsequenzen entgegenzuwirken, bedarf es der detaillierten Zustandserfassung durch Satellitenbildkarten, unter anderem als Entscheidungsgrundlage f\u00c3\u00bcr Restaurationsma\u00c3\u0178nahmen und deren Monitoring.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ziel des Promotionsvorhabens ist die Ausweisung von Moorfl\u00c3\u00a4chen im \u00e2\u20ac\u0153Norddeutschen Moorraum\u00e2\u20ac\u009d (BB, HB, HH, MV, NI und SH), welche aufgrund ihres hohen Potentiales zur Reduktion von Emissionen und Feuerrisiken, oder aufgrund ihrer positiven Perspektiven f\u00c3\u00bcr den Biodiversit\u00c3\u00a4tsschutz, vorrangig wiedervern\u00c3\u00a4sst werden sollten. Dazu wird mittels r\u00c3\u00a4umlich hochaufgel\u00c3\u00b6sten, multispektralen Satellitendaten ein moorspezifisches Landbedeckungsmodell entwickelt, welches Angaben zur aktuellen Vegetation und Nutzung, Nutzungshistorie, dem Entw\u00c3\u00a4sserungs- und Degradationslevel, sowie der Intensit\u00c3\u00a4t, Frequenz und Auswirkung von Hitze- und Trockenstress integriert und diese Information fl\u00c3\u00a4chenhaft auf Zustandskarten dargestellt. Auf Basis dieser multidimensionalen Analyse werden charakteristische Trajektorien der Moorentwicklung bzw. Degradation abgeleitet, um besonders erfolgsversprechende Moorfl\u00c3\u00a4chen f\u00c3\u00bcr Ma\u00c3\u0178nahmen zu identifizieren.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Zur fl\u00c3\u00a4chenhaften Einsch\u00c3\u00a4tzung des Moorzustandes im Norddeutschen Moorraum wird in einem mehrstufigen Ansatz ein umfassendes Landbedeckungssystem mit integrierten Degradationsleveln erarbeitet (\u00e2\u20ac\u0153Moor-LC\u00e2\u20ac\u009d). Dieses beinhaltet die aktuelle Landbedeckung durch Vegetations- und Nutzungsformen, sowie die damit verbundene Emissionen, die Beschreibung von Oberfl\u00c3\u00a4cheneigenschaften zur aktuellen hydrologischen Situation und des Torfzustandes, sowie die Nutzungshistorie, integrativ und m\u00c3\u00b6glichst quantitativ dargestellt. Alle hierf\u00c3\u00bcr notwendigen Parameter lassen sich aus optischen Fernerkundungsdaten (Sentinel-2 ab 2016 und Landsat ab 1984) ableiten. Die Kombination von multisaisonalen Informationen (spektral-temporale Metriken und ph\u00c3\u00a4nologische Metriken) und Verfahren des maschinellen Lernens erlaubt eine verl\u00c3\u00a4ssliche Ableitung der Landbedeckung und Nutzungshistorie und eine Ann\u00c3\u00a4herung an die hydrologische Situation. In einem letzten Untersuchungsschritt wird die M\u00c3\u00b6glichkeit der r\u00c3\u00a4umlichen \u00c3\u0153bertragung des Ansatzes nach Russland exploriert.<\/p>\n<p>Das Promotionsvorhaben schlie\u00c3\u0178t eine L\u00c3\u00bccke von hoher praktischer Bedeutung: Deutschlands degradierte Moore haben vielfache negative Konsequenzen f\u00c3\u00bcr Natur und Gesellschaft, jedoch sind verf\u00c3\u00bcgbare Landbedeckungs- oder Landnutzungssysteme nicht in der Lage, die oft graduellen Nutzungs- und Degradationslevels von Mooren abzubilden, welche u. a. die Emissionen beeinflussen. Die Ergebnisse des Promotionsvorhabens dienen Akteuren in vielf\u00c3\u00a4ltiger Weise als Entscheidungshilfe und zur konkreten Ma\u00c3\u0178nahmenentwicklung (z. B. auf L\u00c3\u00a4nderebene) f\u00c3\u00bcr Klima- und Umweltschutzziele.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Analyse von Moordegradation und Moortrajektorien mit raum-zeitlich hoch aufgel\u00c3\u00b6sten Satellitendaten. \u00c2\u00a0 Die weltweiten Moore speichern mit etwa 600 Gt mehr als die doppelte Menge Kohlenstoff der globalen Waldbiomasse. Neben ihrer gro\u00c3\u0178en Klimarelevanz bieten sie \u00c3\u2013kosystemdienstleistungen, wie Wasserspeicherung und -regulierung, N\u00c3\u00a4hrstoffr\u00c3\u00bcckhaltung und spezifische Biodiversit\u00c3\u00a4t. Die mit Entw\u00c3\u00a4sserung einhergehende Nutzung von Mooren f\u00c3\u00bcr Land- und Forstwirtschaft oder [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2477],"class_list":["post-52244","promotionsstipendium","type-promotionsstipendium","status-publish","hentry","tag-deutschland"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"20020\/673","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"de Waard","dbu_stipendiaten_vorname":"Farina","dbu_stipendiaten_titel":"","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2021-01-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2026-11-30 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Universit\u00c3\u00a4t Greifswald Institut f\u00c3\u00bcr Geographie und Geologie AG Fernerkundung und Geoinformationsverarbeitung","dbu_stipendiaten_betreuer":"Prof. Dr. Sebastian van der Linden","dbu_stipendiaten_email_dienst":"farina.de.waard@gmail.com"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52244","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/promotionsstipendium"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52244\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58256,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/promotionsstipendium\/52244\/revisions\/58256"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52244"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52244"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52244"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}