{"id":52230,"date":"2026-02-11T10:46:52","date_gmt":"2026-02-11T09:46:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20020-687\/"},"modified":"2026-02-11T10:46:52","modified_gmt":"2026-02-11T09:46:52","slug":"20020-687","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20020-687\/","title":{"rendered":"Mobilit\u00e4tsassay und neuronale Auswirkungen agrarrelevanter Pestizide (synthetische nAChR-Agonisten: Flupyradifuron und Acetamiprid) auf Insekten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Insekten<\/strong> sind eine der gr\u00f6\u00dften und <strong>wichtigsten Tiergruppen<\/strong> und stellen etwa zwei Drittel der landlebenden Arten dar. Weiterhin sind sie als <strong>Best\u00e4uber<\/strong> von enormer wirtschaftlicher Bedeutung, da sie f\u00fcr einen gro\u00dfen Prozentsatz der Best\u00e4uberleistung an wichtigen Nutzpflanzen verantwortlich sind. Allerdings wurde in den letzten Jahrzehnten ein dramatischer <strong>Einbruch der Biodiversit\u00e4t<\/strong> und der Biomasse von Insekten verzeichnet. Dies k\u00f6nnte sich zu einer der <strong>gr\u00f6\u00dften \u00f6kologischen Herausforderungen<\/strong> unserer Zeit entwickeln und unter anderem in einer Mangelern\u00e4hrung mit ansteigender humaner Todesrate resultieren. Daher ist es von enormer Bedeutung, diesem Verlust von Insekten entgegenzusteuern. Als Hauptgrund f\u00fcr den enormen R\u00fcckgang wird unter anderem die Agrarwirtschaft mit ihrem umfassenden <strong>Pestizideinsatz<\/strong> verantwortlich gemacht. Obwohl einige Substanzen von der EU bereits verboten wurden, sind viele andere Insektizide, wie z.B. <strong>Acetamiprid<\/strong> und <strong>Flupyradifuron<\/strong> weiterhin im Einsatz. Es handelt\u00a0sich hierbei um Agonisten, die die Bindungsstelle der nikotinischen Acetylcholinrezeptoren im Nervensystem von Insekten blockieren. Problematisch dabei ist, dass diese Substanzen nicht selektiv auf Schadinsekten wirken, sondern auch Nicht-Zielorganismen\u00a0betreffen. Mit diesem Projekt soll ein Verfahren entwickelt werden, welches die Sch\u00e4dlichkeit von Insektiziden untersucht und somit als <strong>standardisiertes Monitoring-Protokoll f\u00fcr Pestizide<\/strong> dienen soll. F\u00fcr dieses Monitoring soll <strong>anders als bisher<\/strong> nicht nur \u00fcberwiegend die letale Wirkung, sondern <strong>auch subletale Effekte<\/strong> eines Stoffes einbezogen werden, da auch diese zu einer drastischen Verringerung der Fitness der betroffenen Tiere f\u00fchren (und so indirekt verfr\u00fchte Letalit\u00e4t hervorrufen) k\u00f6nnen. Die bisher relativ groben Parameter (z.B. LD50-Wert) sollen \u00fcber die Anwendung eines Bioassays verfeinert werden. Als Grundlage hierf\u00fcr sollen Lokomotion und Bewegungsf\u00e4higkeit von Insekten unter subletalem Pestizideinfluss dienen. Die Identifikation geeigneter Bioindikatoren fand dabei an Florfliegenlarven (<strong><em>Chrysoperla carnea<\/em><\/strong>) statt. Anschlie\u00dfend sollen die daraus gewonnenen Erkenntnisse auch auf andere Arten \u00fcbertragen werden. Die Wahl f\u00e4llt hierbei auf zwei wichtige N\u00fctzlinge in Deutschland, n\u00e4mlich adulte <strong>Marienk\u00e4fer (<\/strong><em><strong>Adalia bipunctata<\/strong><\/em><strong>) und Ameisen (<em>Formica polyctena<\/em>) <\/strong>&#8211; beide sind im Gegensatz zu anderen N\u00fctzlingen, speziell der Honigbiene, in diesem Themengebiet wissenschaftlich weit unterrepr\u00e4sentiert.<strong> <\/strong>Weiterhin soll auch die neuronale Wirkung dieser Substanzen auf das zentrale Nervensystem untersucht werden. Bisherige Studien weisen darauf hin, dass die Behandlung mit Pestiziden zu Ver\u00e4nderungen in der neuronalen Vernetzung f\u00fchrt. Durch Erkenntnisse in diesem Bereich k\u00f6nnte der oben beschriebene Mobilit\u00e4tsassay durch Indikatoren wie <strong>Modifikationen in Neuropilvolumina<\/strong> oder der <strong>Dichte der synaptischen Boutons<\/strong> noch wesentlich aussagekr\u00e4ftiger werden.<strong> <\/strong>Zwei in Deutschland agrarrelevante Insektizide, Acetamiprid und Flupyradifuron, wurden f\u00fcr das Vorhaben ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Insekten sind eine der gr\u00f6\u00dften und wichtigsten Tiergruppen und stellen etwa zwei Drittel der landlebenden Arten dar. Weiterhin sind sie als Best\u00e4uber von enormer wirtschaftlicher Bedeutung, da sie f\u00fcr einen gro\u00dfen Prozentsatz der Best\u00e4uberleistung an wichtigen Nutzpflanzen verantwortlich sind. 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