{"id":52229,"date":"2026-03-30T10:46:13","date_gmt":"2026-03-30T08:46:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20020-688\/"},"modified":"2026-03-30T10:46:13","modified_gmt":"2026-03-30T08:46:13","slug":"20020-688","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20020-688\/","title":{"rendered":"Entwicklung, Umsetzung und Evaluierung eines Untersuchungskonzepts zur Erkennung polarer organischer Kontaminanten und ihrer Quellen in tidebeeinflussten Systemen mittels HPLC-HRMS-basiertem Non-Target-Screening am Beispiel der Unterelbe"},"content":{"rendered":"<p>Eine nahezu un\u00fcberschaubare Anzahl anthropogener organischer Schadstoffe (z.B. Pflanzenschutzmittel, Medikamentenr\u00fcckst\u00e4nde) gelangt \u00fcber verschiedenste Quellen in die Umwelt und gef\u00e4hrdet Lebewesen und \u00d6kosysteme. Fl\u00fcsse spielen bei der Aufnahme, Transformation und Verteilung dieser Schadstoffe eine besondere Rolle, weshalb hier eine umfassende und regul\u00e4re \u00dcberwachung n\u00f6tig ist. Die derzeit etablierten Methoden der Umwelt\u00fcberwachung sind daf\u00fcr jedoch unzureichend, da sie nur einen Bruchteil der Stoffvielfalt erfassen k\u00f6nnen. Gleichzeitig ist der Untersuchungsaufwand bereits jetzt immens und kann nicht beliebig gesteigert werden.<\/p>\n<p>Das neue Verfahren des Non-Target Screenings (NTS) erm\u00f6glicht einen weitaus umfassenderen Blick auf Schadstoffe in Umweltproben als die derzeit etablierten Methoden. Im Gegensatz zu diesen ist es mittels NTS m\u00f6glich, Verbindungen innerhalb einer Probe ohne Vorverdacht und Referenzstandards zu identifizieren. NTS erm\u00f6glicht damit eine schnelle Entdeckung neuer oder sogar g\u00e4nzlich unbekannter Substanzen in der Umwelt und kann z.B. die Einleitung von Ma\u00dfnahmen zur Gefahrenabwehr beschleunigen. In der beh\u00f6rdlichen Umwelt\u00fcberwachung wird NTS nur vereinzelt eingesetzt, da bislang praxistaugliche, erprobte und qualit\u00e4tsgesicherte Untersuchungskonzepte und Messmethoden fehlen. In der wissenschaftlichen Forschung beschr\u00e4nkt sich der Einsatz von NTS bisher auf lineare Flie\u00dfgew\u00e4sser wie Rhein oder Donau. Forschung oder Konzepte zur Abbildung von tidebeeinflussten Flussl\u00e4ufen mittels NTS fehlen g\u00e4nzlich. Die hydrologischen Dynamiken in Tidefl\u00fcssen sind mit denen linearer Flussl\u00e4ufe nicht vergleichbar, die Identifizierung von Schadstoffen und ihrer Quellen ist ungleich komplexer.<\/p>\n<p>Dieser Wissensl\u00fccke widmet sich diese kumulative Dissertation. Am Beispiel der Unterelbe (auch Tideelbe genannt) mit besonderem Fokus auf den Gro\u00dfraum Hamburg wird ein Verfahren zur Erkennung polarer organischer Kontaminanten und ihrer Quellen in komplexen tidebeeinflussten Systemen mithilfe von HPLC-HRMS-basiertem Non-Target Screening entwickelt. Dieses Verfahren soll eine einfache und schnelle Erhebung der Schadstoffbelastung sowie die Aufdeckung unerkannter Schadstoffeinleitungen erm\u00f6glichen. Au\u00dferdem sollen typische mittlere Kontaminationsmuster abgeleitet und der Einfluss von hydrologischen oder jahreszeitlichen Faktoren auf Kontaminationsver\u00e4nderungen untersucht werden. Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden anschlie\u00dfend konkrete Handlungsempfehlungen f\u00fcr \u00e4hnliche Untersuchungen an vergleichbaren Gew\u00e4ssern sowie f\u00fcr den spezifischen Einsatz in der beh\u00f6rdlichen Umwelt\u00fcberwachung formuliert. Damit soll das Projekt einen substanziellen Beitrag zum Ausbau und zur Verbesserung der Routineumwelt\u00fcberwachung leisten, welche die Grundlage f\u00fcr die Umsetzung von Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung des Zustandes von Flie\u00dfgew\u00e4ssern darstellt.<\/p>\n<p>Das Projekt wird am Labor f\u00fcr Umweltuntersuchungen des Landes Hamburg (Institut f\u00fcr Hygiene und Umwelt, HU) durchgef\u00fchrt. Unterst\u00fctzt wird das Vorhaben durch Kooperationen mit dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht und der Leuphana Universit\u00e4t L\u00fcneburg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine nahezu un\u00fcberschaubare Anzahl anthropogener organischer Schadstoffe (z.B. Pflanzenschutzmittel, Medikamentenr\u00fcckst\u00e4nde) gelangt \u00fcber verschiedenste Quellen in die Umwelt und gef\u00e4hrdet Lebewesen und \u00d6kosysteme. 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