{"id":52229,"date":"2026-10-23T12:48:01","date_gmt":"2026-10-23T10:48:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/promotionsstipendium\/20020-688\/"},"modified":"2026-10-23T12:48:04","modified_gmt":"2026-10-23T10:48:04","slug":"20020-688","status":"publish","type":"promotionsstipendium","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/promotionsstipendium\/20020-688\/","title":{"rendered":"Entwicklung, Umsetzung und Evaluierung eines Untersuchungskonzepts zur Erkennung polarer organischer Kontaminanten und ihrer Quellen in tidebeeinflussten Systemen mittels HPLC-HRMS-basiertem Non-Target-Screening am Beispiel der Unterelbe"},"content":{"rendered":"<p>Eine nahezu un\u00c3\u00bcberschaubare Anzahl anthropogener organischer Schadstoffe (z.B. Pflanzenschutzmittel, Medikamentenr\u00c3\u00bcckst\u00c3\u00a4nde) gelangt \u00c3\u00bcber verschiedenste Quellen in die Umwelt und gef\u00c3\u00a4hrdet Lebewesen und \u00c3\u2013kosysteme. Fl\u00c3\u00bcsse spielen bei der Aufnahme, Transformation und Verteilung dieser Schadstoffe eine besondere Rolle, weshalb hier eine umfassende und regul\u00c3\u00a4re \u00c3\u0153berwachung n\u00c3\u00b6tig ist. Die derzeit etablierten Methoden der Umwelt\u00c3\u00bcberwachung sind daf\u00c3\u00bcr jedoch unzureichend, da sie nur einen Bruchteil der Stoffvielfalt erfassen k\u00c3\u00b6nnen. Gleichzeitig ist der Untersuchungsaufwand bereits jetzt immens und kann nicht beliebig gesteigert werden.<\/p>\n<p>Das neue Verfahren des Non-Target Screenings (NTS) erm\u00c3\u00b6glicht einen weitaus umfassenderen Blick auf Schadstoffe in Umweltproben als die derzeit etablierten Methoden. Im Gegensatz zu diesen ist es mittels NTS m\u00c3\u00b6glich, Verbindungen innerhalb einer Probe ohne Vorverdacht und Referenzstandards zu identifizieren. NTS erm\u00c3\u00b6glicht damit eine schnelle Entdeckung neuer oder sogar g\u00c3\u00a4nzlich unbekannter Substanzen in der Umwelt und kann z.B. die Einleitung von Ma\u00c3\u0178nahmen zur Gefahrenabwehr beschleunigen. In der beh\u00c3\u00b6rdlichen Umwelt\u00c3\u00bcberwachung wird NTS nur vereinzelt eingesetzt, da bislang praxistaugliche, erprobte und qualit\u00c3\u00a4tsgesicherte Untersuchungskonzepte und Messmethoden fehlen. In der wissenschaftlichen Forschung beschr\u00c3\u00a4nkt sich der Einsatz von NTS bisher auf lineare Flie\u00c3\u0178gew\u00c3\u00a4sser wie Rhein oder Donau. Forschung oder Konzepte zur Abbildung von tidebeeinflussten Flussl\u00c3\u00a4ufen mittels NTS fehlen g\u00c3\u00a4nzlich. Die hydrologischen Dynamiken in Tidefl\u00c3\u00bcssen sind mit denen linearer Flussl\u00c3\u00a4ufe nicht vergleichbar, die Identifizierung von Schadstoffen und ihrer Quellen ist ungleich komplexer.<\/p>\n<p>Dieser Wissensl\u00c3\u00bccke widmet sich diese kumulative Dissertation. Am Beispiel der Unterelbe (auch Tideelbe genannt) mit besonderem Fokus auf den Gro\u00c3\u0178raum Hamburg wird ein Verfahren zur Erkennung polarer organischer Kontaminanten und ihrer Quellen in komplexen tidebeeinflussten Systemen mithilfe von HPLC-HRMS-basiertem Non-Target Screening entwickelt. Dieses Verfahren soll eine einfache und schnelle Erhebung der Schadstoffbelastung sowie die Aufdeckung unerkannter Schadstoffeinleitungen erm\u00c3\u00b6glichen. Au\u00c3\u0178erdem sollen typische mittlere Kontaminationsmuster abgeleitet und der Einfluss von hydrologischen oder jahreszeitlichen Faktoren auf Kontaminationsver\u00c3\u00a4nderungen untersucht werden. Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden anschlie\u00c3\u0178end konkrete Handlungsempfehlungen f\u00c3\u00bcr \u00c3\u00a4hnliche Untersuchungen an vergleichbaren Gew\u00c3\u00a4ssern sowie f\u00c3\u00bcr den spezifischen Einsatz in der beh\u00c3\u00b6rdlichen Umwelt\u00c3\u00bcberwachung formuliert. Damit soll das Projekt einen substanziellen Beitrag zum Ausbau und zur Verbesserung der Routineumwelt\u00c3\u00bcberwachung leisten, welche die Grundlage f\u00c3\u00bcr die Umsetzung von Ma\u00c3\u0178nahmen zur Verbesserung des Zustandes von Flie\u00c3\u0178gew\u00c3\u00a4ssern darstellt.<\/p>\n<p>Das Projekt wird am Labor f\u00c3\u00bcr Umweltuntersuchungen des Landes Hamburg (Institut f\u00c3\u00bcr Hygiene und Umwelt, HU) durchgef\u00c3\u00bchrt. Unterst\u00c3\u00bctzt wird das Vorhaben durch Kooperationen mit dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht und der Leuphana Universit\u00c3\u00a4t L\u00c3\u00bcneburg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine nahezu un\u00c3\u00bcberschaubare Anzahl anthropogener organischer Schadstoffe (z.B. Pflanzenschutzmittel, Medikamentenr\u00c3\u00bcckst\u00c3\u00a4nde) gelangt \u00c3\u00bcber verschiedenste Quellen in die Umwelt und gef\u00c3\u00a4hrdet Lebewesen und \u00c3\u2013kosysteme. 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